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	<title>PIWI Archive - Traubengucker</title>
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	<title>PIWI Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Skål! Weinbau in Dänemark</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2025 20:02:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus. Und wenn Dich Dein Urlaub als Weinblogger nach Skandinavien führt, mach trotzdem einen Artikel draus. Gleich in meiner allerersten Publikation dieses Blogs, im Oktober 2023 datiert, habe ich mich mit jugendlicher Feder bereits dem Weinbau in Dänemark gewidmet – zugegeben noch in äußerst kurzer und überschaubarer Form. Nach einem erneuten Besuch im Königreich möchte ich das Weinland Dänemark nun etwas stärker in den Vordergrund rücken.  Beginnen wir trocken (ist ja schließlich ein seriöser Weinblog) mit ein paar Zahlen: Der Branchenverband Dänische Weinvereinigung (Foreningen Dansk Vin) zählt 96 kommerzielle Weingüter im ganzen Land. Diese Zahl geht allerdings auf das Jahr 2017 zurück. Es ist also stark anzunehmen, dass dieser Wert in den letzten acht Jahren sicherlich dreistellig geworden ist.Ähnlich knapp im dreistelligen Bereich liegt die Rebfläche an kommerzieller Wein-Nutzung bei rund 100 Hektar (zum Vergleich: Allein die österreichische Hauptstadt Wien kommt schon auf 700 Hektar). Aber es soll ja auch schließlich alles schön hyggelig bleiben. PiWis: Etwas ist nachhaltig im Staate Dänemark Sechseinhalb dieser rund 100 Hektar bewirtschaften Sofie Saerens und Esben Misfeldt vom Weingut Tusen Vin in Bognæs in der dänischen Gemeinde Tusen Næs Sogn auf der Insel Seeland. 2020 haben die beiden Weinpioniere den Grund und Boden direkt am Holbæk-Fjord übernommen und betreiben seitdem ökologischen Weinbau. Wenig überraschend besteht ihr Rebgarten ausschließlich aus PiWi-Sorten (pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen): Solaris, Souvignier Gris und Muscaris für Weißwein, Cabernet Cantor für Rotwein. Solche PiWi-Sorten haben nicht nur den Vorteil, dass sie resistenter gegen Rebkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau sind, sondern auch robuster, wenn es um Wetter-Unbilden wie Hagel, Kälte oder Starkregen geht. Spätestens jetzt weiß jeder erfahrene Dänemark-Urlauber: Das müssen hier die Reben der Wahl sein. &#8222;Als Biobetrieb sind wir in unseren Möglichkeiten der Krankheitsbekämpfung, etwa durch Spritzungen, sehr eingeschränkt und daher auf resistente Rebsorten angewiesen&#8220;, erklärt Winzer Esben Misfeldt den Fokus auf seine Rebsorten. Denn gerade für einen ökologischen Betrieb wie Tusen Vin haben sie den wichtigen Nebeneffekt, dass sie durch ihre Robustheit auf weniger Pflanzenschutzmittel angewiesen sind. Nachweislich sind PiWis also nachhaltiger als Riesling, Pinot Noir und Co.Und der Boden? &#8222;Hier haben wir leicht sandigen Lehm&#8220;, führt Misfeldt aus und fügt hinzu: &#8222;Der Unterboden ist durch Kiesmaterial unterschiedlicher Herkunft gekennzeichnet.&#8220; Litschi und Bienenwachs statt Softeis und Bacon Und vielleicht ist dieser Boden auch ein Grund dafür, dass der Weinbau gerade in dieser Ecke Dänemarks zu florieren scheint. Denn keine zwei Kilometer weiter entfernt liegt das Weingut Bognæs Vingaard. Hier bewirtschaften Laura und Kristian Zander auf vier kleinen Weinbergen &#8211; okay, nennen wir sie Hügel &#8211; den Boden mit Solaris, Souvignier Gris, aber auch mit der alteingesessenen und doch recht kapriziösen Sorte Pinot Noir. Scheint den beiden jedenfalls gut zu gelingen, denn auch sie arbeiten nach ökologischen Grundsätzen. Beim dänischen Edeka-Äquivalent Brugsen habe ich meine letzten Kronen nicht etwa für eine opulente Aufschnittplatte an der Frischetheke oder eine LKW-Ladung Lakritz ausgegeben, sondern für eine Flasche Karla Solaris von Bognæs Vingaard. Zum dänischen Preisniveau später aber mehr &#8230; Aus dem Glas strahlt mich ein helles Goldgelb an, das an die umliegenden Weizenfelder erinnert. In der Nase macht sich schlagartig ein exotischer Duft breit, der an Litschi, aber auch Dosenfrüchte erinnert. Dazu gibt es eine Prise Bienenwachs. Am Gaumen ist sogleich eine lebendige Säure präsent, die irgendwo zwischen Moselriesling und gängigem Grauburgunder liegt &#8230; erstaunlich. Bei einem Blind-Tasting wäre ich jedenfalls niemals auf dänische Ostseeküste gekommen. Allerdings geht dem Solaris hintenraus recht schnell die Puste aus. Problematisch: Dänischer Wein macht die Geldbörse klein Dänemark und Weinbau: Das klingt alles erstmal sehr aufregend und geradezu nach Aufbruchstimmung in Zeiten des Klimawandels. Doch welche Chancen und welche Bedeutung wird dänischer Wein zukünftig wirklich haben? Das weiß allein Bacchus. Aber zumindest kann man Mutmaßungen anstellen. 2023 hatte ich in diesem Artikel in aller Kürze das jütländische Weingut Skærsøgaard Vin vorgestellt. Es ist das einzige dänische Weingut, das Sekt von der Stufe Qualitätswein herstellen und als solchen verkaufen darf &#8211; also nach EU-Statuten in einer Liga mit der Champagne, dem Rheingau oder der Rioja spielt. Der Hintergrund: Die Region Dons, in der Skærsøgaard Vin liegt, wurde in Brüssel als &#8222;geschützte Ursprungsbezeichnung&#8220; eingestuft. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der Rest dänischer Weingüter – Stand jetzt – maximal Wein der Kategorie Landwein produziert. Das ist per se nichts Schlechtes. Aber jetzt kommt das skandinavische Preisniveau ins Spiel: Für die Flasche Solaris habe ich im Supermarkt umgerechnet knapp über 30 Euro bezahlt (in Worten: DREISSIG EURO). Wenn man innerlich rasch überschlägt, und das macht jeder Weinfan an dieser Stelle, welche anderen Weine ich für diesen Betrag auch hätte erwerben können (die ersten Großen Gewächse grüßen hier schon aus dem Regal, ein französischer Cremant von Format oder eine Gran Reserva aus der Rioja), wählt man als passende Begleitung zu dem Wein automatisch einen Blister Antidepressiva. Auch ein Weißwein-Liebhaber aus Kopenhagen oder Oslo würde sich im Zweifel für den Preis eher einen hervorragenden Riesling aus Deutschland oder dem Elsass holen. Wir kennen das von Weinbetrieben aus Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, die ebenso Landwein herstellen: Denen rennen wir als Deutsche ja auch nicht die Bude ein, sondern kaufen Grauburgunder aus Rheinhessen. Der Blick geht nach England Gleichzeitig müssen diese kleineren Betriebe, gerade wenn sie Pionierarbeit leisten wie Tusen Vin oder Bognæs Vingaard, aber zweifelsohne auch einen gewissen Preis für ihre Flaschen einfordern. Das ist völlig klar. Immerhin trotzen sie dem teilweise unwirschen Wetter Weine von beachtlicher Qualität ab &#8211; eine Arbeit, die unbedingt gewürdigt werden muss. Und so wagt Esben Misfeldt von Tusen Vin einen, wie ich finde, recht klugen Ausblick in die Zukunft: &#8222;Der dänische Wein entwickelt sich schnell, aber wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium dieser Entwicklung. Ich stelle mir vor, dass wir in 25 Jahren eine Weinindustrie haben werden, die der englischen Weinindustrie ähnelt, aber auf Hybridtrauben basiert. Ein anerkanntes Weinland, das qualitativ hochwertige Schaumweine herstellt.&#8220; Die Rede ist also nicht von einer Neuerfindung des Burgunds zehn Breitengrade nördlicher, sondern einer Orientierung in einem Segment, wo ein Cool-Climate zwingend vonnöten ist: nämlich dem Schaumwein. Und dazu passt eine aktuelle Meldung, wonach der britische Weinbau derart konstant wie rasant wächst, dass 90 Prozent der Weinproduzenten in den kommenden Jahren neue Mitarbeiter, teilweise in Vollzeit, einstellen wollen. Vergleichbare Ambitionen wie die Dänen haben freilich auch Weingüter in Belgien oder den südlichen Niederlanden und feiern bereits erste Erfolge. Ob Dons oder Bognæs in 25 Jahren dann ähnlich verheißungsvoll in den Ohren klingen wird wie Champagner heutzutage, daran dürfte selbst Bacchus aber seine Zweifel haben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/skal-weinbau-in-daenemark/">Skål! Weinbau in Dänemark</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus. Und wenn Dich Dein Urlaub als Weinblogger nach Skandinavien führt, mach trotzdem einen Artikel draus.</p>



