<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Trebbiano Archive - Traubengucker</title>
	<atom:link href="https://traubengucker.de/tag/trebbiano/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://traubengucker.de/tag/trebbiano/</link>
	<description>Weinthemen abseits des Mainstreams</description>
	<lastBuildDate>Sat, 16 May 2026 12:16:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/cropped-Original-1-5-32x32.png</url>
	<title>Trebbiano Archive - Traubengucker</title>
	<link>https://traubengucker.de/tag/trebbiano/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Turm trifft Titel: San Gimignano feiert 60 Jahre DOC</title>
		<link>https://traubengucker.de/regionen/turm-trifft-titel-san-gimignano-feiert-60-jahre-doc/</link>
					<comments>https://traubengucker.de/regionen/turm-trifft-titel-san-gimignano-feiert-60-jahre-doc/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 12:10:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[San Gimignano]]></category>
		<category><![CDATA[Trebbiano]]></category>
		<category><![CDATA[Vernaccia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://traubengucker.de/?p=1746</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach dem Jubiläum ist vor dem Jubiläum. Sind wir immer noch berauscht von 75 Jahren Grundgesetz (2024) und 40 Jahren Microsoft Windows oder wahlweise 500 Jahren Bauernkrieg (2025) steht in diesem Jahr eine weitere Festivität ins Haus, damit die Party auch ja nicht endet: 60 Jahre geschützte Herkunftsbezeichnung des Vernaccia di San Gimignano. 1966 war diese kleine Appellation die erste Italiens, die das &#8222;DOC&#8220; (also Denominiazione di Origine Controllata) höchst offiziell auf der Flasche führen durfte. In Frankreich ist Châteauneuf-du-Pape bereits 30 Jahre zuvor als erste AOC (Appellation d&#8217;Origine Contrôlée) des Landes vorgeprescht, weltweit gilt allerdings das portugiesische Douro-Tal als erste behördlich klar eingegrenzte Weinregion &#8211; hier sind wir tief im 18. Jahrhundert. Turm oder Traube? Ein toskanisches Rätsel Für mich aber eine schöne Gelegenheit, diese kleine wie spannende Weißwein-Exklave im sonst so tiefroten Glutofen der Toskana einmal näher vorzustellen. Nähert man sich mit dem Auto oder Bus der rund 7.500 Einwohner zählenden Kleinstadt (eine Bahnanbindung gibt es nicht), sieht man bereits aus der Ferne die charakteristischen Türme, die die Stadtsilhouette ausmachen. Und die werden emsig auf T-Shirts, Caps oder Weinetiketten gedruckt – auf ihre mittelalterlichen und noch gut erhaltenen Geschlechtertürme sind die Sangimignanesi eben besonders stolz. Nicht minder stolz sind sie – auch hier zu Recht – auf ihren traditionsreichen Weißwein aus der Rebsorte Vernaccia di San Gimignano. Interessanterweise gehen sowohl die Geschlechtertürme, die der Stadt den Beinamen Mittelalter-Manhatten einbrachten, als auch die Weinreben San Gimignanos auf das 13. Jahrhundert zurück – sodass abschließend nicht geklärt werden kann: Was war zuerst da – der Turm oder die Rebe? Sicher ist dagegen: Bereits in Dante Alighieris &#8222;Göttlicher Komödie&#8220; wird der Vernaccia erwähnt, weshalb parallel zum 60. Geburtstag der behördlichen Eingrenzung auch 600 Jahre Vernaccia di San Gimignano generell gefeiert wird (man kommt wirklich nicht aus dem Feiern raus oder sucht man vielleicht nur ständig nach Gründen zum Trinken?). Akazie, Harz und Hasenpanik: Vernaccia di San Gimignano im Glas Um den theoretischen Teil nun aber langsam abzubinden, müssen wir noch einmal ins Jahr 1993 springen, als aus der kontrollierten Herkunftsbezeichnung auch eine garantierte wurde: Aus der DOC wurde DOCG (Denominiazione di Origine Controllata e Garantita) und der Vernaccia di San Gimignano stieg in die höchste Qualitätsstufe empor. Aus weniger als 800 Hektar Rebfläche werden frische und elegante Weine gezaubert. Einen davon habe ich nun vor mir auf meinem Küchentisch stehen. Auf einen zweiten Wein kommen wir gleich zu sprechen – nur so viel: er kommt quasi aus der direkten Nachbarschaft. Beginnen wir aber mit einem klassischen Vertreter, dem Isola Blanca von Teruzzi. Hier haben wir einen Wein, der zu 100 Prozent aus der Rebsorte Vernaccia di San Gimignano besteht &#8211; gesetzlich sind mindestens 85 Prozent vorgeschrieben. Was zunächst auffällt, ist das Etikett: Ein Hund mit Schild und Speer wird von einem Hasen in eine imaginäre Schlacht getragen &#8230; sehen so die Bremer Stadtmusikanten