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	<title>Franken Archive - Traubengucker</title>
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	<title>Franken Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Silvaner-Schisma vom Sonnenberg: Blauer und Roter Silvaner aus Franken</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 09:27:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einmal mehr war ich im wunderbaren Weinland Franken unterwegs. So wenig man an der Ahr am Spätburgunder vorbeikommt, ist es hier der Silvaner, der einen nicht mehr aus dem wohlmeinenden Würgegriff lässt. Zeit, sich also einmal mit dem bunten Strauß an Silvaner-Mutationen auseinanderzusetzen: Neben dem bekannten Grünen Silvaner gibt es noch den Blauen, den Roten und sogar einen Gelben. Der Silvaner-Vielfalt scheinen also keine Grenzen gesetzt. Gänzlich in Schwarz gekleidet machte ich mich auf den Weg zu Menschen, die sich damit auskennen. 8. Mai, 16:09 Uhr: Das Taxi schmeißt mich am Oberen Maintor in Sulzfeld raus. Eigentlich wollte ich den rund einstündigen Weg von Kitzingen aus zu Fuß bewältigen. Spontane Planänderungen, die unter dem Oberbegriff Fußball einzuordnen sind, zwangen mich aber dazu, meinen Antrittsbesuch in Sulzfeld in größter Eile vorzuverlegen. Und da die Busse, anders als in meiner Heimatstadt, nicht im Fünf-, sondern günstigstenfalls im 55-Minuten-Takt fahren, ließ ich mich von einem angenehm schwermütigen Taxifahrer ins offizielle „Heimatdorf 2021“ (verliehen vom Bayerischen Heimatministerium) kutschieren. Von der Wurstspirale zum Weinberg Selbstredend habe ich mich im Vorfeld informiert: So ist Sulzfeld nicht nur Heimat verschiedener Top-Weingüter (ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass dies der primäre Grund für meinen Besuch ist), sondern auch die der Meterbratwurst – eine in Schneckenform gepresste Völlerei. Leider war es mir nicht möglich, die 100 Zentimeter Wurstbrät in Naturdarm zu fotografieren … wie schon angedeutet: Die Zeit pressierte.  Mein erster Weg führt mich in die Papiusgasse zum Weingut Brennfleck. Zwar schneie ich unangekündigt kurz vor Feierabend rein, anders als in jeder zweiten Galeria-Filiale werde ich aber dennoch mit einer überschwänglichen Herzlichkeit empfangen, die mich die gedämpfte Taxifahrt vergessen lässt.  Nicht nur, dass ich umgehend gefragt werde, welchen Wein ich probieren möchte – mir wird dreißig Minuten vor Toresschluss auch noch angeboten, einen Blick in den Keller zu werfen. Sulzfeld – die heimliche Hauptstadt vom Schlaraffenland. In die Weinfässer zu beißen, in der Hoffnung, sie seien aus Marzipan, kann ich mir gerade noch verkneifen &#8230; Verkneifen kann ich mir dagegen nicht, dass ich schon vor Ort den Blauen Silvaner vom Sulzfelder Sonnenberg probiere (dazu an späterer Stelle aber mehr). Sulzfeld selbst ist quasi eingerahmt von seinen beiden wichtigsten Lagen: der VDP Ersten Lage Sulzfelder Sonnenberg im Westen und der VDP Großen Lage Maustal im Süd-Westen – auf der anderen Seite ruht still der Main. Roter Silvaner: Die Spur führt ins Elsass Da sowohl Brennfleck als auch das Weingut Zehnthof Luckert in unmittelbarer Nachbarschaft um 17 Uhr schließen, mache ich mich von der Papiusgasse auf den Weg in die Kettengasse. Die nur knapp 200 Meter absolviere ich in weniger als drei Minuten – Zeitmanagement ist alles. Wirkte der Vorraum vom Weingut Brennfleck vornehm und altehrwürdig, bezirzt das Vestibül vom Zehnthof Luckert durch einen behaglichen Mix aus historisch und modern. Am vorwiegend modernen Verkaufstresen erstehe ich hier eine Flasche Roten Silvaner. Das VDP-Weingut füllt ihn als Ortswein ab, der Silvaner stammt also ausschließlich aus Sulzfeld. Mit den zwei Flaschen &#8211; rot und blau &#8211; im Rucksack lustwandele ich aus dem Dorf hinaus und mache mich zu Fuß auf ins rund sieben Kilometer entfernte Marktbreit, wo es einen Bahnhof gibt – um meine Taxi-Kosten für diesen Tag zu deckeln, nicht unerheblich. Selbstredend führt der Weg durch die wunderbare VDP Große Lage Maustal (Selfies im Weinberg sind ein Thema für sich &#8211; ich könnte mittlerweile einen Jahreskalender rausbringen). Gegen 17.04 Uhr endet also mein kurzer, aber inhaltlich vollgepackter Antrittsbesuch in Sulzfeld. Ich verlasse den Ort dort, wo ich ihn eine Stunde zuvor vorgefunden hatte: am Oberen Maintor. Gewissermaßen ist der Rote Silvaner eine doppelte Rarität. Nicht nur, dass die Rebsorte generell äußerst selten auftritt, das Weingut Luckert ist das einzige Weingut, welches in Deutschland diese Sorte führt. Dies bestätigte mir Wolfgang Luckert und fügte hinzu: &#8222;Wir haben Anfang der 2000er-Jahre das Pflanzgut über Umwege aus dem Elsass bezogen und offiziell als Rebsortenversuch aufgepflanzt und dürfen daher den Wein so benennen.“&#160; Feldversuch mit Frankenfaktor Zurück in Hamburg gieße ich mir den Roten Silvaner hochkonzentriert und quasi unter Laborbedingungen ins Glas (den weißen Kittel und die Schutzbrille lasse ich heute aber mal weg). Wie der Blaue hat auch der Rote Silvaner eine dunkle Traubenhaut, im Glas sieht man im gleißenden Strohgelb des Weins aber nichts davon. In der Nase fühlt er sich wie ein typischer Franken-Silvaner an mit einer rauchigen Note und Zitrustönen. Frei nach dem Ausspruch „ein Maul voll Wein“ sollte man bei der ersten haptischen Begegnung mit einem unbekannten Wein nie zurückhaltend sein. Freilich kann dies auch mal nach hinten losgehen, nicht so hier: Knackig, rauchig, mineralisch &#8211; an einem heißen Tag wie diesem wie ein willkommener Köpfer in die freigegebenen Badestellen des Mains. Dazu gesellen sich Limone, etwas Pfirsich und etwas angenehm Florales. Dabei ist die Spontanvergärung sowie der Ausbau in großen Holzfässern nachvollziehbar. Starker Stoff, aber das ist man vom „Weingut des Jahres 2025“ (Auszeichnung der Vinum) gewohnt. Und so deckt sich meine erste Einschätzung mit der Beschreibung des Weinvaters, Wolfgang Luckert höchstpersönlich, wenn dieser im Gespräch mit uns den Roten Silvaner im Vergleich zum Grünen beschreibt: &#8222;Der Rote Silvaner zeigt meines Erachtens nach mehr florale und blütige Komponenten, die ganz leicht an Traminer, eine der Elternsorten, erinnern.“ Und das ist ein perfektes Stichwort, denn der Rote Silvaner gilt zwar als eigene Mutation des Grünen Silvaners, letzterer stammt aber in der Tat von den Elternreben Traminer und Österreichisch Weiß ab.&#160; Blauer Silvaner: Mehr Extrakt, mehr Cremigkeit, mehr Potenzial? Schalten wir nun aber von Rot auf Blau: Grundsätzlich wird der Blaue Silvaner deutschlandweit auf nur rund 30 Hektar angebaut &#8211; und ist damit eine echte Rarität. Gute 26 Hektar finden sich allein in Franken, einen ganzen Hektar nennt das Weingut Brennfleck sein Eigen. Das könnte sich aber langsam ändern, da der Blaue Silvaner gegenüber dem gängigen Grünen deutliche Vorteile aufweist: „Er ist lockerbeerig&#8220;, erklärt mir Hugo Brennfleck ein paar Tage nach meinem Besuch am Telefon und fügt erklärend hinzu: &#8222;Zudem hat er kleinere Beeren, dadurch kann man ihn länger hängen lassen. Das ergibt wiederum höhere Oechslegrade.&#8220; Daraus ergebe sich ein entsprechend höherer Extraktgehalt im Most. Im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut, entwickelt der Wein zudem eine ausgeprägte Cremigkeit. Gleichzeitig werde die Säure durch den Ausbau deutlich besser eingebunden, sodass der Wein insgesamt runder und harmonischer wirke. Typisch Silvaner &#8211; oder doch nicht?! Nun aber auch hier zum Praxis-Test: Freundlich strahlt mich der Blaue Silvaner hellgelb aus dem Glas an &#8211; ein zum Wein gewordener Smiley. In die Nase, wie auch schon beim Roten Silvaner von Luckert, strömen geradezu rauchige und mineralische Anklänge sowie eine kühle Eleganz, der ich nur wenig entgegenzusetzen habe. Und so muss ich direkt den ersten Schluck nehmen: Zunächst streiten sich zitrische Noten und Mineralik um die Hoheit im Glas, am Ende haben sie beide das Nachsehen, weil sich ein angenehmer kräutriger Schmelz am Gaumen ausbreitet und die kleine Rangelei zu Beginn fast schon vergessen macht. Dazu eine kreidige Note im Abgang. Ein Wein, der im Sommer zweifelsohne noch mehr beeindrucken sollte als im Winter. Ob ich den Blauen wie den Roten Silvaner aus dem Stegreif hätte blind vom Grünen hätte unterscheiden können?