<p>Gleich in meiner <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">allerersten Publikation</a> dieses Blogs, im Oktober 2023 datiert, habe ich mich mit jugendlicher Feder bereits dem Weinbau in Dänemark gewidmet – zugegeben noch in äußerst kurzer und überschaubarer Form. Nach einem erneuten Besuch im Königreich möchte ich das Weinland Dänemark nun etwas stärker in den Vordergrund rücken. </p>



<p>Beginnen wir <em>trocken</em> (ist ja schließlich ein seriöser Weinblog) mit ein paar Zahlen: Der Branchenverband Dänische Weinvereinigung (<a href="https://vinavl.dk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Foreningen Dansk Vin</a>) zählt 96 kommerzielle Weingüter im ganzen Land. Diese Zahl geht allerdings auf das Jahr 2017 zurück. Es ist also stark anzunehmen, dass dieser Wert in den letzten acht Jahren sicherlich dreistellig geworden ist.<br>Ähnlich knapp im dreistelligen Bereich liegt die Rebfläche an kommerzieller Wein-Nutzung bei rund 100 Hektar (zum Vergleich: Allein die österreichische Hauptstadt Wien kommt schon auf 700 Hektar). Aber es soll ja auch schließlich alles schön hyggelig bleiben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-1024x1024.jpeg" alt="Die Reben von Tusen Vin im dänischen Bognæs." class="wp-image-1173" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1038-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine dänische Rebe müsste man sein: Die Trauben von Tusen Vin im dänischen Bognæs blicken direkt auf den Holbæk-Fjord.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">PiWis: Etwas ist nachhaltig im Staate Dänemark</h2>



