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	<title>Merlot Archive - Traubengucker</title>
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	<title>Merlot Archive - Traubengucker</title>
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		<title>Weinland Moldau: Im Reich des schlafenden Riesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 15:15:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unter den lauten Straßen der moldauischen Hauptstadt Chișinău verbirgt sich ein Reich der Stille, ein wahres Labyrinth. In einem Stollensystem mit einer Gesamtlänge von rund 250 Kilometern – also der Strecke Hamburg-Kassel – dienen rund 55 Kilometer allein der Weinlagerung. Unter perfekten Bedingungen werden dort etwa 1,5 Millionen Flaschen gelagert. Damit ist Mileștii Mici der größte Weinkeller der Welt (also gleich nach meinem …). Mit diesem Superlativ beginnend, möchte ich diesen Monat ein Land auf die Bühne bitten, das – neben Rumänien – als ewiger Geheimfavorit in der Weinwelt gilt: die Republik Moldau. Und ich lege gleich nach: Moldau ist das am dichtesten bepflanzte Weinbauland des Planeten; ganze vier Prozent des Landes bestehen aus Reben. Merkt euch das ruhig, falls ihr auf dem Hocker bei „Wer wird Millionär?“&#160;einmal mit einer Frage aus dieser Richtung konfrontiert werdet. Perestroika statt Pulle um Pulle Auf demselben Breitengrad wie das Burgund liegend, kann Moldau eine Rebfläche von rund 130.000 Hektar vorweisen, etwas mehr als alle deutschen Qualitätsanbaugebiete zusammen. Gleichzeitig würde das kleine Moldau flächenmäßig zehnmal in Deutschland hineinpassen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Moldau während seiner Zeit als Teil der Sowjetunion sogar doppelt so viel Rebfläche besaß. Durch eine Anti-Alkoholkampagne von Michail Gorbatschow Ende der 1980er-Jahre schrumpfte die Rebfläche aber wie eine zu heiß gewaschene Fellmütze der Roten Armee. Sein Nachfolger Boris Jelzin war dem Alkoholkonsum bekanntermaßen etwas weniger kritisch gegenüber eingestellt. Unterteilt wird das Weinland Moldau in drei große Weinregionen, nach EU-Lesart allesamt mit geschützter geografischer Angabe (Kategorie Landwein): Das nördlichste der drei Anbaugebiete Codru, das kleine Ștefan Vodă (klingt wie ein Neuzugang des Zweitligisten SC Paderborn) und Valul lui Trajan ganz im Südwesten. Rebsortenmäßig orientiert sich das junge Land zum einen an Frankreich, vor allem mit der Rebsorte Aligoté (hier blitzt das Burgund wieder auf) oder auch Cabernet Sauvignon. Andererseits werden auch traditionell osteuropäische Sorten wie die rumänische Fetească Neagră (Schwarze Mädchentraube) oder die georgische Rkatsiteli angebaut.  Zwischen Raritäten und Rhabarber Bei einem kürzlichen Weinabend, zu dem&#160;Moldawine&#160;– ein in Deutschland ansässiger Vertrieb moldauischer Premiumweine – eingeladen hatte, wurde ich erneut auf dieses Thema gestoßen. Das Œuvre reichte vom obligatorischen Schaumwein als Büchsenöffner des Abends über Weiß- und Orangeweine bis hin zu wuchtigen Roten. Interessanterweise standen bei den Weißweinen zwei Neuzüchtungen im Mittelpunkt: Das Weingut Domeniile Vorniceni schickte seinen &#8222;Veroica&#8220; aus der gleichnamigen Rebsorte ins Rennen. Mit einem Bukett aus floralen Aromen und Honigmelone wird zunächst viel versprochen – im Abgang aber leider wenig gehalten. Schneller wieder verschwunden ist in diesem Jahr nur der Hamburger Sommer. Ganz anders der Kandidat vom Weingut Novak, das seinen Wein ebenso nach der Rebsorte benannt hat: &#8222;Floricia&#8220; (eine Neuzüchtung, die unter anderem von unserem Riesling abstammt). In der Nase gleich von null auf hundert mit einem betörenden Rhabarberaroma und etwas Gelbfrucht. Im Mund opulent wie ein fetter Viognier von der Rhône. Das Gelbfruchtige bleibt während des wirklich langen Nachhalls vertraut am Gaumen und wechselt im Finish ins Nussige. Wunderbar! (Findet auch meine Weinbegleitung Hans an diesem Abend.) Und wir halten kurz fest: Das germanische System, also den Wein nach der Rebsorte zu benennen, ist doch noch nicht ganz tot. Moldaus Dreiklang und die Mädchentraube Für Veroica Samson von Moldawine verkörpert die Sorte Floricia gar &#8222;das Weibliche im moldauischen Wein&#8220; per se: &#8222;duftend, klar, strahlend und dabei erstaunlich ausdrucksstark.&#8220; Und überhaupt wird die Latte beim Vergleich mit renommierten Anbaugebieten selbstbewusst hoch angesetzt: &#8222;Wenn ich uns vergleichen müsste, dann mit einem Dreiklang aus Bordeaux, dem Piemont und dem Burgenland&#8220;, bemerkt Samson und fügt hinzu: &#8222;Doch am Ende bleibt Moldau einzigartig – eine alte Weinwelt, die gerade beginnt, sich neu zu erzählen.&#8220; Den einzigen Rotwein-Flight des Abends entschied der „Larga Valley“ (2018) von Novak im Duell mit dem „Metafora Alta“ (2019) der Gogu Winery knapp für sich (für meinen Geschmack, versteht sich). Die Cuvée aus Fetească Neagră und Merlot erinnerte mich spontan an Pomerol. Macht sich da der Merlot bemerkbar oder hat die Schwarze Mädchentraube Zauberkräfte? Jedenfalls ist der „Larga Valley“ herrlich ausgewogen, die Tannine sanft einmassiert. In der Nase zeigen sich Kirsche, Gewürze (Nelke) und eine Messerspitze Cassis. Fetească Neagră: Mal noble Diva, mal Discounter-Debakel Und dass ich mit dem mutigen Bordeaux-Vergleich nicht ganz danebenliege, unterstreicht Veroica Samson mit ihrem Plädoyer für die Fetească Neagră: &#8222;Sie ist unser moldauischer Cabernet Sauvignon. Wenn man sie einmal richtig versteht, erkennt man, wie viel Potenzial in ihr steckt – Struktur, Würze, dunkle Frucht und eine ganz eigene, fast mystische Weichheit.&#8220; Eine treffende Beschreibung, die sich rückblickend auf bereits verkostete Fetească-Neagră-Weine gut anwenden lässt. Das bedeutet freilich nicht, dass die ab und an bei Discountern im untersten Regal stehenden lieblichen Ausgaben der „Schwarzen Mädchentraube“ nun reflexartig aufgekauft werden sollten – die 2,99 Euro würde ich dann doch lieber in drei Packungen Schokorosinen investieren. Falscher Fluss, echter Genuss Bleibt am Ende nur noch zu klären, was das Land Moldau eigentlich mit dem gleichnamigen Fluss zu tun hat – wo dieser doch gar nicht durchs Staatsgebiet fließt. Nun, tatsächlich gibt es einen weiteren Fluss namens Moldau, auf welchen auch der Name zurückzuführen ist. Dieser fließt ärgerlicherweise aber ebenso nicht durch moldauisches Staatsgebiet, sondern ausschließlich durch den Nordosten Rumäniens. Zu Zeiten des Fürstentum Moldaus – wir befinden uns jetzt im 14. Jahrhundert – war das jedoch anders. Aber das wollen wir jetzt an dieser Stelle nicht ausufern lassen. Wer sich mehr für diesen geschichtlichen Aspekt interessiert, dem empfehle ich diesen wirklich spannenden Wikipedia-Artikel (ruhig zwei Tage dazu freinehmen) oder die knackigere Variante auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung. Fest steht für mich jedenfalls: Das nächste Glas moldauischen Weines trinke ich direkt vor Ort oder zumindest in direkter Nachbarschaft am Hamburger Moldau-Hafen (falscher Fluss, ich weiß!).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/weinland-moldau-im-reich-des-schlafenden-riesen/">Weinland Moldau: Im Reich des schlafenden Riesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Unter den lauten Straßen der moldauischen Hauptstadt Chișinău verbirgt sich ein Reich der Stille, ein wahres Labyrinth. In einem Stollensystem mit einer Gesamtlänge von rund 250 Kilometern – also der Strecke Hamburg-Kassel – dienen rund 55 Kilometer allein der Weinlagerung. Unter perfekten Bedingungen werden dort etwa 1,5 Millionen Flaschen gelagert. Damit ist Mileștii Mici der größte Weinkeller der Welt (also gleich nach meinem …).</p>



