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	<title>Franken Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2025 15:33:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt erstaunlich viele Alltagsbegriffe, die auf -beutel enden: Teebeutel, Jutebeutel, Kulturbeutel, Herzbeutel &#8230; Ich könnte diese Reihe noch etwas weiterführen, habe aber die diffuse Angst, dass Beutel am Ende so ein Begriff sein könnte, der mich &#8211; wenn ich länger darüber nachdenke &#8211; zielsicher in die nächste Anstalt führt. Deshalb setze ich nun den Punkt hinter: Bocksbeutel. Der Bocksbeutel steht, durch die deutsche Brille betrachtet, für Qualitätsweine aus dem Anbaugebiet Franken. Seit 1989 wurde dies auch in EU-Recht gegossen. So unterliegt er einer strengen Qualitätsweinprüfung und muss bei der Lese mindestens 72 Grad Oechsle vorweisen – Letzteres ist in Zeiten des Klimawandels besonders im knallheißen Franken allerdings keine allzu große Kunst mehr. Das war im angehenden 18. Jahrhundert noch anders und so beschloss der Stadtrat von Würzburg 1728 die gelungensten Weine des Bürgerspitals, zunächst die von der Toplage Würzburger Stein, in diese charakteristische Flaschenform zu gießen. Alsbald wurde die Eingrenzung auf andere Frankenweine erweitert. Mehr &#8222;PS&#8220;, weniger Tradition beim neuen Bocksbeutel Eine, die sich zweifelsfrei mit der Materie auskennt, ist Dietlinde Harm-Reber, Inhaberin der Hamburger Frankenwein-Vinothek &#8222;Der Bocksbeutel&#8220;. Dass der traditionelle Bocksbeutel für die waschechte Fränkin eine Herzensangelegenheit ist, wäre noch allzu vorsichtig formuliert – sie lebt das Format: &#8222;Die Philosophie hinter einem Wein im Bocksbeutel ist so genial wie einfach&#8220;, beginnt sie ihre Lobeshymne und fährt fort: &#8222;Die sinnliche Harmonie, die diese runde, zum Streicheln einladende Form signalisiert, ist dem Wein darin auf den Leib geschrieben. Bei allen meinen Winzern war der Wein im Bocksbeutel immer der authentischste und in höchster Qualität; Signature-Weine würde man heute sagen.&#8220; 2015 wurde die gemütlich fränkische Weinordnung aber jäh auf die Probe gestellt, als eine Neuauflage der ikonischen Flaschenform aus der Taufe gehoben wurde: Am eckigen Bocksbeutel &#8222;PS&#8220;, benannt nach dessen Designer Peter Schmidt (ausgerechnet ein Hamburger), scheiden sich die Geister. Während beispielsweise die große wie einflussreiche Winzergenossenschaft Franken ihre Weine von nun an munter in die neue Form schießt, lehnen vor allem die Mitglieder des VDP, darunter das Bürgerspital Würzburg, den neuen Bocksbeutel ab. Und auch im altehrwürdigen Hamburger &#8222;Bocksbeutel&#8220; hat die neudesignte Version quasi Hausverbot: &#8222;Mit seinen abgekanteten Ecken erinnert er mehr an einen Parfümflakon als an dionysischen Genuss&#8220;, bemängelt Inhaberin Harm-Reber das neue Modell und macht deutlich: &#8222;All meine Weinlieferanten füllen, nach wie vor, ihre besten Weine in das Original. Wer das nicht für mich tut, fliegt aus der Listung.