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	<title>Frankreich Archive - Traubengucker</title>
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	<title>Frankreich Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Marokko und Algerien: Weine aus der Wüste</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 15:18:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der sogenannte Rebengürtel bietet optimale Bedingungen für den Anbau von Qualitätswein. Er deckt ein Gebiet ab, das sich auf der nördlichen Hemisphäre zwischen dem 40. und 50. Breitengrad erstreckt (seine Entsprechung auf der Südhalbkugel liegt zwischen dem 30. und 40. Breitengrad). Dabei ist es fast überflüssig zu erwähnen, dass sich diese Zonen in Zeiten des Klimawandels dynamisch verändern. Umso schwerer haben es teilweise Regionen, die im Süden jenseits des Rebengürtels liegen: etwa Sizilien, Teile Griechenlands und der Iberischen Halbinsel sowie eben der Maghreb. Spielen Weine aus Algerien, Marokko und Tunesien aus europäischer Sicht nur noch eine Exotenrolle, liegt das jedoch allem voran an politischen und gesellschaftlichen Motiven. In diesen Ländern ist Alkohol zwar nicht so restriktiv untersagt wie in anderen muslimisch geprägten Staaten wie dem Iran oder Saudi-Arabien, der öffentliche Konsum von Wein (wie auch anderen Alkoholika) wird aber auch hier nicht so gerne gesehen. Dennoch gibt es eine traditionsreiche Weinbauindustrie: Begonnen hatte das Geschäft mit den Reben bereits in der Antike mit der Ankunft der Phönizier (rund 500 v. Chr.), seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Weinproduktion im Norden Afrikas schließlich durch die unrühmliche Kolonisierung durch ein anderes Weinland: Frankreich. Der große Durst und die Rettung aus dem Süden Nehmen wir Algerien mal genauer unter die Lupe. 1830 besetzten die Franzosen erste Teile des Landes, 1847 ging Algerien schließlich komplett in eine französische Kolonie über. Und hier wird natürlich auch die Verbindung zum Wein offensichtlich, denn Frankreich sah die Ländereien jenseits des Mittelmeers als eine Art Verlängerung seines Weinanbaugebietes Languedoc. Tatsächlich entstanden auch viele Weine durch die Cuvéetierung von algerischem und südfranzösischem Wein. Als in den 1860er-Jahren die Reblauskatastrophe mit voller Härte auf Frankreich und den europäischen Kontinent traf, wurde algerischem Wein sogar die Hauptrolle zuteil. Damit vor allem der große Durst der Metropolregion Paris gelöscht werden konnte, importierte man eiligst Wein aus dem afrikanischen Norden. Von der Stilistik war das eine Cuvée aus Carignan, Mourvédre und Alicante &#8211; quasi der typisch südfranzösische und hitzebeständige Rebsortenadel -, die aber wiederum nicht an die perfekt ausbalancierten Weine des Bordeaux&#8216; rankam. Aber in der Not isst der Teufel fliegen … Algerien – koloniales Kraftwerk der Weinwelt In Zahlen: Bewirtschaftete das französische Algerien 1878 noch 60.000 Hektar Weinreben, waren es 1885 schon 100.000 Hektar*, Tendenz steigend. Betrachtet man die französische Kolonie Algerien zu Beginn der 1960er-Jahre als eigenständiges Land, wäre es zu der Zeit sogar viertgrößter Weinproduzent der Welt (hinter Italien, Frankreich und Spanien) gewesen. So sehr sich die Algerier 1962 über die Unabhängigkeit ihres Landes freuten, umso schwieriger war es, den wirtschaftlichen Einbruch durch den Quasi-Wegfall der Weinindustrie zu kompensieren. Denn nach der Unabhängigkeit blieben viele Weingüter verwaist und in den 1980ern wurde nur noch ein Zehntel dessen produziert, was noch zwei Jahrzehnte zuvor erwirtschaftet wurde. Für mehr Oran-Anreicherung! Heute zählt Algerien immerhin, hinter Südafrika, zu den größten Weinproduzenten des Kontinents. Auf knapp 70.000 Hektar Rebfläche teilen sich sieben Appellationen (AOGs) auf, die meisten davon in Küstennähe. Auf meinem Küchentisch habe ich mit dem Royal Mascara einen Vertreter der AOG Côteaux de Mascara stehen, einem Gebiet, welches sich rund um die weißglänzende Küstenstadt Oran schlängelt. So manchem Bücherfreund dürfte diese Stadt bereits als jene wenig rühmliche Kulisse vertraut sein, in die Albert Camus die Handlung seines Romans&#160;Die Pest&#160;verlegte. Auf der Seite des Maghreb-Wein-Anbieters Marokkanische Weine habe ich diesen Rotwein für 13,66 Euro bestellt, eine Cuvée aus Cinsault, Carignan, Grenache, Mourastel, Mourvèdre und Alicante Bouschet (quasi Südfrankreich in Reinform). Sein Baujahr – 2017 – fällt einem beim Einschenken direkt ins Auge: Typisch für die Region ist der Wein nahezu schwarz, im hellen Gegenlicht blitzen aber rostbraune Farbreflexe auf. In der Nase tummeln sich dann Brombeere, rotes Paprikapulver, etwas Holz, Pfeffer und tertiär: Leder. Am Gaumen zeigt er sich zunächst angenehm ausgeglichen bei seidigen Tanninen und einem doch nur mittelschweren Körper (trotz der 14 Prozent Alkohol), dazu ein langer Nachhall, der in Süßholz endet. Einziger Kritikpunkt: Etwas mehr Säure hätte ihm gutgetan, so wirkt er nach dem zweiten Glas etwas dumpf. Das kann aber natürlich auch seinem Alter geschuldet sein, immerhin hatte er sein achtes Lebensjahr bereits überschritten. Marokko: Reben für Resorts Eine sehr ähnliche Weinhistorie weist Algeriens westlicher Nachbar Marokko auf. Die Römer brachten Weinreben vor allem rund um ihre Siedlung Volubilis, in der Nähe der heutigen Stadt Meknès, zum Blühen. Heute stehen auf rund 50.000 Hektar Reben, die zu Wein verarbeitet werden, den zuvorderst Touristen in Bars und Hotels trinken &#8211; ein Markt: Immerhin ist Marokko das meistbesuchte Land des Kontinents. Eine prominente Ausnahme bildet aber der Vin gris aus Boulaouane, der bis heute in den französischen Supermärkten überlebt hat. Bei Vinatis habe ich mir diese Cuvée aus Cinsault und Grenache von der Domaine de Khmis für 7,20 Euro bestellt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin begeistert. Für diesen Preis bekommt man einen wirklich freundlichen und spaßbringenden Aperitif ins Haus, der aber auch als seriöser Essensbegleiter (etwa zu Muscheln oder Fisch) taugt. Das helle Lachsrosa changiert dabei schon deutlich ins Orangefarbene (typisch für Vin gris, mehr zum Thema gibt es hier). In der Nase: reife Erdbeeren, am Gaumen bleiben die roten Früchte natürlich weiter hängen, dazu gesellt sich etwas Pfirsich und eine Kräuternote. Insgesamt ein leichter Körper mit wirklich genau dem richtigen Maß an Säure. So bringt Sommer auch im Winter Spaß! Wenig Reife und Lederjacke – wie der Mensch so der Wein Etwas enttäuscht bin ich dagegen vom dritten Wein im Bunde, dem MD Excellence Cabernet. Dieser Wein der Domaine des Ouled Thaleb, einem der ältesten Weingüter an Marokkos Westküste in der AOG Zenata, ist ein reinsortiger Cabernet Sauvignon (bestellt habe ich ihn über Conder Wines). Und das merkt man auch gleich in der Nase: Wuchtiges Leder, Erde, etwas Pfeffer und dunkle Früchte. Im Mund wird&#8217;s dann aber rasch einseitig: Der 2022er Jahrgang zeigt sich noch sehr pubertär und unreif mit rüden Tanninen und einer sich zu sehr in den Mittelpunkt spielenden Säure. Alles andere als ein harmonischer Wein, dem sein jugendlicher Leichtsinn vielleicht noch durch ein paar Jahre im dunklen Keller ausgetrieben werden kann. Traubenhaftes Tunesien mit französisch-italienischem Einfluss Ganze sieben Appellationen (AOCs) weist das kleine Tunesien auf. Bis auf die AOC Thibar tummelt sich der Rest vom Fest in mittel- und unmittelbarer Küstennähe. Insgesamt kommt man auf knapp unter 30.000 Hektar Weinanbaufläche. Neben dem französischen Einfluss durch die unrühmliche Kolonialzeit, gab es aber auch immer wieder italienische Siedler, die hier auf der anderen Seite des Mittelmeeres ihr Glück versuchten. Und auch der Weinbau profitiert bis heute vielerorts vom Einfluss der italienischen Gemeinschaft. Die Voraussetzungen dafür, dass Weine aus Marokko, Algerien oder Tunesien sich ihrer Exotenrolle entledigen und weltweit Karriere machen, sind derzeit nicht gegeben. Zu sehr wird die Produktion und der Verkauf von Alkohol in den muslimischen Ländern unter der Knute gehalten. Der stetig wachsende Tourismus in Marokko ist aber beispielsweise eine hervorragende Basis für einen Austausch von hiesigen Weinen und der Welt dort draußen. Und, wer weiß, vielleicht animieren meine beschaulichen Kurzrezensionen aus diesem Artikel hier ja auch den ein oder anderen Leser zum Kauf eines maghrebinischen Weines, Sahara-Staub inklusive. Apropos, ich werde gleich mal meine angestaubte Tajine aus dem Keller holen und schauen, welches Gericht aus 1001 Nacht ich zum nächsten Schluck Boulaouane kredenzen kann. *(Quelle: &#8222;French Wine: A History&#8220;, Rod Phillips)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/marokko-und-algerien-weine-aus-der-wueste/">Marokko und Algerien: Weine aus der Wüste</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Der sogenannte Rebengürtel bietet optimale Bedingungen für den Anbau von Qualitätswein. Er deckt ein Gebiet ab, das sich auf der nördlichen Hemisphäre zwischen dem 40. und 50. Breitengrad erstreckt (seine Entsprechung auf der Südhalbkugel liegt zwischen dem 30. und 40. Breitengrad). Dabei ist es fast überflüssig zu erwähnen, dass sich diese Zonen in Zeiten des Klimawandels dynamisch verändern.</p>