<p>Mit diesem Superlativ beginnend, möchte ich diesen Monat ein Land auf die Bühne bitten, das – neben Rumänien – als ewiger Geheimfavorit in der Weinwelt gilt: die Republik Moldau. Und ich lege gleich nach: Moldau ist das am dichtesten bepflanzte Weinbauland des Planeten; ganze vier Prozent des Landes bestehen aus Reben. Merkt euch das ruhig, falls ihr auf dem Hocker bei „Wer wird Millionär?“<em>&nbsp;</em>einmal mit einer Frage aus dieser Richtung konfrontiert werdet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="948" height="948" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52.jpeg" alt="Blick in den Weinkeller Mileștii Mici unter Moldau Hauptstadt Chișinău. (Copyright: MOLDAWINE e.K.)" class="wp-image-1428" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52.jpeg 948w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.52-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lange Spaziergänge ohne Regenschirm: Im Mileștii Mici gibt es das passende Getränk dazu.<em> </em>(Copyright: Moldawine e.K.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Perestroika statt Pulle um Pulle<br></h2>



<p>Auf demselben Breitengrad wie das Burgund liegend, kann Moldau eine Rebfläche von rund 130.000 Hektar vorweisen, etwas mehr als alle deutschen Qualitätsanbaugebiete zusammen. Gleichzeitig würde das kleine Moldau flächenmäßig zehnmal in Deutschland hineinpassen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Moldau während seiner Zeit als Teil der Sowjetunion sogar doppelt so viel Rebfläche besaß. Durch eine Anti-Alkoholkampagne von Michail Gorbatschow Ende der 1980er-Jahre schrumpfte die Rebfläche aber wie eine zu heiß gewaschene Fellmütze der Roten Armee. Sein Nachfolger Boris Jelzin war dem Alkoholkonsum bekanntermaßen etwas weniger kritisch gegenüber eingestellt.</p>



<p>Unterteilt wird das Weinland Moldau in drei große Weinregionen, nach EU-Lesart allesamt mit geschützter geografischer Angabe (Kategorie <em>Landwein</em>): Das nördlichste der drei Anbaugebiete <strong>Codru</strong>, das kleine <strong>Ștefan Vodă</strong> (klingt wie ein Neuzugang des Zweitligisten SC Paderborn) und <strong>Valul lui Trajan</strong> ganz im Südwesten. Rebsortenmäßig orientiert sich das junge Land zum einen an Frankreich, vor allem mit der Rebsorte Aligoté (hier blitzt das Burgund wieder auf) oder auch Cabernet Sauvignon. Andererseits werden auch traditionell osteuropäische Sorten wie die rumänische Fetească Neagră (Schwarze Mädchentraube) oder die georgische Rkatsiteli angebaut. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Raritäten und Rhabarber</h2>



<p>Bei einem kürzlichen Weinabend, zu dem&nbsp;<a href="https://www.moldawine.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moldawine</a>&nbsp;– ein in Deutschland ansässiger Vertrieb moldauischer Premiumweine – eingeladen hatte, wurde ich erneut auf dieses Thema gestoßen. Das Œuvre reichte vom obligatorischen Schaumwein als Büchsenöffner des Abends über Weiß- und Orangeweine bis hin zu wuchtigen Roten.</p>



<p>Interessanterweise standen bei den Weißweinen zwei Neuzüchtungen im Mittelpunkt: Das Weingut <a href="https://www.instagram.com/domeniile_vorniceni/">Domeniile Vorniceni</a> schickte seinen &#8222;Veroica&#8220; aus der gleichnamigen Rebsorte ins Rennen. Mit einem Bukett aus floralen Aromen und Honigmelone wird zunächst viel versprochen – im Abgang aber leider wenig gehalten. Schneller wieder verschwunden ist in diesem Jahr nur der Hamburger Sommer.</p>



<p>Ganz anders der Kandidat vom <a href="https://www.facebook.com/NovakWinery">Weingut Novak</a>, das seinen Wein ebenso nach der Rebsorte benannt hat: &#8222;Floricia&#8220; (eine Neuzüchtung, die unter anderem von unserem Riesling abstammt). In der Nase gleich von null auf hundert mit einem betörenden Rhabarberaroma und etwas Gelbfrucht. Im Mund opulent wie ein fetter Viognier von der Rhône. Das Gelbfruchtige bleibt während des wirklich langen Nachhalls vertraut am Gaumen und wechselt im Finish ins Nussige. Wunderbar! (Findet auch meine Weinbegleitung Hans an diesem Abend.) Und wir halten kurz fest: Das germanische System, also den Wein nach der Rebsorte zu benennen, ist doch noch nicht ganz tot.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-1024x1024.jpeg" alt="Der &quot;Floricica&quot; des moldauischen Weinguts Novak." class="wp-image-1401" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1726-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Neukreuzung, die man sich merken darf: der &#8222;Floricica&#8220; des moldauischen Weinguts Novak.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Moldaus Dreiklang und die Mädchentraube</h2>



<p>Für Veroica Samson von Moldawine verkörpert die Sorte Floricia gar &#8222;das Weibliche im moldauischen Wein&#8220; per se: &#8222;duftend, klar, strahlend und dabei erstaunlich ausdrucksstark.&#8220; Und überhaupt wird die Latte beim Vergleich mit renommierten Anbaugebieten selbstbewusst hoch angesetzt: &#8222;Wenn ich uns vergleichen müsste, dann mit einem Dreiklang aus Bordeaux, dem Piemont und dem Burgenland&#8220;, bemerkt Samson und fügt hinzu: &#8222;Doch am Ende bleibt Moldau einzigartig – eine alte Weinwelt, die gerade beginnt, sich neu zu erzählen.&#8220;</p>



