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	<title>Riesling Archive - Traubengucker</title>
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	<title>Riesling Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Emerald Riesling &#8211; ein Hitzkopf aus dem Nahen Osten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 10:19:17 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wat, wer bist Du denn?! Seltene Rebsorten]]></category>
		<category><![CDATA[Emerald Riesling]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Rebsorte Emerald Riesling und der Rivaner haben eine Gemeinsamkeit: Beide würden heute anders heißen. Denn geht beim Rivaner alias Müller-Thurgau der Name auf die falsche Annahme zurück, dass Riesling und Silvaner die beiden &#8222;Elternreben&#8220; seien (heute wissen wir: Es sind Riesling und Madeleine Royal), verhält es sich beim Emerald Riesling ganz ähnlich. Jahrelang wurde angenommen, dass die Neukreuzung von den Reben Muscadelle und Riesling abstamme (der Wikipedia-Artikel ist interessanterweise noch immer auf dem Stand). DNA-Analysen haben aber ans Licht gebracht, dass Malvasia Aromatica di Parma und Grenache die stolzen Rebeltern sind, so auch hochoffiziell im Vitis International Variety Catalogue (VIVC) des Julius-Kühn-Instituts festgehalten. Durch die Stängel des Emerald Rieslings fließt also kein Tropfen Riesling-Blut. Der Traum vom Riesling unter sengender Sonne Nachdem wir das kurz geklärt haben, kommen wir nun zum praktischen Teil des Porträts: Wo kommt diese merkwürdige Traube vor und wie schmeckt sie? Beginnen wir die Antwort auf die erste Frage vielleicht damit, wo sie herkommt. In den 1930er-Jahren entstand sie an der University of California beim Bestreben, einen Riesling zu entwickeln, der auch heißen Temperaturen standhalten kann. Auf den Markt kam die Rebe dann 1948 und seitdem &#8230; bleibt ihr Anbau überschaubar. Da Hitzeresistenz aber eines der Hauptmotive beim bunten Herummendeln war, überrascht es wenig, dass der Emerald Riesling zuvorderst in wärmeren, wenn nicht sogar heißen Regionen vorzufinden ist. Namentlich sind das die USA, Südafrika, Spanien, allen voran aber Israel. Im Staat an der Levante waren es vor zehn Jahren rund 110 Hektar Anbaufläche, aktuelle Zahlen sind derzeit nicht verfügbar. Sucht man nach Emerald-Riesling-Weinen im Netz erhält man a) ein recht übersichtliches Ergebnis und b) kommen gefühlt 99,9 Prozent der angezeigten Flaschen vom Weingut Barkan, das etwas westlich von Jerusalem liegt. Da der Import einer einzelnen Flasche aus dem heiligen Land alles andere als ein himmlisches Vergnügen ist, war ich froh, zumindest eine Cuvée vom angesprochenen Weingut in einem Restaurant entdeckt zu haben. Exotik im Glas, Säure im Urlaub Die Assemblage aus Emerald Riesling und der Cognac-Rebe Colombard hatten wir zu klassischen Mezze, also einem Konvolut verschiedener kleiner Vorspeisen. Wie viel Restzucker und Säure der Wein hatte, lässt sich im Nachhinein leider nicht mehr feststellen – ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich hier um ein echtes Orchideenthema handelt. Wenn der Wein nicht knapp an der Grenze lag, bewegten wir uns sogar sicher im halbtrockenen Bereich. Das war, gerade wenn es bei den Mezze etwas pikanter wurde, aber eine nicht unwillkommene Gelegenheit, nochmal nachzugießen. Neben dem deutlichen Anklang gelber, exotischer Früchte blieb zumindest diese Cuvée hinter unseren ohnehin schon moderaten Erwartungen weit zurück. Von einem straffen Säuregerüst wie das Riesling-Original ihn naturgemäß hat, kann sein Namens-Schwippschwager nur träumen.Aber immerhin erklärte sich so auch aromatisch, warum der Emerald Riesling vor allem eines ist: kein Riesling, aber eine interessante Fußnote der Weingeschichte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/wat-wer-bist-du-denn-seltene-rebsorten/emerald-riesling-ein-hitzkopf-aus-dem-nahen-osten/">Emerald Riesling &#8211; ein Hitzkopf aus dem Nahen Osten</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Die Rebsorte Emerald Riesling und der Rivaner haben eine Gemeinsamkeit: Beide würden heute anders heißen. Denn geht beim Rivaner alias Müller-Thurgau der Name auf die falsche Annahme zurück, dass Riesling und Silvaner die beiden &#8222;Elternreben&#8220; seien (heute wissen wir: Es sind Riesling und Madeleine Royal), verhält es sich beim Emerald Riesling ganz ähnlich. Jahrelang wurde angenommen, dass die Neukreuzung von den Reben Muscadelle und Riesling abstamme (der Wikipedia-Artikel ist interessanterweise noch immer auf dem Stand). DNA-Analysen haben aber ans Licht gebracht, dass Malvasia Aromatica di Parma und Grenache die stolzen Rebeltern sind, so auch hochoffiziell im <a href="https://vivc.de/index.php?r=passport/viewtree&amp;id=3894" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vitis International Variety Catalogue</a> (VIVC) des Julius-Kühn-Instituts festgehalten. Durch die Stängel des Emerald Rieslings fließt also kein Tropfen Riesling-Blut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Traum vom Riesling unter sengender Sonne</h2>



<p>Nachdem wir das kurz geklärt haben, kommen wir nun zum praktischen Teil des Porträts: Wo kommt diese merkwürdige Traube vor und wie schmeckt sie? Beginnen wir die Antwort auf die erste Frage vielleicht damit, wo sie herkommt. In den 1930er-Jahren entstand sie an der University of California beim Bestreben, einen Riesling zu entwickeln, der auch heißen Temperaturen standhalten kann. Auf den Markt kam die Rebe dann 1948 und seitdem &#8230; bleibt ihr Anbau überschaubar.</p>



<p>Da Hitzeresistenz aber eines der Hauptmotive beim bunten Herummendeln war, überrascht es wenig, dass der Emerald Riesling zuvorderst in wärmeren, wenn nicht sogar heißen Regionen vorzufinden ist. Namentlich sind das die USA, Südafrika, Spanien, allen voran aber Israel. Im Staat an der Levante waren es vor zehn Jahren rund 110 Hektar Anbaufläche, aktuelle Zahlen sind derzeit nicht verfügbar.</p>



<p>Sucht man nach Emerald-Riesling-Weinen im Netz erhält man a) ein recht übersichtliches Ergebnis und b) kommen gefühlt 99,9 Prozent der angezeigten Flaschen vom Weingut Barkan, das etwas westlich von Jerusalem liegt. Da der Import einer einzelnen Flasche aus dem heiligen Land alles andere als ein himmlisches Vergnügen ist, war ich froh, zumindest eine Cuvée vom angesprochenen Weingut in einem Restaurant entdeckt zu haben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Exotik im Glas, Säure im Urlaub</h2>



<p>Die Assemblage aus Emerald Riesling und der Cognac-Rebe Colombard hatten wir zu klassischen Mezze, also einem Konvolut verschiedener kleiner Vorspeisen. Wie viel Restzucker und Säure der Wein hatte, lässt sich im Nachhinein leider nicht mehr feststellen – ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich hier um ein echtes Orchideenthema handelt. Wenn der Wein nicht knapp an der Grenze lag, bewegten wir uns sogar sicher im halbtrockenen Bereich. Das war, gerade wenn es bei den Mezze etwas pikanter wurde, aber eine nicht unwillkommene Gelegenheit, nochmal nachzugießen.</p>



<p>Neben dem deutlichen Anklang gelber, exotischer Früchte blieb zumindest diese Cuvée hinter unseren ohnehin schon moderaten Erwartungen weit zurück. Von einem straffen Säuregerüst wie das Riesling-Original ihn naturgemäß hat, kann sein Namens-Schwippschwager nur träumen.<br>Aber immerhin erklärte sich so auch aromatisch, warum der Emerald Riesling vor allem eines ist: kein Riesling, aber eine interessante Fußnote der Weingeschichte.<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/wat-wer-bist-du-denn-seltene-rebsorten/emerald-riesling-ein-hitzkopf-aus-dem-nahen-osten/">Emerald Riesling &#8211; ein Hitzkopf aus dem Nahen Osten</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 17:47:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich war ich zu Besuch in den Niederlanden. Dass dort Wein angebaut wird, ist für den geneigten Weinfreund und die kenntnisreiche Weinliebhaberin inzwischen keine Neuigkeit mehr. Allerdings war ich in der nordöstlichen Region Groningen unterwegs. Hier gibt es zwar den ein oder anderen Betrieb, der Erzeugnisse der Kategorie Landwein produziert, mit Fine Wine aber ungefähr so viel zu tun hat wie die Rioja mit frischem Matjes. Immerhin habe ich mir aus einem hiesigen Fachgeschäft einen niederländischen Weißwein mitgebracht und einen weiteren bestellt (dazu später noch mehr). Aber reicht das aus, um einen Artikel über den Weinbau in den Niederlanden zu schreiben? Na klar, macht ja sonst keiner. Weinanbau in den Niederlanden: Von Römern, Reben und Rückschlägen Beginnen wir mit einem kurzen Round-up: Auf dem Gebiet der heutigen Niederlande wurde sehr wahrscheinlich bereits durch die Römer vor gut 2.000 Jahren Wein angebaut. Ob diese ihren Gladiatoren zu Hause ein paar Gouda-Laibe als Schutzschild mitgebracht haben, ist nicht gesichert, aber eine schöne Vorstellung. Erste schriftliche Nachweise, die Weinbau belegen, datieren aber erst aus dem 10. Jahrhundert.&#160; Gute vier Jahrhunderte später schien sich dann die südliche Provinz Limburg als Hotspot in Sachen Wein einen Namen zu machen. Aber wie schon in meinem Artikel über belgischen Wein beschrieben, war es auch hier die Kleine Eiszeit, die das zarte Flämmchen des niederländischen Weinbaus rasch in den Würgegriff nahm. Die anschließende napoleonische Ära brach Hollands Wirtschaft dann vollends den Rücken. Riesling statt Solaris: Der feine Unterschied im Norden So richtig weiter mit nederlandse wijnen ging es dann erst wieder Ende der 1960er-Jahre. Mittlerweile wird die Gesamtzahl an Hektar in unserem kleinen Nachbarland auf 400 geschätzt, also immer noch weniger Hektar, als das kleinste deutsche Anbaugebiet, die Hessische Bergstraße, hat (461 ha).Immerhin verfügen die Niederlande aber über zwei ausgewiesene Qualitätsanbaugebiete (also in EU-Deutsch: geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U.): Maasvallei Limburg und Mergelland. Hinzu kommen einige Landwein-Areale (geschützte geografische Angabe, g.g.A.) wie schon das erwähnte Groningen, Flevoland oder Zeeland. Das reicht natürlich längst nicht aus, um den nationalen Weinbedarf annähernd zu decken: Die meisten Importe bezieht das Königreich aus Frankreich, Italien und Deutschland (in so einen Wohnwagen passt eine Menge rein …). Zum Vergleich: Das ebenso kleine Dänemark bringt es schätzungsweise nur auf 100 Hektar Weinanbaufläche und genau ein Qualitätsanbaugebiet. Und die Unterschiede zu vermeintlich aufkeimenden skandinavischen Weinnationen sind auf vielen Ebenen erheblich. So erfreuen sich viele belgische wie niederländische Winzerinnen und Winzer eines kalkhaltigen Bodens (unter anderem ein Grund, weshalb Chardonnay recht gut in Belgien funktioniert). Zudem lässt das &#8211; im Vergleich zu Dänemark oder Schweden &#8211; doch recht milde Wetter auch den Anbau von traditionellen Sorten wie Riesling, Müller-Thurgau oder Auxerrois zu. In Skandinavien, dem nördlichen Polen oder den vielen Landwein-Gebieten Norddeutschlands wird in der Regel im großen Stil auf klimabeständige PiWi-Sorten wie Solaris, Johanniter oder Regent gesetzt. Den Test der Zeit müssen diese jungen Neukreuzungen aber erst noch bestehen. Lieber Maas-Riesling statt eine Maß Bier Kommen wir aber nun nach der grauen bzw. orangenen Theorie zum belohnenden Praxis-Teil. Wie schon im ersten Absatz angedeutet, habe ich mir zwei niederländische Weine in die Küche gestellt (und geöffnet). Ich beginne mit einem Maas-Riesling (keiner Maß Riesling!) vom Weingut Thorn aus der Maasvallei in Limburg, welche grob zwischen Maastricht und Mönchengladbach liegt. Passend zu den olympischen Winterspielen, die nebenan im Fernseher laufen, strahlt mich hier ein sattes Goldgelb an. In der Nase macht sich sofort ein Bienenwachs-Aroma breit, das in reifen Pfirsich übergeht. Am Gaumen dann volle Lotte Grüner-Apfelaromen, später – und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Abgang ist beachtlich – wieder Bienenwachs. Erinnert mich von der Stilistik her etwas an die Rieslinge vom nördlichen Mittelrhein – so weit sind wir geografisch ja auch nicht auseinander. Ein beachtlicher Riesling, der an Fülle und Aroma wenig zu wünschen übrig lässt. Filigran oder gar lichtfüßig ist er nicht, aber insofern bleiben wir im Bild: eher Holz- als Ballettschuh. Caipi auf Niederländisch Kommen wir zu unserem zweiten Holländer: der Rivaner (also Müller-Thurgau) vom Weingut Hoeve Nekum aus dem anderen Qualitätsanbaugebiet Mergelland, das östlich von Maastricht beginnt und sich bis knapp vor die Tore Aachens erstreckt (oder wie wir frankophile Weinfreunde zu sagen pflegen: Aix-la-Chapelle). Farblich weniger intensiv als der Riesling von Thorn, dafür schon fast mit Grünstich. Und in der Nase bestätigt sich dies prompt: Limette trifft auf grünen Apfel, dazu eine Prise Muskatnuss. Am Gaumen öffnet sich dann vorsichtig ein Honigglas, das – gepaart mit der Limette – fast schon für Caipi-Stimmung mitten im tristen Februar sorgt. Wir haben hier einen vollmundigen Wein vor der Nase, der zwar Rivaner-typisch säurearm daherkommt, durch seine grüne Fruchtaromatik aber dennoch einen vitalen Frische-Kick hinten ans Zäpfchen hämmert. Auch dieser Wein aus den Niederlanden überrascht &#8230; positiv. Selbst wenn diese – zugegebenermaßen beschränkte Weinauswahl – niemals stellvertretend für die Weine aus den Niederlanden a priori stehen soll, ziehe ich dennoch ein höchst erfreuliches Fazit und freue mich auf mehr. Sowohl mit dem Riesling als auch mit dem Rivaner hatte ich zwei vollmundige Tropfen im Glas, die nicht nur – mehr oder weniger – typisch die jeweilige Rebsorte abbildeten (der Riesling etwas mehr als der Rivaner), sondern darüber hinaus im Gesamtbild überzeugten. Landweinpläne und letzte Pointe Der nächste logische Schritt wäre sicherlich die Verköstigung niederländischer Landweine sowie ein umfangreicherer Deep Dive in Sachen Weine aus der Maasvallei und Mergelland. Die Verlockung, vor Ort zu einer großen Portion Pommes ein belgisches Trappistenbier zu bestellen, ist allerdings nicht gering. Und hier nun noch der Kalauer, den ich mir bis zum Schluss aufgehoben habe: Wie nennt man in Holland maischevergorenen Weißwein aus Quevris? Richtig: Oranje Wein. Tot ziens!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/heiliger-holzschuh-wein-aus-holland/">Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Neulich war ich zu Besuch in den Niederlanden. Dass dort Wein angebaut wird, ist für den geneigten Weinfreund und die kenntnisreiche Weinliebhaberin inzwischen keine Neuigkeit mehr. Allerdings war ich in der nordöstlichen Region Groningen unterwegs. Hier gibt es zwar den ein oder anderen Betrieb, der Erzeugnisse der Kategorie Landwein produziert, mit Fine Wine aber ungefähr so viel zu tun hat wie die Rioja mit frischem Matjes.</p>