&#8220; Bock auf Ausnahmen? Hier gibt&#8217;s auch Wein im Bocksbeutel Aber nicht nur in Franken stößt man auf diese Flaschenform in Zusammenhang mit Wein. Innerdeutsch gibt es Ausnahmen für Tauberfranken (beispielsweise die in Baden-Württemberg liegenden Orte Bad Mergentheim oder Wertheim) und &#8211; komplett fernab von Franken – für Teile des Baden-Badener Reblandes, konkret für die Stadtteile Neuweier, Steinbach-Umweg und Varnhalt. Die Baden-Badener hatten dies in den 1970er-Jahren vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich erstritten (andernfalls wären die Badener baden gegangen &#8230;). Aber auch im äußersten Südwesten unseres Kontinents springt uns diese Flaschenform ins Auge: In Portugal ist sie historisch ebenso gewachsen. Bekanntester Vertreter ist der Mateus, ein halbtrockener Rosé, der seinen weltweiten Bekanntheitshöhepunkt vielleicht in den 1970er-Jahren hatte, als Weine mit ordentlich Restsüße noch en vogue waren. So existiert ein Foto, auf dem Jimi Hendrix – in Sachen Genussmittel sicherlich kein Kostverächter – bestens gelaunt direkt aus einer Flasche Mateus trinkt. Später fand man heraus, dass auch Saddam Hussein davon ein paar Paletten in seinen Kellern bunkerte. Auch ein gestresster Diktator muss abends nach getaner Arbeit schließlich mal Fünfe gerade sein lassen, da wollen wir ihm keinen Strick draus drehen. Weitere Flaschenformen, die dem Bocksbeutel stark ähneln, gibt es beispielsweise für den französischen Armagnac, den Moscato Giallo aus Südtirol sowie für Weine des chilenischen Weinguts Undurraga. Ach ja, die Sache mit dem Namen Bleibt zu guter Letzt noch das Stochern in der Mystik rund um die Namensgebung. Nun erinnert die Form fast schon automatisch an die klassische Feldflasche, deren Ursprung wiederum bis ins Altertum zurückreicht. Nicht ganz so alt ist dagegen die kreative Auseinandersetzung, was die Wortherkunft betrifft. Um mit der harmlosen Variante zu beginnen, finden wir uns im Niederdeutschen wieder, wo der Booksbüdel für einen Bücherbeutel steht, den Mönche ab dem 14. Jahrhundert, später auch Ratsherren, mit sich herumtrugen. Heute würde man Herrenhandtasche dazu sagen. Etwas mehr Esprit hat die Lesart, nach der die Flaschenform an den Hodensack eines Ziegenbocks erinnert. Und wer wurde fast immer von einem solchen Bock begleitet? Richtig: Weingott Dionysos! Plötzlich wird die Sache rund. Gleichwohl mag dieser Aspekt nur nebensächlich sein. Statt muffigen Bücherbeuteln oder pelzigen Tier-Scrota sollten wir beim Öffnen eines Bocksbeutels vielmehr der aus dem Flaschenhals strömenden Aromen gedenken, die von erlesenen Qualitätsweinen Frankens (und wenigen anderen Regionen) wissen lassen. Auf dass diese traditionsreiche Flaschenform auch in Zukunft für Qualitätsweine steht: Stößchen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/bocksbeutel-keine-regel-ohne-ausnahme/">Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Es gibt erstaunlich viele Alltagsbegriffe, die auf -beutel enden: Teebeutel, Jutebeutel, Kulturbeutel, Herzbeutel &#8230; Ich könnte diese Reihe noch etwas weiterführen, habe aber die diffuse Angst, dass Beutel am Ende so ein Begriff sein könnte, der mich &#8211; wenn ich länger darüber nachdenke &#8211; zielsicher in die nächste Anstalt führt. Deshalb setze ich nun den Punkt hinter: Bocksbeutel.</p>