<p>Den einzigen Rotwein-Flight des Abends entschied der „Larga Valley“ (2018) von Novak im Duell mit dem „Metafora Alta“ (2019) der <a href="https://goguwinery.md/en/main/">Gogu Winery</a> knapp für sich (für meinen Geschmack, versteht sich). Die Cuvée aus Fetească Neagră und Merlot erinnerte mich spontan an Pomerol. Macht sich da der Merlot bemerkbar oder hat die Schwarze Mädchentraube Zauberkräfte? Jedenfalls ist der „Larga Valley“ herrlich ausgewogen, die Tannine sanft einmassiert. In der Nase zeigen sich Kirsche, Gewürze (Nelke) und eine Messerspitze Cassis. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-1024x1024.jpeg" alt="Daria Berndt und Viorica Samson von Moldawine (Copyright: Moldawine)" class="wp-image-1427" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53-1320x1320.jpeg 1320w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/Bild-21.10.25-um-16.53.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei, die sich mit Moldaus Weinen bestens auskennen: Daria Berndt und Viorica Samson von Moldawine (Copyright: Moldawine e.K.)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Fetească Neagră: Mal noble Diva, mal Discounter-Debakel</h2>



<p>Und dass ich mit dem mutigen Bordeaux-Vergleich nicht ganz danebenliege, unterstreicht Veroica Samson mit ihrem Plädoyer für die Fetească Neagră: &#8222;Sie ist unser moldauischer Cabernet Sauvignon. Wenn man sie einmal richtig versteht, erkennt man, wie viel Potenzial in ihr steckt – Struktur, Würze, dunkle Frucht und eine ganz eigene, fast mystische Weichheit.&#8220; Eine treffende Beschreibung, die sich rückblickend auf bereits verkostete Fetească-Neagră-Weine gut anwenden lässt.</p>



<p>Das bedeutet freilich nicht, dass die ab und an bei Discountern im untersten Regal stehenden lieblichen Ausgaben der „Schwarzen Mädchentraube“ nun reflexartig aufgekauft werden sollten – die 2,99 Euro würde ich dann doch lieber in drei Packungen Schokorosinen investieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-1024x1024.jpeg" alt="Der &quot;Metafora Alta&quot; der Gogu Winery und der &quot;Larga Valley&quot; von Novak." class="wp-image-1402" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2025/10/IMG_1722-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum Schluss sieht man traditionell rot: der &#8222;Metafora Alta&#8220; der Gogu Winery und der &#8222;Larga Valley&#8220; von Novak.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Falscher Fluss, echter Genuss</h2>



<p>Bleibt am Ende nur noch zu klären, was das Land Moldau eigentlich mit dem gleichnamigen Fluss zu tun hat – wo dieser doch gar nicht durchs Staatsgebiet fließt. Nun, tatsächlich gibt es einen weiteren Fluss namens Moldau, auf welchen auch der Name zurückzuführen ist. Dieser fließt ärgerlicherweise aber ebenso nicht durch moldauisches Staatsgebiet, sondern ausschließlich durch den Nordosten Rumäniens. Zu Zeiten des Fürstentum Moldaus – wir befinden uns jetzt im 14. Jahrhundert – war das jedoch anders. Aber das wollen wir jetzt an dieser Stelle nicht aus<em>ufern</em> lassen. Wer sich mehr für diesen geschichtlichen Aspekt interessiert, dem empfehle ich diesen wirklich spannenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fürstentum_Moldau">Wikipedia-Artikel</a> (ruhig zwei Tage dazu freinehmen) oder die <a href="https://www.kas.de/de/web/geschichtsbewusst/essay/-/content/moldau-ein-historischer-ueberblick" target="_blank" rel="noreferrer noopener">knackigere Variante</a> auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung.</p>