<p>Immerhin habe ich mir aus einem hiesigen Fachgeschäft einen niederländischen Weißwein mitgebracht und einen weiteren bestellt (dazu später noch mehr). Aber reicht das aus, um einen Artikel über den Weinbau in den Niederlanden zu schreiben? Na klar, macht ja sonst keiner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weinanbau in den Niederlanden: Von Römern, Reben und Rückschlägen<br></h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1024x1024.jpeg" alt="Ein Boot mit Käselaiben in Alkmaar." class="wp-image-1637" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Holland in einem Bild: Mehr Käse als Weinlese.</figcaption></figure>



<p><br>Beginnen wir mit einem kurzen Round-up: Auf dem Gebiet der heutigen Niederlande wurde sehr wahrscheinlich bereits durch die Römer vor gut 2.000 Jahren Wein angebaut. Ob diese ihren Gladiatoren zu Hause ein paar Gouda-Laibe als Schutzschild mitgebracht haben, ist nicht gesichert, aber eine schöne Vorstellung. Erste schriftliche Nachweise, die Weinbau belegen, datieren aber erst aus dem 10. Jahrhundert.&nbsp;</p>



<p>Gute vier Jahrhunderte später schien sich dann die südliche Provinz Limburg als Hotspot in Sachen Wein einen Namen zu machen. Aber wie schon in meinem Artikel über <a href="https://traubengucker.de/regionen/belgischer-wein-muss-das-sein/">belgischen Wein</a> beschrieben, war es auch hier die Kleine Eiszeit, die das zarte Flämmchen des niederländischen Weinbaus rasch in den Würgegriff nahm. Die anschließende napoleonische Ära brach Hollands Wirtschaft dann vollends den Rücken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Riesling statt Solaris: Der feine Unterschied im Norden<br></h2>



<p>So richtig weiter mit <em>nederlandse wijnen</em> ging es dann erst wieder Ende der 1960er-Jahre. Mittlerweile wird die Gesamtzahl an Hektar in unserem kleinen Nachbarland auf <a href="https://www.designenwijn.com/de/wie-viele-weinguter-gibt-es-in-den-niederlanden/?utm_source=chatgpt.com" type="link" id="https://www.designenwijn.com/de/wie-viele-weinguter-gibt-es-in-den-niederlanden/?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">400 geschätzt</a>, also immer noch weniger Hektar, als das kleinste deutsche Anbaugebiet, die Hessische Bergstraße, hat (461 ha).<br>Immerhin verfügen die Niederlande aber über zwei ausgewiesene Qualitätsanbaugebiete (also in EU-Deutsch: geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U.): Maasvallei Limburg und Mergelland. Hinzu kommen einige Landwein-Areale (geschützte geografische Angabe, g.g.A.) wie schon das erwähnte Groningen, Flevoland oder Zeeland.</p>



<p>Das reicht natürlich längst nicht aus, um den nationalen Weinbedarf annähernd zu decken: Die meisten Importe bezieht das Königreich aus Frankreich, Italien und Deutschland (in so einen Wohnwagen passt eine Menge rein …).</p>



<p>Zum Vergleich: Das ebenso kleine <a href="https://traubengucker.de/regionen/skal-weinbau-in-daenemark/">Dänemark</a> bringt es schätzungsweise nur auf 100 Hektar Weinanbaufläche und genau ein Qualitätsanbaugebiet. Und die Unterschiede zu vermeintlich aufkeimenden skandinavischen Weinnationen sind auf vielen Ebenen erheblich. So erfreuen sich viele belgische wie niederländische Winzerinnen und Winzer eines kalkhaltigen Bodens (unter anderem ein Grund, weshalb Chardonnay recht gut in Belgien funktioniert). Zudem lässt das &#8211; im Vergleich zu Dänemark oder Schweden &#8211; doch recht milde Wetter auch den Anbau von traditionellen Sorten wie Riesling, Müller-Thurgau oder Auxerrois zu. In Skandinavien, dem nördlichen Polen oder den vielen Landwein-Gebieten Norddeutschlands wird in der Regel im großen Stil auf klimabeständige PiWi-Sorten wie Solaris, Johanniter oder Regent gesetzt. Den Test der Zeit müssen diese jungen Neukreuzungen aber erst noch bestehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber Maas-Riesling statt eine Maß Bier</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1024x1024.jpeg" alt="Der Riesling vom Wijngoed Thorn aus Maasvallei." class="wp-image-1643" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Maas halten lautet das Motto: Der Riesling vom Wijngoed Thorn aus dem Limburger Maasvallei.</figcaption></figure>



<p>Kommen wir aber nun nach der grauen bzw. orangenen Theorie zum belohnenden Praxis-Teil. Wie schon im ersten Absatz angedeutet, habe ich mir zwei niederländische Weine in die Küche gestellt (und geöffnet).</p>



<p>Ich beginne mit einem Maas-Riesling (keiner Maß Riesling!) vom Weingut Thorn aus der Maasvallei in Limburg, welche grob zwischen Maastricht und Mönchengladbach liegt. Passend zu den olympischen Winterspielen, die nebenan im Fernseher laufen, strahlt mich hier ein sattes Goldgelb an. In der Nase macht sich sofort ein Bienenwachs-Aroma breit, das in reifen Pfirsich übergeht. Am Gaumen dann volle Lotte Grüner-Apfelaromen, später – und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Abgang ist beachtlich – wieder Bienenwachs. Erinnert mich von der Stilistik her etwas an die Rieslinge vom nördlichen <a href="https://traubengucker.de/regionen/weine-aus-dem-siebengebirge/">Mittelrhein</a> – so weit sind wir geografisch ja auch nicht auseinander. Ein beachtlicher Riesling, der an Fülle und Aroma wenig zu wünschen übrig lässt. Filigran oder gar lichtfüßig ist er nicht, aber insofern bleiben wir im Bild: eher Holz- als Ballettschuh.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Caipi auf Niederländisch</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1024x1024.jpeg" alt="Der Rivaner vom Weingut Hoeve Nekum aus Mergelland auf dem Küchentisch." class="wp-image-1660" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Oberste Regel bei Weinen aus Holland: Immer eine Vase Tulpen mit auf den Tisch stellen.</figcaption></figure>



<p>Kommen wir zu unserem zweiten Holländer: der Rivaner (also Müller-Thurgau) vom Weingut Hoeve Nekum aus dem anderen Qualitätsanbaugebiet Mergelland, das östlich von Maastricht beginnt und sich bis knapp vor die Tore Aachens erstreckt (oder wie wir frankophile Weinfreunde zu sagen pflegen: Aix-la-Chapelle). Farblich weniger intensiv als der Riesling von Thorn, dafür schon fast mit Grünstich. Und in der Nase bestätigt sich dies prompt: Limette trifft auf grünen Apfel, dazu eine Prise Muskatnuss. Am Gaumen öffnet sich dann vorsichtig ein Honigglas, das – gepaart mit der Limette – fast schon für Caipi-Stimmung mitten im tristen Februar sorgt. Wir haben hier einen vollmundigen Wein vor der Nase, der zwar Rivaner-typisch säurearm daherkommt, durch seine grüne Fruchtaromatik aber dennoch einen vitalen Frische-Kick hinten ans Zäpfchen hämmert. Auch dieser Wein aus den Niederlanden überrascht &#8230; positiv.</p>



<p>Selbst wenn diese – zugegebenermaßen beschränkte Weinauswahl – niemals stellvertretend für die Weine aus den Niederlanden a priori stehen soll, ziehe ich dennoch ein höchst erfreuliches Fazit und freue mich auf mehr. Sowohl mit dem Riesling als auch mit dem Rivaner hatte ich zwei vollmundige Tropfen im Glas, die nicht nur – mehr oder weniger – typisch die jeweilige Rebsorte abbildeten (der Riesling etwas mehr als der Rivaner), sondern darüber hinaus im Gesamtbild überzeugten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Landweinpläne und letzte Pointe</h2>