&#160;Diese mir selbst gestellte Frage lasse ich jetzt mal unbeantwortet. Die beim Roten Silvaner von Luckert aber recht präsenten floralen Noten sollen mir in Zukunft aber eine leuchtende Boje im wilden Silvaner-Meer sein. Silvaner-Schisma: Eine Glaubensfrage in Blau und Grün Interessanterweise hat sich rund um den Blauen Silvaner inzwischen so etwas wie eine kleine Glaubensfrage entwickelt: Ist er die Mutation des Grünen – oder war es am Ende genau andersherum? Die einschlägigen Rebsorten-Kompendien und auch das Bundessortenamt bleiben dabei ziemlich nüchtern und ordnen den Blauen Silvaner klar als Mutation des Grünen ein. In Franken sieht man das zum Teil inzwischen deutlich anders. Dort wird er gerne auch einmal als „Ur-Silvaner“ gehandelt – so etwa beim Weingut Brennfleck auf der eigenen Homepage. Als Begründung dient unter anderem die Farbe selbst: die Anthocyane in der Beerenhaut, also jenes bläuliche Pigment, das dem Blauen Silvaner seinen Namen gibt. Könnten diese Farbstoffe wirklich „aus dem Nichts“ im Grünen Silvaner entstanden sein, der sie nachweislich nicht ausprägt? Und haben sich nicht einst die Vögel aus größten Höhen bevorzugt an den blauen Trauben orientiert, weil grüne im Blätterdach praktisch unsichtbar blieben? In dieser Erzählung wäre es also nicht der Blaue, der aus dem Grünen hervorging – sondern genau umgekehrt. Fakten, Fährten und Fragezeichen Es wäre vermutlich Stoff für einen eigenen Artikel, vielleicht sogar für eine kleine wissenschaftliche Detektivgeschichte im Weinberg. Mehr als ein Anreißen soll hier deshalb nicht erfolgen. Um der Sache zumindest ein wenig den Boden der Spekulation zu entziehen, habe ich Rebveredler Reinhard Antes von der Hessischen Bergstraße um eine Einordnung gebeten. Seine Antwort fiel angenehm unspektakulär aus: „Wir haben leider keine weiteren Informationen über die Mutationsreihenfolge, die zur Farbänderung geführt hat.“ Damit bleibt es vorerst bei der klassischen Lesart: Blau-, Rot- (und Gelb-)Varianten sind aus dem Grünen Silvaner hervorgegangen. Ob das wirklich das letzte Wort ist? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Und vielleicht ist genau das auch gar nicht so wichtig. Nicht jedes Detail eines Weines soll sich bis zum Grund aufdröseln – genauso wenig, wie sich ein komplexes Glas jemals vollständig in Worte fassen lässt. Ein bisschen Geheimnis bleibt eben immer übrig. Und genau das schmeckt meistens am besten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/silvaner-schisma-vom-sonnenberg-blauer-und-roter-silvaner-aus-franken/">Silvaner-Schisma vom Sonnenberg: Blauer und Roter Silvaner aus Franken</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Einmal mehr war ich im wunderbaren <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/" type="link" id="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Weinland Franken</a> unterwegs. So wenig man an der Ahr am Spätburgunder vorbeikommt, ist es hier der <a href="https://traubengucker.de/rubrik/sy-sy-sympathische-synonyme/oesterreicher/">Silvaner</a>, der einen nicht mehr aus dem wohlmeinenden Würgegriff lässt. Zeit, sich also einmal mit dem bunten Strauß an Silvaner-Mutationen auseinanderzusetzen: Neben dem bekannten Grünen Silvaner gibt es noch den Blauen, den Roten und sogar einen Gelben. Der Silvaner-Vielfalt scheinen also keine Grenzen gesetzt. Gänzlich in Schwarz gekleidet machte ich mich auf den Weg zu Menschen, die sich damit auskennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">8. Mai, 16:09 Uhr: Das Taxi schmeißt mich am Oberen Maintor in Sulzfeld raus. Eigentlich wollte ich den rund einstündigen Weg von Kitzingen aus zu Fuß bewältigen. Spontane Planänderungen, die unter dem Oberbegriff Fußball einzuordnen sind, zwangen mich aber dazu, meinen Antrittsbesuch in Sulzfeld in größter Eile vorzuverlegen. Und da die Busse, anders als in meiner Heimatstadt, nicht im Fünf-, sondern günstigstenfalls im 55-Minuten-Takt fahren, ließ ich mich von einem angenehm schwermütigen Taxifahrer ins offizielle „Heimatdorf 2021“ (verliehen vom Bayerischen Heimatministerium) kutschieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Wurstspirale zum Weinberg</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-1024x1024.jpeg" alt="Das Obere Maintor in Sulzfeld" class="wp-image-1799" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3901-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Zwei Taler, junger Wandersmann!&#8220; Ein wenig war ich enttäuscht davon, dass mir kein Stadtwächter zunächst den Zugang durchs Obere Maintor verwehrte.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstredend habe ich mich im Vorfeld informiert: So ist Sulzfeld nicht nur Heimat verschiedener Top-Weingüter (ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass dies der primäre Grund für meinen Besuch ist), sondern auch die der Meterbratwurst – eine in Schneckenform gepresste Völlerei. Leider war es mir nicht möglich, die 100 Zentimeter Wurstbrät in Naturdarm zu fotografieren … wie schon angedeutet: Die Zeit pressierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein erster Weg führt mich in die Papiusgasse zum <a href="https://www.weingut-brennfleck.de" type="link" id="https://www.weingut-brennfleck.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Brennfleck</a>. Zwar schneie ich unangekündigt kurz vor Feierabend rein, anders als in jeder zweiten Galeria-Filiale werde ich aber dennoch mit einer überschwänglichen Herzlichkeit empfangen, die mich die gedämpfte Taxifahrt vergessen lässt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur, dass ich umgehend gefragt werde, welchen Wein ich probieren möchte – mir wird dreißig Minuten vor Toresschluss auch noch angeboten, einen Blick in den Keller zu werfen. Sulzfeld – die heimliche Hauptstadt vom Schlaraffenland. In die Weinfässer zu beißen, in der Hoffnung, sie seien aus Marzipan, kann ich mir gerade noch verkneifen &#8230; Verkneifen kann ich mir dagegen nicht, dass ich schon vor Ort den Blauen Silvaner vom Sulzfelder Sonnenberg probiere (dazu an späterer Stelle aber mehr). Sulzfeld selbst ist quasi eingerahmt von seinen beiden wichtigsten Lagen: der <a href="https://www.vdp.de/de/die-weine/die-vdp-regionen/franken" type="link" id="https://www.vdp.de/de/die-weine/die-vdp-regionen/franken">VDP</a> Ersten Lage Sulzfelder Sonnenberg im Westen und der VDP Großen Lage Maustal im Süd-Westen – auf der anderen Seite ruht still der Main.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-1024x1024.jpeg" alt="Die Lage Sulzfelder Sonnenberg" class="wp-image-1795" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3916-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Sulzfelder Sonnenberg &#8230; apropos Schlaraffenland.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Roter Silvaner: Die Spur führt ins Elsass</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da sowohl Brennfleck als auch das <a href="https://www.weingut-zehnthof.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Zehnthof Luckert</a> in unmittelbarer Nachbarschaft um 17 Uhr schließen, mache ich mich von der Papiusgasse auf den Weg in die Kettengasse. Die nur knapp 200 Meter absolviere ich in weniger als drei Minuten – Zeitmanagement ist alles. Wirkte der Vorraum vom Weingut Brennfleck vornehm und altehrwürdig, bezirzt das Vestibül vom Zehnthof Luckert durch einen behaglichen Mix aus historisch und modern. Am vorwiegend modernen Verkaufstresen erstehe ich hier eine Flasche Roten Silvaner. Das VDP-Weingut füllt ihn als Ortswein ab, der Silvaner stammt also ausschließlich aus Sulzfeld.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-1024x1024.jpeg" alt="Die Kirche St. Sebastian in Sulzfeld" class="wp-image-1796" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3914-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Kirche St. Sebastian in Sulzfeld. Fehlt nur noch die schläfrige Katze auf der Friedhofsmauer.