aus, wenn sie bei 37 Grad unter der toskanischen Sonne zu viel Weißwein getrunken haben? In den weit aufgerissenen Augen des Hasen ist jedenfalls die komplette Gefühlspalette von Ungläubigkeit bis Panik erkennbar. Ein Weißwein mit mediterranem Nervensystem Wir fassen uns ein Herz und schenken uns dennoch ein Glas ein. Markant ist zunächst nicht ein vordergründiges Fruchtaroma oder eine unmittelbar in die Nase steigende Frische, sondern vielmehr ein blumig-balsamischer Duft, der an Akazienblüten ebenso erinnert wie an feine Harznoten. Dies kontrastiert übrigens völlig mit den äußeren Umständen: Im Hamburger Frühling haben wir zu diesem Zeitpunkt (Mitte Mai!) sagenhafte 11 Grad Celsius. Dass dieser Wein nicht mit Sonnenhut und offenem Leinenhemd, sondern stattdessen im Rollkragenpullover und Filzhausschuhen verkostet wird, war sicher nicht im Sinne des Erfinders. Bei diesem angenehmen Bouquet versetzt es mich aber ruckartig in den Schatten einer Toskana-Kiefer. Am Gaumen haben wir eine sich nicht in den Vordergrund spielende Säure und Anklänge von Mandeln (Restzucker: 3,3 g/l, Gesamtsäure: 5,2 g/l), im Finale im Ansatz cremig. Mehr als solide! Supertoskaner mit Vernaccia-DNA In der anderen Flasche des Weinguts Teruzzi schlummert der Terre di Tufi (also Tuffstein-Boden). Dieser Wein stammt nicht direkt aus San Gimignano, hat aber dennoch eine Verbindung zu ersterem. Denn dieser Vino, dessen Reben vor den südlichen Toren Siennas stehen, besteht zur Hälfte ebenso aus Vernaccia. Den Rest machen 20 Prozent Trebbiano und 30 Prozent andere &#8222;aromatische Rebsorten&#8220; (Zitat: Homepage Teruzzi) aus. Bedeutet also: Auch wenn dieser Wein direkt aus San Gimignano käme, dürfte er nicht als DOCG-Produkt bezeichnet werden, da zur Hälfte aus anderen Rebsorten besteht. Bedeutet ebenso: Wir haben hier einen sogenannten weißen Supertoskaner vor uns. Kurzer Exkurs: Ein Supertoskaner (oder im Englischen: Super Tuscan) bezeichnet hochwertige Weine aus der&#160;Toskana, die seit den 1970er-Jahren bewusst mit den strengen traditionellen DOC- und DOCG-Regeln brachen, weil sie aus internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot gekeltert wurden und eben nicht aus der heimischen Sangiovese oder Vernaccia di San Gimignano. Viele dieser Weine überholten ihre Kollegen mit den ur-italienschen Rebsorten auf der Überholspur, sodass sie zu diesem Spitznamen kamen. Der Fruchtkorb bleibt gelb Aber zurück zum Terre di Tufi, der entsprechend als IGT-Wein (vergleichbar mit dem deutschen Landwein) eingestuft ist. Im Glas strahlt uns ein sattes Strohgelb an. Und spätestens in der Nase kann dieser Wein seine teilweise Vergangenheit im Holz nicht verhehlen: ausladend, ein Hauch Karamell und dazu reife Ananas. Mich erwartet also ein Nachtisch. So, probieren wir ihn mal: Ein mittlerer Körper mit nun deutlich wahrnehmbarer Eichennote, dazu Vanille. Die Ananas verflüchtigt sich nicht, bekommt vielmehr noch Besuch von Honigmelone und Aprikose &#8211; der Fruchtkorb bleibt auf jeden Fall gelb. Der Nachhall ist solide. Anders ausgedrückt: ein guter Wein, den man für rund 17 Euro bekommt. Ein großes Feuerwerk stellt sich am Gaumensegel aber nicht ein. Italienische Weißweine haben es in Deutschland traditionell nicht leicht: Sie sollten tunlichst nicht mehr als zehn Euro kosten und am ehesten wird zu Lugana oder Soave gegriffen. Dass aber auch jenseits der italienischen Alpenausläufer spannende Weißweine produziert werden, fällt oft hinten über beziehungsweise direkt den Stiefel hinab: Denken wir nur an den kräuterwürzigen Verdicchio dei Castelli di Jesi oder noch weiter im Süden: den vollmundigen Fiano. Und siehe da, auch in der Toskana darf man ruhig mal bei Weiß abbiegen. In San Gimignano weiß man das schon länger.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/turm-trifft-titel-san-gimignano-feiert-60-jahre-doc/">Turm trifft Titel: San Gimignano feiert 60 Jahre DOC</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach dem Jubiläum ist vor dem Jubiläum. Sind wir immer noch berauscht von 75 Jahren Grundgesetz (2024) und 40 Jahren Microsoft Windows oder wahlweise 500 Jahren Bauernkrieg (2025) steht in diesem Jahr eine weitere Festivität ins Haus, damit die Party auch ja nicht endet: 60 Jahre geschützte Herkunftsbezeichnung des <a href="https://vernaccia.it" type="link" id="https://vernaccia.it" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vernaccia di San Gimignano</a>.</p>