<p>Der nächste logische Schritt wäre sicherlich die Verköstigung niederländischer Landweine sowie ein umfangreicherer Deep Dive in Sachen Weine aus der Maasvallei und Mergelland. Die Verlockung, vor Ort zu einer großen Portion Pommes ein belgisches Trappistenbier zu bestellen, ist allerdings nicht gering. </p>



<p>Und hier nun noch der Kalauer, den ich mir bis zum Schluss aufgehoben habe: Wie nennt man in Holland maischevergorenen Weißwein aus Quevris? Richtig: Oranje Wein. Tot ziens!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/heiliger-holzschuh-wein-aus-holland/">Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Cool Climate Down Under: Australische Weißweine unter der Lupe</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2026 16:54:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Denk ich an Deutschland … denk ich an Heinrich Heine.Denk ich an Australien … zunächst an rote Weine.﻿ … joa, ein einigermaßen kultivierter Einstieg ins neue Jahr. Während wir uns gerade mit Wärm- und Rotweinflasche durch die kalten Nächte bibbern, sieht es auf der südlichen Erdhalbkugel genau anders aus. In Australien etwa dürfte man bei Temperaturen um die 38 Grad Celsius am Strand eher in Richtung gekühltem Weißwein schielen. Was viele hierzulande oft überrascht: Auch in Down Under verfügt man über ausgewiesene Cool-Climate-Zonen, die ideal für weiße Rebsorten wie Riesling sind. Wer Australien also nur mit schwerem Shiraz aus Barossa Valley verbindet, hat eine echte Bildungslücke (die sich bei mir aber auch erst nach meiner WSET2-Ausbildung schloss). Nun finden wir selbst in gut aufgestellten Weinläden von Flensburg bis Füssen im Australien-Regal überwiegend rote Weine und hie und da maximal mal einen oft ebenso wuchtigen Chardonnay, der nicht nur im Holz lag, sondern ausgiebig darin badete. Mein Glück ist, dass ich einen reisefreudigen Schwager habe, der um meine Weinleidenschaft nicht nur weiß, sondern auch höflichst vorher fragt, was dem Herrn denn so beliebe. Zudem ist er Ingenieur und entsprechend erfindungsreich und gut darin, möglichst viele Flaschen in seinem kleinen Trolley zu verstauen – beneidenswert, wenn man, wie ich, schon mit der kleidungstechnischen Grundausstattung für ein Wochenende am Main an seine Grenzen kommt.  Nicht gebeutelt von Känguru-Hitze: Kühle Weißweine aus dem modernen Australien Aber kommen wir zurück zum Thema. Australien baut rund 55 Prozent rote Rebsorten an. Satte 45 Prozent entfallen auf weiße Rebsorten. Unangefochtene Nummer 1 bei Weißweinen ist Chardonnay. Die Sorte nimmt rund 18 Prozent der Anbaufläche ein und ist damit die zweithäufigste Rebsorte des Kontinents nach Shiraz. Es folgen Sémillon, bekannt aus dem Bordeaux, und Sauvignon Blanc, bekannt von der Loire. Letztere erlebt weiter östlich in Neuseeland gerade ihren zweiten Frühling. Um nun aber nochmals auf den weiter oben bereits angesprochenen Riesling zurückzukommen, geht es nach Südaustralien: Dort liegen die beiden Cool-Climate-Zonen Clare Valley und Eden Valley. Diese beiden Riesling-Anbaugebiete liegen nördlich der Stadt Adelaide. In Clare Valley dominieren kalkhaltige Terra-rossa-Böden. Vom südlich gelegenen Spencer Golf ziehen kühle Winde, teilweise mit antarktischer Frische, vom Meer durch die Weinreben, die teilweise auf 400 bis 500 Metern Höhe wachsen. Riesling mit Rheingau-Gefühl Stellvertretend für Clare Valley habe ich den Riesling „Traditionale“ von Pikes aus den Ausläufern der Mount Lofty Ranges, einer Bergkette, im Glas (Jahrgang 2024). Dieser Riesling hat einen derart schlanken Körper, dass er auch durch jedes Heizungsrohr gepasst hätte – kommt aber aus dem Stahltank. Will sagen: Hier haben wir einen Wein mit straffer Säure, einem Hauch Limette und wunderbar rauchiger Note im Glas, der quasi nach Austern und Meeresfrüchten schreit (der Fischkopf auf dem Etikett gibt also schon die Richtung vor). Von der Stilistik her, denke ich hier spontan an den Rheingau. Niemals wäre mir bei einer Blindverkostung Australien in den Kopf gekommen.Gleichzeitig ist dies, durch die europäische Brille betrachtet, aber auch sein Problem: Für diesen Wein, so gefällig er auch sein mag, muss man nicht bis ans andere Ende der Welt reisen. Es reicht die RB10 ab Wiesbaden Hauptbahnhof in Richtung Koblenz. Die Söhne von Eden machen von sich Reden Etwas südlicher, direkt neben dem Barossa Valley, liegt Eden Valley. Auch hier hängen die Trauben hoch. Höhenunterschiede von bis zu 500 Metern zeigen, warum in diesen Lagen Riesling gedeiht. In den tiefer gelegenen Bereichen, wie dem Barossa Valley, wächst hingegen Shiraz. Das Weingut Sons of Eden produziert hier in Eden Valley unter anderem Riesling &#8211; und was für einen. Der „Freya“, benannt nach der nordischen Liebesgöttin, hat im direkten Vergleich zum Pikes-Riesling zwar weniger Rauch und Mineralik in der Nase, dafür aber bereits jetzt – wir haben den Jahrgang 2025 im Glas (die Weinlese findet hier im Frühjahr statt) – Anklänge von Petrol. Zudem zeichnet er sich durch eine feine Gelbfruchtigkeit aus, welche sicherlich auch der längeren kühlen Gärung geschuldet sein wird. Im Anschluss lässt das Weingut die Jungweine noch vier Monate auf der Hefe ruhen. Alles in allem gute Argumente, den 25er-Jahrgang noch das ein oder andere Jahr im Keller nachreifen zu lassen. Eine sachte Honignote im Nachhall sorgt allerdings wiederum dafür, dass die zweite Flasche doch schon gleich im Anschluss geöffnet werden soll. Ach so, wir haben nur eine? Hm, schade … Werther’s Echte im Glas – aber bitte mit Säure Riesling, Grauburgunder, Sauvignon Blanc und Chardonnay wachsen auch weiter südlich in den Adelaide Hills – ein relativ kühles Klima und viel Wald machen’s möglich. Sogar Schaumweine erhalten hier ihr notwendiges Säuregerüst. Im Winter, also wenn es bei uns Sommer ist, kann es für australische Verhältnisse recht viel regnen (also wie bei uns im Sommer). Und so ist etwa der Chardonnay vom Weingut Acmé einerseits ein typischer Vertreter seiner Zunft, weil er  – im Holz ausgebaut – mit Vanille- und Karamell-Noten nicht nur nicht geizt, sondern auch Werther’s Echten schon Konkurrenz macht. Andererseits ist er von der Haptik her keine fette Chardonnay-Bombe. Er verfügt über einen maximal mittelschweren Körper bei nicht fehlender Säure &#8211; hier schmeckt man das kühlere Klima deutlich. Und apropos Chardonnay: Hervorragende Bedingungen für burgundische Rebsorten finden Winzerinnen und Winzer im Weinstaat Victoria, allen voran im Yarra Valley um und bei Melbourne. Hier sind Pinot noir und Chardonnay die Stars. In den 1980er-Jahren gründete die französische Luxusmarke Moët &#38; Chandon hier ihren Ableger Domaine Chandon und produziert seit ehedem dort australische Schaumweine auf Spitzenniveau. Das prickelt! Australien und Austria liegen auf Tasmanien dicht beieinander Schauen wir noch kurz, dass keine Haie in Sichtweite sind, und schwimmen rasch rüber nach Tasmanien. Die Insel vor der Südküste des Kontinents bietet grundsätzlich beste Bedingungen für Rebsorten, die ein kühleres Klima brauchen. Geografisch liegt Tasmanien etwa auf Höhe von Neuseelands Südinsel und ist auch ein fruchtbarer Boden für Schaumweine: Pinot noir und Chardonnay zählen hier folgerichtig zu den wichtigsten Sorten. Sogar das wichtigste Weingut des Landes, Penfolds, baut immer mehr Chardonnay auf Tasmanien an.  Entsprechend sind die Weine leichter und frischer als die Konkurrenz vom Festland. Interessanterweise hat mir mein Schwager das genau Gegenteil mitgebracht. Achtung, jetzt kommt’s: einen Grünen Veltliner vom Weingut Sinapius, dessen Trauben zur Hälfte im Eichenfass ausgebaut wurden und der die malolaktische Gärung durchlaufen hat (die straffe Äpfelsäure wird in Milchsäure umgewandelt). In Österreich hätte ein solcher Wein den Hinweis „Reserve“ auf dem Etikett. Diese Vorwarnung hatte ich nicht …Auf ein typisches „Pfefferl“ eingestellt, hatte ich einen Wein von mittlerem Körper und deutlichem Vanille-Aroma im Glas. Dennoch: Trotz des wunderbaren Schmelzes im Nachhall, verfügte dieser Grüne Veltliner noch immer über eine vitale Frische und leichte Kräuternote, die ihn so wiederum von einem typischen fetten Aussie-Chardonnay unterscheidet. Eine echt spannende Überraschung und gleichzeitig ein Gaumenschmeichler. Wenn Tasmanien jetzt noch Mozartkugeln herstellt, wird’s aber langsam unheimlich.  Spät gelesen, früh begeistert: Tasmanischer Riesling zum Finale Unheimlich interessant soll auch der lukullische Abschluss dieser australischen Weißweinreise werden. Die Trauben für den Riesling vom tasmanischen Weingut Mewstone wurden erst Ende April gelesen. Anschließend erfolgte die Verarbeitung per Ganztraubenpressung – bei Riesling nicht ungewöhnlich.  Die Stängel und Stiele fungieren als sperriges Netz. So werden die Traubenkerne beim Pressen nicht aufgebrochen und Bitterstoffe gelangen nicht in den Wein. Die Spontanvergärung findet ganz gemächlich in alten Holzfässern statt. Und das merkt man sofort: Wir haben einen kräftigen Wein im Glas, der von der Konstruktion her an ein deutsches Großes Gewächs erinnert. In der Nase macht sich zugleich eine buttrige Note breit, dazu Dill und Gurke. Am Gaumen präsentiert sich ein ausbalancierter Wein von mittlerem Körper. Gut eingebundenes Holz und eine vitale Säure machen Lust auf einen zweiten Schluck. Im langen Nachhall klopft noch kurz der Honigtopf hinten ans Zäpfchen. Bei diesem Wein stimmt einfach alles. In seinem Online-Shop bietet Mewstone den Wein für 60 australische Dollar, umgerechnet rund 34 Euro, an &#8211; für dieses Geschmackserlebnis fast schon ein Schnäppchen. Zum Ende unseres Weißweinexkurses nach Down Under sei noch erwähnt, dass auch Marsanne, Chenin Blanc, Rousanne, Viognier sowie Gewürztraminer unter australischen Winzerinnen und Winzern eine feste Größe sind. Letzterer ist besonders im Zusammenhang mit der buchstäblich naheliegenden asiatischen Küche in halbtrockener Form (ab und an auch mit Riesling verschnitten) eine populäre und bestens funktionierende Weinbegleitung. Zwischen Eukalyptus und Schiefer Ganz ohne lange Flugstrecken mit Thrombosestrümpfen und handtellergroßen Spinnen endet hier unser Australien-Trip. Und klar, geneigte Wein-Fans in Oslo, Madrid oder London würden ihre Rieslinge sicherlich auch in zwanzig Jahren noch aus dem Rheingau, von der Mosel oder aus dem Elsass beziehen. Andersherum haben Weinfreunde in Sydney, Canberra oder Melbourne ihren Garten Eden auch direkt vor der Tür. Und ob wir bei einem Blind-Tasting (gute Idee!) Elsass und Eden Valley spontan hätten unterscheiden können, steht auch auf einem anderen Eukalyptus-Blatt.Um also mit einem leicht abgewandelten Zitat von Andi Möller zu enden: Mosel oder Melbourne – Hauptsache Riesling.  </p>
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<p id="block-7c43e50f-5ddc-4bf8-9d70-cb74df6be205"><strong><br>Denk ich an Deutschland … denk ich an Heinrich Heine.<br>Denk ich an Australien … zunächst an rote Weine.</strong><br>﻿</p>
</blockquote>