<p>Fest steht für mich jedenfalls: Das nächste Glas moldauischen Weines trinke ich direkt vor Ort oder zumindest in direkter Nachbarschaft am Hamburger Moldau-Hafen (falscher Fluss, ich weiß!).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/weinland-moldau-im-reich-des-schlafenden-riesen/">Weinland Moldau: Im Reich des schlafenden Riesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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		<title>Die Euganeischen Hügel: Weine direkt an der Quelle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 10:10:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt sie noch immer: Weinregionen in Italien, die man auf der Landkarte erstmal finden und selbstbewusst einkreisen muss. Die Euganeischen Hügel (Italienisch: colli euganei) zählen sicherlich dazu. Anzutreffen ist die zu Venetien gehörende Hügelgruppe südwestlich der Stadt Padua, kurz bevor der Po die natürliche Grenze zur Emilia-Romagna bildet. Namentlich wird sich auf das Volk der Eugeneer bezogen, das sich noch vor den Venetern auf der Ecke breitmachte. Klar, im Schutz der Alpen im Norden und unweit der Adria lässt es sich gut aushalten. Quasi als besonderes Schmankerl kommt hinzu, dass das Gebiet durch seine geothermischen Aktivitäten heiße Quellen generiert (welche aber wohl erst von den Römern genutzt wurden). Dies führte unter anderem dazu, dass die Euganeischen Hügel heute – neben ihrer Funktion als Naturpark – auch für ihre Kurorte wie Abano oder Montegrotto bekannt sind.&#160; Breite Palette an Sorten und Stilen Auch weinbautechnisch sitzt man hier quasi direkt an der Quelle. Sehr unterschiedliche Zusammensetzungen der Böden auf wenig Hektar machen die Arbeit für die Winzerinnen und Winzer so lukrativ wie besonders. Das Weingut Il Pianzio hat seinen Sitz mitten im Parco Regionale dei Colli Euganei. Umgeben ist es dort idyllisch von Wein, Oliven und Zypressen. Dazu gesellen sich die charakteristischen grünen Hügel, die wie aus Steckschaum in die Landschaft modelliert zu sein scheinen.&#160; Stellvertretend für die Region bietet das Haus eine ganze Breite an Weinen und Stilistiken an. Von leichtfüßigen Weißweinen (etwa Weißburgunder) und prickelnden Perlweinen in weiß und rosé geht es über markante Rotweine (vor allem aus den Bordelaiser Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon) bis hin zum bekanntesten Wein der Colli Euganei: der Fior d’Arancio, ein süßer Schaumwein mit DOCG-Siegel. Laura Selmin vom Weingut gerät bei dem Schäumer regelrecht ins Schwärmen: &#8222;Hier haben wir einen Wein, in dem die Düfte der Orangenblüte am besten zum Ausdruck kommen. Sicherlich ein süßer Wein. Aber dank eines guten Gleichgewichts zwischen Süße und Säure wirkt er nicht süßlich. Im Gegenteil: Ein angenehmer Wein, der sich sehr gut auch für herzhafte Kombinationen eignet, wie zum Beispiel mit einem weichen Ziegenkäse.&#8220; Orangen im Glas und ein seltener Halb-Sizilianer Gekeltert wird der Fior d’Arancio aus der Traube Gelber Muskateller. Diese ursprünglich griechische Rebsorte bringt würzig-aromatische Weine ins Glas und wird seit eh und je in den Euganeischen Hügeln angebaut. Entsprechend wird der Gelbe Muskateller &#8211; nicht nur im Hause Pianzio &#8211; auch trocken zu Stillwein oder nach Rosinierung der Trauben zu Dessertwein verarbeitet. Eine ähnlich große Range an Rebsorten hat das Weingut Ca Lustra Zanovello, gute sechs Kilometer von Il Pianzo in Richtung Südwesten entfernt, in seinem Portfolio. Zusätzlich sticht hier der Süßwein Nero Musqué hervor. Er wird aus der seltenen und fast verloren gegangenen Rebsorte Schwarzer Muskateller (Moscato Nero) gemacht. Allerdings findet die Produktion nicht hier in den Euganeischen Hügeln statt, sondern auf Sizilien. Auf der Mittelmeerinsel ist das Weingut mit der Universität Palermo und dem dortigen Regionalen Institut für Wein und Öl (IRVO) eine Zusammenarbeit zur Rettung dieser alten Sorte eingegangen. Tatsächlich stammen die mittlerweile auf Sizilien angebauten Rebstöcke mit Schwarzem Muskateller aus einer Handvoll Knospen, die Anfang der 2000er in den Euganeischen Hügeln gerettet wurden. Klingt kitschiger als ein Sat.1.