<p>1966 war diese kleine Appellation die erste Italiens, die das &#8222;DOC&#8220; (also Denominiazione di Origine Controllata) höchst offiziell auf der Flasche führen durfte. In Frankreich ist <a href="https://traubengucker.de/regionen/tavel-an-der-tafel-aber-nur-rose/">Châteauneuf-du-Pape</a> bereits 30 Jahre zuvor als erste AOC (Appellation d&#8217;Origine Contrôlée) des Landes vorgeprescht, weltweit gilt allerdings das portugiesische Douro-Tal als erste behördlich klar eingegrenzte Weinregion &#8211; hier sind wir tief im 18. Jahrhundert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Turm oder Traube? Ein toskanisches Rätsel</h2>



<p>Für mich aber eine schöne Gelegenheit, diese kleine wie spannende Weißwein-Exklave im sonst so tiefroten Glutofen der Toskana einmal näher vorzustellen. Nähert man sich mit dem Auto oder Bus der rund 7.500 Einwohner zählenden Kleinstadt (eine Bahnanbindung gibt es nicht), sieht man bereits aus der Ferne die charakteristischen Türme, die die Stadt<a href="https://www.youtube.com/shorts/-4glxL7OthU" target="_blank" rel="noreferrer noopener">silhouette</a> ausmachen. Und die werden emsig auf T-Shirts, Caps oder Weinetiketten gedruckt – auf ihre mittelalterlichen und noch gut erhaltenen Geschlechtertürme sind die Sangimignanesi eben besonders stolz.</p>



<p>Nicht minder stolz sind sie – auch hier zu Recht – auf ihren traditionsreichen Weißwein aus der Rebsorte Vernaccia di San Gimignano. Interessanterweise gehen sowohl die Geschlechtertürme, die der Stadt den Beinamen Mittelalter-Manhatten einbrachten, als auch die Weinreben San Gimignanos auf das 13. Jahrhundert zurück – sodass abschließend nicht geklärt werden kann: Was war zuerst da – der Turm oder die Rebe?</p>