<p id="block-6974d4d7-c951-4184-8dff-4d4db3e97888">… joa, ein einigermaßen kultivierter Einstieg ins neue Jahr. Während wir uns gerade mit Wärm- und Rotweinflasche durch die kalten Nächte bibbern, sieht es auf der südlichen Erdhalbkugel genau anders aus. In Australien etwa dürfte man bei Temperaturen um die 38 Grad Celsius am Strand eher in Richtung gekühltem Weißwein schielen. Was viele hierzulande oft überrascht: Auch in Down Under verfügt man über ausgewiesene Cool-Climate-Zonen, die ideal für weiße Rebsorten wie Riesling sind. Wer Australien also nur mit schwerem Shiraz aus Barossa Valley verbindet, hat eine echte Bildungslücke (die sich bei mir aber auch erst nach meiner WSET2-Ausbildung schloss).</p>



<p id="block-f061c307-db30-4f68-887a-68250a8930c6">Nun finden wir selbst in gut aufgestellten Weinläden von Flensburg bis Füssen im Australien-Regal überwiegend rote Weine und hie und da maximal mal einen oft ebenso wuchtigen Chardonnay, der nicht nur im Holz lag, sondern ausgiebig darin badete. Mein Glück ist, dass ich einen reisefreudigen Schwager habe, der um meine Weinleidenschaft nicht nur weiß, sondern auch höflichst vorher fragt, was dem Herrn denn so beliebe. Zudem ist er Ingenieur und entsprechend erfindungsreich und gut darin, möglichst viele Flaschen in seinem kleinen Trolley zu verstauen – beneidenswert, wenn man, wie ich, schon mit der kleidungstechnischen Grundausstattung für ein Wochenende am Main an seine Grenzen kommt. </p>



<figure class="wp-block-image" id="block-ca318332-a337-424a-a234-dfbeaa8edf1c"><img decoding="async" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/7840dbf7-8a46-4656-9dea-e59468e9a00d-1024x1024.jpeg" alt="Australische Verhältnisse: Zwei Kängurus in freier Wildbahn gucken in die Kamera. (Copyright: Fabian Laukotka)"/><figcaption class="wp-element-caption">Boxtraining im Busch – mit diesen Typen legt man sich besser nicht an. (Copyright: Fabian Laukotka)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-9ff9a3a4-f5fc-401f-a258-abc2a90975b9">Nicht gebeutelt von Känguru-Hitze: Kühle Weißweine aus dem modernen Australien</h2>



<p id="block-e1e83f07-be23-438f-8c0f-658a8cbe09f1">Aber kommen wir zurück zum Thema. Australien baut rund 55 Prozent rote Rebsorten an. Satte 45 Prozent entfallen auf weiße Rebsorten. Unangefochtene Nummer 1 bei Weißweinen ist Chardonnay. Die Sorte nimmt rund 18 Prozent der Anbaufläche ein und ist damit die zweithäufigste Rebsorte des Kontinents nach Shiraz. Es folgen Sémillon, bekannt aus dem Bordeaux, und Sauvignon Blanc, bekannt von der Loire. Letztere erlebt weiter östlich in Neuseeland gerade ihren zweiten Frühling.</p>



<p id="block-cd748054-13da-421a-b94a-4f6373af10ab">Um nun aber nochmals auf den weiter oben bereits angesprochenen <a href="https://traubengucker.de/regionen/weine-aus-dem-siebengebirge/">Riesling</a> zurückzukommen, geht es nach Südaustralien: Dort liegen die beiden Cool-Climate-Zonen Clare Valley und Eden Valley. Diese beiden Riesling-Anbaugebiete liegen nördlich der Stadt Adelaide. In Clare Valley dominieren kalkhaltige Terra-rossa-Böden. Vom südlich gelegenen Spencer Golf ziehen kühle Winde, teilweise mit antarktischer Frische, vom Meer durch die Weinreben, die teilweise auf 400 bis 500 Metern Höhe wachsen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-452aa322-ba83-42c9-aa32-0334b8dbb0cc">Riesling mit Rheingau-Gefühl</h2>



<figure class="wp-block-image" id="block-2bd56baa-2d31-44d3-b483-26dc26db1037"><img decoding="async" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_2565-1024x1024.jpeg" alt="Der &quot;Freya&quot; von &quot;Sons of Eden&quot; aus dem Eden Valley und der Riesling von &quot;Mikes&quot; aus dem Clare Valley auf dem Küchentisch."/><figcaption class="wp-element-caption">Eden Valley und Clare Valley liegen dicht beieinander (Achtung: Serviervorschlag)</figcaption></figure>



<p id="block-6dbd865e-5d80-482b-90d5-bd18ed819254">Stellvertretend für Clare Valley habe ich den Riesling „Traditionale“ von <a href="https://pikeswines.com.au/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pikes</a> aus den Ausläufern der Mount Lofty Ranges, einer Bergkette, im Glas (Jahrgang 2024). Dieser Riesling hat einen derart schlanken Körper, dass er auch durch jedes Heizungsrohr gepasst hätte – kommt aber aus dem Stahltank. Will sagen: Hier haben wir einen Wein mit straffer Säure, einem Hauch Limette und wunderbar rauchiger Note im Glas, der quasi nach Austern und Meeresfrüchten schreit (der Fischkopf auf dem Etikett gibt also schon die Richtung vor). Von der Stilistik her, denke ich hier spontan an den Rheingau. Niemals wäre mir bei einer Blindverkostung Australien in den Kopf gekommen.<br>Gleichzeitig ist dies, durch die europäische Brille betrachtet, aber auch sein Problem: Für diesen Wein, so gefällig er auch sein mag, muss man nicht bis ans andere Ende der Welt reisen. Es reicht die RB10 ab Wiesbaden Hauptbahnhof in Richtung Koblenz.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-d70195ff-b48c-48c9-b082-f4259e11c512">Die Söhne von Eden machen von sich Reden</h2>



<p id="block-19548788-d105-4325-81f2-4ca8e3f68041">Etwas südlicher, direkt neben dem Barossa Valley, liegt Eden Valley. Auch hier hängen die Trauben hoch. Höhenunterschiede von bis zu 500 Metern zeigen, warum in diesen Lagen Riesling gedeiht. In den tiefer gelegenen Bereichen, wie dem Barossa Valley, wächst hingegen Shiraz.</p>



<p id="block-1a701221-cc36-47ec-9bb7-426d6e5ec0d8">Das Weingut <a href="https://sonsofeden.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sons of Eden</a> produziert hier in Eden Valley unter anderem Riesling &#8211; und was für einen. Der „Freya“, benannt nach der nordischen Liebesgöttin, hat im direkten Vergleich zum Pikes-Riesling zwar weniger Rauch und Mineralik in der Nase, dafür aber bereits jetzt – wir haben den Jahrgang 2025 im Glas (die Weinlese findet hier im Frühjahr statt) – Anklänge von Petrol. Zudem zeichnet er sich durch eine feine Gelbfruchtigkeit aus, welche sicherlich auch der längeren kühlen Gärung geschuldet sein wird. Im Anschluss lässt das Weingut die Jungweine noch vier Monate auf der Hefe ruhen. Alles in allem gute Argumente, den 25er-Jahrgang noch das ein oder andere Jahr im Keller nachreifen zu lassen. Eine sachte Honignote im Nachhall sorgt allerdings wiederum dafür, dass die zweite Flasche doch schon gleich im Anschluss geöffnet werden soll. Ach so, wir haben nur eine? Hm, schade …</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-e06a1922-23e4-470a-8c4e-96eeb28815b6">Werther’s Echte im Glas – aber bitte mit Säure</h2>



<p id="block-ca44e712-0747-41ea-8c37-e977c44b008d">Riesling, Grauburgunder, Sauvignon Blanc und Chardonnay wachsen auch weiter südlich in den Adelaide Hills – ein relativ kühles Klima und viel Wald machen’s möglich. Sogar Schaumweine erhalten hier ihr notwendiges Säuregerüst. Im Winter, also wenn es bei uns Sommer ist, kann es für australische Verhältnisse recht viel regnen (also wie bei uns im Sommer).</p>



<p id="block-1471d655-03c1-4d6f-b2ad-3cb9df1b8c51">Und so ist etwa der Chardonnay vom Weingut <a href="https://acmevineyards.com.au" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Acmé</a> einerseits ein typischer Vertreter seiner Zunft, weil er  – im Holz ausgebaut – mit Vanille- und Karamell-Noten nicht nur nicht geizt, sondern auch Werther’s Echten schon Konkurrenz macht. Andererseits ist er von der Haptik her keine fette Chardonnay-Bombe. Er verfügt über einen maximal mittelschweren Körper bei nicht fehlender Säure &#8211; hier schmeckt man das kühlere Klima deutlich.</p>



<p id="block-81f85d79-0048-44c0-834d-bb0b5c8ebbde">Und apropos Chardonnay: Hervorragende Bedingungen für burgundische Rebsorten finden Winzerinnen und Winzer im Weinstaat Victoria, allen voran im Yarra Valley um und bei Melbourne. Hier sind Pinot noir und Chardonnay die Stars. In den 1980er-Jahren gründete die französische Luxusmarke <a href="https://www.moet.com/de-de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moët &amp; Chandon</a> hier ihren Ableger Domaine Chandon und produziert seit ehedem dort australische Schaumweine auf Spitzenniveau. Das prickelt!</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-dec56129-791d-4d6e-b7b3-7315cbf10172">Australien und Austria liegen auf Tasmanien dicht beieinander</h2>



<figure class="wp-block-image" id="block-a4c2e0bd-14ac-48aa-8e47-f5caaa75403d"><img decoding="async" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_2329-1024x1024.jpeg" alt="Der Grüne Veltliner vom Weingut Sinapius aus Tasmanien."/><figcaption class="wp-element-caption">Ein weitgereister Gast am Esstisch: Der Grüne Veltliner vom Weingut Sinapius aus Tasmanien</figcaption></figure>



<p id="block-0a5f6d5d-eadc-45a9-9609-054417504627">Schauen wir noch kurz, dass keine Haie in Sichtweite sind, und schwimmen rasch rüber nach Tasmanien. Die Insel vor der Südküste des Kontinents bietet grundsätzlich beste Bedingungen für Rebsorten, die ein kühleres Klima brauchen. Geografisch liegt Tasmanien etwa auf Höhe von Neuseelands Südinsel und ist auch ein fruchtbarer Boden für Schaumweine: Pinot noir und Chardonnay zählen hier folgerichtig zu den wichtigsten Sorten. Sogar das wichtigste Weingut des Landes, <a href="https://www.penfolds.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Penfolds</a>, baut immer mehr Chardonnay auf Tasmanien an. </p>



