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	<title>Regionen Archive - Traubengucker</title>
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	<title>Regionen Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 17:47:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich war ich zu Besuch in den Niederlanden. Dass dort Wein angebaut wird, ist für den geneigten Weinfreund und die kenntnisreiche Weinliebhaberin inzwischen keine Neuigkeit mehr. Allerdings war ich in der nordöstlichen Region Groningen unterwegs. Hier gibt es zwar den ein oder anderen Betrieb, der Erzeugnisse der Kategorie Landwein produziert, mit Fine Wine aber ungefähr so viel zu tun hat wie die Rioja mit frischem Matjes. Immerhin habe ich mir aus einem hiesigen Fachgeschäft einen niederländischen Weißwein mitgebracht und einen weiteren bestellt (dazu später noch mehr). Aber reicht das aus, um einen Artikel über den Weinbau in den Niederlanden zu schreiben? Na klar, macht ja sonst keiner. Weinanbau in den Niederlanden: Von Römern, Reben und Rückschlägen Beginnen wir mit einem kurzen Round-up: Auf dem Gebiet der heutigen Niederlande wurde sehr wahrscheinlich bereits durch die Römer vor gut 2.000 Jahren Wein angebaut. Ob diese ihren Gladiatoren zu Hause ein paar Gouda-Laibe als Schutzschild mitgebracht haben, ist nicht gesichert, aber eine schöne Vorstellung. Erste schriftliche Nachweise, die Weinbau belegen, datieren aber erst aus dem 10. Jahrhundert.&#160; Gute vier Jahrhunderte später schien sich dann die südliche Provinz Limburg als Hotspot in Sachen Wein einen Namen zu machen. Aber wie schon in meinem Artikel über belgischen Wein beschrieben, war es auch hier die Kleine Eiszeit, die das zarte Flämmchen des niederländischen Weinbaus rasch in den Würgegriff nahm. Die anschließende napoleonische Ära brach Hollands Wirtschaft dann vollends den Rücken. Riesling statt Solaris: Der feine Unterschied im Norden So richtig weiter mit nederlandse wijnen ging es dann erst wieder Ende der 1960er-Jahre. Mittlerweile wird die Gesamtzahl an Hektar in unserem kleinen Nachbarland auf 400 geschätzt, also immer noch weniger Hektar, als das kleinste deutsche Anbaugebiet, die Hessische Bergstraße, hat (461 ha).Immerhin verfügen die Niederlande aber über zwei ausgewiesene Qualitätsanbaugebiete (also in EU-Deutsch: geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U.): Maasvallei Limburg und Mergelland. Hinzu kommen einige Landwein-Areale (geschützte geografische Angabe, g.g.A.) wie schon das erwähnte Groningen, Flevoland oder Zeeland. Das reicht natürlich längst nicht aus, um den nationalen Weinbedarf annähernd zu decken: Die meisten Importe bezieht das Königreich aus Frankreich, Italien und Deutschland (in so einen Wohnwagen passt eine Menge rein …). Zum Vergleich: Das ebenso kleine Dänemark bringt es schätzungsweise nur auf 100 Hektar Weinanbaufläche und genau ein Qualitätsanbaugebiet. Und die Unterschiede zu vermeintlich aufkeimenden skandinavischen Weinnationen sind auf vielen Ebenen erheblich. So erfreuen sich viele belgische wie niederländische Winzerinnen und Winzer eines kalkhaltigen Bodens (unter anderem ein Grund, weshalb Chardonnay recht gut in Belgien funktioniert). Zudem lässt das &#8211; im Vergleich zu Dänemark oder Schweden &#8211; doch recht milde Wetter auch den Anbau von traditionellen Sorten wie Riesling, Müller-Thurgau oder Auxerrois zu. In Skandinavien, dem nördlichen Polen oder den vielen Landwein-Gebieten Norddeutschlands wird in der Regel im großen Stil auf klimabeständige PiWi-Sorten wie Solaris, Johanniter oder Regent gesetzt. Den Test der Zeit müssen diese jungen Neukreuzungen aber erst noch bestehen. Lieber Maas-Riesling statt eine Maß Bier Kommen wir aber nun nach der grauen bzw. orangenen Theorie zum belohnenden Praxis-Teil. Wie schon im ersten Absatz angedeutet, habe ich mir zwei niederländische Weine in die Küche gestellt (und geöffnet). Ich beginne mit einem Maas-Riesling (keiner Maß Riesling!) vom Weingut Thorn aus der Maasvallei in Limburg, welche grob zwischen Maastricht und Mönchengladbach liegt. Passend zu den olympischen Winterspielen, die nebenan im Fernseher laufen, strahlt mich hier ein sattes Goldgelb an. In der Nase macht sich sofort ein Bienenwachs-Aroma breit, das in reifen Pfirsich übergeht. Am Gaumen dann volle Lotte Grüner-Apfelaromen, später – und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Abgang ist beachtlich – wieder Bienenwachs. Erinnert mich von der Stilistik her etwas an die Rieslinge vom nördlichen Mittelrhein – so weit sind wir geografisch ja auch nicht auseinander. Ein beachtlicher Riesling, der an Fülle und Aroma wenig zu wünschen übrig lässt. Filigran oder gar lichtfüßig ist er nicht, aber insofern bleiben wir im Bild: eher Holz- als Ballettschuh. Caipi auf Niederländisch Kommen wir zu unserem zweiten Holländer: der Rivaner (also Müller-Thurgau) vom Weingut Hoeve Nekum aus dem anderen Qualitätsanbaugebiet Mergelland, das östlich von Maastricht beginnt und sich bis knapp vor die Tore Aachens erstreckt (oder wie wir frankophile Weinfreunde zu sagen pflegen: Aix-la-Chapelle). Farblich weniger intensiv als der Riesling von Thorn, dafür schon fast mit Grünstich. Und in der Nase bestätigt sich dies prompt: Limette trifft auf grünen Apfel, dazu eine Prise Muskatnuss. Am Gaumen öffnet sich dann vorsichtig ein Honigglas, das – gepaart mit der Limette – fast schon für Caipi-Stimmung mitten im tristen Februar sorgt. Wir haben hier einen vollmundigen Wein vor der Nase, der zwar Rivaner-typisch säurearm daherkommt, durch seine grüne Fruchtaromatik aber dennoch einen vitalen Frische-Kick hinten ans Zäpfchen hämmert. Auch dieser Wein aus den Niederlanden überrascht &#8230; positiv. Selbst wenn diese – zugegebenermaßen beschränkte Weinauswahl – niemals stellvertretend für die Weine aus den Niederlanden a priori stehen soll, ziehe ich dennoch ein höchst erfreuliches Fazit und freue mich auf mehr. Sowohl mit dem Riesling als auch mit dem Rivaner hatte ich zwei vollmundige Tropfen im Glas, die nicht nur – mehr oder weniger – typisch die jeweilige Rebsorte abbildeten (der Riesling etwas mehr als der Rivaner), sondern darüber hinaus im Gesamtbild überzeugten. Landweinpläne und letzte Pointe Der nächste logische Schritt wäre sicherlich die Verköstigung niederländischer Landweine sowie ein umfangreicherer Deep Dive in Sachen Weine aus der Maasvallei und Mergelland. Die Verlockung, vor Ort zu einer großen Portion Pommes ein belgisches Trappistenbier zu bestellen, ist allerdings nicht gering. Und hier nun noch der Kalauer, den ich mir bis zum Schluss aufgehoben habe: Wie nennt man in Holland maischevergorenen Weißwein aus Quevris? Richtig: Oranje Wein. Tot ziens!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/heiliger-holzschuh-wein-aus-holland/">Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Neulich war ich zu Besuch in den Niederlanden. Dass dort Wein angebaut wird, ist für den geneigten Weinfreund und die kenntnisreiche Weinliebhaberin inzwischen keine Neuigkeit mehr. Allerdings war ich in der nordöstlichen Region Groningen unterwegs. Hier gibt es zwar den ein oder anderen Betrieb, der Erzeugnisse der Kategorie Landwein produziert, mit Fine Wine aber ungefähr so viel zu tun hat wie die Rioja mit frischem Matjes.</p>



<p>Immerhin habe ich mir aus einem hiesigen Fachgeschäft einen niederländischen Weißwein mitgebracht und einen weiteren bestellt (dazu später noch mehr). Aber reicht das aus, um einen Artikel über den Weinbau in den Niederlanden zu schreiben? Na klar, macht ja sonst keiner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weinanbau in den Niederlanden: Von Römern, Reben und Rückschlägen<br></h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1024x1024.jpeg" alt="Ein Boot mit Käselaiben in Alkmaar." class="wp-image-1637" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_4662-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Holland in einem Bild: Mehr Käse als Weinlese.</figcaption></figure>



<p><br>Beginnen wir mit einem kurzen Round-up: Auf dem Gebiet der heutigen Niederlande wurde sehr wahrscheinlich bereits durch die Römer vor gut 2.000 Jahren Wein angebaut. Ob diese ihren Gladiatoren zu Hause ein paar Gouda-Laibe als Schutzschild mitgebracht haben, ist nicht gesichert, aber eine schöne Vorstellung. Erste schriftliche Nachweise, die Weinbau belegen, datieren aber erst aus dem 10. Jahrhundert.&nbsp;</p>



<p>Gute vier Jahrhunderte später schien sich dann die südliche Provinz Limburg als Hotspot in Sachen Wein einen Namen zu machen. Aber wie schon in meinem Artikel über <a href="https://traubengucker.de/regionen/belgischer-wein-muss-das-sein/">belgischen Wein</a> beschrieben, war es auch hier die Kleine Eiszeit, die das zarte Flämmchen des niederländischen Weinbaus rasch in den Würgegriff nahm. Die anschließende napoleonische Ära brach Hollands Wirtschaft dann vollends den Rücken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Riesling statt Solaris: Der feine Unterschied im Norden<br></h2>



<p>So richtig weiter mit <em>nederlandse wijnen</em> ging es dann erst wieder Ende der 1960er-Jahre. Mittlerweile wird die Gesamtzahl an Hektar in unserem kleinen Nachbarland auf <a href="https://www.designenwijn.com/de/wie-viele-weinguter-gibt-es-in-den-niederlanden/?utm_source=chatgpt.com" type="link" id="https://www.designenwijn.com/de/wie-viele-weinguter-gibt-es-in-den-niederlanden/?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">400 geschätzt</a>, also immer noch weniger Hektar, als das kleinste deutsche Anbaugebiet, die Hessische Bergstraße, hat (461 ha).<br>Immerhin verfügen die Niederlande aber über zwei ausgewiesene Qualitätsanbaugebiete (also in EU-Deutsch: geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U.): Maasvallei Limburg und Mergelland. Hinzu kommen einige Landwein-Areale (geschützte geografische Angabe, g.g.A.) wie schon das erwähnte Groningen, Flevoland oder Zeeland.</p>



<p>Das reicht natürlich längst nicht aus, um den nationalen Weinbedarf annähernd zu decken: Die meisten Importe bezieht das Königreich aus Frankreich, Italien und Deutschland (in so einen Wohnwagen passt eine Menge rein …).</p>



<p>Zum Vergleich: Das ebenso kleine <a href="https://traubengucker.de/regionen/skal-weinbau-in-daenemark/">Dänemark</a> bringt es schätzungsweise nur auf 100 Hektar Weinanbaufläche und genau ein Qualitätsanbaugebiet. Und die Unterschiede zu vermeintlich aufkeimenden skandinavischen Weinnationen sind auf vielen Ebenen erheblich. So erfreuen sich viele belgische wie niederländische Winzerinnen und Winzer eines kalkhaltigen Bodens (unter anderem ein Grund, weshalb Chardonnay recht gut in Belgien funktioniert). Zudem lässt das &#8211; im Vergleich zu Dänemark oder Schweden &#8211; doch recht milde Wetter auch den Anbau von traditionellen Sorten wie Riesling, Müller-Thurgau oder Auxerrois zu. In Skandinavien, dem nördlichen Polen oder den vielen Landwein-Gebieten Norddeutschlands wird in der Regel im großen Stil auf klimabeständige PiWi-Sorten wie Solaris, Johanniter oder Regent gesetzt. Den Test der Zeit müssen diese jungen Neukreuzungen aber erst noch bestehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber Maas-Riesling statt eine Maß Bier</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1024x1024.jpeg" alt="Der Riesling vom Wijngoed Thorn aus Maasvallei." class="wp-image-1643" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3092-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Maas halten lautet das Motto: Der Riesling vom Wijngoed Thorn aus dem Limburger Maasvallei.</figcaption></figure>



<p>Kommen wir aber nun nach der grauen bzw. orangenen Theorie zum belohnenden Praxis-Teil. Wie schon im ersten Absatz angedeutet, habe ich mir zwei niederländische Weine in die Küche gestellt (und geöffnet).</p>



<p>Ich beginne mit einem Maas-Riesling (keiner Maß Riesling!) vom Weingut Thorn aus der Maasvallei in Limburg, welche grob zwischen Maastricht und Mönchengladbach liegt. Passend zu den olympischen Winterspielen, die nebenan im Fernseher laufen, strahlt mich hier ein sattes Goldgelb an. In der Nase macht sich sofort ein Bienenwachs-Aroma breit, das in reifen Pfirsich übergeht. Am Gaumen dann volle Lotte Grüner-Apfelaromen, später – und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Abgang ist beachtlich – wieder Bienenwachs. Erinnert mich von der Stilistik her etwas an die Rieslinge vom nördlichen <a href="https://traubengucker.de/regionen/weine-aus-dem-siebengebirge/">Mittelrhein</a> – so weit sind wir geografisch ja auch nicht auseinander. Ein beachtlicher Riesling, der an Fülle und Aroma wenig zu wünschen übrig lässt. Filigran oder gar lichtfüßig ist er nicht, aber insofern bleiben wir im Bild: eher Holz- als Ballettschuh.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Caipi auf Niederländisch</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1024x1024.jpeg" alt="Der Rivaner vom Weingut Hoeve Nekum aus Mergelland auf dem Küchentisch." class="wp-image-1660" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_3143-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Oberste Regel bei Weinen aus Holland: Immer eine Vase Tulpen mit auf den Tisch stellen.</figcaption></figure>



<p>Kommen wir zu unserem zweiten Holländer: der Rivaner (also Müller-Thurgau) vom Weingut Hoeve Nekum aus dem anderen Qualitätsanbaugebiet Mergelland, das östlich von Maastricht beginnt und sich bis knapp vor die Tore Aachens erstreckt (oder wie wir frankophile Weinfreunde zu sagen pflegen: Aix-la-Chapelle). Farblich weniger intensiv als der Riesling von Thorn, dafür schon fast mit Grünstich. Und in der Nase bestätigt sich dies prompt: Limette trifft auf grünen Apfel, dazu eine Prise Muskatnuss. Am Gaumen öffnet sich dann vorsichtig ein Honigglas, das – gepaart mit der Limette – fast schon für Caipi-Stimmung mitten im tristen Februar sorgt. Wir haben hier einen vollmundigen Wein vor der Nase, der zwar Rivaner-typisch säurearm daherkommt, durch seine grüne Fruchtaromatik aber dennoch einen vitalen Frische-Kick hinten ans Zäpfchen hämmert. Auch dieser Wein aus den Niederlanden überrascht &#8230; positiv.</p>