<p>Umso schwerer haben es teilweise Regionen, die im Süden jenseits des Rebengürtels liegen: etwa Sizilien, Teile Griechenlands und der Iberischen Halbinsel sowie eben der Maghreb.</p>



<p>Spielen Weine aus Algerien, Marokko und Tunesien aus europäischer Sicht nur noch eine Exotenrolle, liegt das jedoch allem voran an politischen und gesellschaftlichen Motiven. In diesen Ländern ist Alkohol zwar nicht so restriktiv untersagt wie in anderen muslimisch geprägten Staaten wie dem Iran oder Saudi-Arabien, der öffentliche Konsum von Wein (wie auch anderen Alkoholika) wird aber auch hier nicht so gerne gesehen. Dennoch gibt es eine traditionsreiche Weinbauindustrie: Begonnen hatte das Geschäft mit den Reben bereits in der Antike mit der Ankunft der Phönizier (rund 500 v. Chr.), seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Weinproduktion im Norden Afrikas schließlich durch die unrühmliche Kolonisierung durch ein anderes Weinland: Frankreich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der große Durst und die Rettung aus dem Süden</h2>



<p>Nehmen wir Algerien mal genauer unter die Lupe. 1830 besetzten die Franzosen erste Teile des Landes, 1847 ging Algerien schließlich komplett in eine französische Kolonie über. Und hier wird natürlich auch die Verbindung zum Wein offensichtlich, denn Frankreich sah die Ländereien jenseits des Mittelmeers als eine Art Verlängerung seines Weinanbaugebietes Languedoc. Tatsächlich entstanden auch viele Weine durch die Cuvéetierung von algerischem und südfranzösischem Wein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-1024x1024.jpeg" alt="Abendstimmung: Der Hafen von Sète im Languedoc." class="wp-image-1499" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_0953-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die französische Stadt Sète im Languedoc war besonders während der Reblauskatastrophe der wichtigste Einfuhrhafen für algerischen Wein.</figcaption></figure>



<p>Als in den 1860er-Jahren die Reblauskatastrophe mit voller Härte auf Frankreich und den europäischen Kontinent traf, wurde algerischem Wein sogar die Hauptrolle zuteil. Damit vor allem der große Durst der Metropolregion Paris gelöscht werden konnte, importierte man eiligst Wein aus dem afrikanischen Norden. Von der Stilistik war das eine Cuvée aus Carignan, Mourvédre und Alicante &#8211; quasi der typisch südfranzösische und hitzebeständige Rebsortenadel -, die aber wiederum nicht an die perfekt ausbalancierten Weine des Bordeaux&#8216; rankam. Aber in der Not isst der Teufel fliegen …</p>



<h2 class="wp-block-heading">Algerien – koloniales Kraftwerk der Weinwelt</h2>



<p>In Zahlen: Bewirtschaftete das französische Algerien 1878 noch 60.000 Hektar Weinreben, waren es 1885 schon 100.000 Hektar*, Tendenz steigend. Betrachtet man die französische Kolonie Algerien zu Beginn der 1960er-Jahre als eigenständiges Land, wäre es zu der Zeit sogar viertgrößter Weinproduzent der Welt (hinter Italien, Frankreich und Spanien) gewesen.</p>



<p>So sehr sich die Algerier 1962 über die Unabhängigkeit ihres Landes freuten, umso schwieriger war es, den wirtschaftlichen Einbruch durch den Quasi-Wegfall der Weinindustrie zu kompensieren. Denn nach der Unabhängigkeit blieben viele Weingüter verwaist und in den 1980ern wurde nur noch ein Zehntel dessen produziert, was noch zwei Jahrzehnte zuvor erwirtschaftet wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-1024x1024.jpeg" alt="Drei Weinflaschen aus dem Maghreb auf dem Tisch: der MD Excellence, der Royal Mascara and der Boulaouane (Vin gris)" class="wp-image-1482" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2224-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Orient-Dreier: der MD Excellence (Marokko), der Royal Mascara (Algerien) and der Boulaouane (Marokko)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Für mehr Oran-Anreicherung!</h2>



<p>Heute zählt Algerien immerhin, hinter Südafrika, zu den größten Weinproduzenten des Kontinents. Auf knapp 70.000 Hektar Rebfläche teilen sich sieben Appellationen (AOGs) auf, die meisten davon in Küstennähe. Auf meinem Küchentisch habe ich mit dem Royal Mascara einen Vertreter der AOG Côteaux de Mascara stehen, einem Gebiet, welches sich rund um die weißglänzende Küstenstadt Oran schlängelt. So manchem Bücherfreund dürfte diese Stadt bereits als jene wenig rühmliche Kulisse vertraut sein, in die Albert Camus die Handlung seines Romans&nbsp;<em>Die Pest</em>&nbsp;verlegte.</p>



<p>Auf der Seite des Maghreb-Wein-Anbieters <a href="https://marokkanische-weine.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marokkanische Weine</a> habe ich diesen Rotwein für 13,66 Euro bestellt, eine Cuvée aus Cinsault, Carignan, Grenache, Mourastel, Mourvèdre und Alicante Bouschet (quasi Südfrankreich in Reinform). Sein Baujahr – 2017 – fällt einem beim Einschenken direkt ins Auge: Typisch für die Region ist der Wein nahezu schwarz, im hellen Gegenlicht blitzen aber rostbraune Farbreflexe auf. In der Nase tummeln sich dann Brombeere, rotes Paprikapulver, etwas Holz, Pfeffer und tertiär: Leder. Am Gaumen zeigt er sich zunächst angenehm ausgeglichen bei seidigen Tanninen und einem doch nur mittelschweren Körper (trotz der 14 Prozent Alkohol), dazu ein langer Nachhall, der in Süßholz endet. Einziger Kritikpunkt: Etwas mehr Säure hätte ihm gutgetan, so wirkt er nach dem zweiten Glas etwas dumpf. Das kann aber natürlich auch seinem Alter geschuldet sein, immerhin hatte er sein achtes Lebensjahr bereits überschritten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-1024x1024.jpeg" alt="Der schwarze Royal Mascara, einer weißen Blume gegenübergestellt." class="wp-image-1483" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2267-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Man muss nicht immer gleich schwarzsehen. Beim Royal Mascara fällt alles andere aber wirklich schwer.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Marokko: Reben für Resorts</h2>



<p>Eine sehr ähnliche Weinhistorie weist Algeriens westlicher Nachbar Marokko auf. Die Römer brachten Weinreben vor allem rund um ihre Siedlung Volubilis, in der Nähe der heutigen Stadt Meknès, zum Blühen. Heute stehen auf rund 50.000 Hektar Reben, die zu Wein verarbeitet werden, den zuvorderst Touristen in Bars und Hotels trinken &#8211; ein Markt: Immerhin ist Marokko das meistbesuchte Land des Kontinents. Eine prominente Ausnahme bildet aber der Vin gris aus <a href="https://www.boulaouane.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Boulaouane</a>, der bis heute in den französischen Supermärkten überlebt hat.</p>



<p>Bei <a href="https://www.vinatis.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vinatis</a> habe ich mir diese Cuvée aus Cinsault und Grenache von der Domaine de Khmis für 7,20 Euro bestellt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin begeistert. Für diesen Preis bekommt man einen wirklich freundlichen und spaßbringenden Aperitif ins Haus, der aber auch als seriöser Essensbegleiter (etwa zu Muscheln oder Fisch) taugt. Das helle Lachsrosa changiert dabei schon deutlich ins Orangefarbene (typisch für Vin gris, mehr zum Thema gibt es <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">hier</a>). In der Nase: reife Erdbeeren, am Gaumen bleiben die roten Früchte natürlich weiter hängen, dazu gesellt sich etwas Pfirsich und eine Kräuternote. Insgesamt ein leichter Körper mit wirklich genau dem richtigen Maß an Säure. So bringt Sommer auch im Winter Spaß!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-1024x1024.jpeg" alt="Vin gris aus Marokko: der Boulaouane der Domaine de Khmis" class="wp-image-1486" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/11/IMG_2222-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ist das eine Fata Morgana? Nein, es ist echt: Trink das, es wird dir guttun.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Wenig Reife und Lederjacke – wie der Mensch so der Wein</h2>



<p>Etwas enttäuscht bin ich dagegen vom dritten Wein im Bunde, dem MD Excellence Cabernet. Dieser Wein der Domaine des Ouled Thaleb, einem der ältesten Weingüter an Marokkos Westküste in der AOG Zenata, ist ein reinsortiger Cabernet Sauvignon (bestellt habe ich ihn über <a href="https://www.conderwines.de/domaine-ouled-thaleb-md-excellence-red">Conder Wines</a>). Und das merkt man auch gleich in der Nase: Wuchtiges Leder, Erde, etwas Pfeffer und dunkle Früchte. Im Mund wird&#8217;s dann aber rasch einseitig: Der 2022er Jahrgang zeigt sich noch sehr pubertär und unreif mit rüden Tanninen und einer sich zu sehr in den Mittelpunkt spielenden Säure. Alles andere als ein harmonischer Wein, dem sein jugendlicher Leichtsinn vielleicht noch durch ein paar Jahre im dunklen Keller ausgetrieben werden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Traubenhaftes Tunesien mit französisch-italienischem Einfluss</h2>



<p>Ganze sieben Appellationen (AOCs) weist das kleine Tunesien auf. Bis auf die AOC Thibar tummelt sich der Rest vom Fest in mittel- und unmittelbarer Küstennähe. Insgesamt kommt man auf knapp unter 30.000 Hektar Weinanbaufläche. Neben dem französischen Einfluss durch die unrühmliche Kolonialzeit, gab es aber auch immer wieder italienische Siedler, die hier auf der anderen Seite des Mittelmeeres ihr Glück versuchten. Und auch der Weinbau profitiert bis heute vielerorts vom Einfluss der italienischen Gemeinschaft.</p>