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den zwei Flaschen &#8211; rot und blau &#8211; im Rucksack lustwandele ich aus dem Dorf hinaus und mache mich zu Fuß auf ins rund sieben Kilometer entfernte Marktbreit, wo es einen Bahnhof gibt – um meine Taxi-Kosten für diesen Tag zu deckeln, nicht unerheblich. Selbstredend führt der Weg durch die wunderbare VDP Große Lage Maustal (Selfies im Weinberg sind ein Thema für sich &#8211; ich könnte mittlerweile einen Jahreskalender rausbringen). Gegen 17.04 Uhr endet also mein kurzer, aber inhaltlich vollgepackter Antrittsbesuch in Sulzfeld. Ich verlasse den Ort dort, wo ich ihn eine Stunde zuvor vorgefunden hatte: am Oberen Maintor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gewissermaßen ist der Rote Silvaner eine doppelte Rarität. Nicht nur, dass die Rebsorte generell äußerst selten auftritt, das Weingut Luckert ist das einzige Weingut, welches in Deutschland diese Sorte führt. Dies bestätigte mir Wolfgang Luckert und fügte hinzu: &#8222;Wir haben Anfang der 2000er-Jahre das Pflanzgut über Umwege aus dem Elsass bezogen und offiziell als Rebsortenversuch aufgepflanzt und dürfen daher den Wein so benennen.“&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feldversuch mit Frankenfaktor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Hamburg gieße ich mir den Roten Silvaner hochkonzentriert und quasi unter Laborbedingungen ins Glas (den weißen Kittel und die Schutzbrille lasse ich heute aber mal weg). Wie der Blaue hat auch der Rote Silvaner eine dunkle Traubenhaut, im Glas sieht man im gleißenden Strohgelb des Weins aber nichts davon. In der Nase fühlt er sich wie ein typischer Franken-Silvaner an mit einer rauchigen Note und Zitrustönen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-1024x1024.jpeg" alt="Ein roter, ein blauer und ein grüner Silvaner auf einem Küchenstich stehend." class="wp-image-1793" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_4131-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Farbenspiele mit Silvaner: der Rote Silvaner (Luckert), der Blaue Silvaner (Brennfleck) und außer Konkurrenz der geläufige Grüner Silvaner (Bürgerspital). (Leider ist der Gelbe Silvaner nicht rechtzeitig angekommen.)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Frei nach dem Ausspruch „ein Maul voll Wein“ sollte man bei der ersten haptischen Begegnung mit einem unbekannten Wein nie zurückhaltend sein. Freilich kann dies auch mal nach hinten losgehen, nicht so hier: Knackig, rauchig, mineralisch &#8211; an einem heißen Tag wie diesem wie ein willkommener Köpfer in die freigegebenen Badestellen des Mains. Dazu gesellen sich Limone, etwas Pfirsich und etwas angenehm Florales. Dabei ist die Spontanvergärung sowie der Ausbau in großen Holzfässern nachvollziehbar. Starker Stoff, aber das ist man vom „Weingut des Jahres 2025“ (Auszeichnung der Vinum) gewohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so deckt sich meine erste Einschätzung mit der Beschreibung des Weinvaters, Wolfgang Luckert höchstpersönlich, wenn dieser im Gespräch mit uns den Roten Silvaner im Vergleich zum Grünen beschreibt: &#8222;Der Rote Silvaner zeigt meines Erachtens nach mehr florale und blütige Komponenten, die ganz leicht an Traminer, eine der Elternsorten, erinnern.“<br><br>Und das ist ein perfektes Stichwort, denn der Rote Silvaner gilt zwar als eigene Mutation des Grünen Silvaners, letzterer stammt aber in der Tat von den Elternreben Traminer und Österreichisch Weiß ab.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blauer Silvaner: Mehr Extrakt, mehr Cremigkeit, mehr Potenzial?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schalten wir nun aber von Rot auf Blau: Grundsätzlich wird der Blaue Silvaner deutschlandweit auf nur rund 30 Hektar angebaut &#8211; und ist damit eine echte Rarität. Gute 26 Hektar finden sich allein in Franken, einen ganzen Hektar nennt das Weingut Brennfleck sein Eigen. Das könnte sich aber langsam ändern, da der Blaue Silvaner gegenüber dem gängigen Grünen deutliche Vorteile aufweist: „Er ist lockerbeerig&#8220;, erklärt mir Hugo Brennfleck ein paar Tage nach meinem Besuch am Telefon und fügt erklärend hinzu: &#8222;Zudem hat er kleinere Beeren, dadurch kann man ihn länger hängen lassen. Das ergibt wiederum höhere Oechslegrade.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus ergebe sich ein entsprechend höherer Extraktgehalt im Most. Im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut, entwickelt der Wein zudem eine ausgeprägte Cremigkeit. Gleichzeitig werde die Säure durch den Ausbau deutlich besser eingebunden, sodass der Wein insgesamt runder und harmonischer wirke.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-1024x1024.jpeg" alt="Der Weinkeller vom Weingut Hugo Brennfleck" class="wp-image-1797" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3910-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ab sofort mein Vorbild für einen aufgeräumten Keller: der Weinkeller vom Weingut Hugo Brennfleck</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Typisch Silvaner &#8211; oder doch nicht?!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nun aber auch hier zum Praxis-Test: Freundlich strahlt mich der Blaue Silvaner hellgelb aus dem Glas an &#8211; ein zum Wein gewordener Smiley. In die Nase, wie auch schon beim Roten Silvaner von Luckert, strömen geradezu rauchige und mineralische Anklänge sowie eine kühle Eleganz, der ich nur wenig entgegenzusetzen habe. Und so muss ich direkt den ersten Schluck nehmen: Zunächst streiten sich zitrische Noten und Mineralik um die Hoheit im Glas, am Ende haben sie beide das Nachsehen, weil sich ein angenehmer kräutriger Schmelz am Gaumen ausbreitet und die kleine Rangelei zu Beginn fast schon vergessen macht. Dazu eine kreidige Note im Abgang. Ein Wein, der im Sommer zweifelsohne noch mehr beeindrucken sollte als im Winter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ich den Blauen wie den Roten Silvaner aus dem Stegreif hätte blind vom Grünen hätte unterscheiden können?&nbsp;Diese mir selbst gestellte Frage lasse ich jetzt mal unbeantwortet. Die beim Roten Silvaner von Luckert aber recht präsenten floralen Noten sollen mir in Zukunft aber eine leuchtende Boje im wilden Silvaner-Meer sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Silvaner-Schisma: Eine Glaubensfrage in Blau und Grün</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise hat sich rund um den Blauen Silvaner inzwischen so etwas wie eine kleine Glaubensfrage entwickelt: Ist er die Mutation des Grünen – oder war es am Ende genau andersherum? Die einschlägigen Rebsorten-Kompendien und auch das Bundessortenamt bleiben dabei ziemlich nüchtern und ordnen den Blauen Silvaner klar als Mutation des Grünen ein. In Franken sieht man das zum Teil inzwischen deutlich anders. Dort wird er gerne auch einmal als „Ur-Silvaner“ gehandelt – so etwa beim Weingut Brennfleck auf der eigenen Homepage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Begründung dient unter anderem die Farbe selbst: die Anthocyane in der Beerenhaut, also jenes bläuliche Pigment, das dem Blauen Silvaner seinen Namen gibt. Könnten diese Farbstoffe wirklich „aus dem Nichts“ im Grünen Silvaner entstanden sein, der sie nachweislich nicht ausprägt? Und haben sich nicht einst die Vögel aus größten Höhen bevorzugt an den blauen Trauben orientiert, weil grüne im Blätterdach praktisch unsichtbar blieben? In dieser Erzählung wäre es also nicht der Blaue, der aus dem Grünen hervorging – sondern genau umgekehrt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Zehnhof Luckert in Sulzfeld" class="wp-image-1798" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_3912-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mehr als einladend: das Weingut Zehnthof Luckert</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Fakten, Fährten und Fragezeichen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre vermutlich Stoff für einen eigenen Artikel, vielleicht sogar für eine kleine wissenschaftliche Detektivgeschichte im Weinberg. Mehr als ein Anreißen soll hier deshalb nicht erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um der Sache zumindest ein wenig den Boden der Spekulation zu entziehen, habe ich <a href="https://traubenshow.de/ueber-antes-weinbau-service-gmbh/ueber-uns" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rebveredler Reinhard Antes</a> von der Hessischen Bergstraße um eine Einordnung gebeten. Seine Antwort fiel angenehm unspektakulär aus: „Wir haben leider keine weiteren Informationen über die Mutationsreihenfolge, die zur Farbänderung geführt hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt es vorerst bei der klassischen Lesart: Blau-, Rot- (und Gelb-)Varianten sind aus dem Grünen Silvaner hervorgegangen. Ob das wirklich das letzte Wort ist? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Und vielleicht ist genau das auch gar nicht so wichtig. Nicht jedes Detail eines Weines soll sich bis zum Grund aufdröseln – genauso wenig, wie sich ein komplexes Glas jemals vollständig in Worte fassen lässt. Ein bisschen Geheimnis bleibt eben immer übrig. Und genau das schmeckt meistens am besten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/silvaner-schisma-vom-sonnenberg-blauer-und-roter-silvaner-aus-franken/">Silvaner-Schisma vom Sonnenberg: Blauer und Roter Silvaner aus Franken</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2025 15:33:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt erstaunlich viele Alltagsbegriffe, die auf -beutel enden: Teebeutel, Jutebeutel, Kulturbeutel, Herzbeutel &#8230; Ich könnte diese Reihe noch etwas weiterführen, habe aber die diffuse Angst, dass Beutel am Ende so ein Begriff sein könnte, der mich &#8211; wenn ich länger darüber nachdenke &#8211; zielsicher in die nächste Anstalt führt. Deshalb setze ich nun den Punkt hinter: Bocksbeutel. Der Bocksbeutel steht, durch die deutsche Brille betrachtet, für Qualitätsweine aus dem Anbaugebiet Franken. Seit 1989 wurde dies auch in EU-Recht gegossen. So unterliegt er einer strengen Qualitätsweinprüfung und muss bei der Lese mindestens 72 Grad Oechsle vorweisen – Letzteres ist in Zeiten des Klimawandels besonders im knallheißen Franken allerdings keine allzu große Kunst mehr. Das war im angehenden 18. Jahrhundert noch anders und so beschloss der Stadtrat von Würzburg 1728 die gelungensten Weine des Bürgerspitals, zunächst die von der Toplage Würzburger Stein, in diese charakteristische Flaschenform zu gießen. Alsbald wurde die Eingrenzung auf andere Frankenweine erweitert. Mehr &#8222;PS&#8220;, weniger Tradition beim neuen Bocksbeutel Eine, die sich zweifelsfrei mit der Materie auskennt, ist Dietlinde Harm-Reber, Inhaberin der Hamburger Frankenwein-Vinothek &#8222;Der Bocksbeutel&#8220;. Dass der traditionelle Bocksbeutel für die waschechte Fränkin eine Herzensangelegenheit ist, wäre noch allzu vorsichtig formuliert – sie lebt das Format: &#8222;Die Philosophie hinter einem Wein im Bocksbeutel ist so genial wie einfach&#8220;, beginnt sie ihre Lobeshymne und fährt fort: &#8222;Die sinnliche Harmonie, die diese runde, zum Streicheln einladende Form signalisiert, ist dem Wein darin auf den Leib geschrieben. Bei allen meinen Winzern war der Wein im Bocksbeutel immer der authentischste und in höchster Qualität; Signature-Weine würde man heute sagen.&#8220; 2015 wurde die gemütlich fränkische Weinordnung aber jäh auf die Probe gestellt, als eine Neuauflage der ikonischen Flaschenform aus der Taufe gehoben wurde: Am eckigen Bocksbeutel &#8222;PS&#8220;, benannt nach dessen Designer Peter Schmidt (ausgerechnet ein Hamburger), scheiden sich die Geister. Während beispielsweise die große wie einflussreiche Winzergenossenschaft Franken ihre Weine von nun an munter in die neue Form schießt, lehnen vor allem die Mitglieder des VDP, darunter das Bürgerspital Würzburg, den neuen Bocksbeutel ab. Und auch im altehrwürdigen Hamburger &#8222;Bocksbeutel&#8220; hat die neudesignte Version quasi Hausverbot: &#8222;Mit seinen abgekanteten Ecken erinnert er mehr an einen Parfümflakon als an dionysischen Genuss&#8220;, bemängelt Inhaberin Harm-Reber das neue Modell und macht deutlich: &#8222;All meine Weinlieferanten füllen, nach wie vor, ihre besten Weine in das Original. Wer das nicht für mich tut, fliegt aus der Listung.&#8220; Bock auf Ausnahmen? Hier gibt&#8217;s auch Wein im Bocksbeutel Aber nicht nur in Franken stößt man auf diese Flaschenform in Zusammenhang mit Wein. Innerdeutsch gibt es Ausnahmen für Tauberfranken (beispielsweise die in Baden-Württemberg liegenden Orte Bad Mergentheim oder Wertheim) und &#8211; komplett fernab von Franken – für Teile des Baden-Badener Reblandes, konkret für die Stadtteile Neuweier, Steinbach-Umweg und Varnhalt. Die Baden-Badener hatten dies in den 1970er-Jahren vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich erstritten (andernfalls wären die Badener baden gegangen &#8230;). Aber auch im äußersten Südwesten unseres Kontinents springt uns diese Flaschenform ins Auge: In Portugal ist sie historisch ebenso gewachsen. Bekanntester Vertreter ist der Mateus, ein halbtrockener Rosé, der seinen weltweiten Bekanntheitshöhepunkt vielleicht in den 1970er-Jahren hatte, als Weine mit ordentlich Restsüße noch en vogue waren. So existiert ein Foto, auf dem Jimi Hendrix – in Sachen Genussmittel sicherlich kein Kostverächter – bestens gelaunt direkt aus einer Flasche Mateus trinkt. Später fand man heraus, dass auch Saddam Hussein davon ein paar Paletten in seinen Kellern bunkerte. Auch ein gestresster Diktator muss abends nach getaner Arbeit schließlich mal Fünfe gerade sein lassen, da wollen wir ihm keinen Strick draus drehen. Weitere Flaschenformen, die dem Bocksbeutel stark ähneln, gibt es beispielsweise für den französischen Armagnac, den Moscato Giallo aus Südtirol sowie für Weine des chilenischen Weinguts Undurraga. Ach ja, die Sache mit dem Namen Bleibt zu guter Letzt noch das Stochern in der Mystik rund um die Namensgebung. Nun erinnert die Form fast schon automatisch an die klassische Feldflasche, deren Ursprung wiederum bis ins Altertum zurückreicht. Nicht ganz so alt ist dagegen die kreative Auseinandersetzung, was die Wortherkunft betrifft. Um mit der harmlosen Variante zu beginnen, finden wir uns im Niederdeutschen wieder, wo der Booksbüdel für einen Bücherbeutel steht, den Mönche ab dem 14. Jahrhundert, später auch Ratsherren, mit sich herumtrugen. Heute würde man Herrenhandtasche dazu sagen. Etwas mehr Esprit hat die Lesart, nach der die Flaschenform an den Hodensack eines Ziegenbocks erinnert. Und wer wurde fast immer von einem solchen Bock begleitet? Richtig: Weingott Dionysos! Plötzlich wird die Sache rund. Gleichwohl mag dieser Aspekt nur nebensächlich sein. Statt muffigen Bücherbeuteln oder pelzigen Tier-Scrota sollten wir beim Öffnen eines Bocksbeutels vielmehr der aus dem Flaschenhals strömenden Aromen gedenken, die von erlesenen Qualitätsweinen Frankens (und wenigen anderen Regionen) wissen lassen. Auf dass diese traditionsreiche Flaschenform auch in Zukunft für Qualitätsweine steht: Stößchen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/bocksbeutel-keine-regel-ohne-ausnahme/">Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es gibt erstaunlich viele Alltagsbegriffe, die auf -beutel enden: Teebeutel, Jutebeutel, Kulturbeutel, Herzbeutel &#8230; Ich könnte diese Reihe noch etwas weiterführen, habe aber die diffuse Angst, dass Beutel am Ende so ein Begriff sein könnte, der mich &#8211; wenn ich länger darüber nachdenke &#8211; zielsicher in die nächste Anstalt führt. Deshalb setze ich nun den Punkt hinter: Bocksbeutel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bocksbeutel steht, durch die deutsche Brille betrachtet, für Qualitätsweine aus dem Anbaugebiet <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Franken</a>. Seit 1989 wurde dies auch in EU-Recht gegossen. So unterliegt er einer strengen Qualitätsweinprüfung und muss bei der Lese mindestens 72 Grad Oechsle vorweisen – Letzteres ist in Zeiten des Klimawandels besonders im knallheißen Franken allerdings keine allzu große Kunst mehr. Das war im angehenden 18. Jahrhundert noch anders und so beschloss der Stadtrat von Würzburg 1728 die gelungensten Weine des <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinmacher/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPxqc9J9iSK_JZBzD8t_EjXuD&amp;gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE4LkJ2FmIw2EAGeEMxJccImySjwVZg9zOf-168vacryMPfcPnlfigRoCnkgQAvD_BwE" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspitals</a>, zunächst die von der Toplage Würzburger Stein, in diese charakteristische Flaschenform zu gießen. Alsbald wurde die Eingrenzung auf andere Frankenweine erweitert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr &#8222;PS&#8220;, weniger Tradition beim neuen Bocksbeutel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine, die sich zweifelsfrei mit der Materie auskennt, ist Dietlinde Harm-Reber, Inhaberin der Hamburger Frankenwein-Vinothek <a href="https://www.der-bocksbeutel.de">&#8222;Der Bocksbeutel&#8220;</a>. Dass der traditionelle Bocksbeutel für die waschechte Fränkin eine Herzensangelegenheit ist, wäre noch allzu vorsichtig formuliert – sie lebt das Format: &#8222;Die Philosophie hinter einem Wein im Bocksbeutel ist so genial wie einfach&#8220;, beginnt sie ihre Lobeshymne und fährt fort: &#8222;Die sinnliche Harmonie, die diese runde, zum Streicheln einladende Form signalisiert, ist dem Wein darin auf den Leib geschrieben. Bei allen meinen Winzern war der Wein im Bocksbeutel immer der authentischste und in höchster Qualität; Signature-Weine würde man heute sagen.