<p>Der Bocksbeutel steht, durch die deutsche Brille betrachtet, für Qualitätsweine aus dem Anbaugebiet <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Franken</a>. Seit 1989 wurde dies auch in EU-Recht gegossen. So unterliegt er einer strengen Qualitätsweinprüfung und muss bei der Lese mindestens 72 Grad Oechsle vorweisen – Letzteres ist in Zeiten des Klimawandels besonders im knallheißen Franken allerdings keine allzu große Kunst mehr. Das war im angehenden 18. Jahrhundert noch anders und so beschloss der Stadtrat von Würzburg 1728 die gelungensten Weine des <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinmacher/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPxqc9J9iSK_JZBzD8t_EjXuD&amp;gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE4LkJ2FmIw2EAGeEMxJccImySjwVZg9zOf-168vacryMPfcPnlfigRoCnkgQAvD_BwE" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspitals</a>, zunächst die von der Toplage Würzburger Stein, in diese charakteristische Flaschenform zu gießen. Alsbald wurde die Eingrenzung auf andere Frankenweine erweitert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr &#8222;PS&#8220;, weniger Tradition beim neuen Bocksbeutel</h2>



<p>Eine, die sich zweifelsfrei mit der Materie auskennt, ist Dietlinde Harm-Reber, Inhaberin der Hamburger Frankenwein-Vinothek <a href="https://www.der-bocksbeutel.de">&#8222;Der Bocksbeutel&#8220;</a>. Dass der traditionelle Bocksbeutel für die waschechte Fränkin eine Herzensangelegenheit ist, wäre noch allzu vorsichtig formuliert – sie lebt das Format: &#8222;Die Philosophie hinter einem Wein im Bocksbeutel ist so genial wie einfach&#8220;, beginnt sie ihre Lobeshymne und fährt fort: &#8222;Die sinnliche Harmonie, die diese runde, zum Streicheln einladende Form signalisiert, ist dem Wein darin auf den Leib geschrieben. Bei allen meinen Winzern war der Wein im Bocksbeutel immer der authentischste und in höchster Qualität; Signature-Weine würde man heute sagen.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Bocksbeutel stehen auf dem Küchentisch: links die alte Form, rechts das neue Design namens &quot;PS&quot;." class="wp-image-1122" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alt trifft auf neu: Links die ursprüngliche Variante des Bocksbeutels, rechts die kantige Neuauflage namens &#8222;PS&#8220;.</figcaption></figure>



<p>2015 wurde die gemütlich fränkische Weinordnung aber jäh auf die Probe gestellt, als eine Neuauflage der ikonischen Flaschenform aus der Taufe gehoben wurde: Am eckigen Bocksbeutel &#8222;PS&#8220;, benannt nach dessen Designer Peter Schmidt (ausgerechnet ein Hamburger), scheiden sich die Geister. Während beispielsweise die große wie einflussreiche <a href="https://www.gwf-frankenwein.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft Franken</a> ihre Weine von nun an munter in die neue Form schießt, lehnen vor allem die Mitglieder des VDP, darunter das Bürgerspital Würzburg, den neuen Bocksbeutel ab. Und auch im altehrwürdigen Hamburger &#8222;Bocksbeutel&#8220; hat die neudesignte Version quasi Hausverbot: &#8222;Mit seinen abgekanteten Ecken erinnert er mehr an einen Parfümflakon als an dionysischen Genuss&#8220;, bemängelt Inhaberin Harm-Reber das neue Modell und macht deutlich: &#8222;All meine Weinlieferanten füllen, nach wie vor, ihre besten Weine in das Original. Wer das nicht für mich tut, fliegt aus der Listung.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bock auf Ausnahmen? Hier gibt&#8217;s auch Wein im Bocksbeutel</h2>



<p>Aber nicht nur in Franken stößt man auf diese Flaschenform in Zusammenhang mit Wein. Innerdeutsch gibt es Ausnahmen für Tauberfranken (beispielsweise die in Baden-Württemberg liegenden Orte Bad Mergentheim oder Wertheim) und &#8211; komplett fernab von Franken – für Teile des Baden-Badener Reblandes, konkret für die Stadtteile Neuweier, Steinbach-Umweg und Varnhalt. Die Baden-Badener hatten dies in den 1970er-Jahren vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich erstritten (andernfalls wären die Badener baden gegangen &#8230;).</p>



<p>Aber auch im äußersten Südwesten unseres Kontinents springt uns diese Flaschenform ins Auge: In Portugal ist sie historisch ebenso gewachsen. Bekanntester Vertreter ist der <a href="https://www.mateusrose.com/de/weine/mateus-rose-original/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mateus</a>, ein halbtrockener Rosé, der seinen weltweiten Bekanntheitshöhepunkt vielleicht in den 1970er-Jahren hatte, als Weine mit ordentlich Restsüße noch en vogue waren. So existiert ein <a href="https://brutalhammer.com/juiced-on-mateus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Foto</a>, auf dem Jimi Hendrix – in Sachen Genussmittel sicherlich kein Kostverächter – bestens gelaunt direkt aus einer Flasche Mateus trinkt. Später fand man heraus, dass auch Saddam Hussein davon ein paar Paletten in seinen Kellern bunkerte. Auch ein gestresster Diktator muss abends nach getaner Arbeit schließlich mal Fünfe gerade sein lassen, da wollen wir ihm keinen Strick draus drehen.</p>