<p>Sechseinhalb dieser rund 100 Hektar bewirtschaften Sofie Saerens und Esben Misfeldt vom Weingut <a href="https://www.tusenvin.dk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tusen Vin</a> in Bognæs in der dänischen Gemeinde Tusen Næs Sogn auf der Insel Seeland. 2020 haben die beiden Weinpioniere den Grund und Boden direkt am Holbæk-Fjord übernommen und betreiben seitdem ökologischen Weinbau. Wenig überraschend besteht ihr Rebgarten ausschließlich aus PiWi-Sorten (pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen): Solaris, Souvignier Gris und Muscaris für Weißwein, Cabernet Cantor für Rotwein. Solche PiWi-Sorten haben nicht nur den Vorteil, dass sie resistenter gegen Rebkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau sind, sondern auch robuster, wenn es um Wetter-Unbilden wie Hagel, Kälte oder Starkregen geht. Spätestens jetzt weiß jeder erfahrene Dänemark-Urlauber: Das müssen hier die Reben der Wahl sein.</p>



<p>&#8222;Als Biobetrieb sind wir in unseren Möglichkeiten der Krankheitsbekämpfung, etwa durch Spritzungen, sehr eingeschränkt und daher auf resistente Rebsorten angewiesen&#8220;, erklärt Winzer Esben Misfeldt den Fokus auf seine Rebsorten. Denn gerade für einen ökologischen Betrieb wie Tusen Vin haben sie den wichtigen Nebeneffekt, dass sie durch ihre Robustheit auf weniger Pflanzenschutzmittel angewiesen sind. Nachweislich sind PiWis also nachhaltiger als Riesling, Pinot Noir und Co.<br>Und der Boden? &#8222;Hier haben wir leicht sandigen Lehm&#8220;, führt Misfeldt aus und fügt hinzu: &#8222;Der Unterboden ist durch Kiesmaterial unterschiedlicher Herkunft gekennzeichnet.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="992" height="992" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797.jpeg" alt="Sofie Saerens und Esben Misfeldt vom Weingut Tusen Vin in Bognæs. (Copyright: Tusen Vin)" class="wp-image-1201" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797.jpeg 992w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_3797-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 992px) 100vw, 992px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sofie Saerens und Esben Misfeldt vom Weingut Tusen Vin in Bognæs. (Copyright: Tusen Vin)</figcaption></figure>



<p><br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Litschi und Bienenwachs statt Softeis und Bacon</h2>



<p>Und vielleicht ist dieser Boden auch ein Grund dafür, dass der Weinbau gerade in dieser Ecke Dänemarks zu florieren scheint. Denn keine zwei Kilometer weiter entfernt liegt das Weingut <a href="https://www.facebook.com/bognaesvingaard/?locale=da_DK" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bognæs Vingaard</a>. Hier bewirtschaften Laura und Kristian Zander auf vier kleinen Weinbergen &#8211; okay, nennen wir sie Hügel &#8211; den Boden mit Solaris, Souvignier Gris, aber auch mit der alteingesessenen und doch recht kapriziösen Sorte Pinot Noir. Scheint den beiden jedenfalls gut zu gelingen, denn auch sie arbeiten nach ökologischen Grundsätzen.<br><br>Beim dänischen Edeka-Äquivalent Brugsen habe ich meine letzten Kronen nicht etwa für eine opulente Aufschnittplatte an der Frischetheke oder eine LKW-Ladung Lakritz ausgegeben, sondern für eine Flasche Karla Solaris von Bognæs Vingaard. Zum dänischen Preisniveau später aber mehr &#8230;</p>



<p>Aus dem Glas strahlt mich ein helles Goldgelb an, das an die umliegenden Weizenfelder erinnert. In der Nase macht sich schlagartig ein exotischer Duft breit, der an Litschi, aber auch Dosenfrüchte erinnert. Dazu gibt es eine Prise Bienenwachs. Am Gaumen ist sogleich eine lebendige Säure präsent, die irgendwo zwischen Moselriesling und gängigem Grauburgunder liegt &#8230; erstaunlich. Bei einem Blind-Tasting wäre ich jedenfalls niemals auf dänische Ostseeküste gekommen. Allerdings geht dem Solaris hintenraus recht schnell die Puste aus.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-1024x1024.jpeg" alt="Eine geöffnete Flasche Karla Solaris von Bognæs Vingaard." class="wp-image-1178" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_1083-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Karla Solaris von Bognæs Vingaard: Erstaunlich viel Exotik von der dänischen Ostseeküste.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Problematisch: Dänischer Wein macht die Geldbörse klein</h2>