<p>Selbst wenn diese – zugegebenermaßen beschränkte Weinauswahl – niemals stellvertretend für die Weine aus den Niederlanden a priori stehen soll, ziehe ich dennoch ein höchst erfreuliches Fazit und freue mich auf mehr. Sowohl mit dem Riesling als auch mit dem Rivaner hatte ich zwei vollmundige Tropfen im Glas, die nicht nur – mehr oder weniger – typisch die jeweilige Rebsorte abbildeten (der Riesling etwas mehr als der Rivaner), sondern darüber hinaus im Gesamtbild überzeugten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Landweinpläne und letzte Pointe</h2>



<p>Der nächste logische Schritt wäre sicherlich die Verköstigung niederländischer Landweine sowie ein umfangreicherer Deep Dive in Sachen Weine aus der Maasvallei und Mergelland. Die Verlockung, vor Ort zu einer großen Portion Pommes ein belgisches Trappistenbier zu bestellen, ist allerdings nicht gering. </p>



<p>Und hier nun noch der Kalauer, den ich mir bis zum Schluss aufgehoben habe: Wie nennt man in Holland maischevergorenen Weißwein aus Quevris? Richtig: Oranje Wein. Tot ziens!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/heiliger-holzschuh-wein-aus-holland/">Heiliger Holzschuh: Wein aus Holland!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Mittelburgenland: Blaufränkisch als Lebenskonzept</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 12:56:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Blickt man von Norddeutschland aus hinunter ins Weinbauland Österreich, bleibt das Auge oft im Weinviertel hängen: ein Schlaraffenland, in dem die Donau nicht aus Wasser, sondern Grünem Veltliner zu bestehen scheint. Hie und da, zwischen Wiesen aus Wachauer Marillenknödeln, fließt vielleicht noch ein Bächlein mit Riesling oder Pinot durch die Landschaft. Dabei lohnt es sich durchaus, über die Bundeshauptstadt Wien und die hiesigen Gemischten Sätze hinweg bis ins Burgenland an die ungarische Grenze zu gucken. Denn diese Ecke des Landes ist – um mich eines Hamburger Idioms zu bemühen – ein ganz anderer Schnack. Durch das pannonische Klima sind die Sommer hier deutlich heißer als im Rest der Republik. Insofern geben im äußersten Südosten die roten Sorten Blaufränkisch und Zweigelt den Ton an, während der Grüne Veltliner im Rebsortenspiegel mit einem Anteil von unter zehn Prozent nur auf Platz drei kommt (in Niederösterreich stellt er dagegen jede zweite Rebe). Rund um den Neusiedler See kommen Süßwein-Fans natürlich auch auf ihre Kosten: Neblig-kühle Morgen sind ideale Edelfäule-Bedingungen – ein Pilz (Botrytis), den sich die Winzer auf der ungarischen Seite unter anderem für ihren Tokaji Aszú zunutze machen. Hier regiert Blaufränkisch – die &#8222;Queen of Rosé&#8220; macht den Hofstaat komplett Alles andere als edelfaul springe ich jedenfalls am Wiener Hauptbahnhof in den Zug Richtung Mittelburgenland. Das Mittelburgenland ist eine von sechs DACs (Districtus Austria Controllatus, die Herkunftsbezeichnung für Qualitätswein) im Burgenland. Und überraschenderweise sind alle sechs Appellationen doch recht unterschiedlich: Während beispielsweise in Rosalia versucht wird, den Winzern in der Provence in Sachen Rosé Konkurrenz zu machen, steht Ruster Ausbruch für Süßweine und Leithaberg wiederum für Weißweine aus Chardonnay oder Grünem Veltliner. Das Mittelburgenland jedenfalls trägt den Spitznamen „Blaufränkischland“ – und spätestens jetzt weiß man auch, was einen für gewöhnlich hier erwartet: kräftige, rote Weine aus ebendieser Sorte. Ich schreibe für gewöhnlich, denn ich habe mich hier mit Pia Strehn verabredet, die zwar für Blaufränkisch-Weine steht, vor allem aber mit ihren Rosés für Furore sorgt, was ihr nicht zu Unrecht den Beinamen „Queen of Rosé“ eingebracht hat. Und, offen gestanden, stimmt mich die Aussicht auf gekühlten Rosé auch milde, als ich den Bahnsteig in Deutschkreutz an diesem Augusttag bei 35 Grad im Schatten betrete (den Zusatz kann man sich hier übrigens sparen, hier ist kein Schatten, nirgendwo). Erinnerungen an ein Amarone-Tasting im Valpolicella-Gebiet vor acht Jahren werden wach, wo ich bei ähnlichen Temperaturen meine erste E-Bike-Erfahrung gemacht habe … nicht zu empfehlen.Sehr zu empfehlen ist dagegen, sich in ländlichen Gegenden vor Reiseantritt mit der Route zu beschäftigen. Die Netzabdeckung ist manchmal eine Lotterie, aber ein gut aufgelegter Schutzmann weist mir sicher den Weg durch das gleißende Licht zum Weingut Strehn, das am Ende der Ortsstraße einen deutlich mondänen Ton ins beschauliche Deutschkreutz bringt. Von rosa Elefanten und der Magie des Mittelburgenlandes Verschiedene Weine Pia Strehns wurden bereits mehrfach als „Bester Rosé Österreichs“ ausgezeichnet, unter anderem von Falstaff oder Meininger. Und auch ich finde, dass ihr Premium-Rosé „Der Elefant im Porzellanladen“ mit zu dem Besten gehört, was ich an rosafarbenen Weinen bislang probieren durfte. Sechs Monate reift dieser aus 100 Prozent Blaufränkisch bestehende Wein im Holzfass und bringt nicht nur ordentlich Grip an den Gaumen, sondern auch ein feines Vanille-Aroma in die Nase. Schon das leuchtende Orange im Glas zeigt an, dass uns hier kein gewöhnlicher Rosé erwartet, sondern wir eine ernst zu nehmende Richtung einschlagen. Am Tisch mit Pia Strehn erwähne ich jedenfalls, dass mich die Farbe spontan an einen echten Rosé-Klassiker erinnert: den Cru Classé Rosé von Clos Cibonne aus der Rebsorte Tibouren. Prompt fällt mir die Winzerin ins Wort und berichtet von ihrem Erweckungserlebnis als junge Frau in der Provence,&#160;als sie genau diesen Wein dort erstmals erleben durfte – und fortan die Vision hatte, aus dem elterlichen, Blaufränkisch-treuen Winzerbetrieb einen ähnlichen Zauber zu erzeugen. Hat geklappt. Apropos Zauber und damit zurück zur Region, frage ich Pia Strehn, was genau die DAC Mittelburgenland hier ausmache. „Das Mittelburgenland liegt einfach magisch“, erklärt sie mir: „Im Norden, Süden und Westen sind wir durch drei Hügelketten geschützt, die kalte Winde und Unwetter abhalten. Und vom Osten her fließt die warme Luft vom Neusiedler See ein.“ Hinzu kämen sehr unterschiedliche Böden wie Sand, Lehm, Schotter, aber auch Kalk, die viele Möglichkeiten zum Ausprobieren böten. Blaufränkisch: Schönling mit Substanz Nun ist „Der Elefant im Porzellanladen“ mit gut 30 Euro kein Dienstagabend-Wein, dafür aber ein Tropfen, mit dem man essenstechnisch auch schwerere Geschütze aus rotem Fleisch, etwa ein Steak oder gar Wild, flankieren kann. Die Einstiegsvariante „Blaufränkisch Rosé“ (kein Holzausbau) aus ebenso 100 Prozent Blaufränkisch gibt es schon für einen Zehner zu haben und bietet einen guten Einstieg in die Rebsorte der Region mit einem Fruchtspektrum von Erdbeere bis Blutorange. Bleiben wir aber noch kurz beim Blaufränkisch, der hier in der Region, aber auch im Weingut Strehn, eine so gewichtige Rolle spielt. Warum ist Blaufränkisch hier einfach die ideale Sorte? „Weil Blaufränkisch jeden Beauty-Contest im Weingarten gewinnt“, antwortet die Winzerin und führt aus: „Er ist immer der Schönste, wächst komplett gerade und hat dunkle, große Blätter, die die Trauben vor der Sonne schützen.“ Und das erfahre ich an diesem August-Tag ja am eigenen Leib: Sind die Sommer im Burgenland schon jetzt knallheiß und sonnenintensiv, wird der Klimawandel künftig noch weiter an der Kurbel drehen. Zudem sei der Blaufränkisch als mittel- und spätreifende Traube nicht so krankheitsanfällig, also insgesamt pflegeleicht. Und im Ergebnis bringt er Körper ins Glas, Druck an den Gaumen, gleichzeitig aber – und das betont Pia Strehn wiederholt – besäße er „keine plakative Frucht“.  Insofern verbindet diese Würze das südliche Burgenland dann doch auf eine schöne Weise mit dem Norden, wo der Grüne Veltliner im Weinviertel das typische „Pfefferl“ in die Nase zaubert. Magie oder Maggi? Purple Rain im Glas Etwas weiter zurück in Richtung Ortskern liegt das Weingut Ernst. Seit 2005 hat sich Bernhard Ernst hier ernsthaften Weinen verschrieben, wie er auf seiner Homepage betont. Und natürlich findet sich hier auf den 12 Hektar auch der Blaufränkisch wieder. &#8222;Die Blaufränkisch-Traube kann – angefangen von Rosé über klassische Ortsweine bis hin zu vollkommenen Premium-Weinen – alles abdecken&#8220;, gerät der Winzer ins Schwärmen und setzt sein Loblied fort: &#8222;Es ist für mich eindeutig die beste Rotweinsorte, um das Terroir perfekt zu transportieren.&#8220; Die DAC Mittelburgenland stehe für ihn generell für &#8222;qualitativ sehr hochwertigen Wein in allen Segmenten.&#8220; Ein Paradebeispiel dafür ist sicherlich sein „Blaufränkisch Alte Reben“. Für rund 15 Euro bekommt man eine Menge geboten: Zunächst färbt ein fast undurchdringliches Purpur mein Glas dunkel. Und dann ist es auch sofort präsent, das typische Blaufränkisch-Aroma: Veilchen, Brombeere, etwas Cassis. Am Gaumen dann die bleibenden Erinnerungen an den Ausbau im Eichenfass, vielleicht auch ein Hauch Vanille. Womöglich hätte ich den 2023er Jahrgang auch noch das eine oder andere Jahr im Keller lagern können, kommt er zugleich doch auch noch etwas ungestüm daher. Zu einem Hüftsteak vom Rind aber die absolut richtige Begleitung. Blaufränkisch und Karl der Große: Eine historische Rebsortenreise In Deutschland ist Blaufränkisch übrigens unter dem Namen Lemberger bekannt. Der Begriff geht zurück auf die slowenische Stadt Lemberg in der Untersteiermark, aus der Ende des 19. Jahrhunderts rauhe Mengen an Wein dieser Sorte nach Deutschland exportiert wurden. Nach aktuellem Stand der Forschung stammt der Blaufränkisch wohl aber aus der Thermenregion, südlich von Wien. Ins Burgenland kam die Rebe aber schon gute neun bis zehn Jahrhunderte zuvor. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei Karl der Große. Der Herrscher war großer Bewunderer des Weines im Allgemeinen. Dabei trank er, anders als beispielsweise Ludwig XIV., stets maßvoll und verabscheute Trunkenheit. Jedenfalls geht auf Karl den Großen eine grundsätzliche Trennung von Rebsorten zurück: die Minderwertigen, meist aus dem Osten stammend, wurden als „heunisch“/„hunnisch“, die (aus seiner Sicht) qualitativ hochwertigen als „fränkisch“ bezeichnet. Aus dieser Kategorisierung dürfte der Blaufränkisch hervorgegangen sein. Sopron statt Sopran – ein Lobgesang auf die pannonische Perle Und weil wir gerade so schön mit den Bezeichnungen jonglieren und auch langsam zum Ende kommen wollen, erzähle ich nun noch, dass man auf der Rückfahrt aus dem Mittelburgenland nach Wien ganz hervorragend im wirklich anmutigen Sopron (deutsch: Ödenburg) aussteigen kann. Das gleichnamige Weinanbaugebiet Ungarns streckt sich wie eine Zunge ins Burgenland hinein. Auch hier ist die Leitsorte Blaufränkisch, die diesseitig aber auf den Namen Kekfrankos hört. Renommierte Weingüter sind Pfneiszl Birtok oder Bónis-Reitter. Überflüssig zu erwähnen, dass das Preisniveau aus Geldbörsen-Sicht hier zu spontanen Lustkäufen anregt (zum Beispiel eine Flasche Tokajer bei Spar, her damit!). Zurück am Wiener Hauptbahnhof zeige ich mich dankbar für die klimatisierte Haupthalle und begebe mich direkt auf die Suche nach einer Magnumflasche Cola Zero – selbst als hitzeerprobter Jogger steckt mir der Glutofen der vergangenen Stunden noch etwas in den Knochen. Auch eine Erfahrung. Aber der Herbst kommt schneller, als man denkt, und das Ende der Sommerzeit ist ja quasi synonym mit dem Beginn der Rotweinzeit. Und spätestens dann werde ich mir, bevor ich abends mit Wärmflasche und Wollsocken vor dem Fernseher darbe, den mittelburgenländischen Sommer mit einem Glas Blaufränkisch zurückholen. Zum Woi!</p>
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<p>Blickt man von Norddeutschland aus hinunter ins Weinbauland Österreich, bleibt das Auge oft im Weinviertel hängen: ein Schlaraffenland, in dem die Donau nicht aus Wasser, sondern Grünem Veltliner zu bestehen scheint. Hie und da, zwischen Wiesen aus Wachauer Marillenknödeln, fließt vielleicht noch ein Bächlein mit Riesling oder Pinot durch die Landschaft.</p>



<p>Dabei lohnt es sich durchaus, über die Bundeshauptstadt Wien und die hiesigen Gemischten Sätze hinweg bis ins Burgenland an die ungarische Grenze zu gucken. Denn diese Ecke des Landes ist – um mich eines Hamburger Idioms zu bemühen – ein <em>ganz anderer Schnack</em>. Durch das pannonische Klima sind die Sommer hier deutlich heißer als im Rest der Republik. Insofern geben im äußersten Südosten die roten Sorten Blaufränkisch und Zweigelt den Ton an, während der Grüne Veltliner im Rebsortenspiegel mit einem Anteil von unter zehn Prozent nur auf Platz drei kommt (in Niederösterreich stellt er dagegen jede zweite Rebe). Rund um den Neusiedler See kommen Süßwein-Fans natürlich auch auf ihre Kosten: Neblig-kühle Morgen sind ideale Edelfäule-Bedingungen – ein Pilz (Botrytis), den sich die Winzer auf der ungarischen Seite unter anderem für ihren Tokaji Aszú zunutze machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-1024x1024.jpeg" alt="Blaufränkischreben in der DAC Mittelburgenland" class="wp-image-1268" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1309-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tapfer trotzen diese Blaufränkisch-Reben der unerbittlichen Sonne.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Hier regiert Blaufränkisch – die &#8222;Queen of Rosé&#8220; macht den Hofstaat komplett</h2>