<p>Weitere Flaschenformen, die dem Bocksbeutel stark ähneln, gibt es beispielsweise für den französischen Armagnac, den Moscato Giallo aus Südtirol sowie für Weine des chilenischen Weinguts Undurraga. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1024x1024.jpeg" alt="Ein altes begehbares Fass in Franken mit Guckloch in Bocksbeutel-Form." class="wp-image-1139" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bitte recht freundlich! In Franken dient der Bocksbeutel mancherorts auch als Türspion.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ach ja, die Sache mit dem Namen</h2>



<p>Bleibt zu guter Letzt noch das Stochern in der Mystik rund um die Namensgebung. Nun erinnert die Form fast schon automatisch an die klassische Feldflasche, deren Ursprung wiederum bis ins Altertum zurückreicht. Nicht ganz so alt ist dagegen die kreative Auseinandersetzung, was die Wortherkunft betrifft. <br>Um mit der harmlosen Variante zu beginnen, finden wir uns im Niederdeutschen wieder, wo der Booksbüdel für einen Bücherbeutel steht, den Mönche ab dem 14. Jahrhundert, später auch Ratsherren, mit sich herumtrugen. Heute würde man Herrenhandtasche dazu sagen.</p>



<p>Etwas mehr Esprit hat die Lesart, nach der die Flaschenform an den Hodensack eines Ziegenbocks erinnert. Und wer wurde fast immer von einem solchen Bock begleitet? Richtig: Weingott Dionysos! Plötzlich wird die Sache rund. <br>Gleichwohl mag dieser Aspekt nur nebensächlich sein. Statt muffigen Bücherbeuteln oder pelzigen Tier-Scrota sollten wir beim Öffnen eines Bocksbeutels vielmehr der aus dem Flaschenhals strömenden Aromen gedenken, die von erlesenen Qualitätsweinen Frankens (und wenigen anderen Regionen) wissen lassen. <br>Auf dass diese traditionsreiche Flaschenform auch in Zukunft für Qualitätsweine steht: Stößchen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/bocksbeutel-keine-regel-ohne-ausnahme/">Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 May 2025 12:12:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&#160; Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse! Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre VDP.Große Lage wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&#160; „Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein) Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden. Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&#160; Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges! Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer. &#160;Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das Bürgerspital diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&#160; Einer, der nach Einersheim fährt Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren. Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische Weingut Gamm auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte! Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin Rotling hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann. Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga? Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen). Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer). Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von Rainer Sauer kleben.&#160; Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag. Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig. Nach Nordheim auf die Weininsel Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung. Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die Dorfbäckerei Weinhöfle vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der Terroir f Aussichtsplattform auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen). Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).Die hiesige Winzergenossenschaft kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&#160; Voll karacho nach Volkach&#160; Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&#160; Apropos: In Volkach selbst steht das „Haus der Quitte“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt. Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&#160; Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim Weingut Zur Schwane gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert. Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „Der Bocksbeutel“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans) Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&#160; Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&nbsp;</p>



<p>Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg" alt="Gemüsestände auf dem Würzburger Marktplatz" class="wp-image-1069" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier gibt es nicht nur Spargel zum Silvaner zu kaufen: Der Marktplatz in Würzburgs Altstadt ist Dreh- und Angelpunkt für Connoisseure.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht</strong></h2>



<p>Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre <a href="https://www.vdp.de/de/die-weine/weinbergonline/region/franken">VDP.Große Lage</a> wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein)</p>
</blockquote>



<p>Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden.</p>



<p>Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf den Randersackerer Teufelskeller." class="wp-image-1048" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bocksbeutel für den Beelzebub: der Randersackerer Teufelskeller.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges!</strong></h2>



<p>Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer.</p>



<p>&nbsp;<br>Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinshop/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPyGUf5OqBA2Yldv9oisTwRLg&amp;gclid=Cj0KCQjwoZbBBhDCARIsAOqMEZXgHq0Rxu5WOJsJxZBgFGWS8jv_PYenTzPerdTnggv6Q4RPLdt535waAsqMEALw_wcB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspital</a> diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einer, der nach Einersheim fährt</strong></h2>