<p>Dänemark und Weinbau: Das klingt alles erstmal sehr aufregend und geradezu nach Aufbruchstimmung in Zeiten des Klimawandels. Doch welche Chancen und welche Bedeutung wird dänischer Wein zukünftig wirklich haben? Das weiß allein Bacchus. Aber zumindest kann man Mutmaßungen anstellen.</p>



<p>2023 hatte ich in <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">diesem Artike</a>l in aller Kürze das jütländische Weingut <a href="https://dansk-vin.dk">Skærsøgaard Vin</a> vorgestellt. Es ist das einzige dänische Weingut, das Sekt von der Stufe Qualitätswein herstellen und als solchen verkaufen darf &#8211; also nach EU-Statuten in einer Liga mit der Champagne, dem Rheingau oder der Rioja spielt. Der Hintergrund: Die Region Dons, in der Skærsøgaard Vin liegt, wurde in Brüssel als &#8222;geschützte Ursprungsbezeichnung&#8220; eingestuft. </p>



<p>Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der Rest dänischer Weingüter – Stand jetzt – maximal Wein der Kategorie Landwein produziert. Das ist per se nichts Schlechtes. Aber jetzt kommt das skandinavische Preisniveau ins Spiel: Für die Flasche Solaris habe ich im Supermarkt umgerechnet knapp über 30 Euro bezahlt (in Worten: DREISSIG EURO). Wenn man innerlich rasch überschlägt, und das macht jeder Weinfan an dieser Stelle, welche anderen Weine ich für diesen Betrag auch hätte erwerben können (die ersten Großen Gewächse grüßen hier schon aus dem Regal, ein französischer Cremant von Format oder eine Gran Reserva aus der Rioja), wählt man als passende Begleitung zu dem Wein automatisch einen Blister Antidepressiva. </p>



<p>Auch ein Weißwein-Liebhaber aus Kopenhagen oder Oslo würde sich im Zweifel für den Preis eher einen hervorragenden Riesling aus Deutschland oder dem Elsass holen. Wir kennen das von Weinbetrieben aus Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, die ebenso Landwein herstellen: Denen rennen wir als Deutsche ja auch nicht die Bude ein, sondern kaufen Grauburgunder aus Rheinhessen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-1024x1024.jpeg" alt="Typische Landschaft im Norden der dänischen Insel Seeland." class="wp-image-1174" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9267-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Typische Landschaft im Norden der dänischen Insel Seeland mit akuter Ohrwurm-Gefahr: &#8222;Ein Bett im Kornfeld&#8220;. </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Blick geht nach England</h2>



<p>Gleichzeitig müssen diese kleineren Betriebe, gerade wenn sie Pionierarbeit leisten wie Tusen Vin oder Bognæs Vingaard, aber zweifelsohne auch einen gewissen Preis für ihre Flaschen einfordern. Das ist völlig klar. Immerhin trotzen sie dem teilweise unwirschen Wetter Weine von beachtlicher Qualität ab &#8211; eine Arbeit, die unbedingt gewürdigt werden muss.</p>



<p>Und so wagt Esben Misfeldt von Tusen Vin einen, wie ich finde, recht klugen Ausblick in die Zukunft: &#8222;Der dänische Wein entwickelt sich schnell, aber wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium dieser Entwicklung. Ich stelle mir vor, dass wir in 25 Jahren eine Weinindustrie haben werden, die der englischen Weinindustrie ähnelt, aber auf Hybridtrauben basiert. Ein anerkanntes Weinland, das qualitativ hochwertige Schaumweine herstellt.&#8220; Die Rede ist also nicht von einer Neuerfindung des Burgunds zehn Breitengrade nördlicher, sondern einer Orientierung in einem Segment, wo ein Cool-Climate zwingend vonnöten ist: nämlich dem Schaumwein. Und dazu passt eine <a href="https://www.meininger.de/wein/handel/britischer-weinbau-waechst-weiter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">aktuelle Meldung</a>, wonach der britische Weinbau derart konstant wie rasant wächst, dass 90 Prozent der Weinproduzenten in den kommenden Jahren neue Mitarbeiter, teilweise in Vollzeit, einstellen wollen.</p>