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Bocksbeutel stehen auf dem Küchentisch: links die alte Form, rechts das neue Design namens &quot;PS&quot;." class="wp-image-1122" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0271-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alt trifft auf neu: Links die ursprüngliche Variante des Bocksbeutels, rechts die kantige Neuauflage namens &#8222;PS&#8220;.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2015 wurde die gemütlich fränkische Weinordnung aber jäh auf die Probe gestellt, als eine Neuauflage der ikonischen Flaschenform aus der Taufe gehoben wurde: Am eckigen Bocksbeutel &#8222;PS&#8220;, benannt nach dessen Designer Peter Schmidt (ausgerechnet ein Hamburger), scheiden sich die Geister. Während beispielsweise die große wie einflussreiche <a href="https://www.gwf-frankenwein.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft Franken</a> ihre Weine von nun an munter in die neue Form schießt, lehnen vor allem die Mitglieder des VDP, darunter das Bürgerspital Würzburg, den neuen Bocksbeutel ab. Und auch im altehrwürdigen Hamburger &#8222;Bocksbeutel&#8220; hat die neudesignte Version quasi Hausverbot: &#8222;Mit seinen abgekanteten Ecken erinnert er mehr an einen Parfümflakon als an dionysischen Genuss&#8220;, bemängelt Inhaberin Harm-Reber das neue Modell und macht deutlich: &#8222;All meine Weinlieferanten füllen, nach wie vor, ihre besten Weine in das Original. Wer das nicht für mich tut, fliegt aus der Listung.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bock auf Ausnahmen? Hier gibt&#8217;s auch Wein im Bocksbeutel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nicht nur in Franken stößt man auf diese Flaschenform in Zusammenhang mit Wein. Innerdeutsch gibt es Ausnahmen für Tauberfranken (beispielsweise die in Baden-Württemberg liegenden Orte Bad Mergentheim oder Wertheim) und &#8211; komplett fernab von Franken – für Teile des Baden-Badener Reblandes, konkret für die Stadtteile Neuweier, Steinbach-Umweg und Varnhalt. Die Baden-Badener hatten dies in den 1970er-Jahren vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich erstritten (andernfalls wären die Badener baden gegangen &#8230;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch im äußersten Südwesten unseres Kontinents springt uns diese Flaschenform ins Auge: In Portugal ist sie historisch ebenso gewachsen. Bekanntester Vertreter ist der <a href="https://www.mateusrose.com/de/weine/mateus-rose-original/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mateus</a>, ein halbtrockener Rosé, der seinen weltweiten Bekanntheitshöhepunkt vielleicht in den 1970er-Jahren hatte, als Weine mit ordentlich Restsüße noch en vogue waren. So existiert ein <a href="https://brutalhammer.com/juiced-on-mateus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Foto</a>, auf dem Jimi Hendrix – in Sachen Genussmittel sicherlich kein Kostverächter – bestens gelaunt direkt aus einer Flasche Mateus trinkt. Später fand man heraus, dass auch Saddam Hussein davon ein paar Paletten in seinen Kellern bunkerte. Auch ein gestresster Diktator muss abends nach getaner Arbeit schließlich mal Fünfe gerade sein lassen, da wollen wir ihm keinen Strick draus drehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Flaschenformen, die dem Bocksbeutel stark ähneln, gibt es beispielsweise für den französischen Armagnac, den Moscato Giallo aus Südtirol sowie für Weine des chilenischen Weinguts Undurraga. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1024x1024.jpeg" alt="Ein altes begehbares Fass in Franken mit Guckloch in Bocksbeutel-Form." class="wp-image-1139" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_0103-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bitte recht freundlich! In Franken dient der Bocksbeutel mancherorts auch als Türspion.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ach ja, die Sache mit dem Namen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt zu guter Letzt noch das Stochern in der Mystik rund um die Namensgebung. Nun erinnert die Form fast schon automatisch an die klassische Feldflasche, deren Ursprung wiederum bis ins Altertum zurückreicht. Nicht ganz so alt ist dagegen die kreative Auseinandersetzung, was die Wortherkunft betrifft. <br>Um mit der harmlosen Variante zu beginnen, finden wir uns im Niederdeutschen wieder, wo der Booksbüdel für einen Bücherbeutel steht, den Mönche ab dem 14. Jahrhundert, später auch Ratsherren, mit sich herumtrugen. Heute würde man Herrenhandtasche dazu sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas mehr Esprit hat die Lesart, nach der die Flaschenform an den Hodensack eines Ziegenbocks erinnert. Und wer wurde fast immer von einem solchen Bock begleitet? Richtig: Weingott Dionysos! Plötzlich wird die Sache rund. <br>Gleichwohl mag dieser Aspekt nur nebensächlich sein. Statt muffigen Bücherbeuteln oder pelzigen Tier-Scrota sollten wir beim Öffnen eines Bocksbeutels vielmehr der aus dem Flaschenhals strömenden Aromen gedenken, die von erlesenen Qualitätsweinen Frankens (und wenigen anderen Regionen) wissen lassen. <br>Auf dass diese traditionsreiche Flaschenform auch in Zukunft für Qualitätsweine steht: Stößchen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/bocksbeutel-keine-regel-ohne-ausnahme/">Bocksbeutel &#8211; Keine Regel ohne Ausnahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 May 2025 12:12:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&#160; Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse! Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre VDP.Große Lage wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&#160; „Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein) Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden. Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&#160; Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges! Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer. &#160;Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das Bürgerspital diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&#160; Einer, der nach Einersheim fährt Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren. Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische Weingut Gamm auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte! Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin Rotling hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann. Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga? Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen). Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer). Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von Rainer Sauer kleben.&#160; Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag. Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig. Nach Nordheim auf die Weininsel Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung. Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die Dorfbäckerei Weinhöfle vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der Terroir f Aussichtsplattform auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen). Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).Die hiesige Winzergenossenschaft kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&#160; Voll karacho nach Volkach&#160; Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&#160; Apropos: In Volkach selbst steht das „Haus der Quitte“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt. Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&#160; Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim Weingut Zur Schwane gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert. Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „Der Bocksbeutel“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans) Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&#160; Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wie kommt man am schnellsten vom Norden aus in ein deutsches Weinanbaugebiet? Auch wenn Saale-Unstrut oder der Mittelrhein per Luftlinie am dichtesten an Hamburg, Kiel oder Hannover dran sind, ist es doch am Ende der ICE, der einen in unter vier Stunden nach Würzburg ins Anbaugebiet Franken führt. Wenn der Zug denn fährt, aber versuchen wir es ab jetzt mal ohne Bahnwitze …&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Franken ist mit knapp über 6.100 ha Rebfläche das sechstgrößte deutsche Anbaugebiet für Qualitätswein. Ein Viertel aller Reben geht auf Silvaner zurück. Und das ist marketingmäßig ein wichtiges Pfund der Franken: Sobald einer im Frühjahr „Spargel“ schreit, eilen reflexartig zehn andere mit fränkischem Silvaner als Weinbegleitung herbei. Funktioniert jedes Jahr zuverlässig, ist auch nichts gegen einzuwenden, außer der Tatsache, dass der weitestgehend aus Wasser bestehende Spargel natürlich auch zu vielen anderen Weinen passt – auf die Beilagen und Saucen kommt es eigentlich an. Aber wir wollen uns nicht in vegetabilen Details verlieren … Hauptsache, das Kind isst Gemüse!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg" alt="Gemüsestände auf dem Würzburger Marktplatz" class="wp-image-1069" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0045-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hier gibt es nicht nur Spargel zum Silvaner zu kaufen: Der Marktplatz in Würzburgs Altstadt ist Dreh- und Angelpunkt für Connoisseure.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Würzburger Stein: Eine Lage wie ein Gedicht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Würzburger Hauptbahnhof angekommen, wird man zur Linken auch gleich schon feierlich vom Stein-Berg begrüßt. Diese legendäre <a href="https://www.vdp.de/de/die-weine/weinbergonline/region/franken">VDP.Große Lage</a> wuchtet sich entlang der Gleise in den meist stahlblauen Himmel über der Frankenmetropole hoch.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Kein anderer Wein will mir schmecken und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingsgetränk abgeht.“ (Goethe über den Steinwein)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz ähnlich wie bei Hermann Hesse reichten auch bei mir vor vier Jahren zwei sonnige Tage in Würzburg aus, um mich von der Stadt komplett in den Bann ziehen zu lassen. Hesse hat daraufhin seine Erzählung „Narziß und Goldmund“ teilweise nach Würzburg gelegt, um dem Ort ein würdiges Denkmal zu setzen. Bei mir bleibt es ein überschaubarer Blogartikel. Ob ich dafür irgendwann auch den Literaturnobelpreis erhalte, muss an anderer Stelle entschieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedenfalls statte ich dem Main seitdem jährlich einen Besuch ab und nehme mir vor, stets neue Weinberge rund um Würzburg zu erkunden.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf den Randersackerer Teufelskeller." class="wp-image-1048" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0057-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bocksbeutel für den Beelzebub: der Randersackerer Teufelskeller.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was geht abt? Auf der Abtsleite einiges!</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Würzburger Stein und die Innere Leiste bei der Festung Marienberg hatte ich bei meinen vergangenen Besuchen schon durchgespielt, daher führt mich mein erster Weg dieses Mal in Richtung Abtsleite in den Süden der Stadt. Beeinflusst vom Würzburger Kessel wird es hier auch im Frühjahr schnell muckelig. Hat man es die knapp 300 Meter hochgeschafft, wird man mit einem grandiosen Blick Richtung Süden auf die VDP.Erste Lage Randersackerer Teufelskeller belohnt. Schaut man nach Westen, sticht einem direkt ein klobiger Bunker ins Auge, der sich bei genauerem Hinschauen als XXXLutz-Filiale entpuppt (als Mitarbeiter würde ich mich bei einer Nuklearkatastrophe dort sehr sicher fühlen); der Ort um den Beton-Quader herum ist übrigens Heidingsfeld – für alle Fußball-Interessierten: Hier war Werner Lorant mal zwei Jahre Spielertrainer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;<br>Aber zurück zum Fall: Im Glas setzt beispielsweise das <a href="https://www.buergerspital.de/weingut/weinshop/index.html?gad_source=1&amp;gad_campaignid=21141232946&amp;gbraid=0AAAAADqHvPyGUf5OqBA2Yldv9oisTwRLg&amp;gclid=Cj0KCQjwoZbBBhDCARIsAOqMEZXgHq0Rxu5WOJsJxZBgFGWS8jv_PYenTzPerdTnggv6Q4RPLdt535waAsqMEALw_wcB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgerspital</a> diese VDP.Erste Lage mit dem Riesling (2023) wunderbar um: Erfrischende zitrische Noten, Mineralik und eine Spur Birne – das Ganze bei 5,3 g/l Restsüße, aber alles andere als „fränkisch trocken“ (unter dem Begriff versteht man einen Restzucker-Wert von bis zu 4 g/l).&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einer, der nach Einersheim fährt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Klösterliche Stille wie in der Abtsleite gibt es in Regionalzügen dagegen nur selten. Umso schöner, dass es Noise-Cancelling-Kopfhörer gibt und die Fahrt von Würzburg nach Iphofen mit der RE10 keine halbe Stunde dauert. Am Bahnhof holt mich Winzerin Johanna Gamm vom gleichnamigen Weingut ab und fährt mich in die Weinberge von Markt Einersheim, die zum Teil von der großen Flurbereinigung der 1970er-Jahre nicht betroffen waren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg" alt="Weinberg in Markt Einersheim" class="wp-image-1050" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0039-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Fuße des Steigerwalds liegen die Weinberge Markt Einersheims auf Gipskeuper-Böden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben fränkischen Klassikern wie Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus setzt das super sympathische <a href="https://www.weingut-gamm.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Gamm</a> auch auf PiWi-Sorten wie Regent oder Johanniter. Im Glas bringt etwa der Kabinett-Johanniter vom Markt Einersheimer Vogelsang riesig Spaß: Die sportliche Säure ist mit dem Restzucker bestens ausbalanciert, dazu gelbe bis teilweise exotische Primärfruchtaromen, die mich spontan auch an Scheurebe denken lassen. Noch ein Glas, bitte!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die fränkische Paradedisziplin <a href="https://traubengucker.de/regionen/rotling-alles-andere-als-ein-rohling/">Rotling</a> hier am Hofe verkauft und ausgeschenkt wird. Ein gemütlicher Begleiter, mit dem man es sich an einem Frühsommerabend auf einer Bank kommod einrichten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Escherndorfer Lump: Erste Lage, auch Erste Liga</strong>?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen karrt mich ein beeindruckend schlecht gelaunter Busfahrer nach Astheim an die Mainschleife. Zu Fuß schlendere ich zunächst die Landstraße entlang zum Escherndorfer Lump, einer Lage, die ob ihres Namens schon früh mein Interesse auf sich zog. Der dort installierte Aussichtspunkt auf die malerische Mainschleife lohnt sich aber erst wieder, wenn Bäume und Büsche zurechtgestutzt wurden (Wasser habe ich zu keiner Zeit gesehen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blick von der Steillage hinunter auf Escherndorf entschädigt aber für alle in Kauf genommenen Unbilden (Büsche und Busfahrer).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg" alt="Blick auf Escherndorf" class="wp-image-1044" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0099-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der kürzeste Weg ins Dorf ist nicht immer der sicherste. Die VDP.Erste Lage Escherndorfer Lump ist teilweise eine Steillage.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg" alt="Ein Schild im Weinberg, das zur Mäßigung aufruft." class="wp-image-1046" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0101-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wenige Schritte später wird man direkt zur Mäßigung aufgerufen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bocksbeutelstraße ist so etwas wie die Champs-Ély­sées Escherndorfs. Hier reihen sich die wichtigsten Adressen wie Perlen aneinander. Ich bleibe an der Hausnummer 15 beim VDP Weingut von <a href="https://weingut-rainer-sauer.