<p>Die Voraussetzungen dafür, dass Weine aus Marokko, Algerien oder Tunesien sich ihrer Exotenrolle entledigen und weltweit Karriere machen, sind derzeit nicht gegeben. Zu sehr wird die Produktion und der Verkauf von Alkohol in den muslimischen Ländern unter der Knute gehalten. Der stetig wachsende Tourismus in Marokko ist aber beispielsweise eine hervorragende Basis für einen Austausch von hiesigen Weinen und der Welt dort draußen. Und, wer weiß, vielleicht animieren meine beschaulichen Kurzrezensionen aus diesem Artikel hier ja auch den ein oder anderen Leser zum Kauf eines maghrebinischen Weines, Sahara-Staub inklusive. Apropos, ich werde gleich mal meine angestaubte Tajine aus dem Keller holen und schauen, welches Gericht aus 1001 Nacht ich zum nächsten Schluck Boulaouane kredenzen kann.</p>



<p>*<em>(Quelle: &#8222;French Wine: A History&#8220;, Rod Phillips)</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/marokko-und-algerien-weine-aus-der-wueste/">Marokko und Algerien: Weine aus der Wüste</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Tavel an der Tafel? Aber nur Rosé!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Apr 2025 16:16:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unter Wein-Freaks gilt die Rhône zweifelsohne als einer der großen Sehnsuchts-Flüsse. Schon auf Schweizer Gebiet kann man spätestens auf dem Genfer See herrliche Selfies mit malerischen Reben voller Chasselas machen. Spätestens hinter Lyon wird es dann aber hochkarätig: Condrieu, Hermitage und Châteauneuf-du-Pape reihen sich gen Süden an den Gestaden wie Perlen auf einer Schnur. Hier ist alles im Fluss. Gegenüber von Châteauneuf-du-Pape am rechten Rhône-Ufer liegt Tavel – die einzige Region an der Côtes du Rhône, in der ausschließlich Rosé produziert wird (kann man sich als &#8222;Fun-Fact&#8220; ruhig mal merken). Stets kurz vor der Überzuckerung Wenn an der herrschaftlich angerichteten Tafel also ein Tavel angekündigt wird, kann man sich auf einen kräftigen Rosé einstellen. Dazu lädt man dann noch die brasilianische Torwart-Legende Taffarel ein und schon hat man einen lebendig gewordenen Wortwitz bei sich im Wohnzimmer.&#160; Wieso kräftig? Anders als das Paradebeispiel eines leichten Provence-Rosés kommt sein Stellvertreter aus Tavel deutlich muskulöser daher. Ein Hauptgrund dafür ist der hohe Zuckergehalt der Grenache-Trauben. Die Region Tavel ist derart sonnenverwöhnt, dass die Trauben hier rekordverdächtige Reifegrade erzielen. Ein Alkoholgehalt von 13,5 Prozent ist hier völlig normal.Deshalb wurde in der AOC Tavel der Alkoholgehalt weiland auf einen Höchstwert von 13,5 Prozent festgelegt.&#160;Trotzdem findet man hierzulande nicht selten Tavel-Weine mit einem Alkoholvolumen von satten 14,5 Prozent. Eine Anfrage bei der AOC Tavel höchstpersönlich sowie einem der führenden Weingüter Domaine Corne-Loup (dessen Weine übrigens beim deutschen Weineinzelhändler Jacques&#8216; verkauft werden, aber dazu später mehr), warum das so sei, blieb leider unbeantwortet. Ob wir da am Ende etwas Großem investigativ auf die Schliche gekommen sind? Na, erstmal was trinken &#8230; Ohne Grenache und Cinsault kein Tavel Neben Grenache ist hier unbedingt noch die Sorte Cinsault zu erwähnen – beide müssen zu mindestens 15 Prozent im Wein enthalten sein, dürfen aber nicht mehr als 60 Prozent ausmachen. Von einer Anfrage bei der zuständigen AOC, ob das heute noch immer der Fall sei, haben wir dann aber aus Gründen abgesehen. Lange galt das Herstellungsverfahren von Tavel-Weinen als gut gehütetes Geheimnis. Mittlerweile veröffentlicht die Appellation aber immer mehr Details. Das Verfahren der Wahl ist die kalte Mazeration, die zwischen einem halben und einem ganzen Tag andauert. Manchmal wird beim anschließenden Ausbau sogar ein biologischer Säureabbau (kurz: BSA oder malolaktische Gärung) durchgeführt. Hier wird die straffe Äpfel- in Milchsäure umgewandelt und verleiht dem Wein ein weiteres Aromenspektrum, zum Beispiel Butter oder laktische Noten. Neben dem kräftig leuchtenden Farbton erkennt man einen Tavel zumeist auch schon am Gefäß: Charakteristisch ist das in vielen Fällen auf den Flaschen verwendete Signet: ein prunkvolles „T“ am Flaschenhals. (Das „T“ steht natürlich für „trinken&#8220; &#8230;) Ein Tavel-Duell als Praxistest Gehen wir ans (W)eingemachte: Vor uns stehen der Tavel der Domaine Corne-Loup von Jacques&#8216; (11,40 Euro) und der der Domaine Terre Davau von Rindchen&#8217;s (18,50 Euro), beide aus 2023, beides eine Cuvée aus Grenache, Syrah, Clairette und Cinsault. Frappierend ist in der Tat der erste fundamentale Unterschied in der Nase. Beim Corne-Loup-Tavel werden schlagartig Kindheitserinnerungen wach: Omas hausgemachte Himbeermarmelade oder die roten Em-Eukal-Drops aus dem Krämerladen um die Ecke tummeln sich hier im Glas. Also: Kirsche und Himbeere als konkurrenzlose Primäraromen. Bei einem Restzuckergehalt von 1,5 g/l und einer Gesamtsäure von 4,4 g/l sind wir aber keineswegs auf einem halbtrockenen Primitivo-Level, wo man eben auch häufig mit gekochten Früchten oder Kompott als Aroma zu tun hat, sondern haben eine vitale Säure hinten raus, die auch die 13,5 Prozent Alkohol einigermaßen gut einbettet und Lust auf einen weiteren Schluck evoziert. Schon beim letztjährigen Silvester hat der Corne-Loup zum klassischen Fleisch-Fondue gute Dienste geleistet und sich positiv in die Runde eingebracht. Ganz anders präsentiert sich der Terre Davau. Statt roter Früchte ist hier ein schwer zu fassender kräuterbasierter Aromen-Komplex in der Nase, auch etwas Pferdestall. Je länger er an der Luft ist, schält sich aber auch eine rote Fruchtnote heraus, die am ehesten an wilde Erdbeeren erinnert. Tatsächlich auch an den geliebten wie gefürchteten Uhudler, dessen amerikanische Wildreben-DNA auch diesen Walderdbeeren-Jasmin-Mix ins Glas bringt. Mit anderen Worten: Dieser Wein ist mit Sicherheit nicht Everybody&#8217;s Darling. Zu Bresaola und Fenchelsalami sorgt er hier am Tisch aber durchaus für Wohlbehagen. Wer noch nie einen Tavel vor sich im Glas hatte, sollte dies unbedingt nachholen. Ob man ihn am Ende mag oder nicht, es ist ein besonderes Erlebnis, versprochen. Getrunken werden sollten die Weine aber unbedingt wärmer als ein frischer, knackiger Rosé – wir sind hier bei 15 oder 16 Grad Celsius. Ein König sieht rosé Kleiner geschichtlicher Exkurs: Geliebt wurde der Tavel bereits innig von Ludwig XIV. Ob das ein Grund für seine diversen körperlichen Gebrechen war oder ihm lediglich half, diese besser auszuhalten, soll ein ewiges Geheimnis bleiben. Und auch der Schriftsteller Balzac war nachweislich großer Fan des Rosés aus Tavel. So liest man seine Werke von nun an mit der rosaroten Brille. Die folgerichtige Frage: Wenn Ludwig XIV. und Honoré de Balzac auf Tavel geschworen haben, schmeckt er mir dann vielleicht nicht auch? Richtig, und jetzt ist geradezu die Gelegenheit dafür. Denn ab April türmen nicht nur Weinhändler ihre sämtlichen Rosés fototapetenhaft in den Schaufenstern, Menschen holen ihren Weber-Grill aus dem Winterschlaf, schieben ihn sorgsam auf die Terrasse oder fallen mit Einweg-Grills in die Stadtparks der Republik ein. Will sagen: Ein Tavel mit seiner – im Rosé-Kontext – vierschrötigen Art ist der ideale Begleiter für eine Fleischorgie oder gegrilltes Gemüse. Auch zu einer Salami-Pizza oder Lasagne macht er eine gute Figur. Generell: Wo ein zartfrischer Rosé als Weinbegleitung nichts mehr auszurichten vermag, beginnt sein Einsatzgebiet. Bis heute verfügt der Tavel über ein sagenhaftes Renommee. Halten kann er diese Ansprüche allerdings nicht immer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/tavel-an-der-tafel-aber-nur-rose/">Tavel an der Tafel? Aber nur Rosé!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Unter Wein-Freaks gilt die Rhône zweifelsohne als einer der großen Sehnsuchts-Flüsse. Schon auf Schweizer Gebiet kann man spätestens auf dem Genfer See herrliche Selfies mit malerischen Reben voller Chasselas machen. Spätestens hinter Lyon wird es dann aber hochkarätig: Condrieu, Hermitage und Châteauneuf-du-Pape reihen sich gen Süden an den Gestaden wie Perlen auf einer Schnur. Hier ist alles im Fluss.</p>