<p>Vergleichbare Ambitionen wie die Dänen haben freilich auch Weingüter in <a href="https://traubengucker.de/regionen/belgischer-wein-muss-das-sein/">Belgien</a> oder den südlichen Niederlanden und feiern bereits erste Erfolge. Ob Dons oder Bognæs in 25 Jahren dann ähnlich verheißungsvoll in den Ohren klingen wird wie Champagner heutzutage, daran dürfte selbst Bacchus aber seine Zweifel haben.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/skal-weinbau-in-daenemark/">Skål! Weinbau in Dänemark</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Ingenhof &#8211; der Geist von Malente</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2025 16:06:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Souvignier Gris]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sylt statt Sancerre, Mecklenburg statt Medoc und Lüneburger Heide statt Langhe? Was zunächst wie ein aberwitziger Affront klingt (zumindest für Weinfreunde), ist eine zumindest halbwegs ernstgemeinte Fragestellung. Denn klassischer Weinanbau orientiert sich aufgrund des Klimawandels und immer mehr abenteuerorientierten Winzerinnen und Winzern stetig weiter gen Norden.&#160; Nun sind Weingüter in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern schon längst keine Nachricht mehr, die Scharen hinterm Ofen hervorlockt. Trotzdem bleibt es ein mehr als interessantes Thema, zumal witterungsbedingt (denn Sylt ist noch lange nicht Sancerre!) hauptsächlich PiWi-Sorten eingesetzt werden. Also widerstandsfähige Kreuzungen, die in Zukunft weltweit immer mehr Weinberge bevölkern werden. Ein weiterer Vorteil: Sie sind durch ihre Widerstandsfähigkeit auch automatisch nachhaltiger, da zu ihrem Schutz weniger gespritzt werden muss &#8211; quasi zwei Rebläuse mit einer Klappe. Das ist der Gipfel: Ein Weinberg in der Holsteinischen Schweiz Legen wir los mit einem Weinberg mitten in der Holsteinischen Schweiz. Die höchste Erhebung ist hier der Bungsberg und ist gerade mal so hoch wie zwei aufeinandergestapelte Alphörner. Auch Käsefondue sucht man hier vergebens. Nichtsdestotrotz bietet die hügelige Landschaft Potential für Weinbau. Das haben sich auch Melanie Engel und Karsten Wulf vom Weingut Ingenhof, knapp sechs Kilometer nördlich von Malente entfernt, gedacht. Auf einer Fläche von mittlerweile acht Hektar betreiben sie eines der nördlichsten Weingüter der Bundesrepublik. Dabei vertrauen sie ausnahmslos auf robuste, pilzwiderstandsfähige PiWis. Einer der aufgehenden Sterne unter den PiWi-Sorten ist zweifelsohne die weiße Souvignier Gris (Kreuzung aus Seyval Blanc und Zähringer). Sie bevölkert rund 205 Hektar Anbaufläche in Deutschland. Der Engel mit dem Eisbonbon Oft wird Souvignier Gris geschmacklich mit dem nicht nur hierzulande immer beliebter werdenden Grauburgunder verglichen. Auch der Souvignier Gris &#8222;Engel No.1&#8220; vom Weingut Ingenhof hat einen mindestens mittelvollen Körper und geizt nicht mit gelber Frucht. Leider gesellt sich auch Eisbonbon-Aroma dazu, was eventuell ein Hinweis darauf sein könnte, dass der Wein recht kühl vergoren wurde – bei Wein nicht so mein Ding (werde ich mir aber für die nächste Erkältungswelle merken und ans Bett stellen). Hart im Nehmen: Regen ist Regent egal Aber am Ingenhof sieht man auch rot: Hier sind die robusten Sorten Regent und Cabernet Cantor die Aushängeschilder. Ersterer steht halbtrocken ausgebaut aus dem Jahr 2020 vor mir auf dem Tisch. In der Nase drängen sich zunächst Gewürz-Aromen auf: etwas Pfeffer, Nelke und tatsächlich auch die auf der Ingerhof-Homepage erwähnte Minze. Dazu ein entfernter Klang Erdbeermarmelade. Im Abgang gibt’s noch einen Korb Waldbeeren dazu. Ein gut produzierter Wein, der sicherlich seine Fan-Base innerhalb der Primitivo-Gemeinde findet. Für fortgeschrittene Pinot-Anhänger dagegen eher weniger verlockend. Im Norden maximal Landwein Übrigens: Auch wenn Wein aus dem hohen Norden hie und da qualitativ überzeugt, darf er sich nicht Qualitätswein nennen. Dies ist nur Weinen aus den 13 zugelassenen deutschen Anbaugebieten (Rheingau, Rheinhessen, Baden etc.) vorbehalten. Bei Einhaltung gewisser Bestimmungen ist aber die Kategorie Landwein gültig. Eine Liga drunter turnt nur noch der Deutsche Wein rum, der die ehemalige Bezeichnung Tafelwein ersetzt. Ein Verzeichnis aller PiWi-Sorten sowie weiterführende Infos, findet Ihr auf der umfangreichen Seite PiWi International.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/rubrik/ingenhof-der-geist-von-malente/">Ingenhof &#8211; der Geist von Malente</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Sylt statt Sancerre, Mecklenburg statt Medoc und Lüneburger Heide statt Langhe? Was zunächst wie ein aberwitziger Affront klingt (zumindest für Weinfreunde), ist eine zumindest halbwegs ernstgemeinte Fragestellung. Denn klassischer Weinanbau orientiert sich aufgrund des Klimawandels und immer mehr abenteuerorientierten Winzerinnen und Winzern stetig weiter gen Norden.&nbsp;</p>



<p>Nun sind Weingüter in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern schon längst keine Nachricht mehr, die Scharen hinterm Ofen hervorlockt. Trotzdem bleibt es ein mehr als interessantes Thema, zumal witterungsbedingt (denn Sylt ist noch lange nicht Sancerre!) hauptsächlich PiWi-Sorten eingesetzt werden. Also widerstandsfähige Kreuzungen, die in Zukunft weltweit immer mehr Weinberge bevölkern werden. Ein weiterer Vorteil: Sie sind durch ihre Widerstandsfähigkeit auch automatisch nachhaltiger, da zu ihrem Schutz weniger gespritzt werden muss &#8211; quasi zwei Rebläuse mit einer Klappe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-1024x1024.jpeg" alt="Ein LKW mit Plane des Weinguts Ingenhof." class="wp-image-503" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_6854-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei Fragen, die sich aufdrängen: Wann fängt es an zu regnen? Und: Bewegt sich der Kompass, wenn der LKW wendet?</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Das ist der Gipfel: Ein Weinberg in der Holsteinischen Schweiz</h2>