-Film, ist aber wahr. Grund für den Transfer auf die Insel war, dass die Bestäubung in den Euganeischen Hügeln nicht immer zuverlässig funktionierte. Auf Sizilien fand man weitaus günstigere Bedingungen für die anspruchsvolle Rebsorte: &#8222;Im Laufe der Zeit haben wir die Produktion ausgeweitet, was durch die ständige Meeresbrise begünstigt wird: Wir befinden uns auf den Hügeln über dem Golf von Castellammare&#8220;, sagt Linda Zanovello vom Weingut und fügt ein besonderes Zusammenspiel aus Klima und Rebsorte an: &#8222;Wenn die Trauben ihre Reife erreichen, verwelken sie innerhalb weniger Tage und geben uns einen süßen, aber ausgewogenen, intensiven und komplexen Geschmack.&#8220; Die große Bodenoffensive der Euganeischen Hügel Gemeinsam haben Sizilien und die Euganeischen Hügel jedenfalls die teilweise aus vulkanischer Erde bestehenden Böden. Ein Qualitätsmerkmal der Colli Euganei ist aber sicherlich, dass auf wenigen Hektar ganz unterschiedliche Bodenzusammensetzungen anzutreffen sind. &#8222;Gerade weil wir unterschiedliche Böden und Klimazonen haben, gibt es viele – vielleicht zu viele – Sorten, die gute Ergebnisse liefern&#8220;, meint Linda Zanovello und schwört vor allem auf Weißen und Gelben Muskateller, Garganega, aber auch die ausgefalleneren Sorten Manzoni Bianco und Tai Bianco. &#8222;Das Ergebnis ist aufgrund der Kombination von Rebe, Boden und Klima sicherlich unterschiedlich, aber ich finde, genau das ist der Reichtum der Euganeischen Hügel: Jedes Mal, wenn man sich bewegt, auch wenn es nur ein paar Meter sind, entdeckt man andere Facetten.&#8220; Wer sich für die verschiedenen Lagen des Weinguts interessiert, der kann sich auf dieser interaktiven Karte eine Übersicht verschaffen. Auch auf dem Weingut Il Pianzio wird durch diese Voraussetzungen für jede Rebe der richtige Ort gefunden: &#8222;Ein Teil der Weinberge befindet sich an den Hängen des Monte Rua im Pianzio-Tal, wo sich die Kellerei befindet&#8220;, erklärt Laura Selmin und ergänzt: &#8222;Hier haben wir sicherlich sehr mineralische Böden, die reich an vulkanischem Mergel sind.&#8220; Serprino Frizzante &#8211; das perlt Schließlich gebe es in der zum Weingut gehörenden Anbaufläche noch Ausläufer, die in geringerem Maße mineralisch sind, einige sedimentäre Bereiche und Weinberge in der Ebene mit &#8222;sehr organischen und nährstoffreichen Böden&#8220;. Macht insgesamt eine Auswahl von 20 Rebsorten.&#160; Unter diesen 20 Rebsorten anzutreffen ist auch Glera. Vor allem bekannt ist Glera als Prosecco-Traube, die nahezu ausschließlich im Nordosten Italiens (Venetien und Friaul) verbreitet ist. Bis Ende 2009 hieß sie sogar Prosecco, wurde aus Gründen des Gebietsschutzes aber umbenannt. Ein Synonym für Glera ist jedenfalls Serprina. Und mit einer Vokalwandlung kommt die Traube als Serprino in den Colli Euganei häufig ins Glas beziehungsweise die Flasche. Wie beim Prosecco bringt Glera vor allem mit leichter Perlage noch etwas mehr Freude ins Glas. Der Serprino geht hier als Frizzante, also Halbschäumer (Perlwein), über die Theke. Und für wen die Euganeischen Hügel bislang böhmische Dörfer waren, der fängt am besten mit diesem Wein an (so ist es mir übrigens auch ergangen). Ein herrlich leichtes Terrassen-Gesöff, man möchte es direkt der Frau aus der Raffaelo-Werbung in Hand drücken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/die-euganeischen-huegel-weine-direkt-an-der-quelle/">Die Euganeischen Hügel: Weine direkt an der Quelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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<p>Es gibt sie noch immer: Weinregionen in Italien, die man auf der Landkarte erstmal finden und selbstbewusst einkreisen muss. Die Euganeischen Hügel (Italienisch: colli euganei) zählen sicherlich dazu. Anzutreffen ist die zu Venetien gehörende Hügelgruppe südwestlich der Stadt Padua, kurz bevor der Po die natürliche Grenze zur Emilia-Romagna bildet.</p>