<p>Gegenüber von Châteauneuf-du-Pape am rechten Rhône-Ufer liegt Tavel – die einzige Region an der Côtes du Rhône, in der ausschließlich Rosé produziert wird (kann man sich als &#8222;Fun-Fact&#8220; ruhig mal merken).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-1024x1024.jpeg" alt="Der Marktplatz von Orange in der südlichen Rhône." class="wp-image-890" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7786-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vom Städtchen Orange ist es quasi nur noch ein Katzensprung nach Tavel. Holländische Fußballfans sucht man hier vergebens.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Stets kurz vor der Überzuckerung</h2>



<p>Wenn an der herrschaftlich angerichteten Tafel also ein Tavel angekündigt wird, kann man sich auf einen kräftigen Rosé einstellen. Dazu lädt man dann noch die brasilianische Torwart-Legende Taffarel ein und schon hat man einen lebendig gewordenen Wortwitz bei sich im Wohnzimmer.&nbsp;</p>



<p>Wieso kräftig? Anders als das Paradebeispiel eines leichten Provence-Rosés kommt sein Stellvertreter aus Tavel deutlich muskulöser daher. Ein Hauptgrund dafür ist der hohe Zuckergehalt der Grenache-Trauben. Die Region Tavel ist derart sonnenverwöhnt, dass die Trauben hier rekordverdächtige Reifegrade erzielen. Ein Alkoholgehalt von 13,5 Prozent ist hier völlig normal.<br>Deshalb wurde in der AOC Tavel der Alkoholgehalt weiland auf einen Höchstwert von 13,5 Prozent festgelegt.&nbsp;Trotzdem findet man hierzulande nicht selten Tavel-Weine mit einem Alkoholvolumen von satten 14,5 Prozent. Eine Anfrage bei der <a href="http://www.vin-tavel.com/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC Tavel</a> höchstpersönlich sowie einem der führenden Weingüter <a href="https://www.instagram.com/domainecorneloup/?__d=1%2F" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Domaine Corne-Loup</a> (dessen Weine übrigens beim deutschen Weineinzelhändler <a href="https://www.jacques.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jacques&#8216;</a> verkauft werden, aber dazu später mehr), warum das so sei, blieb leider unbeantwortet. Ob wir da am Ende etwas Großem investigativ auf die Schliche gekommen sind? Na, erstmal was trinken &#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ohne Grenache und Cinsault kein Tavel</h2>



<p>Neben Grenache ist hier unbedingt noch die Sorte Cinsault zu erwähnen – beide müssen zu mindestens 15 Prozent im Wein enthalten sein, dürfen aber nicht mehr als 60 Prozent ausmachen. Von einer Anfrage bei der zuständigen AOC, ob das heute noch immer der Fall sei, haben wir dann aber <em>aus Gründen </em>abgesehen.</p>



<p>Lange galt das Herstellungsverfahren von Tavel-Weinen als gut gehütetes Geheimnis. Mittlerweile veröffentlicht die <a href="http://www.vin-tavel.com/en/from-grape-to-wine/the-vinification" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Appellation aber immer mehr Details</a>. Das Verfahren der Wahl ist die kalte Mazeration, die zwischen einem halben und einem ganzen Tag andauert. Manchmal wird beim anschließenden Ausbau sogar ein biologischer Säureabbau (kurz: BSA oder malolaktische Gärung) durchgeführt. Hier wird die straffe Äpfel- in Milchsäure umgewandelt und verleiht dem Wein ein weiteres Aromenspektrum, zum Beispiel Butter oder laktische Noten.</p>



<p>Neben dem kräftig leuchtenden Farbton erkennt man einen Tavel zumeist auch schon am Gefäß: Charakteristisch ist das in vielen Fällen auf den Flaschen verwendete Signet: ein prunkvolles „T“ am Flaschenhals. (Das „T“ steht natürlich für „trinken&#8220; &#8230;)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Tavel-Duell als Praxistest</h2>



<p>Gehen wir ans (W)eingemachte: Vor uns stehen der Tavel der Domaine Corne-Loup von Jacques&#8216; (11,40 Euro) und der der Domaine Terre Davau von <a href="https://www.rindchen.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rindchen&#8217;s</a> (18,50 Euro), beide aus 2023, beides eine Cuvée aus Grenache, Syrah, Clairette und Cinsault.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-1024x1024.jpeg" alt="Links der Tavel der Domaine Corne-Loup, recht der von Terre Davau" class="wp-image-1014" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9936-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">T and T (AC/DC lassen grüßen):  Links der Tavel der Domaine Corne-Loup von Jacques&#8216;, rechts der Terre Davau von Rindchen&#8217;s.</figcaption></figure>



<p>Frappierend ist in der Tat der erste fundamentale Unterschied in der Nase. Beim Corne-Loup-Tavel werden schlagartig Kindheitserinnerungen wach: Omas hausgemachte Himbeermarmelade oder die roten Em-Eukal-Drops aus dem Krämerladen um die Ecke tummeln sich hier im Glas. Also: Kirsche und Himbeere als konkurrenzlose Primäraromen. Bei einem Restzuckergehalt von 1,5 g/l und einer Gesamtsäure von 4,4 g/l sind wir aber keineswegs auf einem halbtrockenen Primitivo-Level, wo man eben auch häufig mit gekochten Früchten oder Kompott als Aroma zu tun hat, sondern haben eine vitale Säure hinten raus, die auch die 13,5 Prozent Alkohol einigermaßen gut einbettet und Lust auf einen weiteren Schluck evoziert. Schon beim letztjährigen Silvester hat der Corne-Loup zum klassischen Fleisch-Fondue gute Dienste geleistet und sich positiv in die Runde eingebracht.</p>



<p>Ganz anders präsentiert sich der Terre Davau. Statt roter Früchte ist hier ein schwer zu fassender kräuterbasierter Aromen-Komplex in der Nase, auch etwas Pferdestall. Je länger er an der Luft ist, schält sich aber auch eine rote Fruchtnote heraus, die am ehesten an wilde Erdbeeren erinnert. Tatsächlich auch an den geliebten wie gefürchteten <a href="https://traubengucker.de/regionen/uhudler-der-fast-verbotene-wein/">Uhudler</a>, dessen amerikanische Wildreben-DNA auch diesen Walderdbeeren-Jasmin-Mix ins Glas bringt. Mit anderen Worten: Dieser Wein ist mit Sicherheit nicht Everybody&#8217;s Darling. Zu Bresaola und Fenchelsalami sorgt er hier am Tisch aber durchaus für Wohlbehagen.</p>



<p>Wer noch nie einen Tavel vor sich im Glas hatte, sollte dies unbedingt nachholen. Ob man ihn am Ende mag oder nicht, es ist ein besonderes Erlebnis, versprochen. Getrunken werden sollten die Weine aber unbedingt wärmer als ein frischer, knackiger Rosé – wir sind hier bei 15 oder 16 Grad Celsius. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein König sieht rosé</h2>



<p>Kleiner geschichtlicher Exkurs: Geliebt wurde der Tavel bereits innig von Ludwig XIV. Ob das ein Grund für seine diversen körperlichen Gebrechen war oder ihm lediglich half, diese besser auszuhalten, soll ein ewiges Geheimnis bleiben. Und auch der Schriftsteller <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/balzac/">Balzac</a> war nachweislich großer Fan des Rosés aus Tavel. So liest man seine Werke von nun an mit der rosaroten Brille.<br></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-1024x1024.jpeg" alt="Eine nicht mehr volle Flasche Tavel." class="wp-image-1005" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/04/IMG_9411-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Da ist mehr drin gewesen.</figcaption></figure>



<p>Die folgerichtige Frage: Wenn Ludwig XIV. und Honoré de Balzac auf Tavel geschworen haben, schmeckt er mir dann vielleicht nicht auch? Richtig, und jetzt ist geradezu die Gelegenheit dafür. Denn ab April türmen nicht nur Weinhändler ihre sämtlichen Rosés fototapetenhaft in den Schaufenstern, Menschen holen ihren Weber-Grill aus dem Winterschlaf, schieben ihn sorgsam auf die Terrasse oder fallen mit Einweg-Grills in die Stadtparks der Republik ein.</p>



<p>Will sagen: Ein Tavel mit seiner – im Rosé-Kontext – vierschrötigen Art ist der ideale Begleiter für eine Fleischorgie oder gegrilltes Gemüse. Auch zu einer Salami-Pizza oder Lasagne macht er eine gute Figur. Generell: Wo ein zartfrischer Rosé als Weinbegleitung nichts mehr auszurichten vermag, beginnt sein Einsatzgebiet.</p>