<p>Legen wir los mit einem Weinberg mitten in der Holsteinischen Schweiz. Die höchste Erhebung ist hier der Bungsberg und ist gerade mal so hoch wie zwei aufeinandergestapelte Alphörner. Auch Käsefondue sucht man hier vergebens. Nichtsdestotrotz bietet die hügelige Landschaft Potential für Weinbau. Das haben sich auch Melanie Engel und Karsten Wulf vom <a href="https://www.ingenhof.de">Weingut Ingenho</a><a href="https://www.ingenhof.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">f</a>, knapp sechs Kilometer nördlich von Malente entfernt, gedacht. Auf einer Fläche von mittlerweile acht Hektar betreiben sie eines der nördlichsten Weingüter der Bundesrepublik.</p>



<p>Dabei vertrauen sie ausnahmslos auf robuste, pilzwiderstandsfähige <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">PiWis</a>. Einer der aufgehenden Sterne unter den PiWi-Sorten ist zweifelsohne die weiße Souvignier Gris (Kreuzung aus Seyval Blanc und Zähringer). Sie bevölkert rund <a href="https://www.deutscheweine.de/weinbau/387/piwi-pilzwiderstandsfähige-reben" target="_blank" rel="noreferrer noopener">205 Hektar Anbaufläche in Deutschland</a>.</p>





<h2 class="wp-block-heading">Der Engel mit dem Eisbonbon</h2>



<p>Oft wird Souvignier Gris geschmacklich mit dem nicht nur hierzulande immer beliebter werdenden Grauburgunder verglichen. Auch der Souvignier Gris &#8222;Engel No.1&#8220; vom Weingut Ingenhof hat einen mindestens mittelvollen Körper und geizt nicht mit gelber Frucht. Leider gesellt sich auch Eisbonbon-Aroma dazu, was eventuell ein Hinweis darauf sein könnte, dass der Wein recht kühl vergoren wurde – bei Wein nicht so mein Ding (werde ich mir aber für die nächste Erkältungswelle merken und ans Bett stellen).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Weine vom Weingut Ingenhof: der Souvignier Gris (links) und der Regent." class="wp-image-504" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/05/IMG_7142-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Links der Souvenir Gris, rechts der Regent vom Weingut Ingenhof. Auf jeder Flasche prangt auf dem Rückenetikett der Umriss des Landes Schleswig-Holstein.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Hart im Nehmen: Regen ist Regent egal</h2>



<p>Aber am Ingenhof sieht man auch rot: Hier sind die robusten Sorten Regent und Cabernet Cantor die Aushängeschilder. Ersterer steht halbtrocken ausgebaut aus dem Jahr 2020 vor mir auf dem Tisch. In der Nase drängen sich zunächst Gewürz-Aromen auf: etwas Pfeffer, Nelke und tatsächlich auch die auf der Ingerhof-Homepage erwähnte Minze. Dazu ein entfernter Klang Erdbeermarmelade. Im Abgang gibt’s noch einen Korb Waldbeeren dazu.</p>



<p>Ein gut produzierter Wein, der sicherlich seine Fan-Base innerhalb der Primitivo-Gemeinde findet. Für fortgeschrittene Pinot-Anhänger dagegen eher weniger verlockend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Norden maximal Landwein</h2>



<p>Übrigens: Auch wenn Wein aus dem hohen Norden hie und da qualitativ überzeugt, darf er sich nicht Qualitätswein nennen. Dies ist nur Weinen aus den 13 zugelassenen deutschen Anbaugebieten (Rheingau, Rheinhessen, Baden etc.) vorbehalten. Bei Einhaltung gewisser <a href="https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/Ernaehrung-Lebensmittel/EU-Qualitaetskennzeichen/Antraege/Landweine/Landwein_Schleswig-Holsteinischer.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bestimmungen</a> ist aber die Kategorie Landwein gültig. Eine Liga drunter turnt nur noch der Deutsche Wein rum, der die ehemalige Bezeichnung Tafelwein ersetzt.</p>



<p>Ein Verzeichnis aller PiWi-Sorten sowie weiterführende Infos, findet Ihr auf der umfangreichen Seite <a href="https://piwi-international.org/?">PiWi </a><a href="https://piwi-international.org/?" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International</a>.</p>
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		<title>Klein, aber Malo: Weine aus der Bretagne</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Sep 2024 11:03:40 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Regionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe … Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an. Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand. Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der Homepage des Labels wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem Elsass probieren &#8230; kleiner Scherz!) Muscadet ist nicht Muscat Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&#160; Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann. Bretonischer Wein (in echt jetzt) Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die PiWi-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt. Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/klein-aber-malo-weine-aus-der-bretagne/">Klein, aber Malo: Weine aus der Bretagne</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Wenn es einen Teil Frankreichs gibt, wo sich regenfeste Kleidung auch im Sommer lohnt, ist es sicherlich die Bretagne. Der äußerste Nordwesten des Hexagons, wie Franzosen ihr Land sehen, ist bekannt für seine schroffen Küsten und atemberaubenden Landschaften. Weniger berühmt ist die Bretagne dagegen für ihren Wein (und wir reden nicht von Cidre). Das hat Gründe …</p>