<p>Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Markt Einersheim" class="wp-image-1050" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Fuße des Steigerwalds liegen die Weinberge Markt Einersheims auf Gipskeuper-Böden.</figcaption></figure>



<p>Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische <a href="https://www.weingut-gamm.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Gamm</a> auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte!</p>



<p>Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling</a> hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga</strong>?</h2>



<p>Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen).</p>



<p>Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf Escherndorf" class="wp-image-1044" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der kürzeste Weg ins Dorf ist nicht immer der sicherste. Die VDP.Erste Lage Escherndorfer Lump ist teilweise eine Steillage.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg" alt="Ein Schild im Weinberg, das zur Mäßigung aufruft." class="wp-image-1046" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wenige Schritte später wird man direkt zur Mäßigung aufgerufen.</figcaption></figure>



<p>Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von <a href="https://weingut-rainer-sauer.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Sauer</a> kleben.&nbsp;</p>



<p>Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag.</p>



<p>Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Bocksbeutelstraße&quot;" class="wp-image-1066" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Bocksbeutelstraße im fränkischen Escherndorf &#8211; Straße der Träume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg" alt="Ich trinke ein Glas im Weingut Sauer" class="wp-image-1042" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Bitte stören Sie den Künstler nicht bei der Arbeit.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nach Nordheim auf die Weininsel</strong></h2>



<p>Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung.</p>



<p>Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die <a href="https://www.weinschleifencafe.de/dorfbaeckerei.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dorfbäckerei Weinhöfle</a> vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der <a href="https://www.fraenkisches-weinland.de/poi/terroir_f-ein_magischer_ort_am-40703/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Terroir f Aussichtsplattform</a> auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg" alt="Die &quot;Frankonia&quot; auf dem Kreuzberg auf der Maininsel" class="wp-image-1041" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die fränkische Interpretation vom Sturm auf die Bastille: Statt &#8222;Marianne&#8220; thront &#8222;Frankonia&#8220; über dem Kreuzberg auf der Maininsel – mit Bocksbeutel statt Bajonett, logisch.</figcaption></figure>



<p>Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).<br>Die hiesige <a href="https://www.winzer-sommerach.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft</a> kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Zum Katzenkopf&quot;" class="wp-image-1065" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wäre in der fränkischen Monopoly-Ausgabe so eine Art Schlossallee.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Voll karacho nach Volkach&nbsp;</strong></h2>



<p>Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&nbsp;</p>



<p>Apropos: In Volkach selbst steht das „<a href="https://www.haus-der-quitte.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haus der Quitte</a>“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt.</p>



<p>Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&nbsp;</p>



<p>Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim <a href="https://www.schwane-weingut.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Zur Schwane</a> gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg" alt="Das GG &quot;Am Lumpen 1655&quot; von Schwane" class="wp-image-1064" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das GG &#8222;Am Lumpen 1655&#8220; von Schwane (die massive Speisekarte wiegt ähnlich viel wie die volle Flasche)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg" alt="Der Marktplatz in Volkach" class="wp-image-1040" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwischen Aperol, Stachelbeertorte und Rentnern auf E-Bikes: der Marktplatz in Volkach</figcaption></figure>



<p>Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „<a href="https://www.der-bocksbeutel.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Bocksbeutel</a>“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans)</strong></h2>



<p>Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/mainschleifenbahn-wird-reaktiviert-strecke-volkach-wuerzburg,USUhjwk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerische Rundfunk</a> berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&nbsp;</p>



<p>Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2024 10:55:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem. Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&#160; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage. EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&#160; Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&#160; Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; gemeinsam vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen. Der Rotling als eigene Weinart Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden. &#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&#160;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom Juliusspital in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220; &#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220; Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220; Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich &#8222;Take On Me&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht. Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer Vinothek in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer. &#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220; Anna-Maria Gamm Von Rotgold bis Schieler Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein. Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens Schieler. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen. Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem.</p>



<p>Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&nbsp; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&nbsp;</strong></h2>