<p>Bis heute verfügt der Tavel über ein sagenhaftes Renommee. Halten kann er diese Ansprüche allerdings nicht immer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/tavel-an-der-tafel-aber-nur-rose/">Tavel an der Tafel? Aber nur Rosé!</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Elsässer Spitzen (2): Zotzenberg</title>
		<link>https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-rubrik/elsaesser-spitzen-2-zotzenberg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2025 15:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Elsässer Spitzen]]></category>
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		<category><![CDATA[Elsass]]></category>
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		<category><![CDATA[Silvaner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Willkommen zum zweiten Teil unserer (Wein)berg-Besichtigungstour durchs Elsass. Nachdem wir im ersten Teil den Blumenberg, den Florimont, bestiegen haben, geht es nun hurtigen Schenkels auf den Zotzenberg. Bevor es losgeht und die Wanderschuhe geschnürt werden aber noch einmal im Schnelldurchlauf: Das Elsass ist, gleich nach dem Roussillon, Frankreichs regenärmstes Anbaugebiet. Das liegt maßgeblich an den Vogesen, in deren Gipfeln die Tiefdruckgebiete aus dem Nordwesten hängenbleiben. Also schön eincremen, damit es keinen Sonnenbrand gibt. Was wir aber nicht brauchen: Besondere Utensilien für UV-Schutz bei Höhensonne, denn der Zotzenberg liegt im Tale eines Berghanges oberhalb vom Örtchen Mittelbergheim. Wir befinden uns also grob zwischen dem pittoresken Straßburg und dem noch pittoreskeren Colmar (Foto oben), direkt an der Elsässer Weinstraße. Und verstecken muss sich Mittelberheim schon mal gar nicht, schließlich wurde es von der Vereinigung&#160;&#8222;Les plus beaux villages de France&#8220;&#160;zu einem der schönsten Dörfer des Landes&#160;gewählt (das heißt in Frankreich schon was). Silvaner auf dem Zotzenberg gefragt In einem früheren Artikel haben wir uns der Rebsorte Silvaner beziehungsweise ihren Synonymen gewidmet. Außerhalb Deutschlands wird diese ursprünglich aus Österreich stammende Sorte allerdings kaum noch angebaut (nicht mal in Transilvanien!). Die große Ausnahme ist hier aber Frankreich, genauer: das Elsass. Und jetzt wird die Traube rund: Der Zotzenberg ist der einzige der 51 Grand Crus, in dem Silvaner als Rebsorte zugelassen ist. Allerdings müssen sich die Augen an die hiesige Schreibweise gewöhnen: Sylvaner wird im Elsass in der Regel mit y geschrieben. Mit dieser Schreibweise sind die Franzosen im Scrabble punktemäßig natürlich klar im Vorteil. Bei Spätburgunder (französisch: Pinot Noir) wendet sich das Blatt dann aber wieder unseren Gunsten &#8230; Was alle Elsässer Grand Crus gemeinsam haben: Kalk-Lehm-Böden und dass sie – viel Sonne, wenig Niederschlag – muskulöse Tropfen ins Glas bringen. Per Gesetz müssen die Weine ein Mindestmaß an 11 Prozent Alkoholvolumen aufweisen, bei Gewürztraminer sind es sogar 12,5 Prozent. Apropos: Das Weingut Boeckel, eben aus besagtem Mittelbergheim, hat auch einen wunderbaren Gewürztraminer auf die Flasche gezogen (im Elsass wird auf Umlaute verzichtet und &#8222;Gewurztraminer&#8220; aufs Etikett gedruckt). Dieser trockene Wein passt ganz hervorragend zu einem Münster-Käse oder vielen Gerichten der asiatischen Küche (spicy!). Lagerfähig ist er ebenso – wer ihn also vorerst in den Keller legt, hat noch ein echtes Els-Ass im Ärmel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-rubrik/elsaesser-spitzen-2-zotzenberg/">Elsässer Spitzen (2): Zotzenberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Willkommen zum zweiten Teil unserer (Wein)berg-Besichtigungstour durchs Elsass. Nachdem wir im ersten Teil den Blumenberg, den <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Florimont</a>, bestiegen haben, geht es nun hurtigen Schenkels auf den Zotzenberg. </p>



<p style="font-style:normal;font-weight:200">Bevor es losgeht und die Wanderschuhe geschnürt werden aber noch einmal im Schnelldurchlauf: Das Elsass ist, gleich nach dem Roussillon, Frankreichs regenärmstes Anbaugebiet. Das liegt maßgeblich an den Vogesen, in deren Gipfeln die Tiefdruckgebiete aus dem Nordwesten hängenbleiben. Also schön eincremen, damit es keinen Sonnenbrand gibt. Was wir aber nicht brauchen: Besondere Utensilien für UV-Schutz bei Höhensonne, denn der Zotzenberg liegt im Tale eines Berghanges oberhalb vom Örtchen Mittelbergheim.</p>



<p>Wir befinden uns also grob zwischen dem pittoresken Straßburg und dem noch pittoreskeren Colmar (Foto oben), direkt an der Elsässer Weinstraße. Und verstecken muss sich Mittelberheim schon mal gar nicht, schließlich wurde es von der Vereinigung&nbsp;&#8222;<a href="https://www.les-plus-beaux-villages-de-france.org/fr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Les plus beaux villages de France</a>&#8220;&nbsp;zu einem der schönsten Dörfer des Landes&nbsp;gewählt (das heißt in Frankreich schon was).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Silvaner auf dem Zotzenberg gefragt</h2>



<p>In einem <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/oesterreicher/">früheren Artikel</a> haben wir uns der Rebsorte Silvaner beziehungsweise ihren Synonymen gewidmet. Außerhalb Deutschlands wird diese ursprünglich aus Österreich stammende Sorte allerdings kaum noch angebaut (nicht mal in Transilvanien!). Die große Ausnahme ist hier aber Frankreich, genauer: das Elsass. <br>Und jetzt wird die Traube rund: Der Zotzenberg ist der einzige der 51 Grand Crus, in dem Silvaner als Rebsorte zugelassen ist. Allerdings müssen sich die Augen an die hiesige Schreibweise gewöhnen: Sylvaner wird im Elsass in der Regel mit y geschrieben. Mit dieser Schreibweise sind die Franzosen im Scrabble punktemäßig natürlich klar im Vorteil. Bei Spätburgunder (französisch: Pinot Noir) wendet sich das Blatt dann aber wieder unseren Gunsten &#8230;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-1024x1024.jpeg" alt="Der Grand Cru Zotzenberg Gewürztraminer 2019 von Boeckel" class="wp-image-903" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_9309-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Was zotzt du so?! Der Gewürztraminer vom Zotzenberg von Boeckel ist gerade bei einigen asiatischen Gerichten eine gute Begleitung.</figcaption></figure>



<p>Was alle Elsässer Grand Crus gemeinsam haben: Kalk-Lehm-Böden und dass sie – viel Sonne, wenig Niederschlag – muskulöse Tropfen ins Glas bringen. Per Gesetz müssen die Weine ein Mindestmaß an 11 Prozent Alkoholvolumen aufweisen, bei Gewürztraminer sind es sogar 12,5 Prozent.</p>



<p>Apropos: Das <a href="https://www.boeckel-alsace.com/en/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Boeckel</a>, eben aus besagtem Mittelbergheim, hat auch einen wunderbaren Gewürztraminer auf die Flasche gezogen (im Elsass wird auf Umlaute verzichtet und &#8222;Gewurztraminer&#8220; aufs Etikett gedruckt). Dieser trockene Wein passt ganz hervorragend zu einem Münster-Käse oder vielen Gerichten der asiatischen Küche (spicy!). Lagerfähig ist er ebenso – wer ihn also vorerst in den Keller legt, hat noch ein echtes Els-Ass im Ärmel. </p>
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		<title>Klein, aber Malo: Weine aus der Bretagne</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Sep 2024 11:03:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe … Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an. Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand. Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der Homepage des Labels wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem Elsass probieren &#8230; kleiner Scherz!) Muscadet ist nicht Muscat Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&#160; Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann. Bretonischer Wein (in echt jetzt) Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die PiWi-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt. Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>
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<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe …</p>



<p>Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als <a href="https://www.inao.gouv.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC</a> (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.<br>Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille</h2>



<p>Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand.</p>



<p>Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der <a href="https://www.produitenbretagne.bzh/une-bretagne-puissance-5/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage des Labels</a> wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem <a href="https://traubengucker.de/category/rubrik/elsaesser-spitzen-rubrik/">Elsass</a> probieren &#8230; kleiner Scherz!)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg" alt="Das Etikett einer Flasche Muscadet aus der Bretagne." class="wp-image-650" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein typisches Etikett eines Muscadet-Weines: In diesem Falle stammt der Wein aus der AOC Muscadet Sèvre et Maine. Der Hinweis &#8222;Sur Lie&#8220; besagt, dass der Wein etwa ein halbes Jahr auf der Hefe lag, bevor er in Flaschen abgefüllt wurde. Das Ergebnis: mehr Struktur, Charakter sowie auch Frische.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Muscadet ist nicht Muscat</h2>



<p>Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg" alt="Ein (schöner) Mann zeigt auf ein &quot;Muscadet&quot;-Schild." class="wp-image-648" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fast schon überflüssig, an einer bretonischen Gaststätte mit einem Schild &#8222;Muscadet&#8220; zu werben. Dieser (schöne) Mann freut sich dennoch darüber.</figcaption></figure>



<p>Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bretonischer Wein (in echt jetzt)</h2>



<p>Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">PiWi</a>-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg" alt="Ein Boot mit bretonischer Flagge auf dem Fluss Rance im Golf von Saint-Malo." class="wp-image-651" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Fluss Rance mündet im Golf von Saint-Malo in den Ärmelkanal. An seinen Ufern steht der Weinberg Mont Garrot (leider nicht im Sichtfeld).</figcaption></figure>



<p>Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg" alt="Austern und Weißwein vor auf den Klippen der Bretagne." class="wp-image-647" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kann man zu Hause natürlich auch vor einer Fototapete servieren.</figcaption></figure>