<p>Knapp über 80 Jahre ist es her, da konnte die Bretagne noch mehrere tausend Hektar Rebfläche an Qualitätswein vorweisen. Allein die in den 1930er-Jahren als <a href="https://www.inao.gouv.fr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AOC</a> (Appellation d’Origine Contrôlée) klassifizierten Gebiete Muscadet und Muscadet Sèvre et Maine reichten grob zusammengezählt von der Atlantikküste über 80 Kilometer entlang der Loire bis tief hinein ins Landesinnere.<br>Diese Weinberge sind heute noch immer da, sie gehören offiziell nur nicht mehr der Bretagne an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bretagne weintechnisch in der Bredouille</h2>



<p>Im Jahr 1941 entschied eine Gebietsreform (durchgeführt vom Vichy-Regime!), dass die bis dahin bretonische Hauptstadt Nantes, samt ihrer sie umgebenden Weinberge, von nun an zum Département Loire-Antlantique zu gehören hatte. Neue Hauptstadt der Bretagne wurde Rennes (keine Weinberge). Diese Aufteilung hat interessanterweise bis heute Bestand.</p>



<p>Noch heute gibt es intensive Bestrebungen vieler Bretonen, sich wieder mit ihrer ehemaligen Hauptstadt zu vereinigen. Exemplarisch dafür dürften die Muscadet-Weine gesehen werden, auf deren Flasche die bretonische Flagge und das Label &#8222;Produit en Bretagne 5&#8220; prangt, obwohl sie eben streng genommen „nur“ aus dem Département Loire-Atlantique kommen. Auf der <a href="https://www.produitenbretagne.bzh/une-bretagne-puissance-5/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage des Labels</a> wird übrigens auch kein Hehl daraus gemacht, dass es den Machern um &#8222;eine wiedervereinigte Bretagne&#8220; geht. Die 5 steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die fünf ursprünglichen Départements der Bretagne, darunter auch die abhandengekommene Provinz Loire-Atlantique. (Könnte man aus deutscher Sicht natürlich auch mal wieder mit dem <a href="https://traubengucker.de/category/rubrik/elsaesser-spitzen-rubrik/">Elsass</a> probieren &#8230; kleiner Scherz!)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg" alt="Das Etikett einer Flasche Muscadet aus der Bretagne." class="wp-image-650" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_8566-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein typisches Etikett eines Muscadet-Weines: In diesem Falle stammt der Wein aus der AOC Muscadet Sèvre et Maine. Der Hinweis &#8222;Sur Lie&#8220; besagt, dass der Wein etwa ein halbes Jahr auf der Hefe lag, bevor er in Flaschen abgefüllt wurde. Das Ergebnis: mehr Struktur, Charakter sowie auch Frische.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Muscadet ist nicht Muscat</h2>



<p>Zusammengefasst lassen sich die ehemals bretonischen AOCs unter dem Gebietsnamen Pay Nantais bündeln. Tonangebend und synonym mit dem Begriff Muscadet ist die weiße Traube Melone du Bourgogne, die – Achtung, Verwechslungsgefahr – nichts mit der Muskateller-Traube (auch als Muscat zu finden) zu tun hat, geschmacklich sogar eher das genau Gegenteil ist: ein Wein, der perfekt zu Austern passt &#8211; und eben keine fette, ausladende Bukettsorte, wie der Muskateller eine ist. Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Rolle spielt die Weißweinsorte Folle blanche (auch als Gros Plant bekannt).&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg" alt="Ein (schöner) Mann zeigt auf ein &quot;Muscadet&quot;-Schild." class="wp-image-648" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6976-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fast schon überflüssig, an einer bretonischen Gaststätte mit einem Schild &#8222;Muscadet&#8220; zu werben. Dieser (schöne) Mann freut sich dennoch darüber.</figcaption></figure>



<p>Muscadet-Weine findet man auch zuverlässig in deutschen Weinregalen. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber oft als Einzelposition, mitunter auch bei Discountern. Preislich bewegen wir uns da meist in einem Bereich von bis zu zehn Euro pro Flasche. Wir sprechen also von einem Wein, der vom Können und damit auch vom Preis her gewissermaßen limitiert ist. Das ist aber keineswegs als Makel zu bewerten. Seine Säure und der knochentrockene Ausbau machen ihn zum perfekten Begleiter zu Muschel- und Fischgerichten – gerade, wenn man sich keinen Chablis leisten möchte oder kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bretonischer Wein (in echt jetzt)</h2>