<p id="block-354f8f8d-31f1-4f3c-b1a2-d641f025843c">Entsprechend sind die Weine leichter und frischer als die Konkurrenz vom Festland. Interessanterweise hat mir mein Schwager das genau Gegenteil mitgebracht. Achtung, jetzt kommt’s: einen Grünen Veltliner vom Weingut <a href="https://sinapius.com.au" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sinapius</a>, dessen Trauben zur Hälfte im Eichenfass ausgebaut wurden und der die malolaktische Gärung durchlaufen hat (die straffe Äpfelsäure wird in Milchsäure umgewandelt). In Österreich hätte ein solcher Wein den Hinweis „Reserve“ auf dem Etikett. Diese Vorwarnung hatte ich nicht …<br>Auf ein typisches „Pfefferl“ eingestellt, hatte ich einen Wein von mittlerem Körper und deutlichem Vanille-Aroma im Glas. Dennoch: Trotz des wunderbaren Schmelzes im Nachhall, verfügte dieser Grüne Veltliner noch immer über eine vitale Frische und leichte Kräuternote, die ihn so wiederum von einem typischen fetten Aussie-Chardonnay unterscheidet. Eine echt spannende Überraschung und gleichzeitig ein Gaumenschmeichler. Wenn Tasmanien jetzt noch Mozartkugeln herstellt, wird’s aber langsam unheimlich. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-c478d9a4-77cd-4d58-881b-1d4d9691c4d6">Spät gelesen, früh begeistert: Tasmanischer Riesling zum Finale</h2>



<figure class="wp-block-image" id="block-09722d35-c589-4deb-ad74-f2f7c1f17b36"><img decoding="async" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2609-1024x1024.jpeg" alt="Australische Buddys: Der Riesling von Mewstone und der Chardonnay von Acmé auf einem Tisch."/><figcaption class="wp-element-caption">Beeren statt Böller: Silvester mit dem Riesling von Mewstone und dem Chardonnay von Acmé. Das knallt!</figcaption></figure>



<p id="block-0c834c89-041a-46d2-8f8e-f33adfa9ae93">Unheimlich interessant soll auch der lukullische Abschluss dieser australischen Weißweinreise werden. Die Trauben für den Riesling vom tasmanischen Weingut <a href="https://www.mewstonewines.com.au" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mewstone</a> wurden erst Ende April gelesen. Anschließend erfolgte die Verarbeitung per Ganztraubenpressung – bei Riesling nicht ungewöhnlich.  Die Stängel und Stiele fungieren als sperriges Netz. So werden die Traubenkerne beim Pressen nicht aufgebrochen und Bitterstoffe gelangen nicht in den Wein.</p>



<p id="block-da33a7ee-32a2-4f29-a138-a235930e4e78">Die Spontanvergärung findet ganz gemächlich in alten Holzfässern statt. Und das merkt man sofort: Wir haben einen kräftigen Wein im Glas, der von der Konstruktion her an ein deutsches Großes Gewächs erinnert. In der Nase macht sich zugleich eine buttrige Note breit, dazu Dill und Gurke. Am Gaumen präsentiert sich ein ausbalancierter Wein von mittlerem Körper. Gut eingebundenes Holz und eine vitale Säure machen Lust auf einen zweiten Schluck. Im langen Nachhall klopft noch kurz der Honigtopf hinten ans Zäpfchen. Bei diesem Wein stimmt einfach alles. In seinem Online-Shop bietet Mewstone den Wein für 60 australische Dollar, umgerechnet rund 34 Euro, an &#8211; für dieses Geschmackserlebnis fast schon ein Schnäppchen.</p>



<figure class="wp-block-image" id="block-cbe868be-69ec-4486-beb1-595e9f0e2642"><img decoding="async" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/01/Bild-05.01.26-um-16.33-1024x1024.jpeg" alt="Grüne Landschaft auf Tasmanien. (Copyright: Torben Deutschmann)"/><figcaption class="wp-element-caption">Tasmanische Träume – sehr viel grüner ist es zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues auch nicht. (Copyright: Torben Deutschmann)</figcaption></figure>



<p id="block-4810bab0-d220-49f3-a5a5-8de09ef9c7a0">Zum Ende unseres Weißweinexkurses nach Down Under sei noch erwähnt, dass auch Marsanne, Chenin Blanc, Rousanne, Viognier sowie Gewürztraminer unter australischen Winzerinnen und Winzern eine feste Größe sind. Letzterer ist besonders im Zusammenhang mit der buchstäblich naheliegenden asiatischen Küche in halbtrockener Form (ab und an auch mit Riesling verschnitten) eine populäre und bestens funktionierende Weinbegleitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-494ba748-0ded-480d-9224-aa992001cdec">Zwischen Eukalyptus und Schiefer</h2>



<p id="block-51e802e4-cc6d-443f-8bb1-8b2bf2a9c6e7">Ganz ohne lange Flugstrecken mit Thrombosestrümpfen und handtellergroßen Spinnen endet hier unser Australien-Trip. Und klar, geneigte Wein-Fans in Oslo, Madrid oder London würden ihre Rieslinge sicherlich auch in zwanzig Jahren noch aus dem Rheingau, von der Mosel oder aus dem Elsass beziehen. Andersherum haben Weinfreunde in Sydney, Canberra oder Melbourne ihren Garten Eden auch direkt vor der Tür. Und ob wir bei einem Blind-Tasting (gute Idee!) Elsass und Eden Valley spontan hätten unterscheiden können, steht auch auf einem anderen Eukalyptus-Blatt.<br>Um also mit einem leicht abgewandelten Zitat von Andi Möller zu enden: Mosel oder Melbourne – Hauptsache Riesling.  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/cool-climate-down-under-australische-weissweine-unter-der-lupe/">Cool Climate Down Under: Australische Weißweine unter der Lupe</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2025 12:12:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&#160; Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse! Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre VDP.Große Lage wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&#160; „Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein) Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden. Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&#160; Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges! Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer. &#160;Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das Bürgerspital diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&#160; Einer, der nach Einersheim fährt Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren. Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische Weingut Gamm auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte! Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin Rotling hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann. Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga? Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen). Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer). Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von Rainer Sauer kleben.&#160; Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag. Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig. Nach Nordheim auf die Weininsel Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung. Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die Dorfbäckerei Weinhöfle vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der Terroir f Aussichtsplattform auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen). Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).Die hiesige Winzergenossenschaft kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&#160; Voll karacho nach Volkach&#160; Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&#160; Apropos: In Volkach selbst steht das „Haus der Quitte“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt. Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&#160; Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim Weingut Zur Schwane gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert. Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „Der Bocksbeutel“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans) Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&#160; Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>
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<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&nbsp;</p>



<p>Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg" alt="Gemüsestände auf dem Würzburger Marktplatz" class="wp-image-1069" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier gibt es nicht nur Spargel zum Silvaner zu kaufen: Der Marktplatz in Würzburgs Altstadt ist Dreh- und Angelpunkt für Connoisseure.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht</strong></h2>



<p>Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre <a href="https://www.vdp.de/de/die-weine/weinbergonline/region/franken">VDP.Große Lage</a> wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein)</p>
</blockquote>



<p>Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden.</p>



<p>Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf den Randersackerer Teufelskeller." class="wp-image-1048" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bocksbeutel für den Beelzebub: der Randersackerer Teufelskeller.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges!</strong></h2>



<p>Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer.</p>



<p>&nbsp;<br>Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinshop/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPyGUf5OqBA2Yldv9oisTwRLg&amp;gclid=Cj0KCQjwoZbBBhDCARIsAOqMEZXgHq0Rxu5WOJsJxZBgFGWS8jv_PYenTzPerdTnggv6Q4RPLdt535waAsqMEALw_wcB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspital</a> diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einer, der nach Einersheim fährt</strong></h2>



<p>Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Markt Einersheim" class="wp-image-1050" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Fuße des Steigerwalds liegen die Weinberge Markt Einersheims auf Gipskeuper-Böden.</figcaption></figure>



<p>Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische <a href="https://www.weingut-gamm.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Gamm</a> auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte!</p>



<p>Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling</a> hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga</strong>?</h2>



<p>Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen).</p>



<p>Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf Escherndorf" class="wp-image-1044" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der kürzeste Weg ins Dorf ist nicht immer der sicherste. Die VDP.Erste Lage Escherndorfer Lump ist teilweise eine Steillage.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg" alt="Ein Schild im Weinberg, das zur Mäßigung aufruft." class="wp-image-1046" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wenige Schritte später wird man direkt zur Mäßigung aufgerufen.</figcaption></figure>



<p>Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von <a href="https://weingut-rainer-sauer.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Sauer</a> kleben.&nbsp;</p>



<p>Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag.</p>



<p>Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Bocksbeutelstraße&quot;" class="wp-image-1066" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Bocksbeutelstraße im fränkischen Escherndorf &#8211; Straße der Träume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg" alt="Ich trinke ein Glas im Weingut Sauer" class="wp-image-1042" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Bitte stören Sie den Künstler nicht bei der Arbeit.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nach Nordheim auf die Weininsel</strong></h2>



<p>Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung.</p>



<p>Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die <a href="https://www.weinschleifencafe.de/dorfbaeckerei.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dorfbäckerei Weinhöfle</a> vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der <a href="https://www.fraenkisches-weinland.de/poi/terroir_f-ein_magischer_ort_am-40703/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Terroir f Aussichtsplattform</a> auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg" alt="Die &quot;Frankonia&quot; auf dem Kreuzberg auf der Maininsel" class="wp-image-1041" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die fränkische Interpretation vom Sturm auf die Bastille: Statt &#8222;Marianne&#8220; thront &#8222;Frankonia&#8220; über dem Kreuzberg auf der Maininsel – mit Bocksbeutel statt Bajonett, logisch.</figcaption></figure>



<p>Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).<br>Die hiesige <a href="https://www.winzer-sommerach.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft</a> kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Zum Katzenkopf&quot;" class="wp-image-1065" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wäre in der fränkischen Monopoly-Ausgabe so eine Art Schlossallee.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Voll karacho nach Volkach&nbsp;</strong></h2>



<p>Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&nbsp;</p>



<p>Apropos: In Volkach selbst steht das „<a href="https://www.haus-der-quitte.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haus der Quitte</a>“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt.</p>



<p>Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&nbsp;</p>



<p>Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim <a href="https://www.schwane-weingut.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Zur Schwane</a> gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg" alt="Das GG &quot;Am Lumpen 1655&quot; von Schwane" class="wp-image-1064" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das GG &#8222;Am Lumpen 1655&#8220; von Schwane (die massive Speisekarte wiegt ähnlich viel wie die volle Flasche)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg" alt="Der Marktplatz in Volkach" class="wp-image-1040" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwischen Aperol, Stachelbeertorte und Rentnern auf E-Bikes: der Marktplatz in Volkach</figcaption></figure>



<p>Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „<a href="https://www.der-bocksbeutel.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Bocksbeutel</a>“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans)</strong></h2>



<p>Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/mainschleifenbahn-wird-reaktiviert-strecke-volkach-wuerzburg,USUhjwk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerische Rundfunk</a> berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&nbsp;</p>