<p>Alles andere als <em>edelfaul</em> springe ich jedenfalls am Wiener Hauptbahnhof in den Zug Richtung Mittelburgenland. Das Mittelburgenland ist eine von sechs DACs (Districtus Austria Controllatus, die Herkunftsbezeichnung für Qualitätswein) im Burgenland. Und überraschenderweise sind alle sechs Appellationen doch recht unterschiedlich: Während beispielsweise in Rosalia versucht wird, den Winzern in der Provence in Sachen Rosé Konkurrenz zu machen, steht Ruster Ausbruch für Süßweine und Leithaberg wiederum für Weißweine aus Chardonnay oder Grünem Veltliner. Das Mittelburgenland jedenfalls trägt den Spitznamen „Blaufränkischland“ – und spätestens jetzt weiß man auch, was einen für gewöhnlich hier erwartet: kräftige, rote Weine aus ebendieser Sorte. Ich schreibe <em>für gewöhnlich</em>, denn ich habe mich hier mit Pia Strehn verabredet, die zwar für Blaufränkisch-Weine steht, vor allem aber mit ihren Rosés für Furore sorgt, was ihr nicht zu Unrecht den Beinamen „Queen of Rosé“ eingebracht hat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-1024x1024.jpeg" alt="Das Ortsschild von Deutschkreutz" class="wp-image-1267" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1311-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Deutschkreutz: Drehkreuz für Blaufränkisch</figcaption></figure>



<p>Und, offen gestanden, stimmt mich die Aussicht auf gekühlten Rosé auch milde, als ich den Bahnsteig in Deutschkreutz an diesem Augusttag bei 35 Grad im Schatten betrete (den Zusatz kann man sich hier übrigens sparen, hier ist kein Schatten, nirgendwo). Erinnerungen an ein Amarone-Tasting im Valpolicella-Gebiet vor acht Jahren werden wach, wo ich bei ähnlichen Temperaturen meine erste E-Bike-Erfahrung gemacht habe … nicht zu empfehlen.<br>Sehr zu empfehlen ist dagegen, sich in ländlichen Gegenden <em>vor</em> Reiseantritt mit der Route zu beschäftigen. Die Netzabdeckung ist manchmal eine Lotterie, aber ein gut aufgelegter Schutzmann weist mir sicher den Weg durch das gleißende Licht zum Weingut Strehn, das am Ende der Ortsstraße einen deutlich mondänen Ton ins beschauliche Deutschkreutz bringt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-1024x1024.jpeg" alt="Traubengucker-Redakteur Pascal Strehler und Winzerin Pia Strehn" class="wp-image-1266" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1314-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Elefant im Raum (unten, mittig) mit Pia Strehn und mir.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Von rosa Elefanten und der Magie des Mittelburgenlandes</h2>



<p>Verschiedene Weine <a href="https://www.strehn.at">Pia Strehns</a> wurden bereits mehrfach als „Bester Rosé Österreichs“ ausgezeichnet, unter anderem von <a href="https://www.falstaff.com/de">Fa</a><a href="https://www.falstaff.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">l</a><a href="https://www.falstaff.com/de">staff</a> oder <a href="https://www.meininger.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Meininger</a>. Und auch ich finde, dass ihr Premium-Rosé „Der Elefant im Porzellanladen“ mit zu dem Besten gehört, was ich an rosafarbenen Weinen bislang probieren durfte. Sechs Monate reift dieser aus 100 Prozent Blaufränkisch bestehende Wein im Holzfass und bringt nicht nur ordentlich Grip an den Gaumen, sondern auch ein feines Vanille-Aroma in die Nase. Schon das leuchtende Orange im Glas zeigt an, dass uns hier kein gewöhnlicher Rosé erwartet, sondern wir eine ernst zu nehmende Richtung einschlagen. Am Tisch mit Pia Strehn erwähne ich jedenfalls, dass mich die Farbe spontan an einen echten Rosé-Klassiker erinnert: den Cru Classé Rosé von <a href="https://www.clos-cibonne.com/gb/accueil.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Clos Cibonne</a> aus der Rebsorte Tibouren. Prompt fällt mir die Winzerin ins Wort und berichtet von ihrem Erweckungserlebnis als junge Frau in der Provence,&nbsp;als sie genau diesen Wein dort erstmals erleben durfte – und fortan die Vision hatte, aus dem elterlichen, Blaufränkisch-treuen Winzerbetrieb einen ähnlichen Zauber zu erzeugen. Hat geklappt.</p>



<p>Apropos Zauber und damit zurück zur Region, frage ich Pia Strehn, was genau die DAC Mittelburgenland hier ausmache. „Das Mittelburgenland liegt einfach magisch“, erklärt sie mir: „Im Norden, Süden und Westen sind wir durch drei Hügelketten geschützt, die kalte Winde und Unwetter abhalten. Und vom Osten her fließt die warme Luft vom Neusiedler See ein.“ Hinzu kämen sehr unterschiedliche Böden wie Sand, Lehm, Schotter, aber auch Kalk, die viele Möglichkeiten zum Ausprobieren böten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-1024x1024.jpeg" alt="Ein Schild mit dem Aufdruck &quot;Blaufränkisch im Blut und die Sonne im Herzen&quot;" class="wp-image-1265" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1329-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blaufränkisch als Lebenskonzept – im Mittelburgenland geht nichts ohne die Rebe. Auch der örtliche Fußballverein hat den Zusatz <a href="https://vereine.oefb.at/FcDeutschkreutz/Strategie-des-FC-Blaufraenkisch-Deutschkreutz-2025.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FC <em>Blaufränkisch</em> Deutschkreutz</a> mit in seinen Namen aufgenommen – Trauben zieren das Wappen seit ehedem.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Blaufränkisch: Schönling mit Substanz</h2>



<p>Nun ist „Der Elefant im Porzellanladen“ mit gut 30 Euro kein Dienstagabend-Wein, dafür aber ein Tropfen, mit dem man essenstechnisch auch schwerere Geschütze aus rotem Fleisch, etwa ein Steak oder gar Wild, flankieren kann. Die Einstiegsvariante „Blaufränkisch Rosé“ (kein Holzausbau) aus ebenso 100 Prozent Blaufränkisch gibt es schon für einen Zehner zu haben und bietet einen guten Einstieg in die Rebsorte der Region mit einem Fruchtspektrum von Erdbeere bis Blutorange.</p>



<p>Bleiben wir aber noch kurz beim Blaufränkisch, der hier in der Region, aber auch im Weingut Strehn, eine so gewichtige Rolle spielt. Warum ist Blaufränkisch hier einfach die ideale Sorte? „Weil Blaufränkisch jeden Beauty-Contest im Weingarten gewinnt“, antwortet die Winzerin und führt aus: „Er ist immer der Schönste, wächst komplett gerade und hat dunkle, große Blätter, die die Trauben vor der Sonne schützen.“<br><br>Und das erfahre ich an diesem August-Tag ja am eigenen Leib: Sind die Sommer im Burgenland schon jetzt knallheiß und sonnenintensiv, wird der Klimawandel künftig noch weiter an der Kurbel drehen. Zudem sei der Blaufränkisch als mittel- und spätreifende Traube nicht so krankheitsanfällig, also insgesamt pflegeleicht. Und im Ergebnis bringt er Körper ins Glas, Druck an den Gaumen, gleichzeitig aber – und das betont Pia Strehn wiederholt – besäße er „keine plakative Frucht“.  Insofern verbindet diese Würze das südliche Burgenland dann doch auf eine schöne Weise mit dem Norden, wo der Grüne Veltliner im Weinviertel das typische „Pfefferl“ in die Nase zaubert. Magie oder Maggi?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-1024x1024.jpeg" alt="Das Rathaus von Deutschkreutz" class="wp-image-1269" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1305-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Touristen aus Gelsenkirchen dürften beim Anblick des Deutschkreutzer Rathauses Heimatgefühle bekommen.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Purple Rain im Glas</h2>



<p>Etwas weiter zurück in Richtung Ortskern liegt das <a href="https://www.weinguternst.at">Weingut Ernst</a>. Seit 2005 hat sich Bernhard Ernst hier <em>ernst</em>haften Weinen verschrieben, wie er auf seiner Homepage betont. Und natürlich findet sich hier auf den 12 Hektar auch der Blaufränkisch wieder. &#8222;Die Blaufränkisch-Traube kann – angefangen von Rosé über klassische Ortsweine bis hin zu vollkommenen Premium-Weinen – alles abdecken&#8220;, gerät der Winzer ins Schwärmen und setzt sein Loblied fort: &#8222;Es ist für mich eindeutig die beste Rotweinsorte, um das Terroir perfekt zu transportieren.&#8220; Die DAC Mittelburgenland stehe für ihn generell für &#8222;qualitativ sehr hochwertigen Wein in allen Segmenten.&#8220;<br><br>Ein Paradebeispiel dafür ist sicherlich sein „Blaufränkisch Alte Reben“. Für rund 15 Euro bekommt man eine Menge geboten: Zunächst färbt ein fast undurchdringliches Purpur mein Glas dunkel. Und dann ist es auch sofort präsent, das typische Blaufränkisch-Aroma: Veilchen, Brombeere, etwas Cassis. Am Gaumen dann die bleibenden Erinnerungen an den Ausbau im Eichenfass, vielleicht auch ein Hauch Vanille. Womöglich hätte ich den 2023er Jahrgang auch noch das eine oder andere Jahr im Keller lagern können, kommt er zugleich doch auch noch etwas ungestüm daher. Zu einem Hüftsteak vom Rind aber die absolut richtige Begleitung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-1024x1024.jpeg" alt="Eine Flasche &quot;Blaufränkisch Alte Reben&quot; vom Weingut Ernst aus Deutschkreutz steht auf einem Küchentisch." class="wp-image-1263" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/D0D949CD-0CEA-4A74-95C1-9C0F101B5265-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jetzt wird’s Ernst: der Blaufränkisch Alte Reben aus Deutschkreutzer Lagen.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Blaufränkisch und Karl der Große: Eine historische Rebsortenreise</h2>



<p>In Deutschland ist Blaufränkisch übrigens unter dem Namen Lemberger bekannt. Der Begriff geht zurück auf die slowenische Stadt Lemberg in der Untersteiermark, aus der Ende des 19. Jahrhunderts rauhe Mengen an Wein dieser Sorte nach Deutschland exportiert wurden. Nach aktuellem Stand der Forschung stammt der Blaufränkisch wohl aber aus der <a href="https://traubengucker.de/regionen/einfach-mal-runterkommen-weine-aus-der-thermenregion/">Thermenregion</a>, südlich von Wien.<br><br>Ins Burgenland kam die Rebe aber schon gute neun bis zehn Jahrhunderte zuvor. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei Karl der Große. Der Herrscher war großer Bewunderer des Weines im Allgemeinen. Dabei trank er, anders als beispielsweise Ludwig XIV., stets maßvoll und verabscheute Trunkenheit. Jedenfalls geht auf Karl den Großen eine grundsätzliche Trennung von Rebsorten zurück: die Minderwertigen, meist aus dem Osten stammend, wurden als „heunisch“/„hunnisch“, die (aus seiner Sicht) qualitativ hochwertigen als „fränkisch“ bezeichnet. Aus dieser Kategorisierung dürfte der Blaufränkisch hervorgegangen sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sopron statt Sopran – ein Lobgesang auf die pannonische Perle</h2>



<p>Und weil wir gerade so schön mit den Bezeichnungen jonglieren und auch langsam zum Ende kommen wollen, erzähle ich nun noch, dass man auf der Rückfahrt aus dem Mittelburgenland nach Wien ganz hervorragend im wirklich anmutigen Sopron (deutsch: Ödenburg) aussteigen kann. Das gleichnamige Weinanbaugebiet Ungarns streckt sich wie eine Zunge ins Burgenland hinein. Auch hier ist die Leitsorte Blaufränkisch, die diesseitig aber auf den Namen Kekfrankos hört. Renommierte Weingüter sind <a href="https://pfneiszl.hu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pfneiszl Birtok</a> oder <a href="https://bonis-reitter.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bónis-Reitter</a>. Überflüssig zu erwähnen, dass das Preisniveau aus Geldbörsen-Sicht hier zu spontanen Lustkäufen anregt (zum Beispiel eine Flasche Tokajer bei Spar, her damit!).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-1024x1024.jpeg" alt="Altstadt von Sopron" class="wp-image-1264" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG_1337-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pizza, Cola und ein Glas Kekfrankos, inklusive Trinkgeld, für 16 Euro. Ich komme wieder.</figcaption></figure>



<p>Zurück am Wiener Hauptbahnhof zeige ich mich dankbar für die klimatisierte Haupthalle und begebe mich direkt auf die Suche nach einer Magnumflasche Cola Zero – selbst als hitzeerprobter Jogger steckt mir der Glutofen der vergangenen Stunden noch etwas in den Knochen. Auch eine Erfahrung. </p>



<p>Aber der Herbst kommt schneller, als man denkt, und das Ende der Sommerzeit ist ja quasi synonym mit dem Beginn der Rotweinzeit. Und spätestens dann werde ich mir, bevor ich abends mit Wärmflasche und Wollsocken vor dem Fernseher darbe, den mittelburgenländischen Sommer mit einem Glas Blaufränkisch zurückholen. Zum Woi!</p>
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		<title>Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2025 12:12:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&#160; Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse! Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre VDP.Große Lage wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&#160; „Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein) Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden. Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&#160; Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges! Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer. &#160;Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das Bürgerspital diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&#160; Einer, der nach Einersheim fährt Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren. Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische Weingut Gamm auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte! Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin Rotling hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann. Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga? Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen). Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer). Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von Rainer Sauer kleben.&#160; Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag. Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig. Nach Nordheim auf die Weininsel Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung. Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die Dorfbäckerei Weinhöfle vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der Terroir f Aussichtsplattform auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen). Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).Die hiesige Winzergenossenschaft kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&#160; Voll karacho nach Volkach&#160; Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&#160; Apropos: In Volkach selbst steht das „Haus der Quitte“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt. Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&#160; Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim Weingut Zur Schwane gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert. Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „Der Bocksbeutel“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans) Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&#160; Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>
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<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&nbsp;</p>



<p>Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg" alt="Gemüsestände auf dem Würzburger Marktplatz" class="wp-image-1069" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier gibt es nicht nur Spargel zum Silvaner zu kaufen: Der Marktplatz in Würzburgs Altstadt ist Dreh- und Angelpunkt für Connoisseure.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht</strong></h2>



<p>Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre <a href="https://www.vdp.de/de/die-weine/weinbergonline/region/franken">VDP.Große Lage</a> wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein)</p>
</blockquote>



<p>Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden.</p>



<p>Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf den Randersackerer Teufelskeller." class="wp-image-1048" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bocksbeutel für den Beelzebub: der Randersackerer Teufelskeller.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges!</strong></h2>



<p>Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer.</p>



<p>&nbsp;<br>Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinshop/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPyGUf5OqBA2Yldv9oisTwRLg&amp;gclid=Cj0KCQjwoZbBBhDCARIsAOqMEZXgHq0Rxu5WOJsJxZBgFGWS8jv_PYenTzPerdTnggv6Q4RPLdt535waAsqMEALw_wcB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspital</a> diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einer, der nach Einersheim fährt</strong></h2>



<p>Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Markt Einersheim" class="wp-image-1050" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Fuße des Steigerwalds liegen die Weinberge Markt Einersheims auf Gipskeuper-Böden.</figcaption></figure>



<p>Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische <a href="https://www.weingut-gamm.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Gamm</a> auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte!</p>



<p>Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling</a> hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga</strong>?</h2>