<p></p>
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		<title>Balzac</title>
		<link>https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/balzac/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 15:11:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sy Sy - Sympathische Synonyme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schriftsteller Honoré de Balzac soll, wie Ludwig XIV., ein großer Fan von Rosé-Wein aus Tavel (südliche Rhône) gewesen sein. Als Franzose (geboren an der Loire, gewirkt und gestorben in Paris) dürfte er auch Zugang zu verschiedenen anderen Stilen gehabt haben, darunter auch eine recht frische &#8222;Erfindung&#8220;: der Champagner. &#8222;Großartige Liebesaffären starten mit Champagner und enden mit Kräutertee.&#8220; Honoré de Balzac&#160; Seinen Namen trägt nun ausgerechnet aber eine bullige, rote Traube, die ursprünglich aus Spanien kommt: Monastrell. Okay, das hat man schon mal gehört. So richtig geläufig dürfte vielen aber der französische Name Mourvèdre sein (die letzten beiden Silben bitte schön nasal aussprechen – bringt zehn Punkte auf der Weinsnob-Skala). Balzac: Bullig bis Brombeere In Südfrankreich, vor allem an der südlichen Rhône, ist sie fester Bestandteil der sogenannten GSM-Couvée: Grenache, Syrah und eben Mourvèdre.&#160;In der Provence, besonders in Bandol, wird sie sogar gut und gerne reinsortig für Rosé verwendet. Allerdings ist hier Winzergeschick gefragt: Bei der Vergärung entwickelt Mourvèdre nämlich nicht selten eine recht derbe, animalische Note. Wird Stallgeruch bei Rotwein goutiert beziehungsweise – je nach Geschmack – auch geradezu eingefordert, bleibt Mr. Ed zu einem leichten Rosé-Gedeck doch ein ungebetener Gast. Schwergewicht aus dem Süden Obwohl die Pferde also manchmal mit der Mourvèdre durchgehen, schützt sie ihre dicke Beerenhaut vor einigen Pilzkrankheiten sowie vor starker Kälte und Hitze. Insofern erfreut sie sich bei Winzern im äußersten Süden Spaniens und Frankreichs reger Beliebtheit. Mourvèdre neigt aber auch zu alkoholstarken Weinen, die dann wirklich eher an einen Schriftsteller mit schweren Knochen als an ein ätherisches&#160;Wesen erinnern.&#160;Bei den Primäraromen setzt sich typischerweise vor allem Brombeere durch. Lediglich in Charmante im Südwesten des Landes dürfte man bei der Bestellung eines Balzac ein Glas Wein bekommen; überall anders ein Buch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/balzac/">Balzac</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Schriftsteller Honoré de Balzac soll, wie Ludwig XIV., ein großer Fan von Rosé-Wein aus Tavel (südliche Rhône) gewesen sein. Als Franzose (geboren an der Loire, gewirkt und gestorben in Paris) dürfte er auch Zugang zu verschiedenen anderen Stilen gehabt haben, darunter auch eine recht frische &#8222;Erfindung&#8220;: der Champagner.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Großartige Liebesaffären starten mit Champagner und enden mit Kräutertee.&#8220;</p>
<cite>Honoré de Balzac&nbsp;</cite></blockquote>



<p>Seinen Namen trägt nun ausgerechnet aber eine bullige, rote Traube, die ursprünglich aus Spanien kommt: Monastrell. Okay, das hat man schon mal gehört. So richtig geläufig dürfte vielen aber der französische Name Mourvèdre sein (die letzten beiden Silben bitte schön nasal aussprechen – bringt zehn Punkte auf der Weinsnob-Skala). </p>



<h2 class="wp-block-heading">Balzac: Bullig bis Brombeere</h2>



<p>In Südfrankreich, vor allem an der südlichen Rhône, ist sie fester Bestandteil der sogenannten GSM-Couvée: Grenache, Syrah und eben Mourvèdre.&nbsp;In der Provence, besonders in Bandol, wird sie sogar gut und gerne reinsortig für <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rosé</a> verwendet. Allerdings ist hier Winzergeschick gefragt: Bei der Vergärung entwickelt Mourvèdre nämlich nicht selten eine recht derbe, animalische Note. Wird Stallgeruch bei Rotwein goutiert beziehungsweise – je nach Geschmack – auch geradezu eingefordert, bleibt Mr. Ed zu einem leichten Rosé-Gedeck doch ein ungebetener Gast.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwergewicht aus dem Süden</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-1024x1024.jpeg" alt="Die Domaine de la Chartreuse in Châteauneuf-du-Pape" class="wp-image-632" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/07/IMG_7795.jpeg 1624w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Domaine de la Chartreuse im klangvollen wie legendären Châteauneuf-du-Pape: ein Ort, an dem sich Mourvèdre und Wein-Jünger wohlfühlen.</figcaption></figure>



<p>Obwohl die Pferde also manchmal mit der Mourvèdre durchgehen, schützt sie ihre dicke Beerenhaut vor einigen Pilzkrankheiten sowie vor starker Kälte und Hitze. Insofern erfreut sie sich bei Winzern im äußersten Süden Spaniens und Frankreichs reger Beliebtheit. Mourvèdre neigt aber auch zu alkoholstarken Weinen, die dann wirklich eher an einen Schriftsteller mit schweren Knochen als an ein ätherisches&nbsp;Wesen erinnern.&nbsp;Bei den Primäraromen setzt sich typischerweise vor allem Brombeere durch.</p>



<p>Lediglich in Charmante im Südwesten des Landes dürfte man bei der Bestellung eines Balzac ein Glas Wein bekommen; überall anders ein Buch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/balzac/">Balzac</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Lothringer Wein – jetzt wird&#8217;s exotisch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 17:26:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hat man die Karte mit den wichtigen französischen Weinbauregionen vor sich, dann fallen einem zunächst die großen und unverzichtbaren Gebiete Bordeaux, Champagne oder Burgund sowie das umfassende Languedoc im Süden auf. Bei genauerem Blick sollten auf jeder halbwegs brauchbaren Karte aber auch kleinere Appellationen wie Elsass, Jura oder Savoie vermerkt sein. Weniger bekannt ist, dass es auch eine Lothringer Weinbautradition gibt, welche zwei Regionen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, also AOC-Siegel, hervorgebracht hat: Côtes de Moselle und Côtes de Toul. Hinzu kommt noch die Landweinkategoerie Côtes de Meuse (IGP). Tatsächlich war Wein aus Lothringen bis ins 19. Jahrhundert eine größere Nummer. Der Abstieg aus der Beletage lässt sich grob mit drei Stichworten zusammenfassen: Reblaus, Kriege, Industrialisierung – einen ausführlicheren Spaziergang durch die Vergangenheit Lothringer Weine gibt es in diesem spannenden Artikel von Weinblog-Papst ChezMatze. Kleiner Spoiler: Auch hier waren es wieder die Römer, die den Weinbau in die Region brachten. Keine Metzchen: Die Mosel macht auch in Frankreich guten Wein In der nördlichen, rund um die Stadt Metz gelegenen AOC Côtes de Moselle geben vor allem weiße Burgunder-Sorten wie Auxerrois oder Pinot gris den Ton an. Die weiter südlich gelegene AOC Côtes de Toul weiß neben Auxerrois auch mit Rotweinsorten wie Pinot noir oder Gamay zu überzeugen. Die gesamte Rebfläche in Lothringen umfasst nicht mehr als 200 Hektar (zum Vergleich: Allein die Stadt Wien hat eine eigene Rebfläche von mehr als 600 Hektar). Gut 20 Hektar davon bewirtschaftet das Weingut Laroppe. Das kleine Unternehmen ist im zur Côtes de Toul gehörenden Weindorf Bruley ansässig. Bei einem Besuch vor Ort wird unsere Vermutung bestätigt, dass sich &#8222;Export&#8220; hier auf Restaurants und kleinere Läden in der Umgebung beschränkt. Und tatsächlich: In der nächstgelegenen Großstadt Nancy finden sich Weine der Côtes de Toul, aber auch der Côtes de Moselle in auffallender Fülle. Man ist also stolz auf seine kleinen Appellationen. Zu recht? Gris als Aushängeschild Lothringer Weins Vor mir stehen mit dem Gris von Laroppe und dem Gris sowie dem Auxerrois der Domaine Régina drei Weine der Côtes de Toul auf dem Tisch. Dazu gesellt sich der Les Gryphées vom Chateau de Vaux (kein Bild), eine Weißwein-Cuvée (Auxerrois, Müller-Thurgau, Pinot gris und Gewürtztraminer) der Côtes de Moselle. Letzterer zeigt sich zunächst recht schüchtern, überzeugt dann aber mit schlankem Körper und zitrischen Noten besonders zu leichten Fischgerichten oder einfach als Apéro. Etwas wuchtiger im Glas dagegen und absolut sortentypisch: der reinsortige Auxerrois der Domaine Régina. In der Nase zeigt er sich sehr gelbfruchtig (auch etwas überreif) mit Tendenz zu satter Honigmelone. Dazu Anleihen von Nüssen und Rosenblättern bei wenig Säure. Insgesamt etwas plump, muss man mögen. Ein klarer grauer Star Buchstäblich die Nase vorn hat in diesem Lothringer Mini-Tasting aber der für die Region typische Gris. Beim Vin gris, also zu deutsch grauem Wein, werden Rotweintrauben wie bei der Weißweinherstellung pneumatisch gepresst (keine Maischegärung!), wodurch nur ein sehr heller rosa Farbton entsteht. Ähnlich also wie beim deutschen Weißherbst, nur dass hier mehr als eine Rebsorte in die Flasche kommt. Konkret: Gamay, Pinot noir und Auxerrois. Auch der Gris von Laroppe (70 Prozent Gamay, 20 Prozent Pinot noir, 10 Prozent Auxerrois) ist zunächst verhalten in der Nase, was ja aber auch auf viele staubtrockene Provence-Rosés der besseres Sorte zutrifft, entfaltet dann aber einen animierenden Säurezug mit ausdrucksstarken Kräuter-Aromen und Silex (Feuerstein). Im Nachhall gestellt sich noch leise Erdbeere dazu. Absolut stark &#8211; und das für knappe zehn Euro. Leicht schwächer auf der Brust zeigt sich der Gris der Domaine Régina (Gamay 85 Prozent, Pinot noir 10 Prozent, Auxerrois 5 Prozent) im direkten Vergleich: Bei geringerem Säurespiel mag er sich auch nach gutem Zureden nicht so recht öffnen. Die filigrane Mineralik- und Erdbeere-Note im Abgang stimmt bei leichter Sommerküche und dem Radio entschwebenden Chansons von Françoise Hardy und Georges Brassens aber durchaus versöhnlich. Als nahezu direkte Nachbarn im Weinberg dürfte hier das leicht voneinander abweichende Rebsorten-Verhältnis keine unwesentliche Rolle spielen. Ohne Mos(el) nix los Für ein dermaßen kleines Anbaugebiet verfügt Lothringen über eine beachtliche Auswahl und vor allem Spannbreite von Stilen: von schlank bis vollschlank, von still bis sprudelnd, von weiß bis rot (wenngleich wir auf die Roten in diesem Artikel nicht weiter eingegangen sind. Pinot noir ist hier aber der Hauptakteur) – das alles auf nicht einmal 200 Hektar Anbaufläche. Und in der Mitte natürlich das Aushängeschild der Region: der Gris, alles andere als eine graue Maus. Für Virginie Grand vom Weingut Laroppe sind für das Weinwunder Lothringen drei Hauptfaktoren verantwortlich: &#8222;Lehm- und Kalksteinhänge, die das Tal der Mosel überragen – ein Fluss, der das Klima mildert und Schutz vor dem feuchten ozeanischen Einfluss bietet. Und natürlich die charakteristischen Rebsorten: Auxerrois und Pinot noir sowie der Gamay, der als Verschnitt für den Grauwein verwendet wird.&#8220;&#160;Erwähnenswert ist zudem die autochthone weiße Rebsorte Aubin, die ausschließlich auf der Domaine Laroppe angebaut werden darf. Let&#8217;s Metz oder direkt ins Netz Die geografische Nähe sowie die Verwendung der roten Sorten Pinot noir und Gamay lässt den leisen Verdacht aufkommen, dass hier bewusst in Richtung Burgund geschielt wird. Auf die direkte Frage, mit welcher anderen Weinregion sie die AOC Côtes de Toul am ehesten vergleichen würde, antwortet Virginie Grand, dass es grundsätzlich schwierig sei, hier Eins-zu-eins-Vergleiche zu ziehen. &#8222;Ich würde die Côtes d&#8217;Auvergne zum Vergleich heranziehen&#8220;, überlegt Grand dennoch und fügt erklärend hinzu: &#8222;Ein Weinbaugebiet, das es verdient, bekannt zu sein. Bemerkenswert auch wegen der Typizität seiner Weine und des Know-hows der Winzer.&#8220; Gut, die nächste Weinreise geht also an die Loire. Da die Chance, einen Lothringer Wein in einem deutschen Weingeschäft oder gar Supermarkt zu finden, asymptotisch gegen Null gehen dürfte, bleibt nur der Weg über Metz oder das Netz. Wer eine Postleitzahl aus dem Saarland oder Rheinland-Pfalz hat, darf realistisch über einen Tages-Ausflug über die Grenze nachdenken. Für alle anderen bieten die drei erwähnten Weingüter auf ihrer Homepage aber auch eine Online-Bestellung an. Zum nächsten Picknick mit Quiche Lorraine und Lothringer Pastete wisst ihr also, was zu tun ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">Lothringer Wein – jetzt wird&#8217;s exotisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Hat man die Karte mit den wichtigen französischen Weinbauregionen vor sich, dann fallen einem zunächst die großen und unverzichtbaren Gebiete Bordeaux, Champagne oder Burgund sowie das umfassende Languedoc im Süden auf. Bei genauerem Blick sollten auf jeder halbwegs brauchbaren Karte aber auch kleinere Appellationen wie <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Elsass</a>, Jura oder Savoie vermerkt sein. Weniger bekannt ist, dass es auch eine Lothringer Weinbautradition gibt, welche zwei Regionen mit geschützter Ursprungsbezeichnung, also <a href="https://www.inao.gouv.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC</a>-Siegel, hervorgebracht hat: Côtes de Moselle und Côtes de Toul. Hinzu kommt noch die Landweinkategoerie Côtes de Meuse (IGP).</p>