<p>Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Einfach mal ausczechen: Weine aus Tschechien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 14:59:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diesen Monat melden wir uns aus einem Land, in dem Bier vielerorts günstiger ist als Wasser. Dabei gibt es zig Gründe, weshalb man in Tschechien auch am Wein nicht stur vorbeigehen sollte. Kleiner Spoiler: Auch der ist hier günstig. In der Tat ist Tschechien in erster Linie für seine Biere bekannt. Aussichtsreiche Lagen im Nordwesten an Elbe und Moldau sowie die fließende Grenze im südöstlichen Mähren zum österreichischen Weinviertel hin sind weinwirtschaftlich aber höchst interessant und lukrativ. Dabei liegt der Löwenanteil des ehemaligen tschechoslowakischen Weinbaus nun im Nachbarland: Nach der Spaltung des Landes 1993 sind zwei Drittel der Reben auf Grund und Boden der Slowakei geblieben. Wie in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks hat man sich auch in Böhmen und Mähren des schweren Korsetts des kommunistischen Rationalisierungsfetischs entledigt, und eine junge Generation von Winzern mischt den Laden erfrischend auf. In Sachen Wachstum scheint man die Spitze in den vergangenen Jahren aber erreicht gehabt zu haben: Der Öffentlich Rechtliche Rundfunk Tschechiens vermeldete erst kürzlich, dass sich die Gesamtrebfläche aktuell auf 17.300 Hektar beläuft; Tendenz sinkend. Tschechien: Pinot und Pan Tau Was den Rebsortenspiegel betrifft, trifft man bei den Weißweinsorten vor allem auf Müller-Thurgau, Riesling, Grüner Veltliner, Welschriesling, aber auch auf die Burgunder-Sorten Chardonnay sowie Weiß- und Grauburgunder. Und auch bei den Rotweinsorten spiegelt sich die geografische Nähe zu Deutschland, aber vor allem Österreich wider: Pinot noir, Blauer Portugieser, Zweigelt, Blaufränkisch, Sankt Laurent, aber auch Cabernet Sauvignon kommen hier in großer Regelmäßigkeit in die Flasche. Und selbstredend sind auch in Tschechien PiWi-Sorten, wie Johanniter, auf dem Vormarsch. Die Neukreuzung André hatten wir euch hier schon einmal genauer vorgestellt. Tschechiens Hauptstadt Prag selbst zählt sogar sechs Weinberge, die zusammen auf mutige 12 Hektar kommen (zum Vergleich: Wien bringt es auf knapp 700 Hektar). Auf einem davon sitzt das Weingut Vinařství Zilvar, dessen Weine in der – tschechischen – Weinfachpresse mehrmals mit Höchstbewertungen ausgezeichnet wurden. Nach einer zurückhaltend bis unfreundlichen Begrüßung im Verkostungsraum des Weinguts konnte zumindest der Riesling-Flight in Teilen überzeugen. Der 2021er Riesling aus der höchsten Lage &#8222;Amphitheater&#8220; präsentierte sich klar und beeindruckend: schlanker Körper, zitrische Aromen, dazu eine leichte Petrol-Note; abgerundet von einem Hauch Honig. Bei einem Preis von umgerechnet rund 20 Euro pro Flasche allerdings gerade für tschechische Verhältnisse kein Dienstagabend-Wein. Welcher Wein passt zu Knödeln? Aber auch Chardonnay aus Tschechien muss sich nicht vor seinen Verwandten aus Frankreich verstecken. Bei unserer Burgunder-Verköstigung schnitt vor allem der &#8222;CH&#8220;-Chardonnay von Arte Vini aus dem tschechisch-österreichischen Grenzgebiet (südlich von Brünn) gut ab. Mit subtilem Holzeinsatz bleibt er ein fein-zarter Tropfen, der als preiswerte Alternative zu Chablis in Erwägung zu ziehen ist. Etwas weiter östlich in Richtung slowakischer Grenze ist das Weingut Sedlák anzutreffen, dessen Grauburgunder die typische Pinot-Grigio-Stilistik aus Norditalien aufgreift – nicht spektakulär, aber authentisch und überzeugend: geradezu ideal für einen ersten Nachmittagsschoppen im Prager Frühling. In eine ähnliche Kerbe schlägt der Grüne Veltliner von Filip Mlýnek. Das Weingut in Mähren, das nur einen Steinwurf vom niederösterreichischen Weinviertel entfernt liegt, zaubert auch das obligatorische &#8222;Pfefferl&#8220; ins Glas. Bei guten zehn Euro für die Flasche befinden wir uns hier aber auch schon fast im oberen Bereich der Veltliner-Skala. Zu deftigen Fleischgerichten mit böhmischen Knödeln ist Grüner Veltliner (neben Schaumwein) aber – wenn es denn Weißwein sein muss – der Wein der Wahl. Sehr zu empfehlen ist für ein paar Cent beziehungsweise Kronen weniger Mlýneks Welschriesling: floral wie ein Blumenladen, etwas kandierte Früchte und Pfirsich bei insgesamt strafferer Säure als ein Müller-Thurgau. Der bringt an und Pfirsich richtig Spaß! Wer es prickelnd mag, kommt um Tschechiens meistgetrunkenem Schaumwein &#8222;Bohemia Sekt&#8220; nicht vorbei. Erst ab dem &#8222;Prestige&#8220; kommt man hier jedoch in den Genuss einer traditionellen Flaschengärung. Rosés führen hier vielerorts noch die Bezeichnung Klaret. Warum an Prager Haustüren zwei Nummern prangen Und dann gibt es noch die Geschichte zu Prags erster Weinstube &#8222;Zum grünen Frosch&#8220;. Sie wurde nachweislich erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwähnt. Der Name stammt aus einer Zeit, in der sich die Prager noch nicht an Hausnummern, sondern an Wappentieren über dem Eingang orientiert haben (&#8222;Zur goldenen Kanne&#8220;, &#8222;Zu den drei Geigen&#8220; &#8230;). Interessanterweise prangen an Tschechiens Eingangstüren heute zusätzlich zwei Nummern: die Orientierungsnummer, quasi die typische Hausnummer, wie wir sie kennen. Auf einem roten Emailschild ist zudem die sogenannte Konskriptionsnummer festgehalten. Dies ist ein Nummernsystem, welches von der Habsburger-Monarchie im 18. Jahrhundert eingeführt wurde und – grob verkürzt – die Reihenfolge der Errichtung der jeweiligen Häuser anzeigt. Bis heute in Karlsbad, Pilsen, Prag und Co. eine gebräuchliche Größe für Behörden. Aber zurück zum grünen Frosch, dessen Geschichte der tschechische Schriftsteller František Nepil aufgeschrieben hat. Die Weinstube hatte, neben nur einer weiteren in der Altstadt, eine Lizenz zum Ausschank ausländischer Weine. Wahrscheinlich war dies der Grund, dass es sich der Henker Jan Mydlář nach seinem Hinrichtungsmarathon (27 Köpfe an einem Tag!) hier abends gutgehen ließ und einfach mal auf Durchzug schalten musste. Wir schreiben das Jahr 1621: In Mitteleuropa tobt der Dreißigjährige Krieg und es wurde gerade das Urteil über den böhmischen Ständeaufstand vollstreckt; wir finden uns aber auch in der kleinen Eiszeit wieder, weshalb einheimische Weine wahrscheinlich eher nach Essig geschmeckt haben dürften (insofern ist die Entscheidung für Weine aus dem Süden Europas durchaus nachvollziehbar). Nach heutigen Maßstäben soll die abschließende Rechnung jedenfalls die Größenordnung eines Weihnachtsgeldes betragen haben. Bei dem daraus resultierenden Kater hätte der ein oder andere Henker am nächsten Morgen sicherlich selbst versucht, sich den Kopf abzuschlagen. Heute ist im grünen Frosch ein brasilianisches Restaurant ansässig – Caipirinha statt Cabernet. Aber auch dieses Getränk sollte man nur in Maßen genießen. Nicht, dass man abends noch aus einem Prager Fenster stürzt &#8230;</p>
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<p>Diesen Monat melden wir uns aus einem Land, in dem Bier vielerorts günstiger ist als Wasser. Dabei gibt es zig Gründe, weshalb man in Tschechien auch am Wein nicht stur vorbeigehen sollte. Kleiner Spoiler: Auch der ist hier günstig.</p>



<p>In der Tat ist Tschechien in erster Linie für seine Biere bekannt. Aussichtsreiche Lagen im Nordwesten an Elbe und Moldau sowie die fließende Grenze im südöstlichen Mähren zum österreichischen Weinviertel hin sind weinwirtschaftlich aber höchst interessant und lukrativ. Dabei liegt der Löwenanteil des ehemaligen tschechoslowakischen Weinbaus nun im Nachbarland: Nach der Spaltung des Landes 1993 sind zwei Drittel der Reben auf Grund und Boden der Slowakei geblieben. Wie in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks hat man sich auch in Böhmen und Mähren des schweren Korsetts des kommunistischen Rationalisierungsfetischs entledigt, und eine junge Generation von Winzern mischt den Laden erfrischend auf. In Sachen Wachstum scheint man die Spitze in den vergangenen Jahren aber erreicht gehabt zu haben: <a href="https://deutsch.radio.cz/weinanbauflaeche-tschechien-weiter-geschrumpft-8843753#:~:text=Die%20Rebfläche%20in%20Tschechien%20ist,geringste%20Umfang%20seit%2013%20Jahren.">Der Öffentlich Rechtliche Rundfunk Tschechiens vermeldete erst kürzlich</a>, dass sich die Gesamtrebfläche aktuell auf 17.300 Hektar beläuft; Tendenz sinkend.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-1024x1024.jpeg" alt="Stadtansicht von Prag" class="wp-image-958" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9713-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die goldene Stadt im goldenen Licht: Rechts von der Prager Burg kann man sich den Abend im Weinberg vergolden. </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Tschechien: Pinot und Pan Tau</h2>



<p>Was den Rebsortenspiegel betrifft, trifft man bei den Weißweinsorten vor allem auf Müller-Thurgau, Riesling, Grüner Veltliner, Welschriesling, aber auch auf die Burgunder-Sorten Chardonnay sowie Weiß- und Grauburgunder. Und auch bei den Rotweinsorten spiegelt sich die geografische Nähe zu Deutschland, aber vor allem Österreich wider: Pinot noir, Blauer Portugieser, Zweigelt, Blaufränkisch, Sankt Laurent, aber auch Cabernet Sauvignon kommen hier in großer Regelmäßigkeit in die Flasche. Und selbstredend sind auch in Tschechien <a href="https://traubengucker.de/rubrik/ingenhof-der-geist-von-malente/">PiWi-</a>Sorten, wie Johanniter, auf dem Vormarsch. Die Neukreuzung André hatten wir euch <a href="https://traubengucker.de/rubrik/andre-mehr-maehren-geht-nicht/">hier</a> schon einmal genauer vorgestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Jabloňka in Prag" class="wp-image-962" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9741-1-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Weingut Jabloňka im Prager Stadtteil Troja. Keinen Kilometer links davon entfernt liegt das Weingut Vinařství Zilvar (nicht im Bild).</figcaption></figure>



<p>Tschechiens Hauptstadt Prag selbst zählt sogar sechs Weinberge, die zusammen auf mutige 12 Hektar kommen (zum Vergleich: Wien bringt es auf knapp 700 Hektar). Auf einem davon sitzt das Weingut <a href="https://www.facebook.com/vinarstvizilvar/?locale=de_DE">Vinařství Zilvar</a>, dessen Weine in der – tschechischen – Weinfachpresse mehrmals mit Höchstbewertungen ausgezeichnet wurden. Nach einer zurückhaltend bis unfreundlichen Begrüßung im Verkostungsraum des Weinguts konnte zumindest der Riesling-Flight in Teilen überzeugen. Der 2021er Riesling aus der höchsten Lage &#8222;Amphitheater&#8220; präsentierte sich klar und beeindruckend: schlanker Körper, zitrische Aromen, dazu eine leichte Petrol-Note; abgerundet von einem Hauch Honig. Bei einem Preis von umgerechnet rund 20 Euro pro Flasche allerdings gerade für tschechische Verhältnisse kein Dienstagabend-Wein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-1024x1024.jpeg" alt="Ein Riesling-Flight in der Vinařství Zilvar in Prag." class="wp-image-959" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9746-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Altes tschechisches Sprichwort: Ein Riesling kommt selten allein.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Welcher Wein passt zu Knödeln?</h2>



<p>Aber auch Chardonnay aus Tschechien muss sich nicht vor seinen Verwandten aus Frankreich verstecken. Bei unserer Burgunder-Verköstigung schnitt vor allem der &#8222;CH&#8220;-Chardonnay von <a href="https://artevini.cz/produkt/arte-vini-ch-chardonnay/">Arte Vini</a> aus dem tschechisch-österreichischen Grenzgebiet (südlich von Brünn) gut ab. Mit subtilem Holzeinsatz bleibt er ein fein-zarter Tropfen, der als preiswerte Alternative zu Chablis in Erwägung zu ziehen ist. <br>Etwas weiter östlich in Richtung slowakischer Grenze ist das Weingut <a href="https://www.vinazmoravyvinazcech.cz/en/winemakers/5086013-family-winery-sedlak">Sedlák</a> anzutreffen, dessen Grauburgunder die typische Pinot-Grigio-Stilistik aus Norditalien aufgreift – nicht spektakulär, aber authentisch und überzeugend: geradezu ideal für einen ersten Nachmittagsschoppen im Prager Frühling.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-1024x1024.jpeg" alt="Tschechische Weine in einem Supermarkt" class="wp-image-968" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9773-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Czechia first: In Supermärkten findet sich in der Regel ein überraschend opulentes Angebot tschechischer Wein zu günstigen Preisen.</figcaption></figure>