<p>Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen).</p>



<p>Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf Escherndorf" class="wp-image-1044" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der kürzeste Weg ins Dorf ist nicht immer der sicherste. Die VDP.Erste Lage Escherndorfer Lump ist teilweise eine Steillage.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg" alt="Ein Schild im Weinberg, das zur Mäßigung aufruft." class="wp-image-1046" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wenige Schritte später wird man direkt zur Mäßigung aufgerufen.</figcaption></figure>



<p>Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von <a href="https://weingut-rainer-sauer.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Sauer</a> kleben.&nbsp;</p>



<p>Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag.</p>



<p>Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Bocksbeutelstraße&quot;" class="wp-image-1066" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Bocksbeutelstraße im fränkischen Escherndorf &#8211; Straße der Träume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg" alt="Ich trinke ein Glas im Weingut Sauer" class="wp-image-1042" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Bitte stören Sie den Künstler nicht bei der Arbeit.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nach Nordheim auf die Weininsel</strong></h2>



<p>Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung.</p>



<p>Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die <a href="https://www.weinschleifencafe.de/dorfbaeckerei.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dorfbäckerei Weinhöfle</a> vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der <a href="https://www.fraenkisches-weinland.de/poi/terroir_f-ein_magischer_ort_am-40703/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Terroir f Aussichtsplattform</a> auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg" alt="Die &quot;Frankonia&quot; auf dem Kreuzberg auf der Maininsel" class="wp-image-1041" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die fränkische Interpretation vom Sturm auf die Bastille: Statt &#8222;Marianne&#8220; thront &#8222;Frankonia&#8220; über dem Kreuzberg auf der Maininsel – mit Bocksbeutel statt Bajonett, logisch.</figcaption></figure>



<p>Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).<br>Die hiesige <a href="https://www.winzer-sommerach.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft</a> kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Zum Katzenkopf&quot;" class="wp-image-1065" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wäre in der fränkischen Monopoly-Ausgabe so eine Art Schlossallee.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Voll karacho nach Volkach&nbsp;</strong></h2>



<p>Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&nbsp;</p>



<p>Apropos: In Volkach selbst steht das „<a href="https://www.haus-der-quitte.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haus der Quitte</a>“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt.</p>



<p>Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&nbsp;</p>



<p>Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim <a href="https://www.schwane-weingut.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Zur Schwane</a> gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg" alt="Das GG &quot;Am Lumpen 1655&quot; von Schwane" class="wp-image-1064" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das GG &#8222;Am Lumpen 1655&#8220; von Schwane (die massive Speisekarte wiegt ähnlich viel wie die volle Flasche)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg" alt="Der Marktplatz in Volkach" class="wp-image-1040" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwischen Aperol, Stachelbeertorte und Rentnern auf E-Bikes: der Marktplatz in Volkach</figcaption></figure>



<p>Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „<a href="https://www.der-bocksbeutel.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Bocksbeutel</a>“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans)</strong></h2>



<p>Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/mainschleifenbahn-wird-reaktiviert-strecke-volkach-wuerzburg,USUhjwk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerische Rundfunk</a> berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&nbsp;</p>



<p>Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Die Euganeischen Hügel: Weine direkt an der Quelle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 10:10:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt sie noch immer: Weinregionen in Italien, die man auf der Landkarte erstmal finden und selbstbewusst einkreisen muss. Die Euganeischen Hügel (Italienisch: colli euganei) zählen sicherlich dazu. Anzutreffen ist die zu Venetien gehörende Hügelgruppe südwestlich der Stadt Padua, kurz bevor der Po die natürliche Grenze zur Emilia-Romagna bildet. Namentlich wird sich auf das Volk der Eugeneer bezogen, das sich noch vor den Venetern auf der Ecke breitmachte. Klar, im Schutz der Alpen im Norden und unweit der Adria lässt es sich gut aushalten. Quasi als besonderes Schmankerl kommt hinzu, dass das Gebiet durch seine geothermischen Aktivitäten heiße Quellen generiert (welche aber wohl erst von den Römern genutzt wurden). Dies führte unter anderem dazu, dass die Euganeischen Hügel heute – neben ihrer Funktion als Naturpark – auch für ihre Kurorte wie Abano oder Montegrotto bekannt sind.&#160; Breite Palette an Sorten und Stilen Auch weinbautechnisch sitzt man hier quasi direkt an der Quelle. Sehr unterschiedliche Zusammensetzungen der Böden auf wenig Hektar machen die Arbeit für die Winzerinnen und Winzer so lukrativ wie besonders. Das Weingut Il Pianzio hat seinen Sitz mitten im Parco Regionale dei Colli Euganei. Umgeben ist es dort idyllisch von Wein, Oliven und Zypressen. Dazu gesellen sich die charakteristischen grünen Hügel, die wie aus Steckschaum in die Landschaft modelliert zu sein scheinen.&#160; Stellvertretend für die Region bietet das Haus eine ganze Breite an Weinen und Stilistiken an. Von leichtfüßigen Weißweinen (etwa Weißburgunder) und prickelnden Perlweinen in weiß und rosé geht es über markante Rotweine (vor allem aus den Bordelaiser Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon) bis hin zum bekanntesten Wein der Colli Euganei: der Fior d’Arancio, ein süßer Schaumwein mit DOCG-Siegel. Laura Selmin vom Weingut gerät bei dem Schäumer regelrecht ins Schwärmen: &#8222;Hier haben wir einen Wein, in dem die Düfte der Orangenblüte am besten zum Ausdruck kommen. Sicherlich ein süßer Wein. Aber dank eines guten Gleichgewichts zwischen Süße und Säure wirkt er nicht süßlich. Im Gegenteil: Ein angenehmer Wein, der sich sehr gut auch für herzhafte Kombinationen eignet, wie zum Beispiel mit einem weichen Ziegenkäse.&#8220; Orangen im Glas und ein seltener Halb-Sizilianer Gekeltert wird der Fior d’Arancio aus der Traube Gelber Muskateller. Diese ursprünglich griechische Rebsorte bringt würzig-aromatische Weine ins Glas und wird seit eh und je in den Euganeischen Hügeln angebaut. Entsprechend wird der Gelbe Muskateller &#8211; nicht nur im Hause Pianzio &#8211; auch trocken zu Stillwein oder nach Rosinierung der Trauben zu Dessertwein verarbeitet. Eine ähnlich große Range an Rebsorten hat das Weingut Ca Lustra Zanovello, gute sechs Kilometer von Il Pianzo in Richtung Südwesten entfernt, in seinem Portfolio. Zusätzlich sticht hier der Süßwein Nero Musqué hervor. Er wird aus der seltenen und fast verloren gegangenen Rebsorte Schwarzer Muskateller (Moscato Nero) gemacht. Allerdings findet die Produktion nicht hier in den Euganeischen Hügeln statt, sondern auf Sizilien. Auf der Mittelmeerinsel ist das Weingut mit der Universität Palermo und dem dortigen Regionalen Institut für Wein und Öl (IRVO) eine Zusammenarbeit zur Rettung dieser alten Sorte eingegangen. Tatsächlich stammen die mittlerweile auf Sizilien angebauten Rebstöcke mit Schwarzem Muskateller aus einer Handvoll Knospen, die Anfang der 2000er in den Euganeischen Hügeln gerettet wurden. Klingt kitschiger als ein Sat.1.-Film, ist aber wahr. Grund für den Transfer auf die Insel war, dass die Bestäubung in den Euganeischen Hügeln nicht immer zuverlässig funktionierte. Auf Sizilien fand man weitaus günstigere Bedingungen für die anspruchsvolle Rebsorte: &#8222;Im Laufe der Zeit haben wir die Produktion ausgeweitet, was durch die ständige Meeresbrise begünstigt wird: Wir befinden uns auf den Hügeln über dem Golf von Castellammare&#8220;, sagt Linda Zanovello vom Weingut und fügt ein besonderes Zusammenspiel aus Klima und Rebsorte an: &#8222;Wenn die Trauben ihre Reife erreichen, verwelken sie innerhalb weniger Tage und geben uns einen süßen, aber ausgewogenen, intensiven und komplexen Geschmack.&#8220; Die große Bodenoffensive der Euganeischen Hügel Gemeinsam haben Sizilien und die Euganeischen Hügel jedenfalls die teilweise aus vulkanischer Erde bestehenden Böden. Ein Qualitätsmerkmal der Colli Euganei ist aber sicherlich, dass auf wenigen Hektar ganz unterschiedliche Bodenzusammensetzungen anzutreffen sind. &#8222;Gerade weil wir unterschiedliche Böden und Klimazonen haben, gibt es viele – vielleicht zu viele – Sorten, die gute Ergebnisse liefern&#8220;, meint Linda Zanovello und schwört vor allem auf Weißen und Gelben Muskateller, Garganega, aber auch die ausgefalleneren Sorten Manzoni Bianco und Tai Bianco. &#8222;Das Ergebnis ist aufgrund der Kombination von Rebe, Boden und Klima sicherlich unterschiedlich, aber ich finde, genau das ist der Reichtum der Euganeischen Hügel: Jedes Mal, wenn man sich bewegt, auch wenn es nur ein paar Meter sind, entdeckt man andere Facetten.&#8220; Wer sich für die verschiedenen Lagen des Weinguts interessiert, der kann sich auf dieser interaktiven Karte eine Übersicht verschaffen. Auch auf dem Weingut Il Pianzio wird durch diese Voraussetzungen für jede Rebe der richtige Ort gefunden: &#8222;Ein Teil der Weinberge befindet sich an den Hängen des Monte Rua im Pianzio-Tal, wo sich die Kellerei befindet&#8220;, erklärt Laura Selmin und ergänzt: &#8222;Hier haben wir sicherlich sehr mineralische Böden, die reich an vulkanischem Mergel sind.&#8220; Serprino Frizzante &#8211; das perlt Schließlich gebe es in der zum Weingut gehörenden Anbaufläche noch Ausläufer, die in geringerem Maße mineralisch sind, einige sedimentäre Bereiche und Weinberge in der Ebene mit &#8222;sehr organischen und nährstoffreichen Böden&#8220;. Macht insgesamt eine Auswahl von 20 Rebsorten.&#160; Unter diesen 20 Rebsorten anzutreffen ist auch Glera. Vor allem bekannt ist Glera als Prosecco-Traube, die nahezu ausschließlich im Nordosten Italiens (Venetien und Friaul) verbreitet ist. Bis Ende 2009 hieß sie sogar Prosecco, wurde aus Gründen des Gebietsschutzes aber umbenannt. Ein Synonym für Glera ist jedenfalls Serprina. Und mit einer Vokalwandlung kommt die Traube als Serprino in den Colli Euganei häufig ins Glas beziehungsweise die Flasche. Wie beim Prosecco bringt Glera vor allem mit leichter Perlage noch etwas mehr Freude ins Glas. Der Serprino geht hier als Frizzante, also Halbschäumer (Perlwein), über die Theke. Und für wen die Euganeischen Hügel bislang böhmische Dörfer waren, der fängt am besten mit diesem Wein an (so ist es mir übrigens auch ergangen). Ein herrlich leichtes Terrassen-Gesöff, man möchte es direkt der Frau aus der Raffaelo-Werbung in Hand drücken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/die-euganeischen-huegel-weine-direkt-an-der-quelle/">Die Euganeischen Hügel: Weine direkt an der Quelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Es gibt sie noch immer: Weinregionen in Italien, die man auf der Landkarte erstmal finden und selbstbewusst einkreisen muss. Die Euganeischen Hügel (Italienisch: colli euganei) zählen sicherlich dazu. Anzutreffen ist die zu Venetien gehörende Hügelgruppe südwestlich der Stadt Padua, kurz bevor der Po die natürliche Grenze zur Emilia-Romagna bildet.</p>



<p>Namentlich wird sich auf das Volk der Eugeneer bezogen, das sich noch vor den Venetern auf der Ecke breitmachte. Klar, im Schutz der Alpen im Norden und unweit der Adria lässt es sich gut aushalten. Quasi als besonderes Schmankerl kommt hinzu, dass das Gebiet durch seine geothermischen Aktivitäten heiße Quellen generiert (welche aber wohl erst von den Römern genutzt wurden). Dies führte unter anderem dazu, dass die Euganeischen Hügel heute – neben ihrer Funktion als Naturpark – auch für ihre Kurorte wie Abano oder Montegrotto bekannt sind.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Breite Palette an Sorten und Stilen</h2>



<p>Auch weinbautechnisch sitzt man hier quasi direkt an der Quelle. Sehr unterschiedliche Zusammensetzungen der Böden auf wenig Hektar machen die Arbeit für die Winzerinnen und Winzer so lukrativ wie besonders. Das Weingut <a href="https://www.ilpianzio.it" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Il Pianzio</a> hat seinen Sitz mitten im Parco Regionale dei Colli Euganei. Umgeben ist es dort idyllisch von Wein, Oliven und Zypressen. Dazu gesellen sich die charakteristischen grünen Hügel, die wie aus Steckschaum in die Landschaft modelliert zu sein scheinen.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1024x1024.jpeg" alt="Die Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia in Galzignano Terme." class="wp-image-825" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia in Galzignano Terme ist gleichzeitig auch das Firmenlogo von Il Pianzio.</figcaption></figure>



<p>Stellvertretend für die Region bietet das Haus eine ganze Breite an Weinen und Stilistiken an. Von leichtfüßigen Weißweinen (etwa Weißburgunder) und prickelnden Perlweinen in weiß und rosé geht es über markante Rotweine (vor allem aus den <a href="https://traubengucker.de/regionen/stierblut-saufen-bis-die-bullen-kommen/">Bordelaiser Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon</a>) bis hin zum bekanntesten Wein der Colli Euganei: der Fior d’Arancio, ein süßer Schaumwein mit DOCG-Siegel.</p>



<p>Laura Selmin vom Weingut gerät bei dem Schäumer regelrecht ins Schwärmen: &#8222;Hier haben wir einen Wein, in dem die Düfte der Orangenblüte am besten zum Ausdruck kommen. Sicherlich ein süßer Wein. Aber dank eines guten Gleichgewichts zwischen Süße und Säure wirkt er nicht süßlich. Im Gegenteil: Ein angenehmer Wein, der sich sehr gut auch für herzhafte Kombinationen eignet, wie zum Beispiel mit einem weichen Ziegenkäse.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1024x1024.jpeg" alt="Blick vom Weingut Il Pianzio auf die Landschaft der Euganeischen Hügel und die Kirche Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia." class="wp-image-826" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Das, mein Sohn, wird eines Tages Dir gehören.&#8220; Ob dieser Satz jemals im Weingut Il Pianzio gefallen ist, ist nicht überliefert. Dennoch ist das der herrschaftliche Blick vom Eingang aus.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Orangen im Glas und ein seltener Halb-Sizilianer</h2>



<p>Gekeltert wird der Fior d’Arancio aus der Traube Gelber Muskateller. Diese ursprünglich griechische Rebsorte bringt würzig-aromatische Weine ins Glas und wird seit eh und je in den Euganeischen Hügeln angebaut. Entsprechend wird der Gelbe Muskateller &#8211; nicht nur im Hause Pianzio &#8211; auch trocken zu Stillwein oder nach Rosinierung der Trauben zu Dessertwein verarbeitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1024x1024.jpeg" alt="Der Fior d'Arancio passito und der Nero Musqué von Ca Lustra." class="wp-image-828" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei süße Typen: der Fior d&#8217;Arancio passito und der Nero Musqué von Ca Lustra.</figcaption></figure>