<p>Sicher ist dagegen: Bereits in Dante Alighieris &#8222;Göttlicher Komödie&#8220; wird der Vernaccia erwähnt, weshalb parallel zum 60. Geburtstag der behördlichen Eingrenzung auch 600 Jahre Vernaccia di San Gimignano generell gefeiert wird (man kommt wirklich nicht aus dem Feiern raus oder sucht man vielleicht nur ständig nach Gründen zum Trinken?).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-1024x1024.jpeg" alt="Ich auf dem Weg durch die Straßen von San Gimignano." class="wp-image-1752" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_9874-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ob auf zwei Beinen (ich, links) oder auf drei Rädern (Ape, rechts) – im August bewegt man sich besser im Schatten fort.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Akazie, Harz und Hasenpanik: Vernaccia di San Gimignano im Glas</h2>



<p>Um den theoretischen Teil nun aber langsam abzubinden, müssen wir noch einmal ins Jahr 1993 springen, als aus der kontrollierten Herkunftsbezeichnung auch eine garantierte wurde: Aus der DOC wurde DOCG (Denominiazione di Origine Controllata e Garantita) und der Vernaccia di San Gimignano stieg in die höchste Qualitätsstufe empor.</p>



<p>Aus weniger als 800 Hektar Rebfläche werden frische und elegante Weine gezaubert. Einen davon habe ich nun vor mir auf meinem Küchentisch stehen. Auf einen zweiten Wein kommen wir gleich zu sprechen – nur so viel: er kommt quasi aus der direkten Nachbarschaft. Beginnen wir aber mit einem klassischen Vertreter, dem <em>Isola Blanca</em> von <a href="https://www.teruzziwine.com/en/home/" type="link" id="https://www.teruzziwine.com/en/home/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teruzzi</a>. Hier haben wir einen Wein, der zu 100 Prozent aus der Rebsorte Vernaccia di San Gimignano besteht &#8211; gesetzlich sind mindestens 85 Prozent vorgeschrieben. Was zunächst auffällt, ist das Etikett: Ein Hund mit Schild und Speer wird von einem Hasen in eine imaginäre Schlacht getragen &#8230; sehen so die Bremer Stadtmusikanten aus, wenn sie bei 37 Grad unter der toskanischen Sonne zu viel Weißwein getrunken haben? In den weit aufgerissenen Augen des Hasen ist jedenfalls die komplette Gefühlspalette von Ungläubigkeit bis Panik erkennbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-1024x1024.jpeg" alt="Das Etikett des Isola Bianca" class="wp-image-1769" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4015-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Für dieses Etikett kamen eindeutig Tiere zu Schaden.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Weißwein mit mediterranem Nervensystem</h2>



<p>Wir fassen uns ein Herz und schenken uns dennoch ein Glas ein. Markant ist zunächst nicht ein vordergründiges Fruchtaroma oder eine unmittelbar in die Nase steigende Frische, sondern vielmehr ein blumig-balsamischer Duft, der an Akazienblüten ebenso erinnert wie an feine Harznoten. Dies kontrastiert übrigens völlig mit den äußeren Umständen: Im Hamburger Frühling haben wir zu diesem Zeitpunkt (Mitte Mai!) sagenhafte 11 Grad Celsius. Dass dieser Wein nicht mit Sonnenhut und offenem Leinenhemd, sondern stattdessen im Rollkragenpullover und Filzhausschuhen verkostet wird, war sicher nicht im Sinne des Erfinders. </p>



<p>Bei diesem angenehmen Bouquet versetzt es mich aber ruckartig in den Schatten einer Toskana-Kiefer. Am Gaumen haben wir eine sich nicht in den Vordergrund spielende Säure und Anklänge von Mandeln (Restzucker: 3,3 g/l, Gesamtsäure: 5,2 g/l), im Finale im Ansatz cremig. Mehr als solide!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Supertoskaner mit Vernaccia-DNA</h2>