<p>Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&nbsp;</p>



<p>Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; <em>gemeinsam</em> vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Der Rotling als eigene Weinart</strong></strong></h2>



<p>Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden.</p>



<p>&#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&nbsp;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom <a href="https://www.juliusspital-weingut.de/das-weingut/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Juliusspital</a> in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Rotlinge: Links vom Juliusspital, rechts von Lidl." class="wp-image-403" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rot-rote Koalition auf dem Küchentisch: Links der Rotling vom Juliuspital, rechts ein Rotling von Lidl (abgefüllt von Divino).</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220;</p>
<cite>Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling</cite></blockquote>



<p>Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220;<br></p>



<p>Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=djV11Xbc914" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Take On Me</a>&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen</strong></h2>



<p>Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer <a href="https://vinothekiphofen.de/de/">Vinothek</a> in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;<br>So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220;</p>
<cite>Anna-Maria Gamm</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Rotgold bis Schieler</strong></h2>



<p>Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein.</p>



<p>Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens <em>Schieler</em>. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen.</p>



<p>Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg" alt="Die Terrasse der Vinothek in Iphofen." class="wp-image-372" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Vinothek in Iphofen bei Anna-Maria Gamm geht natürlich auch ein Glas Silvaner klar.</figcaption></figure>
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		<title>Österreicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Feb 2024 08:00:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sy Sy - Sympathische Synonyme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Servus! Diesen Österreicher kennt ihr alle. Besonders geprägt hat er die Weinlandschaft in Franken.</p>
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<p>Vielleicht ist er nicht so berühmt wie Mozart oder Falco, verstecken muss sich dieser Österreicher aber dennoch nicht: der Grüne Silvaner. Freunde dürfen ihn auch nur Silvaner nennen.</p>



<p>Es gab Zeiten, da war der HSV noch eine richtig große Nummer im Fußball (übrigens auch unter einem Österreicher: Ernst Happel) und der Silvaner eine der meist angebauten Rebsorten Deutschlands. Letzteres liegt sogar noch gut ein Jahrzehnt länger zurück &#8211; wir sind in den frühen 1970er-Jahren.</p>



<p>Heutzutage trifft man den Silvaner am ehesten in Rheinhessen an, wo er mit knapp unter 2.000 Hektar die größte Anbaufläche hat. Überhaupt nicht an ihm vorbei kommt man aber weiter östlich in Franken, wo er zwar weniger Anbaufläche besitzt im Vergleich zu Rheinhessen, den Rebsortenspiegel aber stolz anführt. Franken und Silvaner &#8211; das passt (hier spielen natürlich auch die Böden &#8211; Muschelkalk und Keuper &#8211; eine gewichtige Rolle). Die besten Exemplare davon gibt’s in dem für Franken typischen Bocksbeutel.</p>



<p>Außer Landes hat sich die Traube vor allem im Elsass einen Namen gemacht. Apropos, dort wird sie allerdings so geschrieben: Sylvaner.&nbsp;</p>



<p>Und um das Ganze zu komplettieren: In der Schweiz nutzt und liebt man den Silvaner als Johannisberg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und warum ist sie nun auch als &#8222;Österreicher&#8220; bekannt?</h2>



<p>Angeblich waren es Pfälzer Winzer, die die neu eingeführte Sorte aus dem Süden &#8211; jetzt sind wir Pi mal Daumen im 18. Jahrhundert &#8211; schließlich als &#8222;Österreicher&#8220; bezeichneten. Und damit trafen sie genau ins Schwarze. Denn moderne Genanalysen haben nun in der Tat ermittelt, dass die Rebsorte das natürliche Produkt der Gspusi zwischen Traminer und Österreichisch Weiß ist und damit ein waschechter Alpenwohner war.&nbsp;</p>



<p>Schade nur, dass sie in ihrem eigentlich <a href="https://traubengucker.de/regionen/einfach-mal-runterkommen-weine-aus-der-thermenregion/">Heimatland</a> heute eine maximal untergeordnete Rolle spielt &#8211; dort haben ihr der Grüne Veltliner und der <a href="https://traubengucker.de/regionen/methusalem-von-maribor/">Riesling</a> den Rang abgelaufen.</p>



<p>Bussi und Baba!</p>
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