<p>Eine ähnlich große Range an Rebsorten hat das Weingut <a href="https://calustra.it/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ca Lustra Zanovello</a>, gute sechs Kilometer von Il Pianzo in Richtung Südwesten entfernt, in seinem Portfolio. Zusätzlich sticht hier der Süßwein Nero Musqué hervor. Er wird aus der seltenen und fast verloren gegangenen Rebsorte Schwarzer Muskateller (Moscato Nero) gemacht. Allerdings findet die Produktion nicht hier in den Euganeischen Hügeln statt, sondern auf Sizilien. Auf der Mittelmeerinsel ist das Weingut mit der <a href="https://www.unipa.it/target/international-students/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Palermo</a> und dem dortigen <a href="https://www.irvos.it/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Regionalen Institut für Wein und Öl (IRVO)</a> eine Zusammenarbeit zur Rettung dieser alten Sorte eingegangen. Tatsächlich stammen die mittlerweile auf Sizilien angebauten Rebstöcke mit Schwarzem Muskateller aus einer Handvoll Knospen, die Anfang der 2000er in den Euganeischen Hügeln gerettet wurden. Klingt kitschiger als ein Sat.1.-Film, ist aber wahr.<br><br>Grund für den Transfer auf die Insel war, dass die Bestäubung in den Euganeischen Hügeln nicht immer zuverlässig funktionierte. Auf Sizilien fand man weitaus günstigere Bedingungen für die anspruchsvolle Rebsorte: &#8222;Im Laufe der Zeit haben wir die Produktion ausgeweitet, was durch die ständige Meeresbrise begünstigt wird: Wir befinden uns auf den Hügeln über dem Golf von Castellammare&#8220;, sagt Linda Zanovello vom Weingut und fügt ein besonderes Zusammenspiel aus Klima und Rebsorte an: &#8222;Wenn die Trauben ihre Reife erreichen, verwelken sie innerhalb weniger Tage und geben uns einen süßen, aber ausgewogenen, intensiven und komplexen Geschmack.&#8220; <br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die große Bodenoffensive der Euganeischen Hügel</h2>



<p>Gemeinsam haben Sizilien und die Euganeischen Hügel jedenfalls die teilweise aus vulkanischer Erde bestehenden Böden. Ein Qualitätsmerkmal der Colli Euganei ist aber sicherlich, dass auf wenigen Hektar ganz unterschiedliche Bodenzusammensetzungen anzutreffen sind. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1024x1024.jpeg" alt="Weinreben des Weingutes Loreggian bei Arquà Petrarca." class="wp-image-872" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Über zu wenig Sonne hat sich hier noch nie jemand beschwert. Weinreben des Weingutes Loreggian bei Arquà Petrarca.</figcaption></figure>



<p>&#8222;Gerade weil wir unterschiedliche Böden und Klimazonen haben, gibt es viele – vielleicht zu viele – Sorten, die gute Ergebnisse liefern&#8220;, meint Linda Zanovello und schwört vor allem auf Weißen und Gelben Muskateller, Garganega, aber auch die ausgefalleneren Sorten Manzoni Bianco und Tai Bianco. &#8222;Das Ergebnis ist aufgrund der Kombination von Rebe, Boden und Klima sicherlich unterschiedlich, aber ich finde, genau das ist der Reichtum der Euganeischen Hügel: Jedes Mal, wenn man sich bewegt, auch wenn es nur ein paar Meter sind, entdeckt man andere Facetten.&#8220; Wer sich für die verschiedenen Lagen des Weinguts interessiert, der kann sich auf <a href="https://calustra.it/it/terra-e-mappe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dieser interaktiven Karte</a> eine Übersicht verschaffen.</p>



<p>Auch auf dem Weingut Il Pianzio wird durch diese Voraussetzungen für jede Rebe der richtige Ort gefunden: &#8222;Ein Teil der Weinberge befindet sich an den Hängen des Monte Rua im Pianzio-Tal, wo sich die Kellerei befindet&#8220;, erklärt Laura Selmin und ergänzt: &#8222;Hier haben wir sicherlich sehr mineralische Böden, die reich an vulkanischem Mergel sind.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Serprino Frizzante &#8211; das perlt</h2>



<p>Schließlich gebe es in der zum Weingut gehörenden Anbaufläche noch Ausläufer, die in geringerem Maße mineralisch sind, einige sedimentäre Bereiche und Weinberge in der Ebene mit &#8222;sehr organischen und nährstoffreichen Böden&#8220;. Macht insgesamt eine Auswahl von 20 Rebsorten.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1024x1024.jpeg" alt="Der Serprino und der Fior d'Arancio von Il Pianzio." class="wp-image-827" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aus diesen beiden sprudelt es nur so heraus: der Serprino und der Fior d&#8217;Arancio von Il Pianzio.</figcaption></figure>



<p>Unter diesen 20 Rebsorten anzutreffen ist auch Glera. Vor allem bekannt ist Glera als Prosecco-Traube, die nahezu ausschließlich im Nordosten Italiens (Venetien und Friaul) verbreitet ist. Bis Ende 2009 hieß sie sogar Prosecco, wurde aus Gründen des Gebietsschutzes aber umbenannt. Ein Synonym für Glera ist jedenfalls Serprina. Und mit einer Vokalwandlung kommt die Traube als Serprino in den Colli Euganei häufig ins Glas beziehungsweise die Flasche. </p>



<p>Wie beim Prosecco bringt Glera vor allem mit leichter Perlage noch etwas mehr Freude ins Glas. Der Serprino geht hier als Frizzante, also Halbschäumer (Perlwein), über die Theke. Und für wen die Euganeischen Hügel bislang böhmische Dörfer waren, der fängt am besten mit diesem Wein an (so ist es mir übrigens auch ergangen). Ein herrlich leichtes Terrassen-Gesöff, man möchte es direkt der Frau aus der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=l0y6qRKy1sE">Raffaelo-Werbung</a> in Hand drücken.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Ca Lustra, mitten in den Euganeischen Hügeln." class="wp-image-823" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Weingut Ca Lustra, mitten in den Euganeischen Hügeln. (Für die Anfahrt mit dem Auto ruhig Reisekaugummis einpacken.)</figcaption></figure>



<p></p>
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		<title>Weine aus dem Siebengebirge: Wo die Riesling-Riesen hausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 12:43:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelrhein]]></category>
		<category><![CDATA[Riesling]]></category>
		<category><![CDATA[Siebengebirge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … erwartet die Reisenden ein echtes Riesling-Eldorado. Aber auch andere Rebsorten wachsen im rechtsrheinischen Mittelgebirge (im Gegensatz zu den Zwergen) ganz wunderprächtig. Traubengucker war unterwegs im Siebengebirge, der nördlichen Spitze des kleinen Qualitätsanbaugebietes Mittelrhein.&#160; Märchenhaft mäandert der Rhein um die Inseln Nonnenwerth und Grafenwerth, vorbei am sagenumwobenen Drachenfels stromabwärts in Richtung Bonn. Wer bei güldener Herbstsonne hier nicht zum Romantiker wird, kann sich getrost in den Schneewittchensarg legen. Nur die Bergstraße ist kleiner Das malerische Weinanbaugebiet Mittelrhein erstreckt sich von der Grenze zum Rheingau im Süden bis kurz vor die Tore Bonns im Norden. Reben hatten hier bereits die Römer mitgebracht und gepflanzt. Der größere südliche Teil&#160;des Gebiets (von Lorch bis Linz) wird als Bereich Loreley, der kleinere nördliche als Bereich Siebengebirge bezeichnet.&#160;Der Rhein dient mit seinem großen Volumen als hervorragende &#8222;Wärmflasche&#8220;, die neben den vielen Sonnenstunden das Klima in den Weinbergen zusätzlich positiv beeinflusst. Mit rund 460 Hektar Anbaufläche ist Mittelrhein das zweitkleinste Qualitätsanbaugebiet Deutschlands. Nur die Hessische Bergstraße ist mit ca. 450 Hektar Anbaufläche noch kleiner. Dabei war das Weinanbaugebiet Mittelrhein in der 1970er-Jahren noch mehr als doppelt so groß mit einer Rebfläche von über 1.000 Hektar. Der Trend ist also stark rückläufig. Entsprechend selten trifft man Weine vom Mittelrhein in Hamburger, Berliner oder Münchener Supermärkten und Weinläden. Was trinkt die Loreley so? Rebsortentechnisch thront hier über allem der Riesling: Rund 70 Prozent der Gesamtanbaufläche ist ihm gewidmet. Diesem Sonderstatus zollt auch die sogenannte&#160;Mittelrhein Riesling Charta Tribut. Spät-, Weißburgunder und Müller-Thurgau zählen zu den weiteren Hauptsorten. Prägend sind zudem die atemberaubenden Steillagen, die den Winzern allerdings einiges abverlangen. Im Gegensatz zum Bereich Loreley fußt der Bereich Siebengebirge größtenteils auf Böden vulkanischen Ursprungs. Ein wichtiger Player im Bereich Siebengebirge ist das Weingut Pieper. Mit einer Rebfläche von neun Hektar sind die Königswinterer sogar das größte Weingut Nordrhein-Westfalens. Die Weine von Felix Pieper wachsen zum Teil auf Trachyt-Boden, einem vulkanischen Gestein. So auch der Einstiegs-Riesling &#8222;Trachyt&#8220;, der mit einer feinen Mineralik, aber vor allem straffen Säure an die Riesling-Stilistik aus dem benachbarten Rheingau erinnert. Eine Schippe drauf legt der Riesling &#8222;Septimontium&#8220; (Sieben Berge), der bei ähnlichem Charakter noch eine grazile Feinwürzigkeit und angedeutete Wachsnote mitbringt – unterstützt durch einen sanften Holzeinsatz. Aber auch schmelziger Chardonnay aus dem Barrique, Gewürztraminer oder Grüner Veltliner (nach eigenen Angaben der nördlichste, der weltweit angebaut wird) hat Pieper im Angebot und zeigt stellvertretend so, was hier im kleinen Anbaugebiet Siebengebirge alles möglich ist. Diversität im Siebengebirge: Von Gelb bis Schwarzblau ist alles dabei Und diese Vielfältigkeit unterstreicht auch Winzer Kay Thiel, dessen Weingut Kay Weine in direkter Nachbarschaft zum Weingut Pieper ebenfalls in Königswinter anzutreffen ist: &#8222;Unsere Weinberge erstrecken sich ja auf 35 Rheinkilometern von Dollendorf, über Dattenberg bis nach Leutesdorf. Daran besonders ist, dass diese drei Standorte drei verschiedene Böden mitbringen: Lehm, Grauwacke und Schiefer. Drei Rieslinge, drei komplett unterschiedliche Weine!&#8220; Ähnlich wie Felix Pieper ruht sich Thiel aber auch nicht auf dem Geschäft mit dem Riesling aus. Neben Auxerrois, Blauem Arbst (eine Spätburgunder-Mutation), Schwarzblauem Riesling (eine fast ausgestorbene Sorte, die vor der kleinen Eiszeit unter anderem in Lothringen-Elsass verbreitet war) findet sich auch die Sorte Gelber Malinger in Thiels Weinberg. Warum eigentlich?&#8222;Einfache Antwort: Der stand da!&#8220;, erklärt der Winzer uns kurzer Hand und fügt ergänzend hinzu: &#8222;Wir bauen den trocken und komplett im Holz aus.&#8220; Wer jetzt neugierig geworden ist, hat im Online-Shop vom zertifizierten Bioland-Betrieb Kay Weine die Gelegenheit, diese Kreuzung aus dem 19. Jahrhundert nach Hause zu bestellen. Hauptsache, es rhönt Am südlichen Fuße des Drachenfels, direkt an einem Weinhang, liegt Rhöndorf. Bekannt geworden ist der Stadtteil Bad Honnefs vor allem als Wohnort Konrad Adenauers. Der heimelig-nostalgische Mief der alten Bonner Republik weht hier in der Tat noch durch die Gassen, was aber keineswegs despektierlich klingen soll. Bei einem Glas Federweißer und einem großzügigen Stück Zwiebelkuchen kommt hier auch der Burn-out-gefährdete Spitzenmanager aus der Großstadt schnell wieder runter. Frei nach dem Adenauer&#8217;schen Grundsatz &#8222;Keine Experimente&#8220; wird hier kompromisslos jährlich (mit Ausnahme der &#8222;Corona-Jahre&#8220;, versteht sich) das Rhöndorfer Weinfest begangen. In diesem Jahr durfte Bürgermeister Otto Neuhoff auf dem Ziepchensplatz die medizinische Fachangestellte Janina Mehr offiziell zur neuen Weinkönigin küren. Bratwurstduft, der Spielmannszug vom TV Eiche und DJ Andy gaben dem Ereignis einen würdigen Rahmen. Janina I. löst damit ihre Vorgängerin Aaliyah ab. Ihr Weinspruch lautet: &#8222;Hier in Rhöndorf, wo der Wein so fein, da lädt der Ziepchensplatz zum Verweilen ein.&#8220; Das können wir nur unterschreiben.&#160;Lang lebe die Königin!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/weine-aus-dem-siebengebirge/">Weine aus dem Siebengebirge: Wo die Riesling-Riesen hausen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … erwartet die Reisenden ein echtes Riesling-Eldorado. Aber auch andere Rebsorten wachsen im rechtsrheinischen Mittelgebirge (im Gegensatz zu den Zwergen) ganz wunderprächtig. Traubengucker war unterwegs im Siebengebirge, der nördlichen Spitze des kleinen Qualitätsanbaugebietes Mittelrhein.&nbsp;</p>



<p>Märchenhaft mäandert der Rhein um die Inseln Nonnenwerth und Grafenwerth, vorbei am sagenumwobenen Drachenfels stromabwärts in Richtung Bonn. Wer bei güldener Herbstsonne hier nicht zum Romantiker wird, kann sich getrost in den Schneewittchensarg legen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nur die Bergstraße ist kleiner</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Königswinter im Siebengebirge" class="wp-image-687" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8665-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weinberg am Drachenfels: Den guten Rat von Vater Rheins Wirt gibt&#8217;s gratis dazu.</figcaption></figure>



<p>Das malerische Weinanbaugebiet Mittelrhein erstreckt sich von der Grenze zum Rheingau im Süden bis kurz vor die Tore Bonns im Norden. Reben hatten hier bereits die Römer mitgebracht und gepflanzt. Der größere südliche Teil&nbsp;des Gebiets (von Lorch bis Linz) wird als Bereich Loreley, der kleinere nördliche als Bereich Siebengebirge bezeichnet.&nbsp;Der Rhein dient mit seinem großen Volumen als hervorragende &#8222;Wärmflasche&#8220;, die neben den vielen Sonnenstunden das Klima in den Weinbergen zusätzlich positiv beein<em>fluss</em>t.</p>



<p>Mit rund 460 Hektar Anbaufläche ist Mittelrhein das zweitkleinste Qualitätsanbaugebiet Deutschlands. Nur die Hessische Bergstraße ist mit ca. 450 Hektar Anbaufläche noch kleiner. Dabei war das Weinanbaugebiet Mittelrhein in der 1970er-Jahren noch mehr als doppelt so groß mit einer Rebfläche von über <a href="https://www.vinum.eu/de/weinwissen/weinregionen/europa/deutschland/mittelrhein/">1.000 Hektar</a>. Der Trend ist also stark rückläufig. Entsprechend selten trifft man Weine vom Mittelrhein in Hamburger, Berliner oder Münchener Supermärkten und Weinläden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was trinkt die Loreley so?</h2>