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Sauer</a> kleben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Silvaner &#8211; Escherndorfer Lump, VDP.Erste Lage, trocken aus dem Jahr 2023 &#8211; ist eine Granate: rauchige Mineralik, speziell Feuerstein, Kräuterwürze und dazu ein Schuss Limette und Zitrone. Bei 1 g/l Restzucker ist dieser Wein auch typisch „fränkisch trocken“ und genau das Richtige an einem knallheißen Mai-Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Riesling aus derselben Lage, aber ein Jahr älter, haut in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht ganz so kantig und angriffslustig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Bocksbeutelstraße&quot;" class="wp-image-1066" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0104-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Bocksbeutelstraße im fränkischen Escherndorf &#8211; Straße der Träume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg" alt="Ich trinke ein Glas im Weingut Sauer" class="wp-image-1042" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0107-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Bitte stören Sie den Künstler nicht bei der Arbeit.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nach Nordheim auf die Weininsel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Escherndorfer Ufer fährt mich die seilgeführte und mit Wimpeln und Fähnchen bestückte „Mainfähre“ rüber nach Nordheim auf die Weininsel. Die Überfahrt dauert gefühlte 40 Sekunden und ist durchgehend ruhig, was den Kapitän aber nicht davon abhält, fotografierende Touristen auf der anderen Flussseite lautstark zu maßregeln, die „Sicherheitslinie“ am Anleger doch bitte nicht zu überschreiten – hier herrscht also noch Recht und Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat man das pittoreske Nordheim durchlaufen (die <a href="https://www.weinschleifencafe.de/dorfbaeckerei.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dorfbäckerei Weinhöfle</a> vertreibt einen vorzüglichen Flammkuchen), öffnen sich die Tore zum Paradies: Der freie Blick auf den 288 Meter hohen Kreuzberg, umrahmt von den VDP.Ersten Lagen Nordheimer Kreuzberg (Nordlage!) und Nordheimer Vögelein ist hinreißend. Oben angekommen, trifft man auf der <a href="https://www.fraenkisches-weinland.de/poi/terroir_f-ein_magischer_ort_am-40703/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Terroir f Aussichtsplattform</a> auf die Weinheilige „Frankonia“ (oder wie ich zusätzlich auch auf einen sternhagelvollen Junggesellenabschied … der Busfahrer wäre mir, offen gestanden, lieber gewesen).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg" alt="Die &quot;Frankonia&quot; auf dem Kreuzberg auf der Maininsel" class="wp-image-1041" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0115-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die fränkische Interpretation vom Sturm auf die Bastille: Statt &#8222;Marianne&#8220; thront &#8222;Frankonia&#8220; über dem Kreuzberg auf der Maininsel – mit Bocksbeutel statt Bajonett, logisch.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinunter gehts auf der anderen Seite gute drei Kilometer quer durch den Sommeracher Katzenkopf ins gleichnamige Dorf (Sommerach, nicht Katzenkopf).<br>Die hiesige <a href="https://www.winzer-sommerach.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Winzergenossenschaft</a> kobert einen am Ortseingang direkt auf den sommerlich (hier ist der Name Programm) hergerichteten Hof. Im Glas habe ich hier den Sommeracher Katzenkopf, Silvaner, trocken: Und wieder ist er präsent, dieser intensive Kräutergarten, der sich schlagartig die Nase hochschiebt. Dazu gesellt sich eine leichte Zitrusnote bei straffem Säuregerüst.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg" alt="Straßenschild &quot;Zum Katzenkopf&quot;" class="wp-image-1065" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0127-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wäre in der fränkischen Monopoly-Ausgabe so eine Art Schlossallee.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Voll karacho nach Volkach&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Busfahrplan im Hinterkopf geht es hurtigen Schenkels nordöstlich in Richtung Volkach, immer schön am Mainkanal entlang. Wer hier mit dem Auto fährt, begeht einen unverzeihlichen Frevel an der Natur, denke ich mir so, wie ich als Stadtmensch versonnen die sorgsam aufgezogenen Obstbäume bestaune.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Apropos: In Volkach selbst steht das „<a href="https://www.haus-der-quitte.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haus der Quitte</a>“. Neben Seifen, Marmeladen und Nippes, den man vielleicht nicht unbedingt kaufen muss, wird allerdings auch ein Quitten-Secco feilgeboten, der furchtbar gut und erfrischend schmeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Quitte ein typisches Referenz-Aroma für Weinbeschreibungen ist, sollte der geneigte Weinfreund nicht schnurstracks an diesem spannenden Haus vorbeimarschieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt aber wieder zum seriösen Teil: Ein Besuch beim <a href="https://www.schwane-weingut.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weingut Zur Schwane</a> gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Gleich mal das Große Gewächs „Am Lumpen 1655“, Silvaner, 2022, bestellt: zunächst recht verschlossen in der Nase, dann entwickelt sich aber eine herbe Kräuternote und dazu eine deutlich gegenwärtige Säure. Es mag die restsüße Quitte zuvor gewesen sein oder meine Nase musste den knapp 20 gewanderten Kilometern Tribut zahlen, leider legt mein sensorischer Kompass am vermeintlichen Höhepunkt eine Pause ein. Passiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg" alt="Das GG &quot;Am Lumpen 1655&quot; von Schwane" class="wp-image-1064" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0139-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das GG &#8222;Am Lumpen 1655&#8220; von Schwane (die massive Speisekarte wiegt ähnlich viel wie die volle Flasche)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg" alt="Der Marktplatz in Volkach" class="wp-image-1040" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0137-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwischen Aperol, Stachelbeertorte und Rentnern auf E-Bikes: der Marktplatz in Volkach</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zufall wollte es aber, dass ich Schwane-Inhaber Ralph Düker zwei Tage später in Hamburgs Frankenwein-Institution „<a href="https://www.der-bocksbeutel.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Bocksbeutel</a>“ treffen und dort seinen Blanc de Noir probieren durfte: Ein dezenter Kupferton funkelt hübsch im Glas, im Mund entfaltet sich augenblicklich ein animierender Säurezug, während am Gaumen ein feines, nobles Erdbeer-Aroma geduldig auf den Nachhall wartet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kreislauf des Lebens (und Busfahrplans)</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weinort Volkach hatte mal eine Bahnanbindung, die im Volksmund – aus Gründen – „Säuferbähnle“ genannt wurde. 1968 war aber Schluss mit den lustigen Bahnfahrten: Die Deutsche Bundesbahn hat die Strecke (Achtung, Wortwitz!) trockengelegt. Wie der <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/mainschleifenbahn-wird-reaktiviert-strecke-volkach-wuerzburg,USUhjwk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerische Rundfunk</a> berichtet, soll die Zugstrecke aber in ungewisser Zukunft reaktiviert werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist jedenfalls der Grund, weshalb ich an einem Sonnabend schon um 16.45 Uhr die letzte direkte Reiseverbindung zurück nach Würzburg nehme: die Linie 305. Beim Öffnen der Tür blicke ich in ein bekanntes Gesicht, der unfreundliche Busfahrer bittet um Einsicht in mein Deutschland-Ticket. Vielleicht waren es die wunderbaren Lagen und Weine, die ich bestaunen durfte oder doch der Quitten-Secco, aber für einen kurzen Wimpernschlag hoben sich die Mundwinkel des Busfahrers zu einem flüchtigen Lächeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/fraenkische-weinreise-zu-den-frrraenkischen-weinriesen/">Fränkische Weinreise zu den frrränkischen Weinriesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Rotling &#8211; alles andere als ein Rohling</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 10:55:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem. Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&#160; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage. EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&#160; Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&#160; Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; gemeinsam vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen. Der Rotling als eigene Weinart Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden. &#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&#160;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom Juliusspital in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220; &#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220; Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220; Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich &#8222;Take On Me&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht. Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer Vinothek in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer. &#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220; Anna-Maria Gamm Von Rotgold bis Schieler Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein. Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens Schieler. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen. Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht habt ihr auf manchen Etiketten von roséfarbenen Weinen schon einmal das Wort &#8222;Rotling&#8220; gelesen. Und vielleicht hat es euch auch gar nicht groß interessiert, was es mit dem Begriff auf sich hat. Macht nichts, ich erzähle es euch trotzdem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, wo es wieder warm wird und man selbst in Norddeutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit offener Jacke zum Bäcker laufen kann, sehen&nbsp; Supermärkte und Weinfachgeschäfte wieder rosa beziehungsweise stellen ihre Roséweine ansprechend in ihre Auslage.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>EU setzt klare Vorgaben in Sachen Rosé-Zubereitung&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dort überwiegen in der Regel Rosés aus Südfrankreich (Languedoc, Provence!), Spanien und immer mehr auch aus deutschen Anbaugebieten wie der Pfalz, Rheinhessen oder Baden. Fast immer sind europäische Roséweine Erzeugnisse aus ausschließlich roten Trauben. Ausnahmen bilden hier etwa die Côtes du Rhône, wo auch weiße Trauben beigemischt werden dürfen. Oder aber die Champagne, wo sogar fertiger weißer und roter Wein miteinander verschnitten werden darf, was ausschließlich und nur bei Rosé-Champagner EU-weit erlaubt ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier tritt der Rotling aufs Parkett. Bei ihm verhält es sich nämlich so, dass er ebenso aus weißen und roten Trauben besteht, die aber erst &#8211; und das ist der springende Punkt &#8211; <em>gemeinsam</em> vergoren werden müssen. Die alkoholische Gärung beginnt also erst, wenn weiße und rote Trauben beieinanderliegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Der Rotling als eigene Weinart</strong></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ergebnis verfügen Rotlinge über eine nicht geringe Restsüße (und jetzt ergibt der schlechte Wortwitz in der Überschrift auch Sinn) &#8211; anders als ihre Rosé-Kollegen, die gerne auch trocken ausgebaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Rotling als eine eigene Weinart, gleichzeitig gepresst aus roten und weißen Trauben, ist&nbsp;an sich schon etwas Besonderes … und eben kein etwas dunkler Rosé&#8220;, beschreibt Astrid Müllers vom <a href="https://www.juliusspital-weingut.de/das-weingut/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Juliusspital</a> in Würzburg im Gespräch mit Traubengucker den Rotling und ergänzt: &#8222;Auf der einen Seite hat man die frischen und fruchtigen Anteile der weißen Trauben und darüber hinaus die Struktur des Tannins der roten Sorten.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg" alt="Zwei Rotlinge: Links vom Juliusspital, rechts von Lidl." class="wp-image-403" style="width:840px;height:auto" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_7054-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rot-rote Koalition auf dem Küchentisch: Links der Rotling vom Juliuspital, rechts ein Rotling von Lidl (abgefüllt von Divino).</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Unkonventionell trifft es vielleicht. Etwas, was man geschmacklich nicht erwartet.&#8220;</p>
<cite>Astrid Müllers vom Juliusspital über den Rotling</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Genießen sollte man das Glas Rotling natürlich am besten stilecht bei einem träumerischen Blick auf den Main (Elbe, Yukon oder Jangtse gehen natürlich ebenso). Aber auch als Essensbegleiter weiß Astrid Müllers ihn zu schätzen und hat für Traubengucker sogar einen exklusiven Tipp: &#8222;Gerade die Kombi mit scharfen, würzigen oder auch ,smoky&#8216; Speisen ist ein Aha-Erlebnis.&#8220;<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wer bei Aha-Erlebnis auch gleich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=djV11Xbc914" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Take On Me</a>&#8220; im Ohr hat, der gieße sich bitte beim Lesen noch ein weiteres Glas hinterher. Bis der Ohrwurm wieder weggeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rotling &#8211; die Tante Inge unter den Weinen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit am geläufigsten ist die Bezeichnung Rotling im Anbaugebiet Franken. Und hier kennt sich Anna-Maria Gamm vorzüglich aus. In ihrer <a href="https://vinothekiphofen.de/de/">Vinothek</a> in Iphofen bei Würzburg hat sie nicht nur von Berufswegen mit fränkischen Weinen und im Speziellen mit Rotling zu tun. Letzteren würde sie in drei Worten mit &#8222;Allrounder, sommerlich und gesellig&#8220; beschreiben und fügt im Gespräch mit uns hinzu: &#8222;Mein drittes Wort wäre eigentlich &#8218;Tante Inge&#8216;, weil meine Tante Inge immer Rotling trinkt und sie für mich eigentlich genau den Charakter vom Wein widerspiegelt. Sie sorgt für Harmonie in der Familie, ist gesellig und feiert gerne Feste.&#8220;<br>So eine Tante Inge hätte jeder gerne in der eigenen Familie &#8211; alternativ stellt man sich bei Festen dann halt eine Flasche Rotling hin. Das macht ihn gleich noch sympathischer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Oft wird der Rotling auch einfach mit dem Rosé verwechselt oder gleichgestellt, dann klären wir natürlich den Unterschied.&#8220;</p>
<cite>Anna-Maria Gamm</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Rotgold bis Schieler</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter südwestlich in Baden schätzt man das Getränk unter dem Begriff Rotgold (auch schön!), in Württemberg als Schillerwein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Anbaugebiet Sachsen wird diese Art von Wein traditionell hergestellt und nennt sich dort übrigens <em>Schieler</em>. Also am besten nur so viel trinken, wie man auch verträgt &#8211; nomen est omen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wer tatsächlich mal in Unterfranken zugegen ist, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch sowohl in der Vinothek Iphofen (zum Beispiel als Belohnung nach dem Besteigen des Julius-Echter-Bergs direkt nebenan) als auch im Juliusspital mit seinem tollen Gartenpavillon mitten in der Würzburger Altstadt. Wer dann eine Cola bestellt, ist allerdings selbst schuld.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg" alt="Die Terrasse der Vinothek in Iphofen." class="wp-image-372" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/04/IMG_3848-75x75.jpeg 75w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Vinothek in Iphofen bei Anna-Maria Gamm geht natürlich auch ein Glas Silvaner klar.</figcaption></figure>
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