<p>Namentlich wird sich auf das Volk der Eugeneer bezogen, das sich noch vor den Venetern auf der Ecke breitmachte. Klar, im Schutz der Alpen im Norden und unweit der Adria lässt es sich gut aushalten. Quasi als besonderes Schmankerl kommt hinzu, dass das Gebiet durch seine geothermischen Aktivitäten heiße Quellen generiert (welche aber wohl erst von den Römern genutzt wurden). Dies führte unter anderem dazu, dass die Euganeischen Hügel heute – neben ihrer Funktion als Naturpark – auch für ihre Kurorte wie Abano oder Montegrotto bekannt sind.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Breite Palette an Sorten und Stilen</h2>



<p>Auch weinbautechnisch sitzt man hier quasi direkt an der Quelle. Sehr unterschiedliche Zusammensetzungen der Böden auf wenig Hektar machen die Arbeit für die Winzerinnen und Winzer so lukrativ wie besonders. Das Weingut <a href="https://www.ilpianzio.it" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Il Pianzio</a> hat seinen Sitz mitten im Parco Regionale dei Colli Euganei. Umgeben ist es dort idyllisch von Wein, Oliven und Zypressen. Dazu gesellen sich die charakteristischen grünen Hügel, die wie aus Steckschaum in die Landschaft modelliert zu sein scheinen.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1024x1024.jpeg" alt="Die Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia in Galzignano Terme." class="wp-image-825" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8824-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia in Galzignano Terme ist gleichzeitig auch das Firmenlogo von Il Pianzio.</figcaption></figure>