<p><br>In eine ähnliche Kerbe schlägt der Grüne Veltliner von <a href="https://www.filipmlynek.cz">Filip Mlýnek</a>. Das Weingut in Mähren, das nur einen Steinwurf vom niederösterreichischen Weinviertel entfernt liegt, zaubert auch das obligatorische &#8222;Pfefferl&#8220; ins Glas. Bei guten zehn Euro für die Flasche befinden wir uns hier aber auch schon fast im oberen Bereich der Veltliner-Skala. Zu deftigen Fleischgerichten mit böhmischen Knödeln ist Grüner Veltliner (neben Schaumwein) aber – wenn es denn Weißwein sein muss – der Wein der Wahl. Sehr zu empfehlen ist für ein paar Cent beziehungsweise Kronen weniger Mlýneks Welschriesling: floral wie ein Blumenladen, etwas kandierte Früchte und Pfirsich bei insgesamt strafferer Säure als ein Müller-Thurgau. Der bringt <em>an und Pfirsich</em> richtig Spaß!</p>



<p>Wer es prickelnd mag, kommt um Tschechiens meistgetrunkenem Schaumwein &#8222;Bohemia Sekt&#8220; nicht vorbei. Erst ab dem &#8222;Prestige&#8220; kommt man hier jedoch in den Genuss einer traditionellen Flaschengärung. </p>



<p>Rosés führen hier vielerorts noch die Bezeichnung Klaret.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum an Prager Haustüren zwei Nummern prangen</h2>



<p>Und dann gibt es noch die Geschichte zu Prags erster Weinstube &#8222;Zum grünen Frosch&#8220;. Sie wurde nachweislich erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwähnt. Der Name stammt aus einer Zeit, in der sich die Prager noch nicht an Hausnummern, sondern an Wappentieren über dem Eingang orientiert haben (&#8222;Zur goldenen Kanne&#8220;, &#8222;Zu den drei Geigen&#8220; &#8230;). Interessanterweise prangen an Tschechiens Eingangstüren heute zusätzlich zwei Nummern: die Orientierungsnummer, quasi die typische Hausnummer, wie wir sie kennen. Auf einem roten Emailschild ist zudem die sogenannte Konskriptionsnummer festgehalten. Dies ist ein Nummernsystem, welches von der Habsburger-Monarchie im 18. Jahrhundert eingeführt wurde und – grob verkürzt – die Reihenfolge der Errichtung der jeweiligen Häuser anzeigt. Bis heute in Karlsbad, Pilsen, Prag und Co. eine gebräuchliche Größe für Behörden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-1024x1024.jpeg" alt="Der heutige grüne Frosch in Prag" class="wp-image-965" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869-1320x1320.jpeg 1320w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/03/IMG_9752-scaled-e1741591300869.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreifache Orientierung: der grüne Frosch über der Tür, die Orientierungsnummer (blaues Schild) und die Konskriptionsnummer (rotes Schild).</figcaption></figure>



<p>Aber zurück zum grünen Frosch, dessen Geschichte der tschechische Schriftsteller František Nepil aufgeschrieben hat. Die Weinstube hatte, neben nur einer weiteren in der Altstadt, eine Lizenz zum Ausschank ausländischer Weine. Wahrscheinlich war dies der Grund, dass es sich der Henker Jan Mydlář nach seinem Hinrichtungsmarathon (27 Köpfe an einem Tag!) hier abends gutgehen ließ und einfach mal auf Durchzug schalten musste. Wir schreiben das Jahr 1621: In Mitteleuropa tobt der Dreißigjährige Krieg und es wurde gerade das Urteil über den böhmischen Ständeaufstand vollstreckt; wir finden uns aber auch in der kleinen Eiszeit wieder, weshalb einheimische Weine wahrscheinlich eher nach Essig geschmeckt haben dürften (insofern ist die Entscheidung für Weine aus dem Süden Europas durchaus nachvollziehbar). Nach heutigen Maßstäben soll die abschließende Rechnung jedenfalls die Größenordnung eines Weihnachtsgeldes betragen haben. Bei dem daraus resultierenden Kater hätte der ein oder andere Henker am nächsten Morgen sicherlich selbst versucht, sich den Kopf abzuschlagen.</p>



<p>Heute ist im grünen Frosch ein brasilianisches Restaurant ansässig – Caipirinha statt Cabernet. Aber auch dieses Getränk sollte man nur in Maßen genießen. Nicht, dass man abends noch aus einem Prager Fenster stürzt &#8230;</p>



<p></p>
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		<title>Weine aus dem Siebengebirge: Wo die Riesling-Riesen hausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 12:43:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Mittelrhein]]></category>
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		<category><![CDATA[Siebengebirge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … erwartet die Reisenden ein echtes Riesling-Eldorado. Aber auch andere Rebsorten wachsen im rechtsrheinischen Mittelgebirge (im Gegensatz zu den Zwergen) ganz wunderprächtig. Traubengucker war unterwegs im Siebengebirge, der nördlichen Spitze des kleinen Qualitätsanbaugebietes Mittelrhein.&#160; Märchenhaft mäandert der Rhein um die Inseln Nonnenwerth und Grafenwerth, vorbei am sagenumwobenen Drachenfels stromabwärts in Richtung Bonn. Wer bei güldener Herbstsonne hier nicht zum Romantiker wird, kann sich getrost in den Schneewittchensarg legen. Nur die Bergstraße ist kleiner Das malerische Weinanbaugebiet Mittelrhein erstreckt sich von der Grenze zum Rheingau im Süden bis kurz vor die Tore Bonns im Norden. Reben hatten hier bereits die Römer mitgebracht und gepflanzt. Der größere südliche Teil&#160;des Gebiets (von Lorch bis Linz) wird als Bereich Loreley, der kleinere nördliche als Bereich Siebengebirge bezeichnet.&#160;Der Rhein dient mit seinem großen Volumen als hervorragende &#8222;Wärmflasche&#8220;, die neben den vielen Sonnenstunden das Klima in den Weinbergen zusätzlich positiv beeinflusst. Mit rund 460 Hektar Anbaufläche ist Mittelrhein das zweitkleinste Qualitätsanbaugebiet Deutschlands. Nur die Hessische Bergstraße ist mit ca. 450 Hektar Anbaufläche noch kleiner. Dabei war das Weinanbaugebiet Mittelrhein in der 1970er-Jahren noch mehr als doppelt so groß mit einer Rebfläche von über 1.000 Hektar. Der Trend ist also stark rückläufig. Entsprechend selten trifft man Weine vom Mittelrhein in Hamburger, Berliner oder Münchener Supermärkten und Weinläden. Was trinkt die Loreley so? Rebsortentechnisch thront hier über allem der Riesling: Rund 70 Prozent der Gesamtanbaufläche ist ihm gewidmet. Diesem Sonderstatus zollt auch die sogenannte&#160;Mittelrhein Riesling Charta Tribut. Spät-, Weißburgunder und Müller-Thurgau zählen zu den weiteren Hauptsorten. Prägend sind zudem die atemberaubenden Steillagen, die den Winzern allerdings einiges abverlangen. Im Gegensatz zum Bereich Loreley fußt der Bereich Siebengebirge größtenteils auf Böden vulkanischen Ursprungs. Ein wichtiger Player im Bereich Siebengebirge ist das Weingut Pieper. Mit einer Rebfläche von neun Hektar sind die Königswinterer sogar das größte Weingut Nordrhein-Westfalens. Die Weine von Felix Pieper wachsen zum Teil auf Trachyt-Boden, einem vulkanischen Gestein. So auch der Einstiegs-Riesling &#8222;Trachyt&#8220;, der mit einer feinen Mineralik, aber vor allem straffen Säure an die Riesling-Stilistik aus dem benachbarten Rheingau erinnert. Eine Schippe drauf legt der Riesling &#8222;Septimontium&#8220; (Sieben Berge), der bei ähnlichem Charakter noch eine grazile Feinwürzigkeit und angedeutete Wachsnote mitbringt – unterstützt durch einen sanften Holzeinsatz. Aber auch schmelziger Chardonnay aus dem Barrique, Gewürztraminer oder Grüner Veltliner (nach eigenen Angaben der nördlichste, der weltweit angebaut wird) hat Pieper im Angebot und zeigt stellvertretend so, was hier im kleinen Anbaugebiet Siebengebirge alles möglich ist. Diversität im Siebengebirge: Von Gelb bis Schwarzblau ist alles dabei Und diese Vielfältigkeit unterstreicht auch Winzer Kay Thiel, dessen Weingut Kay Weine in direkter Nachbarschaft zum Weingut Pieper ebenfalls in Königswinter anzutreffen ist: &#8222;Unsere Weinberge erstrecken sich ja auf 35 Rheinkilometern von Dollendorf, über Dattenberg bis nach Leutesdorf. Daran besonders ist, dass diese drei Standorte drei verschiedene Böden mitbringen: Lehm, Grauwacke und Schiefer. Drei Rieslinge, drei komplett unterschiedliche Weine!&#8220; Ähnlich wie Felix Pieper ruht sich Thiel aber auch nicht auf dem Geschäft mit dem Riesling aus. Neben Auxerrois, Blauem Arbst (eine Spätburgunder-Mutation), Schwarzblauem Riesling (eine fast ausgestorbene Sorte, die vor der kleinen Eiszeit unter anderem in Lothringen-Elsass verbreitet war) findet sich auch die Sorte Gelber Malinger in Thiels Weinberg. Warum eigentlich?&#8222;Einfache Antwort: Der stand da!&#8220;, erklärt der Winzer uns kurzer Hand und fügt ergänzend hinzu: &#8222;Wir bauen den trocken und komplett im Holz aus.&#8220; Wer jetzt neugierig geworden ist, hat im Online-Shop vom zertifizierten Bioland-Betrieb Kay Weine die Gelegenheit, diese Kreuzung aus dem 19. Jahrhundert nach Hause zu bestellen. Hauptsache, es rhönt Am südlichen Fuße des Drachenfels, direkt an einem Weinhang, liegt Rhöndorf. Bekannt geworden ist der Stadtteil Bad Honnefs vor allem als Wohnort Konrad Adenauers. Der heimelig-nostalgische Mief der alten Bonner Republik weht hier in der Tat noch durch die Gassen, was aber keineswegs despektierlich klingen soll. Bei einem Glas Federweißer und einem großzügigen Stück Zwiebelkuchen kommt hier auch der Burn-out-gefährdete Spitzenmanager aus der Großstadt schnell wieder runter. Frei nach dem Adenauer&#8217;schen Grundsatz &#8222;Keine Experimente&#8220; wird hier kompromisslos jährlich (mit Ausnahme der &#8222;Corona-Jahre&#8220;, versteht sich) das Rhöndorfer Weinfest begangen. In diesem Jahr durfte Bürgermeister Otto Neuhoff auf dem Ziepchensplatz die medizinische Fachangestellte Janina Mehr offiziell zur neuen Weinkönigin küren. Bratwurstduft, der Spielmannszug vom TV Eiche und DJ Andy gaben dem Ereignis einen würdigen Rahmen. Janina I. löst damit ihre Vorgängerin Aaliyah ab. Ihr Weinspruch lautet: &#8222;Hier in Rhöndorf, wo der Wein so fein, da lädt der Ziepchensplatz zum Verweilen ein.&#8220; Das können wir nur unterschreiben.&#160;Lang lebe die Königin!</p>
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<p>Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … erwartet die Reisenden ein echtes Riesling-Eldorado. Aber auch andere Rebsorten wachsen im rechtsrheinischen Mittelgebirge (im Gegensatz zu den Zwergen) ganz wunderprächtig. Traubengucker war unterwegs im Siebengebirge, der nördlichen Spitze des kleinen Qualitätsanbaugebietes Mittelrhein.&nbsp;</p>