<p>Tatsächlich war Wein aus Lothringen bis ins 19. Jahrhundert eine größere Nummer. Der Abstieg aus der Beletage lässt sich grob mit drei Stichworten zusammenfassen: Reblaus, Kriege, Industrialisierung – einen ausführlicheren Spaziergang durch die Vergangenheit Lothringer Weine gibt es in <a href="https://chezmatze.de/2011/08/01/lothringen-vergessenes-weinland/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">diesem spannenden Artikel</a> von Weinblog-Papst <a href="https://chezmatze.de">ChezMatze</a>. Kleiner Spoiler: Auch hier waren es wieder die Römer, die den Weinbau in die Region brachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Metzchen: Die Mosel macht auch in Frankreich guten Wein</strong></h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1024x1024.jpeg" alt="Die Metzer Altstadt." class="wp-image-553" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7556-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Schönste an Saarbrücken: In nur einer Stunde ist man in Metz. </figcaption></figure>



<p>In der nördlichen, rund um die Stadt Metz gelegenen AOC <a href="https://terroirmoselle.eu/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Côtes de Moselle</a> geben vor allem weiße Burgunder-Sorten wie Auxerrois oder Pinot gris den Ton an. Die weiter südlich gelegene AOC <a href="https://terroirmoselle.eu/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Côtes</a><a href="https://terroirmoselle.eu/de/"> de Toul</a> weiß neben Auxerrois auch mit Rotweinsorten wie Pinot noir oder Gamay zu überzeugen.</p>



<p>Die gesamte Rebfläche in Lothringen umfasst nicht mehr als 200 Hektar (zum Vergleich: Allein die Stadt Wien hat eine eigene Rebfläche von mehr als 600 Hektar). Gut 20 Hektar davon bewirtschaftet das Weingut Laroppe. Das kleine Unternehmen ist im zur Côtes de Toul gehörenden Weindorf Bruley ansässig. Bei einem Besuch vor Ort wird unsere Vermutung bestätigt, dass sich &#8222;Export&#8220; hier auf Restaurants und kleinere Läden in der Umgebung beschränkt. Und tatsächlich: In der nächstgelegenen Großstadt Nancy finden sich Weine der Côtes de Toul, aber auch der Côtes de Moselle in auffallender Fülle. Man ist also stolz auf seine kleinen Appellationen. Zu recht?</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="549" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Laroppe in Bruley." class="wp-image-549" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7483-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier wird Weinbau noch kleingeschrieben: <br>Das putzige Weingut Laroppe in Bruley. </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="548" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1024x1024.jpeg" alt="Ein Lothringer Weinberg der Côtes de Toul bei Bruley." class="wp-image-548" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7486-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Lothringer Weinberg der Côtes de Toul bei Bruley. </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gris als Aushängeschild Lothringer Weins</strong></h2>



<p>Vor mir stehen mit dem Gris von <a href="https://www.domaine-laroppe.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Laroppe</a> und dem Gris sowie dem Auxerrois der Domaine Régina drei Weine der Côtes de Toul auf dem Tisch. Dazu gesellt sich der Les Gryphées vom <a href="https://chateaudevaux.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chateau de Vaux</a> (kein Bild), eine Weißwein-Cuvée (Auxerrois, Müller-Thurgau, Pinot gris und <a href="https://traubengucker.de/rubrik/elsaesser-spitzen-1-florimont/">Gewürtztraminer</a>) der Côtes de Moselle. Letzterer zeigt sich zunächst recht schüchtern, überzeugt dann aber mit schlankem Körper und zitrischen Noten besonders zu leichten Fischgerichten oder einfach als Apéro.</p>



<p>Etwas wuchtiger im Glas dagegen und absolut sortentypisch: der reinsortige Auxerrois der <a href="https://domaineregina.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Domaine Régina</a>. In der Nase zeigt er sich sehr gelbfruchtig (auch etwas überreif) mit Tendenz zu satter Honigmelone. Dazu Anleihen von Nüssen und Rosenblättern bei wenig Säure. Insgesamt etwas plump, muss man mögen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="579" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1024x1024.jpg" alt="Der Gris der Domaine Régina (Côtes de Toul)" class="wp-image-579" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1024x1024.jpg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-300x300.jpg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-150x150.jpg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-768x768.jpg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1536x1536.jpg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-2048x2048.jpg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-1140x1140.jpg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7949-75x75.jpg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Gris der Domaine Régina</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="551" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1024x1024.jpeg" alt="Links: Der Gris von Laroppe, rechts der Auxerrois der Domaine Régina." class="wp-image-551" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7522-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Links: Der Gris von Laroppe, rechts der Auxerrois der Domaine Régina.</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Ein klarer grauer Star</h2>



<p>Buchstäblich die Nase vorn hat in diesem Lothringer Mini-Tasting aber der für die Region typische Gris. Beim Vin gris, also zu deutsch grauem Wein, werden Rotweintrauben wie bei der Weißweinherstellung pneumatisch gepresst (keine Maischegärung!), wodurch nur ein sehr heller rosa Farbton entsteht. Ähnlich also wie beim deutschen Weißherbst, nur dass hier mehr als eine Rebsorte in die Flasche kommt. Konkret: Gamay, <a href="https://traubengucker.de/tag/spaetburgunder/">Pinot noir</a> und Auxerrois.</p>



<p>Auch der Gris von Laroppe (70 Prozent Gamay, 20 Prozent Pinot noir, 10 Prozent Auxerrois) ist zunächst verhalten in der Nase, was ja aber auch auf viele staubtrockene Provence-Rosés der besseres Sorte zutrifft, entfaltet dann aber einen animierenden Säurezug mit ausdrucksstarken Kräuter-Aromen und Silex (Feuerstein). Im Nachhall gestellt sich noch leise Erdbeere dazu. Absolut stark &#8211; und das für knappe zehn Euro.</p>



<p>Leicht schwächer auf der Brust zeigt sich der Gris der Domaine Régina (Gamay 85 Prozent, Pinot noir 10 Prozent, Auxerrois 5 Prozent) im direkten Vergleich: Bei geringerem Säurespiel mag er sich auch nach gutem Zureden nicht so recht öffnen. Die filigrane Mineralik- und Erdbeere-Note im Abgang stimmt bei leichter Sommerküche und dem Radio entschwebenden Chansons von Françoise Hardy und Georges Brassens aber durchaus versöhnlich. Als nahezu direkte Nachbarn im Weinberg dürfte hier das leicht voneinander abweichende Rebsorten-Verhältnis keine unwesentliche Rolle spielen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Gläser Wein im Lothringer Städtchen Toul." class="wp-image-550" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_7518-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Savoir vivre in Nancy – die Weinberge der AOC Côtes de Toul erreicht man von hier aus in rund 30 Minuten mit dem Auto.&nbsp;</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ohne Mos(el) nix los</h2>