<p>Stellvertretend für die Region bietet das Haus eine ganze Breite an Weinen und Stilistiken an. Von leichtfüßigen Weißweinen (etwa Weißburgunder) und prickelnden Perlweinen in weiß und rosé geht es über markante Rotweine (vor allem aus den <a href="https://traubengucker.de/regionen/stierblut-saufen-bis-die-bullen-kommen/">Bordelaiser Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon</a>) bis hin zum bekanntesten Wein der Colli Euganei: der Fior d’Arancio, ein süßer Schaumwein mit DOCG-Siegel.</p>



<p>Laura Selmin vom Weingut gerät bei dem Schäumer regelrecht ins Schwärmen: &#8222;Hier haben wir einen Wein, in dem die Düfte der Orangenblüte am besten zum Ausdruck kommen. Sicherlich ein süßer Wein. Aber dank eines guten Gleichgewichts zwischen Süße und Säure wirkt er nicht süßlich. Im Gegenteil: Ein angenehmer Wein, der sich sehr gut auch für herzhafte Kombinationen eignet, wie zum Beispiel mit einem weichen Ziegenkäse.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1024x1024.jpeg" alt="Blick vom Weingut Il Pianzio auf die Landschaft der Euganeischen Hügel und die Kirche Chiesa di Santa Maria Assunta vecchia." class="wp-image-826" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8814-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Das, mein Sohn, wird eines Tages Dir gehören.&#8220; Ob dieser Satz jemals im Weingut Il Pianzio gefallen ist, ist nicht überliefert. Dennoch ist das der herrschaftliche Blick vom Eingang aus.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Orangen im Glas und ein seltener Halb-Sizilianer</h2>



<p>Gekeltert wird der Fior d’Arancio aus der Traube Gelber Muskateller. Diese ursprünglich griechische Rebsorte bringt würzig-aromatische Weine ins Glas und wird seit eh und je in den Euganeischen Hügeln angebaut. Entsprechend wird der Gelbe Muskateller &#8211; nicht nur im Hause Pianzio &#8211; auch trocken zu Stillwein oder nach Rosinierung der Trauben zu Dessertwein verarbeitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1024x1024.jpeg" alt="Der Fior d'Arancio passito und der Nero Musqué von Ca Lustra." class="wp-image-828" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9179-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei süße Typen: der Fior d&#8217;Arancio passito und der Nero Musqué von Ca Lustra.</figcaption></figure>



<p>Eine ähnlich große Range an Rebsorten hat das Weingut <a href="https://calustra.it/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ca Lustra Zanovello</a>, gute sechs Kilometer von Il Pianzo in Richtung Südwesten entfernt, in seinem Portfolio. Zusätzlich sticht hier der Süßwein Nero Musqué hervor. Er wird aus der seltenen und fast verloren gegangenen Rebsorte Schwarzer Muskateller (Moscato Nero) gemacht. Allerdings findet die Produktion nicht hier in den Euganeischen Hügeln statt, sondern auf Sizilien. Auf der Mittelmeerinsel ist das Weingut mit der <a href="https://www.unipa.it/target/international-students/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Palermo</a> und dem dortigen <a href="https://www.irvos.it/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Regionalen Institut für Wein und Öl (IRVO)</a> eine Zusammenarbeit zur Rettung dieser alten Sorte eingegangen. Tatsächlich stammen die mittlerweile auf Sizilien angebauten Rebstöcke mit Schwarzem Muskateller aus einer Handvoll Knospen, die Anfang der 2000er in den Euganeischen Hügeln gerettet wurden. Klingt kitschiger als ein Sat.1.-Film, ist aber wahr.<br><br>Grund für den Transfer auf die Insel war, dass die Bestäubung in den Euganeischen Hügeln nicht immer zuverlässig funktionierte. Auf Sizilien fand man weitaus günstigere Bedingungen für die anspruchsvolle Rebsorte: &#8222;Im Laufe der Zeit haben wir die Produktion ausgeweitet, was durch die ständige Meeresbrise begünstigt wird: Wir befinden uns auf den Hügeln über dem Golf von Castellammare&#8220;, sagt Linda Zanovello vom Weingut und fügt ein besonderes Zusammenspiel aus Klima und Rebsorte an: &#8222;Wenn die Trauben ihre Reife erreichen, verwelken sie innerhalb weniger Tage und geben uns einen süßen, aber ausgewogenen, intensiven und komplexen Geschmack.&#8220; <br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die große Bodenoffensive der Euganeischen Hügel</h2>