<p>Rebsortentechnisch thront hier über allem der Riesling: Rund 70 Prozent der Gesamtanbaufläche ist ihm gewidmet. Diesem Sonderstatus zollt auch die sogenannte&nbsp;<a href="https://www.mittelrhein-wein.com/mittelrhein-wein/mittelrheinrieslingcharta/mittelrhein-riesling-charta-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mittelrhein Riesling Charta</a> Tribut. <br>Spät-, Weißburgunder und Müller-Thurgau zählen zu den weiteren Hauptsorten. Prägend sind zudem die atemberaubenden Steillagen, die den Winzern allerdings einiges abverlangen. Im Gegensatz zum Bereich Loreley fußt der Bereich Siebengebirge größtenteils auf Böden vulkanischen Ursprungs.</p>



<p>Ein wichtiger Player im Bereich Siebengebirge ist das <a href="https://weingut-pieper.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Pieper</a>. Mit einer Rebfläche von neun Hektar sind die Königswinterer sogar das größte Weingut Nordrhein-Westfalens. Die Weine von Felix Pieper wachsen zum Teil auf Trachyt-Boden, einem vulkanischen Gestein. So auch der Einstiegs-Riesling &#8222;Trachyt&#8220;, der mit einer feinen Mineralik, aber vor allem straffen Säure an die Riesling-Stilistik aus dem benachbarten Rheingau erinnert. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1024x1024.jpeg" alt="Ein Glas Riesling im Jesuiter Hof vom Weingut Pieper" class="wp-image-690" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8684-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Solide über dem Füllstrich: Im Jesuiter Hof vom Weingut Pieper in Königswinter. </figcaption></figure>



<p>Eine Schippe drauf legt der Riesling &#8222;Septimontium&#8220; (Sieben Berge), der bei ähnlichem Charakter noch eine grazile Feinwürzigkeit und angedeutete Wachsnote mitbringt – unterstützt durch einen sanften Holzeinsatz. Aber auch schmelziger Chardonnay aus dem Barrique, <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Gewürztraminer</a> oder Grüner Veltliner (nach eigenen Angaben der nördlichste, der weltweit angebaut wird) hat Pieper im Angebot und zeigt stellvertretend so, was hier im kleinen Anbaugebiet Siebengebirge alles möglich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Diversität im Siebengebirge: Von Gelb bis Schwarzblau ist alles dabei</h2>



<p>Und diese Vielfältigkeit unterstreicht auch Winzer Kay Thiel, dessen Weingut Kay Weine in direkter Nachbarschaft zum Weingut Pieper ebenfalls in Königswinter anzutreffen ist: &#8222;Unsere Weinberge erstrecken sich ja auf 35 Rheinkilometern von Dollendorf, über Dattenberg bis nach Leutesdorf. Daran besonders ist, dass diese drei Standorte drei verschiedene Böden mitbringen: Lehm, Grauwacke und Schiefer. Drei Rieslinge, drei komplett unterschiedliche Weine!&#8220;</p>



<p>Ähnlich wie Felix Pieper ruht sich Thiel aber auch nicht auf dem Geschäft mit dem Riesling aus. Neben Auxerrois, Blauem Arbst (eine Spätburgunder-Mutation), <a href="https://historische-rebsorten.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwarzblauem Riesling</a> (eine fast ausgestorbene Sorte, die vor der kleinen Eiszeit unter anderem in <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">Lothringen</a>-Elsass verbreitet war) findet sich auch die Sorte Gelber Malinger in Thiels Weinberg. Warum eigentlich?<br>&#8222;Einfache Antwort: Der stand da!&#8220;, erklärt der Winzer uns kurzer Hand und fügt ergänzend hinzu: &#8222;Wir bauen den trocken und komplett im Holz aus.&#8220; Wer jetzt neugierig geworden ist, hat im <a href="https://www.kay-weine.de/produkt/pfaffenroettchen-2023er-malinger/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online-Shop</a> vom zertifizierten <a href="https://www.bioland.de/verbraucher" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bioland</a>-Betrieb Kay Weine die Gelegenheit, diese Kreuzung aus dem 19. Jahrhundert nach Hause zu bestellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1024x1024.jpeg" alt="Weinlage Drachenfels im Siebengebirge" class="wp-image-685" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8609-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die zur Großlage Petersberg zählende Weinlage Drachenfels. Oben rechts zu sehen: Das Weinberghäuschen auf ca. 105 Meter über Normalhöhennull.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Hauptsache, es rhönt</h2>



<p>Am südlichen Fuße des Drachenfels, direkt an einem Weinhang, liegt <a href="https://www.rhoendorf.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rhöndorf</a>. Bekannt geworden ist der Stadtteil Bad Honnefs vor allem als Wohnort Konrad Adenauers. Der heimelig-nostalgische Mief der alten Bonner Republik weht hier in der Tat noch durch die Gassen, was aber keineswegs despektierlich klingen soll. Bei einem Glas Federweißer und einem großzügigen Stück Zwiebelkuchen kommt hier auch der Burn-out-gefährdete Spitzenmanager aus der Großstadt schnell wieder runter.</p>



<p>Frei nach dem Adenauer&#8217;schen Grundsatz &#8222;Keine Experimente&#8220; wird hier kompromisslos jährlich (mit Ausnahme der &#8222;Corona-Jahre&#8220;, versteht sich) das Rhöndorfer Weinfest begangen. In diesem Jahr durfte Bürgermeister Otto Neuhoff auf dem Ziepchensplatz die medizinische Fachangestellte Janina Mehr offiziell zur neuen Weinkönigin küren. Bratwurstduft, der <a href="https://spielmannszug-tveiche.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spielmannszug vom TV Eiche</a> und DJ Andy gaben dem Ereignis einen würdigen Rahmen. Janina I. löst damit ihre Vorgängerin Aaliyah ab. Ihr Weinspruch lautet: &#8222;Hier in Rhöndorf, wo der Wein so fein, da lädt der Ziepchensplatz zum Verweilen ein.&#8220; Das können wir nur unterschreiben.&nbsp;Lang lebe die Königin!</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1024x1024.jpeg" alt="Inauguration der Rhöndorfer Weinkönigin Janina I." class="wp-image-684" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/09/IMG_8621-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jetzt wird&#8217;s festlich: Didier Deschamps alias Otto Neuhoff übergibt die Krone.  </figcaption></figure>
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		<title>Klein, aber Malo: Weine aus der Bretagne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2024 11:03:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe … Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an. Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand. Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der Homepage des Labels wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem Elsass probieren &#8230; kleiner Scherz!) Muscadet ist nicht Muscat Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&#160; Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann. Bretonischer Wein (in echt jetzt) Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die PiWi-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt. Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/klein-aber-malo-weine-aus-der-bretagne/">Klein, aber Malo: Weine aus der Bretagne</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe …</p>



<p>Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als <a href="https://www.inao.gouv.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC</a> (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.<br>Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille</h2>



<p>Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand.</p>



<p>Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der <a href="https://www.produitenbretagne.bzh/une-bretagne-puissance-5/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage des Labels</a> wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem <a href="https://traubengucker.de/category/rubrik/elsaesser-spitzen-rubrik/">Elsass</a> probieren &#8230; kleiner Scherz!)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg" alt="Das Etikett einer Flasche Muscadet aus der Bretagne." class="wp-image-650" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein typisches Etikett eines Muscadet-Weines: In diesem Falle stammt der Wein aus der AOC Muscadet Sèvre et Maine. Der Hinweis &#8222;Sur Lie&#8220; besagt, dass der Wein etwa ein halbes Jahr auf der Hefe lag, bevor er in Flaschen abgefüllt wurde. Das Ergebnis: mehr Struktur, Charakter sowie auch Frische.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Muscadet ist nicht Muscat</h2>



<p>Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg" alt="Ein (schöner) Mann zeigt auf ein &quot;Muscadet&quot;-Schild." class="wp-image-648" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fast schon überflüssig, an einer bretonischen Gaststätte mit einem Schild &#8222;Muscadet&#8220; zu werben. Dieser (schöne) Mann freut sich dennoch darüber.</figcaption></figure>



<p>Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bretonischer Wein (in echt jetzt)</h2>



<p>Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">PiWi</a>-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg" alt="Ein Boot mit bretonischer Flagge auf dem Fluss Rance im Golf von Saint-Malo." class="wp-image-651" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Fluss Rance mündet im Golf von Saint-Malo in den Ärmelkanal. An seinen Ufern steht der Weinberg Mont Garrot (leider nicht im Sichtfeld).</figcaption></figure>



<p>Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg" alt="Austern und Weißwein vor auf den Klippen der Bretagne." class="wp-image-647" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kann man zu Hause natürlich auch vor einer Fototapete servieren.</figcaption></figure>



<p></p>
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		<title>Lothringer Wein – jetzt wird&#8217;s exotisch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 17:26:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hat man die Karte mit den wichtigen französischen Weinbauregionen vor sich, dann fallen einem zunächst die großen und unverzichtbaren Gebiete Bordeaux, Champagne oder Burgund sowie das umfassende Languedoc im Süden auf. Bei genauerem Blick sollten auf jeder halbwegs brauchbaren Karte aber auch kleinere Appellationen wie Elsass, Jura oder Savoie vermerkt sein. Weniger bekannt ist, dass es auch eine Lothringer Weinbautradition gibt, welche zwei Regionen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, also AOC-Siegel, hervorgebracht hat: Côtes de Moselle und Côtes de Toul. Hinzu kommt noch die Landweinkategoerie Côtes de Meuse (IGP). Tatsächlich war Wein aus Lothringen bis ins 19. Jahrhundert eine größere Nummer. Der Abstieg aus der Beletage lässt sich grob mit drei Stichworten zusammenfassen: Reblaus, Kriege, Industrialisierung – einen ausführlicheren Spaziergang durch die Vergangenheit Lothringer Weine gibt es in diesem spannenden Artikel von Weinblog-Papst ChezMatze. Kleiner Spoiler: Auch hier waren es wieder die Römer, die den Weinbau in die Region brachten. Keine Metzchen: Die Mosel macht auch in Frankreich guten Wein In der nördlichen, rund um die Stadt Metz gelegenen AOC Côtes de Moselle geben vor allem weiße Burgunder-Sorten wie Auxerrois oder Pinot gris den Ton an. Die weiter südlich gelegene AOC Côtes de Toul weiß neben Auxerrois auch mit Rotweinsorten wie Pinot noir oder Gamay zu überzeugen. Die gesamte Rebfläche in Lothringen umfasst nicht mehr als 200 Hektar (zum Vergleich: Allein die Stadt Wien hat eine eigene Rebfläche von mehr als 600 Hektar). Gut 20 Hektar davon bewirtschaftet das Weingut Laroppe. Das kleine Unternehmen ist im zur Côtes de Toul gehörenden Weindorf Bruley ansässig. Bei einem Besuch vor Ort wird unsere Vermutung bestätigt, dass sich &#8222;Export&#8220; hier auf Restaurants und kleinere Läden in der Umgebung beschränkt. Und tatsächlich: In der nächstgelegenen Großstadt Nancy finden sich Weine der Côtes de Toul, aber auch der Côtes de Moselle in auffallender Fülle. Man ist also stolz auf seine kleinen Appellationen. Zu recht? Gris als Aushängeschild Lothringer Weins Vor mir stehen mit dem Gris von Laroppe und dem Gris sowie dem Auxerrois der Domaine Régina drei Weine der Côtes de Toul auf dem Tisch. Dazu gesellt sich der Les Gryphées vom Chateau de Vaux (kein Bild), eine Weißwein-Cuvée (Auxerrois, Müller-Thurgau, Pinot gris und Gewürtztraminer) der Côtes de Moselle. Letzterer zeigt sich zunächst recht schüchtern, überzeugt dann aber mit schlankem Körper und zitrischen Noten besonders zu leichten Fischgerichten oder einfach als Apéro. Etwas wuchtiger im Glas dagegen und absolut sortentypisch: der reinsortige Auxerrois der Domaine Régina. In der Nase zeigt er sich sehr gelbfruchtig (auch etwas überreif) mit Tendenz zu satter Honigmelone. Dazu Anleihen von Nüssen und Rosenblättern bei wenig Säure. Insgesamt etwas plump, muss man mögen. Ein klarer grauer Star Buchstäblich die Nase vorn hat in diesem Lothringer Mini-Tasting aber der für die Region typische Gris. Beim Vin gris, also zu deutsch grauem Wein, werden Rotweintrauben wie bei der Weißweinherstellung pneumatisch gepresst (keine Maischegärung!), wodurch nur ein sehr heller rosa Farbton entsteht. Ähnlich also wie beim deutschen Weißherbst, nur dass hier mehr als eine Rebsorte in die Flasche kommt. Konkret: Gamay, Pinot noir und Auxerrois. Auch der Gris von Laroppe (70 Prozent Gamay, 20 Prozent Pinot noir, 10 Prozent Auxerrois) ist zunächst verhalten in der Nase, was ja aber auch auf viele staubtrockene Provence-Rosés der besseres Sorte zutrifft, entfaltet dann aber einen animierenden Säurezug mit ausdrucksstarken Kräuter-Aromen und Silex (Feuerstein). Im Nachhall gestellt sich noch leise Erdbeere dazu. Absolut stark &#8211; und das für knappe zehn Euro. Leicht schwächer auf der Brust zeigt sich der Gris der Domaine Régina (Gamay 85 Prozent, Pinot noir 10 Prozent, Auxerrois 5 Prozent) im direkten Vergleich: Bei geringerem Säurespiel mag er sich auch nach gutem Zureden nicht so recht öffnen. Die filigrane Mineralik- und Erdbeere-Note im Abgang stimmt bei leichter Sommerküche und dem Radio entschwebenden Chansons von Françoise Hardy und Georges Brassens aber durchaus versöhnlich. Als nahezu direkte Nachbarn im Weinberg dürfte hier das leicht voneinander abweichende Rebsorten-Verhältnis keine unwesentliche Rolle spielen. Ohne Mos(el) nix los Für ein dermaßen kleines Anbaugebiet verfügt Lothringen über eine beachtliche Auswahl und vor allem Spannbreite von Stilen: von schlank bis vollschlank, von still bis sprudelnd, von weiß bis rot (wenngleich wir auf die Roten in diesem Artikel nicht weiter eingegangen sind. Pinot noir ist hier aber der Hauptakteur) – das alles auf nicht einmal 200 Hektar Anbaufläche. Und in der Mitte natürlich das Aushängeschild der Region: der Gris, alles andere als eine graue Maus. Für Virginie Grand vom Weingut Laroppe sind für das Weinwunder Lothringen drei Hauptfaktoren verantwortlich: &#8222;Lehm- und Kalksteinhänge, die das Tal der Mosel überragen – ein Fluss, der das Klima mildert und Schutz vor dem feuchten ozeanischen Einfluss bietet. Und natürlich die charakteristischen Rebsorten: Auxerrois und Pinot noir sowie der Gamay, der als Verschnitt für den Grauwein verwendet wird.&#8220;&#160;Erwähnenswert ist zudem die autochthone weiße Rebsorte Aubin, die ausschließlich auf der Domaine Laroppe angebaut werden darf. Let&#8217;s Metz oder direkt ins Netz Die geografische Nähe sowie die Verwendung der roten Sorten Pinot noir und Gamay lässt den leisen Verdacht aufkommen, dass hier bewusst in Richtung Burgund geschielt wird. Auf die direkte Frage, mit welcher anderen Weinregion sie die AOC Côtes de Toul am ehesten vergleichen würde, antwortet Virginie Grand, dass es grundsätzlich schwierig sei, hier Eins-zu-eins-Vergleiche zu ziehen. &#8222;Ich würde die Côtes d&#8217;Auvergne zum Vergleich heranziehen&#8220;, überlegt Grand dennoch und fügt erklärend hinzu: &#8222;Ein Weinbaugebiet, das es verdient, bekannt zu sein. Bemerkenswert auch wegen der Typizität seiner Weine und des Know-hows der Winzer.&#8220; Gut, die nächste Weinreise geht also an die Loire. Da die Chance, einen Lothringer Wein in einem deutschen Weingeschäft oder gar Supermarkt zu finden, asymptotisch gegen Null gehen dürfte, bleibt nur der Weg über Metz oder das Netz. Wer eine Postleitzahl aus dem Saarland oder Rheinland-Pfalz hat, darf realistisch über einen Tages-Ausflug über die Grenze nachdenken. Für alle anderen bieten die drei erwähnten Weingüter auf ihrer Homepage aber auch eine Online-Bestellung an. Zum nächsten Picknick mit Quiche Lorraine und Lothringer Pastete wisst ihr also, was zu tun ist.</p>
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<p>Hat man die Karte mit den wichtigen französischen Weinbauregionen vor sich, dann fallen einem zunächst die großen und unverzichtbaren Gebiete Bordeaux, Champagne oder Burgund sowie das umfassende Languedoc im Süden auf. Bei genauerem Blick sollten auf jeder halbwegs brauchbaren Karte aber auch kleinere Appellationen wie <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Elsass</a>, Jura oder Savoie vermerkt sein. Weniger bekannt ist, dass es auch eine Lothringer Weinbautradition gibt, welche zwei Regionen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, also <a href="https://www.inao.gouv.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC</a>-Siegel, hervorgebracht hat: Côtes de Moselle und Côtes de Toul. Hinzu kommt noch die Landweinkategoerie Côtes de Meuse (IGP).</p>