<p>Für ein dermaßen kleines Anbaugebiet verfügt Lothringen über eine beachtliche Auswahl und vor allem Spannbreite von Stilen: von schlank bis vollschlank, von still bis sprudelnd, von weiß bis rot (wenngleich wir auf die Roten in diesem Artikel nicht weiter eingegangen sind. Pinot noir ist hier aber der Hauptakteur) – das alles auf nicht einmal 200 Hektar Anbaufläche. Und in der Mitte natürlich das Aushängeschild der Region: der Gris, alles andere als eine graue Maus.</p>



<p>Für Virginie Grand vom Weingut Laroppe sind für das Weinwunder Lothringen drei Hauptfaktoren verantwortlich: &#8222;Lehm- und Kalksteinhänge, die das Tal der Mosel überragen – ein Fluss, der das Klima mildert und Schutz vor dem feuchten ozeanischen Einfluss bietet. Und natürlich die charakteristischen Rebsorten: Auxerrois und Pinot noir sowie der Gamay, der als Verschnitt für den Grauwein verwendet wird.&#8220;&nbsp;Erwähnenswert ist zudem die autochthone weiße Rebsorte Aubin, die ausschließlich auf der Domaine Laroppe angebaut werden darf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Let&#8217;s Metz oder direkt ins Netz</h2>



<p>Die geografische Nähe sowie die Verwendung der roten Sorten Pinot noir und Gamay lässt den leisen Verdacht aufkommen, dass hier bewusst in Richtung Burgund geschielt wird. Auf die direkte Frage, mit welcher anderen Weinregion sie die AOC Côtes de Toul am ehesten vergleichen würde, antwortet Virginie Grand, dass es grundsätzlich schwierig sei, hier Eins-zu-eins-Vergleiche zu ziehen. &#8222;Ich würde die Côtes d&#8217;Auvergne zum Vergleich heranziehen&#8220;, überlegt Grand dennoch und fügt erklärend hinzu: &#8222;Ein Weinbaugebiet, das es verdient, bekannt zu sein. Bemerkenswert auch wegen der Typizität seiner Weine und des Know-hows der Winzer.&#8220; Gut, die nächste Weinreise geht also an die Loire.</p>



<p>Da die Chance, einen Lothringer Wein in einem deutschen Weingeschäft oder gar Supermarkt zu finden, asymptotisch gegen Null<em> </em>gehen dürfte, bleibt nur der Weg über Metz oder das Netz. Wer eine Postleitzahl aus dem Saarland oder Rheinland-Pfalz hat, darf realistisch über einen Tages-Ausflug über die Grenze nachdenken. Für alle anderen bieten die drei erwähnten Weingüter auf ihrer Homepage aber auch eine Online-Bestellung an. Zum nächsten Picknick mit Quiche Lorraine und Lothringer Pastete wisst ihr also, was zu tun ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/lothringer-wein-jetzt-wirds-exotisch/">Lothringer Wein – jetzt wird&#8217;s exotisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Elsässer Spitzen (1): Florimont</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 07:55:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es tatsächlich ein französisches Weinbaugebiet gibt, das etwas aus der Zeit gefallen zu sein scheint, dann trifft dies wohl am ehesten auf das Elsass zu. Fast schon chimärenhaft französische sowie deutsche Ess- und Trinkkultur abbildend, bietet das regenärmste (!) Anbaugebiet des Landes volle und ausladende Weine, die gerade leider so gar nicht den Mainstream-Geschmack treffen. Für viele heißt es beim Thema Elsass entsprechend: entweder raus oder Rhein. Grund genug, uns einmal diesen Sonnenfleck vor den Vogesen (von unserer Seite des Rheins aus gesehen, versteht sich) genauer anzuschauen. Das Elsass zählt 51 Grand Crus. Wir machen uns keine Illusionen, diese 51 Elsässer Spitzen alle zu besteigen und vorzustellen. Aber wir wollen es zumindest probieren. Die Wanderschuhe sind bestellt. Mal sehen, wie weit wir kommen. Gewürztraminer &#8211; what elsass?! Beginnen wir mit dem Florimont, dem Blumenberg. Grundsätzlich gibt es im Elsass die Unterscheidung zwischen Haut- und Bas-Rhin, also Hoch- und Niederrein. Florimont liegt im Haut-Rhin, quasi östlich vor den Toren der Stadt Colmar. Der rote Kreis auf der Karte (mein erster Versuch, mit diesem Tool umzugehen) zeigt die ungefähre Lage: Auf rund 300 Metern Höhe wächst und gedeiht hier auf kalkhaltigem Boden vor allem Gewürztraminer, dicht gefolgt von Riesling. 1992 erfolgte die Anerkennung des Gran-Cru-Status. &#8222;Florimont, blühender BergGelbe Tulpen, WindröschenWilde OrchideenDie Farben des ErzengelsFärben deinen Weinberg.&#8220; Aus dem Gedicht &#8222;Ingersa-Dorfburri&#8220; von Louis Roesch Durch die sehr vorteilhafte Sonneneinstrahlung schon früh morgens (Ostlage!) sowie die warmen und sonnigen Frühlinge und Sommer reifen die Trauben zeitig und entwickeln sich zu richtigen Zuckerbomben. Gegenüber lieblich ausgebauten Tropfen oder Süßweinen schmecken Cola und Gummibärchen plötzlich wie Heilwasser und Chicorée. Wer auf reife Typen steht, wird hier fündig Das Ergebnis sind füllig-opulente Weine mit dichter Struktur (wie wir eben gelesen haben, aber auch mit Dichter-Struktur). Der Vorteil: Nach einem Glas Gewürztraminer ist man bereits fürstlich gesättigt. Ausführlichere Informationen zum Florimont, den 50 weiteren Grand Crus des Elsass sowie das komplette Gedicht Louis Roeschs zum Blumenberg findet ihr auf der wirklich ausgezeichneten Seite von Vins d&#8217;Alsace.</p>
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<p>Wenn es tatsächlich ein französisches Weinbaugebiet gibt, das etwas aus der Zeit gefallen zu sein scheint, dann trifft dies wohl am ehesten auf das Elsass zu. Fast schon chimärenhaft <a href="https://traubengucker.de/regionen/klein-aber-malo-weine-aus-der-bretagne/">französische</a> sowie deutsche Ess- und Trinkkultur abbildend, bietet das regenärmste (!) Anbaugebiet des Landes volle und ausladende Weine, die gerade leider so gar nicht den Mainstream-Geschmack treffen. Für viele heißt es beim Thema Elsass entsprechend: entweder raus oder Rhein.</p>



<p>Grund genug, uns einmal diesen Sonnenfleck vor den Vogesen (von unserer Seite des Rheins aus gesehen, versteht sich) genauer anzuschauen. Das Elsass zählt 51 Grand Crus. Wir machen uns keine Illusionen, diese 51 Elsässer Spitzen alle zu besteigen und vorzustellen. Aber wir wollen es zumindest probieren. Die Wanderschuhe sind bestellt. Mal sehen, wie weit wir kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewürztraminer &#8211; what elsass?!</h2>



<p>Beginnen wir mit dem Florimont, dem Blumenberg. Grundsätzlich gibt es im Elsass die Unterscheidung zwischen Haut- und Bas-Rhin, also Hoch- und Niederrein. Florimont liegt im Haut-Rhin, quasi östlich vor den Toren der Stadt Colmar. Der rote Kreis auf der Karte (mein erster Versuch, mit diesem Tool umzugehen) zeigt die ungefähre Lage:</p>


<div id="wpgmza_map_1" class="wpgmza_map wpgmza-auto-left" style="display:block;width:100%;height:400px;overflow:hidden;position:relative;" data-map-id="1" data-maps-engine="open-layers" data-build-engine="atlas-novus" data-shortcode-attributes="{&quot;id&quot;:&quot;1&quot;,&quot;zoom&quot;:false,&quot;width&quot;:false,&quot;height&quot;:false,&quot;marker&quot;:false,&quot;classname&quot;:false}" data-settings="{&quot;map_title&quot;:&quot;Meine zweite 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<p>Auf rund 300 Metern Höhe wächst und gedeiht hier auf kalkhaltigem Boden vor allem Gewürztraminer, dicht gefolgt von Riesling. 1992 erfolgte die Anerkennung des Gran-Cru-Status.</p>



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<p>&#8222;Florimont, blühender Berg<br>Gelbe Tulpen, Windröschen<br>Wilde Orchideen<br>Die Farben des Erzengels<br>Färben deinen Weinberg.&#8220;</p>
<cite>Aus dem Gedicht &#8222;Ingersa-Dorfburri&#8220; von Louis Roesch</cite></blockquote>



<p>Durch die sehr vorteilhafte Sonneneinstrahlung schon früh morgens (Ostlage!) sowie die warmen und sonnigen Frühlinge und Sommer reifen die Trauben zeitig und entwickeln sich zu richtigen Zuckerbomben. Gegenüber lieblich ausgebauten Tropfen oder Süßweinen schmecken Cola und Gummibärchen plötzlich wie Heilwasser und Chicorée.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer auf reife Typen steht, wird hier fündig</h2>



<p>Das Ergebnis sind füllig-opulente Weine mit dichter Struktur (wie wir eben gelesen haben, aber auch mit Dichter-Struktur). Der Vorteil: Nach einem Glas <a href="https://traubengucker.de/wp-admin/post.php?post=554&amp;action=edit">Gewürztraminer</a> ist man bereits fürstlich gesättigt.</p>



<p>Ausführlichere Informationen zum Florimont, den 50 weiteren Grand Crus des Elsass sowie das komplette Gedicht Louis Roeschs zum Blumenberg findet ihr auf der wirklich ausgezeichneten Seite von <a href="http://VinsAlsace.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vins d&#8217;Alsace</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-1024x1024.jpeg" alt="Der Gewürztraminer von Jean Geiler aus dem Grand Cru Florimont." class="wp-image-407" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7003-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lieblich, statt niedlich: Der Gewürztraminer aus dem Hause Jean Geiler, eine der ältesten Winzergenossenschaften des Elsass, aus dem Grand Cru Florimont. PS: Im Elsass wird beim <em>Gewurztraminer</em> auf den Umlaut verzichtet.</figcaption></figure>
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