<p>Märchenhaft mäandert der Rhein um die Inseln Nonnenwerth und Grafenwerth, vorbei am sagenumwobenen Drachenfels stromabwärts in Richtung Bonn. Wer bei güldener Herbstsonne hier nicht zum Romantiker wird, kann sich getrost in den Schneewittchensarg legen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nur die Bergstraße ist kleiner</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Königswinter im Siebengebirge" class="wp-image-687" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weinberg am Drachenfels: Den guten Rat von Vater Rheins Wirt gibt&#8217;s gratis dazu.</figcaption></figure>



<p>Das malerische Weinanbaugebiet Mittelrhein erstreckt sich von der Grenze zum Rheingau im Süden bis kurz vor die Tore Bonns im Norden. Reben hatten hier bereits die Römer mitgebracht und gepflanzt. Der größere südliche Teil&nbsp;des Gebiets (von Lorch bis Linz) wird als Bereich Loreley, der kleinere nördliche als Bereich Siebengebirge bezeichnet.&nbsp;Der Rhein dient mit seinem großen Volumen als hervorragende &#8222;Wärmflasche&#8220;, die neben den vielen Sonnenstunden das Klima in den Weinbergen zusätzlich positiv beein<em>fluss</em>t.</p>



<p>Mit rund 460 Hektar Anbaufläche ist Mittelrhein das zweitkleinste Qualitätsanbaugebiet Deutschlands. Nur die Hessische Bergstraße ist mit ca. 450 Hektar Anbaufläche noch kleiner. Dabei war das Weinanbaugebiet Mittelrhein in der 1970er-Jahren noch mehr als doppelt so groß mit einer Rebfläche von über <a href="https://www.vinum.eu/de/weinwissen/weinregionen/europa/deutschland/mittelrhein/">1.000 Hektar</a>. Der Trend ist also stark rückläufig. Entsprechend selten trifft man Weine vom Mittelrhein in Hamburger, Berliner oder Münchener Supermärkten und Weinläden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was trinkt die Loreley so?</h2>



<p>Rebsortentechnisch thront hier über allem der Riesling: Rund 70 Prozent der Gesamtanbaufläche ist ihm gewidmet. Diesem Sonderstatus zollt auch die sogenannte&nbsp;<a href="https://www.mittelrhein-wein.com/mittelrhein-wein/mittelrheinrieslingcharta/mittelrhein-riesling-charta-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mittelrhein Riesling Charta</a> Tribut. <br>Spät-, Weißburgunder und Müller-Thurgau zählen zu den weiteren Hauptsorten. Prägend sind zudem die atemberaubenden Steillagen, die den Winzern allerdings einiges abverlangen. Im Gegensatz zum Bereich Loreley fußt der Bereich Siebengebirge größtenteils auf Böden vulkanischen Ursprungs.</p>



<p>Ein wichtiger Player im Bereich Siebengebirge ist das <a href="https://weingut-pieper.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Pieper</a>. Mit einer Rebfläche von neun Hektar sind die Königswinterer sogar das größte Weingut Nordrhein-Westfalens. Die Weine von Felix Pieper wachsen zum Teil auf Trachyt-Boden, einem vulkanischen Gestein. So auch der Einstiegs-Riesling &#8222;Trachyt&#8220;, der mit einer feinen Mineralik, aber vor allem straffen Säure an die Riesling-Stilistik aus dem benachbarten Rheingau erinnert. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1024x1024.jpeg" alt="Ein Glas Riesling im Jesuiter Hof vom Weingut Pieper" class="wp-image-690" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Solide über dem Füllstrich: Im Jesuiter Hof vom Weingut Pieper in Königswinter. </figcaption></figure>



<p>Eine Schippe drauf legt der Riesling &#8222;Septimontium&#8220; (Sieben Berge), der bei ähnlichem Charakter noch eine grazile Feinwürzigkeit und angedeutete Wachsnote mitbringt – unterstützt durch einen sanften Holzeinsatz. Aber auch schmelziger Chardonnay aus dem Barrique, <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Gewürztraminer</a> oder Grüner Veltliner (nach eigenen Angaben der nördlichste, der weltweit angebaut wird) hat Pieper im Angebot und zeigt stellvertretend so, was hier im kleinen Anbaugebiet Siebengebirge alles möglich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Diversität im Siebengebirge: Von Gelb bis Schwarzblau ist alles dabei</h2>



<p>Und diese Vielfältigkeit unterstreicht auch Winzer Kay Thiel, dessen Weingut Kay Weine in direkter Nachbarschaft zum Weingut Pieper ebenfalls in Königswinter anzutreffen ist: &#8222;Unsere Weinberge erstrecken sich ja auf 35 Rheinkilometern von Dollendorf, über Dattenberg bis nach Leutesdorf. Daran besonders ist, dass diese drei Standorte drei verschiedene Böden mitbringen: Lehm, Grauwacke und Schiefer. Drei Rieslinge, drei komplett unterschiedliche Weine!&#8220;</p>



<p>Ähnlich wie Felix Pieper ruht sich Thiel aber auch nicht auf dem Geschäft mit dem Riesling aus. Neben Auxerrois, Blauem Arbst (eine Spätburgunder-Mutation), <a href="https://historische-rebsorten.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwarzblauem Riesling</a> (eine fast ausgestorbene Sorte, die vor der kleinen Eiszeit unter anderem in <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">Lothringen</a>-Elsass verbreitet war) findet sich auch die Sorte Gelber Malinger in Thiels Weinberg. Warum eigentlich?<br>&#8222;Einfache Antwort: Der stand da!&#8220;, erklärt der Winzer uns kurzer Hand und fügt ergänzend hinzu: &#8222;Wir bauen den trocken und komplett im Holz aus.&#8220; Wer jetzt neugierig geworden ist, hat im <a href="https://www.kay-weine.de/produkt/pfaffenroettchen-2023er-malinger/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online-Shop</a> vom zertifizierten <a href="https://www.bioland.de/verbraucher" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bioland</a>-Betrieb Kay Weine die Gelegenheit, diese Kreuzung aus dem 19. Jahrhundert nach Hause zu bestellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1024x1024.jpeg" alt="Weinlage Drachenfels im Siebengebirge" class="wp-image-685" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die zur Großlage Petersberg zählende Weinlage Drachenfels. Oben rechts zu sehen: Das Weinberghäuschen auf ca. 105 Meter über Normalhöhennull.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Hauptsache, es rhönt</h2>



<p>Am südlichen Fuße des Drachenfels, direkt an einem Weinhang, liegt <a href="https://www.rhoendorf.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rhöndorf</a>. Bekannt geworden ist der Stadtteil Bad Honnefs vor allem als Wohnort Konrad Adenauers. Der heimelig-nostalgische Mief der alten Bonner Republik weht hier in der Tat noch durch die Gassen, was aber keineswegs despektierlich klingen soll. Bei einem Glas Federweißer und einem großzügigen Stück Zwiebelkuchen kommt hier auch der Burn-out-gefährdete Spitzenmanager aus der Großstadt schnell wieder runter.</p>



<p>Frei nach dem Adenauer&#8217;schen Grundsatz &#8222;Keine Experimente&#8220; wird hier kompromisslos jährlich (mit Ausnahme der &#8222;Corona-Jahre&#8220;, versteht sich) das Rhöndorfer Weinfest begangen. In diesem Jahr durfte Bürgermeister Otto Neuhoff auf dem Ziepchensplatz die medizinische Fachangestellte Janina Mehr offiziell zur neuen Weinkönigin küren. Bratwurstduft, der <a href="https://spielmannszug-tveiche.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spielmannszug vom TV Eiche</a> und DJ Andy gaben dem Ereignis einen würdigen Rahmen. Janina I. löst damit ihre Vorgängerin Aaliyah ab. Ihr Weinspruch lautet: &#8222;Hier in Rhöndorf, wo der Wein so fein, da lädt der Ziepchensplatz zum Verweilen ein.&#8220; Das können wir nur unterschreiben.&nbsp;Lang lebe die Königin!</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1024x1024.jpeg" alt="Inauguration der Rhöndorfer Weinkönigin Janina I." class="wp-image-684" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jetzt wird&#8217;s festlich: Didier Deschamps alias Otto Neuhoff übergibt die Krone.  </figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/weine-aus-dem-siebengebirge/">Weine aus dem Siebengebirge: Wo die Riesling-Riesen hausen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Methusalem von Maribor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 16:51:55 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[Podravje]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Rebe ist so alt, dass schon Bach sie hätte anschauen können.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die älteste Weinrebe der Welt</h2>



<p>Sie war Zeitgenossin von Bach, Mozart und den Beatles, war bei der Erfindung der Dampfmaschine und der des Radios dabei und hat die große Reblaus-Katastrophe überlebt &#8211; die Rede ist nicht von Mutter Theresa, sondern von der ältesten, noch bestehenden Weinrebe der Welt. Die inzwischen über 450 Jahre alte Rebe der Sorte Blauer Kölner steht in Sloweniens Weinhauptstadt Maribor und trägt noch immer Früchte. Inzwischen gab es auch den ultimativen Ritterschlag mit dem höchstoffiziellen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. </p>


<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="alignleft size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-84" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9591-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Über diesen Zaun wagt sich nicht mal die Reblaus.</sup></figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Podravje &#8211; hier draut man sich was</h3>



<p>Dagegen erscheint zunächst etwas verwunderlich, dass eine Rebe derart alt werden und auch zwei Weltkriege überdauern kann, wenn sie lediglich von einem gusseisernen Zaun geschützt wird.<br>Aber das macht diesen Ort in Sloweniens Weinbauregion Podravje, die unmittelbar südlich der Grenze zur <a href="https://traubengucker.de/regionen/einfach-mal-runterkommen-weine-aus-der-thermenregion/">österreichischen</a> Steiermark liegt, nur noch sympathischer.&nbsp;</p>



<p>Direkt an der Drau und im Zentrum der Metropole gelegen, erfreut sich die Rebe also bester Gesundheit. Es gibt wahrlich schlimmere Orte, um alt zu werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://www.visitmaribor.si/media/5563/himna-stare-trte.pdf" target="_blank" rel="https://www.visitmaribor.si/media/5563/himna-stare-trte.pdf noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-83" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9592-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Der alten Rebe wurde sogar eine eigene Hymne gewidmet.</sup></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Geballtes Slo-how</h3>



<p>Angeschlossen ans Haus der Alten Rebe befindet sich neben einem <a data-type="URL" data-id="https://www.visitmaribor.si/de/was-unternehmen/wein-und-kulinarik/das-haus-der-alten-rebe/" href="https://www.visitmaribor.si/de/was-unternehmen/wein-und-kulinarik/das-haus-der-alten-rebe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Museum</a> (es erwartet einen dort unter anderem eine eindrucksvolle und nicht enden wollende Bildergalerie sämtlicher Weinköniginnen a.D.) ebenso eine Vinothek, in der erlesene Tropfen aus dem slowenischen Rebsortenadel probiert und gekauft werden können. Abgefüllte Flaschen von der ältesten Rebsorte der Welt selbst erhalten in der Regel nur hochdekorierte Staatsgäste.<br>Empfehlenswert ist unbedingt ein Riesling-Tasting, um ein möglichst großes Spektrum an Gaumen-Erfahrungen als Souvenir aus Maribor mit nach Hause zu nehmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-80" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9617-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Die Podravje gehört zur Untersteiermark &#8211; </sup><sup>ein Quertrinken durch die Riesling-Karte lohnt sich.</sup></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-82" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_9586-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Etwas kniefreundlicher als Gizeh: Der Wein- und Wanderberg Piramida.</sup></figcaption></figure>
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