<p>Tatsächlich war Wein aus Lothringen bis ins 19. Jahrhundert eine größere Nummer. Der Abstieg aus der Beletage lässt sich grob mit drei Stichworten zusammenfassen: Reblaus, Kriege, Industrialisierung – einen ausführlicheren Spaziergang durch die Vergangenheit Lothringer Weine gibt es in <a href="https://chezmatze.de/2011/08/01/lothringen-vergessenes-weinland/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">diesem spannenden Artikel</a> von Weinblog-Papst <a href="https://chezmatze.de">ChezMatze</a>. Kleiner Spoiler: Auch hier waren es wieder die Römer, die den Weinbau in die Region brachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Metzchen: Die Mosel macht auch in Frankreich guten Wein</strong></h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1024x1024.jpeg" alt="Die Metzer Altstadt." class="wp-image-553" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Schönste an Saarbrücken: In nur einer Stunde ist man in Metz. </figcaption></figure>



<p>In der nördlichen, rund um die Stadt Metz gelegenen AOC <a href="https://terroirmoselle.eu/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Côtes de Moselle</a> geben vor allem weiße Burgunder-Sorten wie Auxerrois oder Pinot gris den Ton an. Die weiter südlich gelegene AOC <a href="https://terroirmoselle.eu/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Côtes</a><a href="https://terroirmoselle.eu/de/"> de Toul</a> weiß neben Auxerrois auch mit Rotweinsorten wie Pinot noir oder Gamay zu überzeugen.</p>



<p>Die gesamte Rebfläche in Lothringen umfasst nicht mehr als 200 Hektar (zum Vergleich: Allein die Stadt Wien hat eine eigene Rebfläche von mehr als 600 Hektar). Gut 20 Hektar davon bewirtschaftet das Weingut Laroppe. Das kleine Unternehmen ist im zur Côtes de Toul gehörenden Weindorf Bruley ansässig. Bei einem Besuch vor Ort wird unsere Vermutung bestätigt, dass sich &#8222;Export&#8220; hier auf Restaurants und kleinere Läden in der Umgebung beschränkt. Und tatsächlich: In der nächstgelegenen Großstadt Nancy finden sich Weine der Côtes de Toul, aber auch der Côtes de Moselle in auffallender Fülle. Man ist also stolz auf seine kleinen Appellationen. Zu recht?</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="549" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Laroppe in Bruley." class="wp-image-549" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier wird Weinbau noch kleingeschrieben: <br>Das putzige Weingut Laroppe in Bruley. </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="548" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1024x1024.jpeg" alt="Ein Lothringer Weinberg der Côtes de Toul bei Bruley." class="wp-image-548" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Lothringer Weinberg der Côtes de Toul bei Bruley. </figcaption></figure>
</figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gris als Aushängeschild Lothringer Weins</strong></h2>



<p>Vor mir stehen mit dem Gris von <a href="https://www.domaine-laroppe.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Laroppe</a> und dem Gris sowie dem Auxerrois der Domaine Régina drei Weine der Côtes de Toul auf dem Tisch. Dazu gesellt sich der Les Gryphées vom <a href="https://chateaudevaux.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chateau de Vaux</a> (kein Bild), eine Weißwein-Cuvée (Auxerrois, Müller-Thurgau, Pinot gris und <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Gewürtztraminer</a>) der Côtes de Moselle. Letzterer zeigt sich zunächst recht schüchtern, überzeugt dann aber mit schlankem Körper und zitrischen Noten besonders zu leichten Fischgerichten oder einfach als Apéro.</p>



<p>Etwas wuchtiger im Glas dagegen und absolut sortentypisch: der reinsortige Auxerrois der <a href="https://domaineregina.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Domaine Régina</a>. In der Nase zeigt er sich sehr gelbfruchtig (auch etwas überreif) mit Tendenz zu satter Honigmelone. Dazu Anleihen von Nüssen und Rosenblättern bei wenig Säure. Insgesamt etwas plump, muss man mögen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="579" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1024x1024.jpg" alt="Der Gris der Domaine Régina (Côtes de Toul)" class="wp-image-579" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1024x1024.jpg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-300x300.jpg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-150x150.jpg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-768x768.jpg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1536x1536.jpg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-2048x2048.jpg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1140x1140.jpg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-75x75.jpg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Gris der Domaine Régina</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="551" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1024x1024.jpeg" alt="Links: Der Gris von Laroppe, rechts der Auxerrois der Domaine Régina." class="wp-image-551" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Links: Der Gris von Laroppe, rechts der Auxerrois der Domaine Régina.</figcaption></figure>
</figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein klarer grauer Star</h2>



<p>Buchstäblich die Nase vorn hat in diesem Lothringer Mini-Tasting aber der für die Region typische Gris. Beim Vin gris, also zu deutsch grauem Wein, werden Rotweintrauben wie bei der Weißweinherstellung pneumatisch gepresst (keine Maischegärung!), wodurch nur ein sehr heller rosa Farbton entsteht. Ähnlich also wie beim deutschen Weißherbst, nur dass hier mehr als eine Rebsorte in die Flasche kommt. Konkret: Gamay, <a href="https://traubengucker.de/tag/spaetburgunder/">Pinot noir</a> und Auxerrois.</p>



<p>Auch der Gris von Laroppe (70 Prozent Gamay, 20 Prozent Pinot noir, 10 Prozent Auxerrois) ist zunächst verhalten in der Nase, was ja aber auch auf viele staubtrockene Provence-Rosés der besseres Sorte zutrifft, entfaltet dann aber einen animierenden Säurezug mit ausdrucksstarken Kräuter-Aromen und Silex (Feuerstein). Im Nachhall gestellt sich noch leise Erdbeere dazu. Absolut stark &#8211; und das für knappe zehn Euro.</p>



<p>Leicht schwächer auf der Brust zeigt sich der Gris der Domaine Régina (Gamay 85 Prozent, Pinot noir 10 Prozent, Auxerrois 5 Prozent) im direkten Vergleich: Bei geringerem Säurespiel mag er sich auch nach gutem Zureden nicht so recht öffnen. Die filigrane Mineralik- und Erdbeere-Note im Abgang stimmt bei leichter Sommerküche und dem Radio entschwebenden Chansons von Françoise Hardy und Georges Brassens aber durchaus versöhnlich. Als nahezu direkte Nachbarn im Weinberg dürfte hier das leicht voneinander abweichende Rebsorten-Verhältnis keine unwesentliche Rolle spielen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Gläser Wein im Lothringer Städtchen Toul." class="wp-image-550" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Savoir vivre in Nancy – die Weinberge der AOC Côtes de Toul erreicht man von hier aus in rund 30 Minuten mit dem Auto.&nbsp;</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ohne Mos(el) nix los</h2>



<p>Für ein dermaßen kleines Anbaugebiet verfügt Lothringen über eine beachtliche Auswahl und vor allem Spannbreite von Stilen: von schlank bis vollschlank, von still bis sprudelnd, von weiß bis rot (wenngleich wir auf die Roten in diesem Artikel nicht weiter eingegangen sind. Pinot noir ist hier aber der Hauptakteur) – das alles auf nicht einmal 200 Hektar Anbaufläche. Und in der Mitte natürlich das Aushängeschild der Region: der Gris, alles andere als eine graue Maus.</p>



<p>Für Virginie Grand vom Weingut Laroppe sind für das Weinwunder Lothringen drei Hauptfaktoren verantwortlich: &#8222;Lehm- und Kalksteinhänge, die das Tal der Mosel überragen – ein Fluss, der das Klima mildert und Schutz vor dem feuchten ozeanischen Einfluss bietet. Und natürlich die charakteristischen Rebsorten: Auxerrois und Pinot noir sowie der Gamay, der als Verschnitt für den Grauwein verwendet wird.&#8220;&nbsp;Erwähnenswert ist zudem die autochthone weiße Rebsorte Aubin, die ausschließlich auf der Domaine Laroppe angebaut werden darf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Let&#8217;s Metz oder direkt ins Netz</h2>



<p>Die geografische Nähe sowie die Verwendung der roten Sorten Pinot noir und Gamay lässt den leisen Verdacht aufkommen, dass hier bewusst in Richtung Burgund geschielt wird. Auf die direkte Frage, mit welcher anderen Weinregion sie die AOC Côtes de Toul am ehesten vergleichen würde, antwortet Virginie Grand, dass es grundsätzlich schwierig sei, hier Eins-zu-eins-Vergleiche zu ziehen. &#8222;Ich würde die Côtes d&#8217;Auvergne zum Vergleich heranziehen&#8220;, überlegt Grand dennoch und fügt erklärend hinzu: &#8222;Ein Weinbaugebiet, das es verdient, bekannt zu sein. Bemerkenswert auch wegen der Typizität seiner Weine und des Know-hows der Winzer.&#8220; Gut, die nächste Weinreise geht also an die Loire.</p>



<p>Da die Chance, einen Lothringer Wein in einem deutschen Weingeschäft oder gar Supermarkt zu finden, asymptotisch gegen Null<em> </em>gehen dürfte, bleibt nur der Weg über Metz oder das Netz. Wer eine Postleitzahl aus dem Saarland oder Rheinland-Pfalz hat, darf realistisch über einen Tages-Ausflug über die Grenze nachdenken. Für alle anderen bieten die drei erwähnten Weingüter auf ihrer Homepage aber auch eine Online-Bestellung an. Zum nächsten Picknick mit Quiche Lorraine und Lothringer Pastete wisst ihr also, was zu tun ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">Lothringer Wein – jetzt wird&#8217;s exotisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 10:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[Franken]]></category>
		<category><![CDATA[Rotling]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem. Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&#160; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage. EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&#160; Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&#160; Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; gemeinsam vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen. Der Rotling als eigene Weinart Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden. &#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&#160;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom Juliusspital in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220; &#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220; Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220; Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich &#8222;Take On Me&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht. Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer Vinothek in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer. &#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220; Anna-Maria Gamm Von Rotgold bis Schieler Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein. Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens Schieler. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen. Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem.</p>



<p>Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&nbsp; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&nbsp;</strong></h2>



<p>Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&nbsp;</p>



<p>Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; <em>gemeinsam</em> vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Der Rotling als eigene Weinart</strong></strong></h2>



<p>Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden.</p>



<p>&#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&nbsp;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom <a href="https://www.juliusspital-weingut.de/das-weingut/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Juliusspital</a> in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Rotlinge: Links vom Juliusspital, rechts von Lidl." class="wp-image-403" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rot-rote Koalition auf dem Küchentisch: Links der Rotling vom Juliuspital, rechts ein Rotling von Lidl (abgefüllt von Divino).</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220;</p>
<cite>Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling</cite></blockquote>



<p>Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220;<br></p>



<p>Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=djV11Xbc914" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Take On Me</a>&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen</strong></h2>



<p>Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer <a href="https://vinothekiphofen.de/de/">Vinothek</a> in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;<br>So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220;</p>
<cite>Anna-Maria Gamm</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Rotgold bis Schieler</strong></h2>



<p>Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein.</p>



<p>Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens <em>Schieler</em>. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen.</p>



<p>Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg" alt="Die Terrasse der Vinothek in Iphofen." class="wp-image-372" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Vinothek in Iphofen bei Anna-Maria Gamm geht natürlich auch ein Glas Silvaner klar.</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Uhudler &#8211; der (fast) verbotene Wein </title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2024 13:01:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Concord]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Uhudler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus dem Südosten Österreichs kommt mit dem Uhudler ein Wein, dessen Bauern es seit Jahrzehnten mit Staat und EU aufnehmen. Ausgang ungewiss.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/uhudler-der-fast-verbotene-wein/">Uhudler &#8211; der (fast) verbotene Wein </a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir befinden uns im Jahre 2024 n. Chr. Ganz Europa ist von europäischen Rebsorten besetzt … Ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Weinbauern bevölkertes Bundesland hört nicht auf, der EU Widerstand zu leisten.&nbsp;</p>



<p>… mit diesem abgewandelten Asterix-Zitat könnte man den Status quo des Uhudlers und die besondere Beziehung zwischen dem österreichischen Bundesland <a href="https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/weinbaugebiete/burgenland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Burgenland</a> und der Europäischen Union zusammenfassen. Trotzdem werden die wenigsten von euch jetzt schlauer sein. Deshalb nun die ganze Geschichte nochmal in Kürze.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Reblaus und der Rollschuh</h2>



<p>Zwei beachtliche Dinge kamen 1863 aus Amerika. Zum einen der Rollschuh &#8211; zumindest meldete der Erfinder James L. Plimpton seinen Schuh mit vier Rollen beim Patentamt an. Zum anderen &#8211; und das war deutlich unschöner &#8211; die Reblaus.</p>



<p>1863 wurde sie erstmals in französischen Weinbergen nachgewiesen. In atemberaubendem Tempo (und ganz ohne Rollschuhe) fraß sie sich durch die Weinregionen Europas und zerstörte auf viele Jahrzehnte ganze Rebbestände.</p>