<p>Und doch arbeiten die Bretonen fleißig an ihrem ganz eigenen Weinberg, also innerhalb der offiziellen Grenzen der Region. Südlich der malerischen Stadt Saint-Malo und unweit des Örtchens Saint-Suliac steht der Mont Garrot. Hier wachsen auf quarzhaltigem Boden rund 1.000 Reben. Sortentechnisch bleibt es angenehm überschaubar: Für Weißwein kommt nicht etwa Muscadet, sondern Chenin Blanc zum Einsatz; für den Rotwein greift man auf die <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">PiWi</a>-Sorte Rondo zurück. Chenin kommt vor allem an der Loire (nur etwas weiter südlich) und in Südafrika (sehr viel weiter südlich) zum Einsatz. Für die ebenfalls an der Loire gerne eingesetzte rote Traube Cabernet Franc scheint das Reizklima der Bretagne dagegen etwas zu reizend zu sein, weshalb die wetterfeste Neukreuzung Rondo den Vorzug erhielt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg" alt="Ein Boot mit bretonischer Flagge auf dem Fluss Rance im Golf von Saint-Malo." class="wp-image-651" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4908-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Fluss Rance mündet im Golf von Saint-Malo in den Ärmelkanal. An seinen Ufern steht der Weinberg Mont Garrot (leider nicht im Sichtfeld).</figcaption></figure>



<p>Abschließend lässt sich also feststellen, dass auch in der Bretagne die alte Wein-Binse &#8222;What grows together, goes together&#8220; gilt. Muscadet (oder auch Folle blanche) ist geradezu für eine Liaison mit Austern gemacht. Und damit hier keine Gerüchte aufkommen, dass die goldene American-Express-Karte des Autors etwas zu locker sitzt: Austern (von einer Größe, die Sylt-Touristen die Tränen in die Augen treibt) gelten in der Bretagne quasi als Fast Food. Für den Tarif einer Portion mit einem Glas Muscadet wird man in der &#8222;Sansibar&#8220; auf Sylt maximal aufs Klo gelassen. In diesem Sinne: santé!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg" alt="Austern und Weißwein vor auf den Klippen der Bretagne." class="wp-image-647" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_4785-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kann man zu Hause natürlich auch vor einer Fototapete servieren.</figcaption></figure>



<p></p>
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		<title>Rote Würste, weißer Wein</title>
		<link>https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2023 10:10:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Nähe der Hafenstadt Kolding liegt Europas nördlichstes Weinanbaugebiet mit Qualitätssiegel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/rote-wuerste-weisser-wein-zu-besuch-in-europas-noerdlichstem-qualitaets-weinanbaugebiet/">Rote Würste, weißer Wein</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Zu Besuch in Europas nördlichstem Qualitäts-Weinanbaugebiet</h2>



<p class="has-text-align-left has-black-color has-text-color">Anders als mit Frankreich, Italien oder meinetwegen auch Australien verbindet man mit Dänemark nicht direkt Weinbau. Das wird sicherlich auch erst einmal so bleiben. Nichtsdestotrotz lohnt sich mehr als ein kühler Blick in Richtung Norden. Denn in Sachen Wein, und wir sprechen nicht von Met (!), hat besonders eine Region im kleinen Königreich aufgerüstet: Dons. Der Name geht auf ein Dorf in der Nähe der Hafenstadt Kolding zurück. Seit 2018 trägt die Region Dons offiziell das EU-Siegel der geschützten Ursprungsbezeichnung und ist damit nicht nur das nördlichste Anbaugebiet für Qualitätswein in Europa, sondern reiht sich damit auch automatisch in die Phalanx großer Namen wie Bordeaux, Champagne oder Barolo ein.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-1024x1024.jpeg" alt="DONS prangt auf vier Wienfässern an der Einfahrt des Weingebiets." class="wp-image-54" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2920-1-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Stolz prangt das EU-Label an der Einfahrt ins Weinanbaugebiet.</sup></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Wikinger-Weine: Vom Belt in die Welt?</h3>



<p>Aber welche Weine trifft man dort an bzw. was würde man &#8211; frei nach dem Motto &#8222;What grows together, goes together&#8220; &#8211; zu Hot-Dogs, Lakritz und Softeis kredenzen?&nbsp;</p>



<p>Natürlich robuste, pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen (sog. PIWIs) wie Solaris, Orion oder Souvignier Gris, die gut durch die südskandinavischen Jahreszeiten kommen. Halbwegs hygge fühlen sich hier aber auch rote Sorten wie Rondo oder Regent. Pionierarbeit hat das Weingut <a href="http://dansk-vin.dk" data-type="URL" data-id="http://dansk-vin.dk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Skærsøgaard Vin</a> geleistet, über deren Seite alle Tropfen auch lieferbar sind. Bei dem skandinavischen Preisniveau kann man sich hier stattdessen aber auch einfach eine Flasche Champagner kaufen und das Ganze nochmal in Ruhe überdenken.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-60" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2923-2-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Auch die rote PIWI-Sorte Cabernet Cortis findet man hier.</sup></figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="http://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf Reben im Weinanbaugebiet DONS." class="wp-image-61" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2023/08/IMG_2922-1-90x90.jpeg 90w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><sup>Steillagen kennt man hier nur aus dem Weinatlas.</sup></figcaption></figure>



<p>Darüberhinaus wird in Dänemark in den Regionen Jütland, Fünen, Seeland und Bornholm eifrig auf Landwein-Niveau (in EU-Sprache: geschützte geografische Angabe) geackert. </p>
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