<p>In der anderen Flasche des Weinguts Teruzzi schlummert der <em>Terre di Tufi </em>(also Tuffstein-Boden). Dieser Wein stammt nicht direkt aus San Gimignano, hat aber dennoch eine Verbindung zu ersterem. Denn dieser Vino, dessen Reben vor den südlichen Toren Siennas stehen, besteht zur Hälfte ebenso aus Vernaccia. Den Rest machen 20 Prozent Trebbiano und 30 Prozent andere &#8222;aromatische Rebsorten&#8220; (Zitat: Homepage Teruzzi) aus. Bedeutet also: Auch wenn dieser Wein direkt aus San Gimignano käme, dürfte er nicht als DOCG-Produkt bezeichnet werden, da zur Hälfte aus anderen Rebsorten besteht. Bedeutet ebenso: Wir haben hier einen sogenannten weißen Supertoskaner vor uns.</p>



<p>Kurzer Exkurs: Ein Supertoskaner (oder im Englischen: Super Tuscan) bezeichnet hochwertige Weine aus der&nbsp;Toskana, die seit den 1970er-Jahren bewusst mit den strengen traditionellen DOC- und DOCG-Regeln brachen, weil sie aus internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot gekeltert wurden und eben nicht aus der heimischen Sangiovese oder Vernaccia di San Gimignano. Viele dieser Weine überholten ihre Kollegen mit den ur-italienschen Rebsorten auf der Überholspur, sodass sie zu diesem Spitznamen kamen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-1024x1024.jpeg" alt="Der Isola Bianca und der Terre di Tufi auf dem Küchentisch - beide aus dem Hause Teruzzi" class="wp-image-1768" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/05/IMG_4019-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"> Den Toskana-Effekt nachgespielt: Der Isola Bianca und der Terre di Tuffi von Teruzzi auf dem heimischen Küchentisch.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fruchtkorb bleibt gelb</h2>



<p>Aber zurück zum <em>Terre di Tufi</em>, der entsprechend als IGT-Wein (vergleichbar mit dem deutschen Landwein) eingestuft ist. Im Glas strahlt uns ein sattes Strohgelb an. Und spätestens in der Nase kann dieser Wein seine teilweise Vergangenheit im Holz nicht verhehlen: ausladend, ein Hauch Karamell und dazu reife Ananas. Mich erwartet also ein Nachtisch.<br><br>So, probieren wir ihn mal: Ein mittlerer Körper mit nun deutlich wahrnehmbarer Eichennote, dazu Vanille. Die Ananas verflüchtigt sich nicht, bekommt vielmehr noch Besuch von Honigmelone und Aprikose &#8211; der Fruchtkorb bleibt auf jeden Fall gelb. Der Nachhall ist solide. Anders ausgedrückt: ein guter Wein, den man für rund 17 Euro bekommt. Ein großes Feuerwerk stellt sich am Gaumensegel aber nicht ein.</p>



<p>Italienische Weißweine haben es in Deutschland traditionell nicht leicht: Sie sollten tunlichst nicht mehr als zehn Euro kosten und am ehesten wird zu Lugana oder Soave gegriffen. Dass aber auch jenseits der italienischen Alpenausläufer spannende Weißweine produziert werden, fällt oft hinten über beziehungsweise direkt den Stiefel hinab: Denken wir nur an den kräuterwürzigen Verdicchio dei Castelli di Jesi oder noch weiter im Süden: den vollmundigen Fiano. Und siehe da, auch in der Toskana darf man ruhig mal bei Weiß abbiegen. In San Gimignano <em>weiß</em> man das schon länger.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/turm-trifft-titel-san-gimignano-feiert-60-jahre-doc/">Turm trifft Titel: San Gimignano feiert 60 Jahre DOC</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://traubengucker.de/regionen/turm-trifft-titel-san-gimignano-feiert-60-jahre-doc/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