<p>Gemeinsam haben Sizilien und die Euganeischen Hügel jedenfalls die teilweise aus vulkanischer Erde bestehenden Böden. Ein Qualitätsmerkmal der Colli Euganei ist aber sicherlich, dass auf wenigen Hektar ganz unterschiedliche Bodenzusammensetzungen anzutreffen sind. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1024x1024.jpeg" alt="Weinreben des Weingutes Loreggian bei Arquà Petrarca." class="wp-image-872" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_1880-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Über zu wenig Sonne hat sich hier noch nie jemand beschwert. Weinreben des Weingutes Loreggian bei Arquà Petrarca.</figcaption></figure>



<p>&#8222;Gerade weil wir unterschiedliche Böden und Klimazonen haben, gibt es viele – vielleicht zu viele – Sorten, die gute Ergebnisse liefern&#8220;, meint Linda Zanovello und schwört vor allem auf Weißen und Gelben Muskateller, Garganega, aber auch die ausgefalleneren Sorten Manzoni Bianco und Tai Bianco. &#8222;Das Ergebnis ist aufgrund der Kombination von Rebe, Boden und Klima sicherlich unterschiedlich, aber ich finde, genau das ist der Reichtum der Euganeischen Hügel: Jedes Mal, wenn man sich bewegt, auch wenn es nur ein paar Meter sind, entdeckt man andere Facetten.&#8220; Wer sich für die verschiedenen Lagen des Weinguts interessiert, der kann sich auf <a href="https://calustra.it/it/terra-e-mappe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dieser interaktiven Karte</a> eine Übersicht verschaffen.</p>



<p>Auch auf dem Weingut Il Pianzio wird durch diese Voraussetzungen für jede Rebe der richtige Ort gefunden: &#8222;Ein Teil der Weinberge befindet sich an den Hängen des Monte Rua im Pianzio-Tal, wo sich die Kellerei befindet&#8220;, erklärt Laura Selmin und ergänzt: &#8222;Hier haben wir sicherlich sehr mineralische Böden, die reich an vulkanischem Mergel sind.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Serprino Frizzante &#8211; das perlt</h2>



<p>Schließlich gebe es in der zum Weingut gehörenden Anbaufläche noch Ausläufer, die in geringerem Maße mineralisch sind, einige sedimentäre Bereiche und Weinberge in der Ebene mit &#8222;sehr organischen und nährstoffreichen Böden&#8220;. Macht insgesamt eine Auswahl von 20 Rebsorten.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1024x1024.jpeg" alt="Der Serprino und der Fior d'Arancio von Il Pianzio." class="wp-image-827" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_9180-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aus diesen beiden sprudelt es nur so heraus: der Serprino und der Fior d&#8217;Arancio von Il Pianzio.</figcaption></figure>



<p>Unter diesen 20 Rebsorten anzutreffen ist auch Glera. Vor allem bekannt ist Glera als Prosecco-Traube, die nahezu ausschließlich im Nordosten Italiens (Venetien und Friaul) verbreitet ist. Bis Ende 2009 hieß sie sogar Prosecco, wurde aus Gründen des Gebietsschutzes aber umbenannt. Ein Synonym für Glera ist jedenfalls Serprina. Und mit einer Vokalwandlung kommt die Traube als Serprino in den Colli Euganei häufig ins Glas beziehungsweise die Flasche. </p>



<p>Wie beim Prosecco bringt Glera vor allem mit leichter Perlage noch etwas mehr Freude ins Glas. Der Serprino geht hier als Frizzante, also Halbschäumer (Perlwein), über die Theke. Und für wen die Euganeischen Hügel bislang böhmische Dörfer waren, der fängt am besten mit diesem Wein an (so ist es mir übrigens auch ergangen). Ein herrlich leichtes Terrassen-Gesöff, man möchte es direkt der Frau aus der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=l0y6qRKy1sE">Raffaelo-Werbung</a> in Hand drücken.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1024x1024.jpeg" alt="Das Weingut Ca Lustra, mitten in den Euganeischen Hügeln." class="wp-image-823" srcset="https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1024x1024.jpeg 1024w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-300x300.jpeg 300w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-150x150.jpeg 150w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-768x768.jpeg 768w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1536x1536.jpeg 1536w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-2048x2048.jpeg 2048w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1140x1140.jpeg 1140w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-75x75.jpeg 75w, https://traubengucker.de/wp-content/uploads/2024/11/IMG_8841-1320x1320.jpeg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Weingut Ca Lustra, mitten in den Euganeischen Hügeln. (Für die Anfahrt mit dem Auto ruhig Reisekaugummis einpacken.)</figcaption></figure>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://traubengucker.de/regionen/die-euganeischen-huegel-weine-direkt-an-der-quelle/">Die Euganeischen Hügel: Weine direkt an der Quelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://traubengucker.de">Traubengucker</a>.</p>
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