<p>Als gut vier Jahrzehnte später endlich ein Kraut gegen sie gewachsen war, war es vielerorts aber zu spät: Zig Rebsorten waren für immer unwiederbringlich verschwunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Uhudler &#8211; renitent und resistent</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-1024x1024.jpeg" alt="Eine Karte an verschiedensten Uhudler-Variationen auf dem Wiener Prater." class="wp-image-344" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_5951-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Variantenreich: Die Uhudler-Karte auf den Kaiser Wiesn des Wiener Praters. Mutige entscheiden sich für &#8222;Eros&#8220;.</figcaption></figure>



<p>Als resistent gegen die aus Amerika eingeschleppte Reblaus zeigte sich die amerikanische Urrebe (vitis labrusca), die sich genetisch und leider auch geschmacklich sehr von ihrem europäischen Pendant (vitis vinifera) unterscheidet. Mit folgendem Kniff konnte man rasch wieder die geliebten europäischen Sorten auf heimischem Boden anpflanzen: Man pfropfte sie einfach auf die Unterlage einer reblausresistenten amerikanischen Rebe. Und das macht man übrigens bis heute so (wobei es auch noch wenige Regionen gibt, in denen die Reblaus sich noch nicht blicken ließ &#8211; zum Beispiel auf Zypern oder in Chile).</p>



<p>Okay, und wann kommt endlich der Uhudler ins Spiel? Jetzt! Da das Kreuzen und Aufpfropfen von Reben kostspielig war und immer noch ist, hat man sich in Regionen, in denen der Weinbau eher Nebenerwerb war, mit den Originalreben aus der neuen Welt, sogenannten Direktträgern, eingerichtet.&nbsp;</p>



<p>Der Wein schmeckte zwar überschaubar, nach dem dritten Glas ging es aber. Das Burgenland im Südosten des heutigen <a href="https://traubengucker.de/regionen/einfach-mal-runterkommen-weine-aus-der-thermenregion/">Österreichs</a> war eine solche Region. Und der Wein aus amerikanischen Direktträgern heißt dort Uhudler.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Machen uns große Sorgen!&#8220;</h2>



<p>In den folgenden Jahrzehnten des ausklingenden 20. Jahrhunderts wurde es dem Uhudler rechtlich immer wieder schwer gemacht. Er wurde stark eingeschränkt, zwischenzeitlich sogar strikt verboten und nur für den Hausgebrauch zugelassen (unter anderem nahm man fälschlicherweise an, er sei stark gesundheitsschädlich &#8211; also abgesehen vom Alkohol, versteht sich).</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Die spezifischen Giftwirkungen sind: Zornexzesse bei Männer, Hysterie bei Frauen, Neigung zu Halluzinationen, geistige und körperliche Degenerationserscheinungen bei Kindern (…)&#8220;</p>
<cite>aus &#8222;Die Direktträger&nbsp;(Hybrides producteurs directs)&#8220;, Fritz Zweigelt &amp; Albert Stummer (1929).</cite></blockquote>



<p>1995 trat Österreich schließlich der EU bei, was nochmals einen langen Rattenschwanz an Regularien nach sich zog. Aktuell muss der Uhudler jedenfalls wieder darum bangen, vom Wein zum Obstwein degradiert oder gar verboten zu werden. Angebaut werden darf er nur im Burgenland und auf 40 ha in der Steiermark.</p>



<p>&#8222;Natürlich machen wir uns Sorgen!&#8220;, sagt Uhudler-Produzent <a href="https://www.weinbau-lorenz.at" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Walter Lorenz</a> aus Jennersdorf eindringlich im Gespräch mit Traubengucker und macht deutlich, dass bei den leidgeprüften Burgenländischen Winzerinnen und Winzern die Beunruhigung groß ist: &#8222;Unser Betrieb basiert auf Uhudler in Bio-Qualität. Ein Verbot wäre für uns aber auch für das Südburgenland ruinös. Wir würden ein Lebenselixier und auch einen USP für unsere Region verlieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nachhaltigkeit bei Uhudler ein großes Plus</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-1024x1024.jpeg" alt="Der stille Uhudler und die Perlwein-Version von Walter Lorenz stehen nebeneinander auf dem Tisch." class="wp-image-347" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_6809-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei buchstäblich dufte Typen: der Uhudler-Stillwein (links) und sein schäumender Bruder.</figcaption></figure>



<p>Und in der Tat ist ein großer Vorteil der Uhudler-Rebsorten mit amerikanischer und damit resistenter Vergangenheit, dass sie in der Regel nicht gespritzt werden müssen und damit nachhaltiger als ihre alteingesessenen europäischen Vettern sind.</p>



<p>Lorenz stellt Uhudler aus der Sorte Ripotella (auch Concord oder Ripatella genannt) her, eine Kreuzung, die auch Gene der europäischen vitis vinifera enthält: &#8222;Sie eignet sich sowohl für die Wein- und Schaumweinproduktion als auch als Speisetraube.&#8220;</p>



<p>&#8222;Frisch, fruchtig, einzigartig&#8220;, so beschreibt Walter Lorenz den Uhudler. Und zumindest letzteres Attribut möchte man sofort unterschreiben. Oder anders: Wer einmal einen Uhudler im Glas hatte, vergisst das Aroma nie wieder. Ein fast schon artifiziell wirkender Erdbeer-, Himbeer-/Kirschgeruch in Verbindung mit Eisbonbon springt einem direkt und vehement ins Gesicht. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom typischen Fox-Ton, den amerikanische Urreben allesamt gemein haben: ein herber Duft, der sowohl Assoziationen an wilde Waldbeeren als auch an nasses Fuchsfell weckt.</p>



<p>Wer sich an die Materie erst einmal vorsichtig herantrauen und nicht gleich komplett in den Fuchsbau steigen möchte, für den ist die Frizzante-Variante eventuell etwas. Der <a href="https://www.weinbau-lorenz.at/weineshop/detail/wein/uhudler-frizzante/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Perlwein von Walter Lorenz</a> etwa wäre ein durchaus überraschender Aperitif auf der Terrasse.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Burgenländer Zukunft entscheidet sich in Brüssel</h2>



<p>Als kuriose Stilblüte, die durch dramatische Umstände vor etwas mehr als 100 Jahren entstand, hat dieser besondere Wein doch seinen Namen auf die Karte gesetzt. Das sollte in Ehren gehalten, seine Nachhaltigkeit unterstrichen werden. Und da Diversität auch dem Weinbau gut steht, wäre es mehr als schade, sollte der Uhudler in naher bis ferner Zukunft von der Brüsseler Bürokratie verboten werden.</p>



<p>Ihr bekommt den Uhudler natürlich am einfachsten direkt im Burgenland beziehungsweise in größeren Weinläden der Alpenrepublik. Wer nicht soweit kommt, für den bietet der Münchner Weinshop <a href="https://www.oesiwein.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ösiwein</a> eine gute Möglichkeit mit einem Versand innerhalb Deutschlands. Auch die hier verkosteten Weine habe ich dort käuflich erworben.&nbsp;</p>



<p>Wer sich tiefer in die rechtliche Materie hineinlesen möchte, dem empfehle ich <a href="https://www.bvz.at/guessing/suedburgenland-erneut-sorge-um-uhudler-suedburgenland-uhudler-diskussion-print-237150710" target="_blank" rel="noreferrer noopener">diesen Artikel</a> der Burgenländischen Volkszeitung oder <a href="https://info.bml.gv.at/themen/lebensmittel/trad-lebensmittel/getraenke/uhudler.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">diese Darstellung</a> des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft mit weiterführender Materialsammlung.</p>
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		<title>Stierblut &#8211; saufen bis die Bullen kommen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Feb 2024 18:15:56 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kékfrankos]]></category>
		<category><![CDATA[Szekszárd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Wein, der so klingt, als könne er es locker mit dem Zaubertrank aus Asterix und Obelix aufnehmen: Erlauer Stierblut. Was ist das für ein Zeug, wo kommt das her und welche Superkraft besitze ich nach dem Verzehr?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Wein, der so klingt, als könne er es locker mit dem Zaubertrank aus Asterix und Obelix aufnehmen: Erlauer Stierblut. Was ist das für ein Zeug, wo kommt das her und welche Superkraft besitze ich nach dem Verzehr?</p>



<p>Der Reihe nach: Fällt der Begriff Erlauer Stierblut, kann es gut sein, dass einigen wenigen älteren Semestern glatt der Speichel im Mund gerinnt. Denn es gab Zeiten, da war dieser Rotwein das Aushängeschild <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/laemmerschwanz/">Ungarns</a> schlechthin (den Tokajer lassen wir mal einen Moment außen vor). Ein süffiger, voluminöser Tropfen, der in Massen hergestellt wurde und auch in der ehemaligen DDR zu den bekannteren Weinerzeugnissen zählte.&nbsp;</p>



<p>Heute würde ein solcher Wein beim Massen- und viel mehr noch beim Fachpublikum sehr wahrscheinlich kaum noch reüssieren. Daher hat sich das Stierblut einer Frischzellenkur unterzogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stierblut: zwei Appellationen sind erlaubt</strong></h2>



<p>Unter Erlauer Stierblut oder ungarisch Egri Bikavér versteht man heute eine Rotwein-Cuvée, die aus dem nordöstlichen Anbaugebiet Eger stammt und aus mindestens drei Rebsorten besteht. Früher war Kadarka die tragende Säule in der Assemblage. Da das Stierblut im Laufe der Jahre aber immer dünner wurde (also eher anämisches Kalb als kraftstrotzender Bulle), hat man ihren Anteil im Wein zugunsten des soliden Kékfrankos (<a href="https://traubengucker.de/rubrik/andre-mehr-maehren-geht-nicht/">Blaufränkisch</a>) runtergeschraubt. Mit dazu gesellen sich in der Regel: Cabernet und Merlot.</p>



<p>Neben dem Anbaugebiet Eger kann ein Stierblut aber auch aus dem südlicheren Szekszárd kommen &#8211; hier sind wir also in der Region Südtransdanubien (aber das muss man Erdkunde-Freaks natürlich nicht groß erklären).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Heutzutage kein einheitlicher Stierblut-Stil mehr</strong></h2>



<p>Was den Mythos Stierblut heutzutage noch ausmacht, erklärt Mate Szedlcsko im Gespräch mit Traubengucker &#8211; er betreibt mit dem <a href="https://borstore.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BorStore</a> einen ungarischen Weinshop in Berlin:</p>



<p>&#8222;Einerseits die Tradition und das Terroir: Es ist seit fast zweihundert Jahren der große Wein in Eger und Szekszárd. Andererseits ist das Tolle an Bikavér, dass es sozusagen ein &#8218;gehobener Gutswein&#8216; ist &#8211; ein Wein, bei dem nicht die genaue Rebsorte wichtig ist, sondern das Handwerk und der Stil des Winzers und des Weinguts.&#8220;</p>



<p>Insofern gebe es heute eine &#8222;breite Palette&#8220; an Stierblut-Weinen &#8211; von kräftig und intensiv bis hin zu fruchtig modern: &#8222;Das hat auch den Nachteil, dass es keinen eindeutigen Stierblut-Stil gibt. Aber dunkle Früchte und Kräuter im Geschmack und lebendige Säure trotz vollmundigem Körper gibt es fast immer.&#8220;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Da es so viele Stile gibt, ist es schwer zu vergleichen. Ich würde sie vom Stil her vielleicht eher mit einem südfranzösischen Wein vergleichen &#8211; oder die Szekszárdi</em>&#8211;<em>Bikavér mit guten Rioja-Weinen.</em></p>
<cite>Mate Szedlcsko </cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Blut aufgelegt: Der Aderlass ins Glas</strong></h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-1024x1024.jpeg" alt="Links: Erlauer Stierblut, rechts: Stierblut aus Szeszárd." class="wp-image-310" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6706-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die geballte Bullenpower &#8211; verleiht nicht nur Flügel, sondern auch magyarisches Mundspektakel.</figcaption></figure>



<p>Um mich dem Thema geschmacklich umfassend und gebührend zu nähern, stehen nun zwei Stierblute auf meinem Küchentisch (sowohl der Tisch als auch ich sind veterinärmedizinisch blutige Anfänger).</p>



<p>Der Nagy-Eged von <a href="https://www.facebook.com/stumpf.pinceszet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stumpf Pincészet</a> (2018) muss als Repräsentant für das Erlauer Stierblut den Kopf hinhalten (eine Cuvée aus: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Kékfrankos), für die Region Szekzárd greift der Liszt von <a href="https://lisztpinceszet.hu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twickel</a> (2015) in die Tasten (eine Cuvée aus: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Kadarka, Kékfrankos, Merlot und Tannat).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine blassrote Männerschrift gegen ein tiefes Lila, Lila</strong></h2>



<p>Direkt fällt auf, dass der Nagy-Eged das Glas tief dunkel füllt, während der Liszt aus Szekzárd deutlich weniger Farbpigmente mitbekommen zu haben scheint: ein helles Ziegelrot, das man eher vom Spätburgunder kennt. Dazu zeigt er sich in der Nase zunächst recht verhalten und irritiert mit einem vegetabilen Zug, den ich am ehesten als gemüsig beschreiben würde. Hinzu gesellt sich ein traurig-diffuses Aroma von etwas langsam Verblassendem &#8211; einen Duft, den man hie und da schon mal bei älteren Menschen wahrgenommen hat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-1024x1024.jpeg" alt="Im Glas: &quot;Liszt&quot; von Twickel" class="wp-image-308" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6717-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Highway to <em>hell</em>: Unterm &#8222;Liszt&#8220; von Twickel könnte man problemlos noch ein Buch weiterlesen.</figcaption></figure>



<p>Auch im Mund schafft es der Liszt nicht, das Gemüsige wegzukomponieren und enttäuscht auch nach dem letzten Satz mit einem unterm Strich recht flachen Auftritt. Vielleicht ist er als 2015er auch einfach schon über seinem Zenit. </p>



<p>Ein gänzlich anderes Auftreten hat der Nagy-Eged, der gleich in der Nase schon selbstbewusst Aromen von tiefdunklen Waldbeeren (auch Pflaume) verströmt. Als tertiäre Aromen runden Leder, dunkle Schokolade und Pfeffer (die Cabernet Franc!) den ersten Eindruck ab. Das ist mal ein Typ!</p>



<p>Im herrlich langen Abgang wird aus der Brom- sogar noch eine Himbeere. Wunderbar geschliffene Tannine lassen dieses Erlauer Stierblut zu einer runden Sache werden. Solch ein Blutbild hebt die Stimmung und freut die Sinne (nur die Leber muss bei 14 Volumenprozent Alkohol noch überredet werden).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-1024x1024.jpeg" alt="Ein Glas, gefüllt mit &quot;Nagy-Eged&quot; von Stumpf Pinzészet steht auf dem Tisch." class="wp-image-309" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/02/IMG_6716-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim &#8222;Nagy-Eged&#8220; von Stumpf Pinzészet wirds dagegen sehr schnell dunkel. Gut so!</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Und wo kommt der Name nun her?</strong></h2>



<p>Der Legende nach stammt der Name aus dem 16. Jahrhundert, als die Osmanen die Stadt Eger einnehmen wollten. Die zähen Verteidiger zehrten schließlich von der fälschlichen Annahme der Osmanen, dass diese nicht literweise roten Wein, sondern Stierblut tränken &#8211; was müssen das für Tiere sein?!</p>



<p>Die Story krankt leider an der Tatsache, dass zu besagter Zeit kein Rotwein in der Gegend hergestellt wurde. Aber was soll’s: Eine gute Geschichte muss nicht wahr sein, stimmen muss sie.</p>
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